Die Großeltern taten es, die Eltern tun es noch und die junge Generation muss nun feststellen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Die Rede ist von der Geldanlage, die auf Zinsen basiert. Wir möchten nachfolgend näher beleuchten, wie sich fehlende Zinsen auswirken, wenn man die Inflation mit einbezieht. Die Anlagewelt ist auf den Kopf gestellt.

Zinsentwicklung in Europa

Im Jahre 2008 lag der Leitzins in Europa bei 4%, in 2012 bei 1% und seit März 2016 verharrt er auf der 0% Linie. Banken zahlen derzeit -0,4% Strafzins für ihre Einlagen. Der Zins ist von uns gegangen. Viele trauern ihm nach und wünschen sich die Zeiten zurück, in denen Zinsen auf Sparguthaben ausgeschüttet wurden. Die Gegenwart sieht anders aus. Das Gebot der Stunde heißt: umdenken und neu planen. Alte Rezepte funktionieren nicht mehr, neue Lösungen müssen her.

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Grafik 1: EZB – Leitzins Eurozone 2000 – 2019; Quelle: www.leitzinsen.info

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Was ist Inflation?

Als Inflation wird die Geldentwertung bezeichnet (Absinken des Geldwertes), hervorgerufen durch ein kontinuierliches Ansteigen des Preisniveaus für Endprodukte. Die Inflationsrate ist die durchschnittliche Teuerungsrate für Konsumgüter, Investitionsgüter und Dienstleistungen etc. .

Wie Inflation auf Geldwerte wirkt – Bankguthaben, Tagesgeld, Bausparverträge

Wer Geld auf Bankkonten lagert, für den bleibt die Auswirkung der Inflation zunächst verborgen, denn der Geldbetrag ist jederzeit nominal auf dem Konto sichtbar. Doch steigende Kosten bei Lebensmitteln, für Miete, Strom, Flüge, Züge und Steuern sorgen dafür, dass man jedes Jahr mehr Geld ausgeben muss, um die gleichen Dinge zu bezahlen. So hat sich das allgemeine Preisniveau seit der Euro-Einführung im Jahre 2002, im statistischen Durchschnitt ungefähr verdoppelt. Anders herum ausgedrückt, hat sich der Geldwert halbiert, weil Inflation die Kaufkraft des Geldes verringerte.

Die offizielle durchschnittliche Inflationsrate (=Teuerungsrate eines beispielhaften Warenkorbes) beträgt derzeit 1,6% pro Jahr und pendelt im Jahresdurchschnitt um 2%. Die Währungshüter der europäischen Zentralbank (EZB) erwarten eine Inflationsrate von über 2% p.a., bevor über eine Zinserhöhung nachgedacht wird (wobei auch das wirtschaftliche Umfeld stimmen muss). Inflation ist ein bewusstes politisches Instrument, denn im gleichen Maße wie Geldwerte sinken, sinken auf der anderen Seite Schuldwerte. So verliert Geld regelmäßig um den Satz der Inflationsrate an Wert. Es existiert kein Zins, um den entstehenden Kaufkraftverlust auszugleichen.

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Grafik 2: Inflationsrate Deutschland, Juni 2018 – Juni 2019; Quelle: de.statista.com


Ein Beispiel:
Bei 10.000€ auf einem Bankkonto, vermindert Inflation die Kaufkraft des Geldes um ~ 2% p.a.
Nach 5 Jahren beträgt der Kaufkraftlust bereits ~ 10%,
Nach 10 Jahren entspricht der Geldwert von 10.000€ inflationsbereinigt 8.171 €, ein Verlust von ~ 20%.

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Grafik 3: Tabelle – Inflation frisst Geldwert, Beispiel 2% Inflationsrate p.a., im Zeitverlauf bis 20 Jahre

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Fazit Inflation & Geldwert

Bereits zur Erhaltung der Kaufkraft des Geldes wird ein Kapitalzuwachs benötigt, um den inflationsbedingten Kaufkraftverlust auszugleichen. Eine tatsächliche Wertsteigerung kommt erst zu Stande, wenn ein Zuwachs (Wertsteigerung) über der Inflationsrate erzielt wird. Derzeit wird ein Zuwachs von ungefähr 2% pro Jahr benötigt, um den Geldwert effektiv zu erhalten. Wird diese Kapitalentwicklung nicht erzielt, spricht man von einer negativen Realverzinsung des Geldes = Geldentwertung.

Um es unzweifelhaft auszudrücken: Tagesgeldkonten sind im derzeitigen Zinsumfeld eine unrentable Anlage mit negativer Realverzinsung. Eine solche Betrachtung hatten wir im Beitrag vom 14. März 2016 begründet.
„Null Zinsen – Konsequenzen für Anleger“ -> die Zins-Sackgasse
https://www.depotzuwachs.de/null-zinsen-konsequenzen-fuer-anleger/

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Warum hält die europäische Notenbank (EZB) die Zinsen niedrig?

Wenn man es einfach halten möchte, sind zwei Gründe für die Notenbankpolitik verantwortlich:

  • Die hohe Verschuldung der schwächelnden EU-Mitgliedsstaaten (speziell in Südeuropa: Italien, Griechenland, …) macht es für diese Länder beinahe unmöglich Zinsen auf die Schulden zu bedienen, Zinsverpflichtungen würden über kurz oder lang zur Pleite der Staaten führen.
  • Der Zins ist so niedrig, weil wir zu viel Ersparnis und zu wenig Investitionen haben, es gibt zu viel fehlgeleitetes Geld. Der niedrige Zins soll dahingehend stimulieren, unproduktives Kapital (Kontoguthaben) in Produktivkapital zu verschieben (Investitionen), um Wirtschaftswachstum anzuregen.

Inflation kann hoch steigen

Das erklärte Ziel der europäischen Zentralbank (EZB) ist eine Inflationsrate oberhalb von 2%, darunter wird es keine Zinserhöhung geben, zumindest nach jetzigen Aussagen. Verfolgt man die jüngsten Äußerungen der Notenbänker, wird sogar von weiteren Absichten in Richtung Zinssenkungen gesprochen. Ob dies durch höhere Strafzinsen oder direkte Maßnahmen zur Geldbeschneidung erreicht werden soll, wird noch offen gelassen. Die designierte neue EZB-Chefin, Christine Lagard, leitete bisher den Internationalen Währungsfonds IWF und ist bestens mit dem Werkzeugkasten der Geldpolitik vertraut. Man darf gespannt sein was da auf uns zukommt.

Schaut man sich das o.g. Beispiel (Grafik 3 „Geldentwertung durch Inflation“) bei 2% Inflation an und kalkuliert stattdessen mit einer Inflationsrate von 4%, dann schmilzt der Geldwert mit doppeltem Tempo. Geschichtlich betrachtet entspricht das derzeitige Umfeld in Europa einer sehr geringen Inflation.

Als in Argentinien im Jahre 2012 die Inflationsrate bei 30% stand, räumten die Bürger ihre Konten ab und schichteten kräftig in Unternehmensbeteiligungen (Aktien) um. Nicht um damit Gewinne zu erzielen, sondern um das Kapital zu schützen, zu erhalten, in Sicherheit zu bringen. Wir berichteten am 29. September 2014:
„Argentinien – Bevölkerung flüchtet in Aktien“
https://www.depotzuwachs.de/argentinien-bevolkerung-fluchtet-in-aktien/

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Globalisierung verhindert Inflation, nun behindert Mr. Trump Globalisierung

In den letzten beiden Jahrzehnten wurden häufig höhere Inflationsraten vorhergesagt. Allerdings gab es einen wesentlichen Effekt der dies verhinderte, die Globalisierung. In einer sich immer weiter vernetzenden Welt, konnte die Warenproduktion in Billiglohnländer ausgelagert werden, sodass der Preis vieler Produkte gleich blieb oder fiel. Auch neue Technologien und Automatisierung führten zur Verbesserung von Effizienzen und Kostenvorteilen. Durch immer mehr und immer größere Frachtschiffe entstanden Überkapazitäten auf Transportwegen, wodurch sich globale Warentransporte regelmäßig verbilligten und Inflation entgegen wirkten.

Doch 2017 änderte Mr. Trump die Welt, indem er Zölle, Einfuhrbeschränkungen und Protektionismus, anstatt einer weiteren Globalisierung anstieß. Wenn nun durch politische Steuerung, eine Rückentwicklung der weltweiten Handelsbeziehungen in das Geschäftsverhalten der Unternehmen Einzug halten sollte, gewollt oder ungewollt, wird dies unausweichlich durchschlagende Effekte auf die Preisentwicklung haben. So wie die Verschmelzung im globalen Handel auf allen Seiten Vorteile brachte, bedeutet Ent-Globalisierung letztlich eine potentielle Triebkraft für höhere Inflationsraten. Protektionismus bringt keine Gewinner, es wird teurer, für alle Seiten.

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Was der Inflationseffekt für die Altersvorsorge bedeutet

Besonders ausgeprägt ist der Effekt des Kaufkraftverlustes dann, wenn es um langfristige Sparanlagen geht. Zum Beispiel für die Altersvorsorge. Sie ahnen wo die Reise hingeht.

In der Altersvorsorge geht es natürlich darum, möglichst einen Kapitalzuwachs zu erzielen. Hierfür wird eine Wertsteigerung in zweifacher Hinsicht benötigt. Mit der Wertsteigerung muss zuerst der Kaufkraftverlust ausgeglichen werden, dazu muss die Rendite mindestens in Höhe der Inflationsrate liegen. Erst eine darüber hinaus gehende Wertsteigerung bringt eine echte Rendite auf die angelegten Sparbeiträge.

Beispiel: Bei einer durchschnittlichen Wertentwicklung einer Anlage von 4%, werden derzeit 2% zum Inflationsausgleich benötigt. Für den effektiven Wertzuwachs darf mit den übrigen 2% gerechnet werden, die noch um Kosten und Steuern zu bereinigen sind.

Das Drama der klassischen (verzinslichen) Lebensversicherung
Nun ist natürlich der Einwand gerechtfertigt, dass man Altersvorsorge allgemein nicht mit Bankguthaben aufbaut. Betrachten wir deshalb des Deutschen liebstes Produkt zur Altersvorsorge, die verzinsliche Kapitalbildende Lebensversicherung.

Hier findet die Kapitalbildung über eine Lebensversicherungsgesellschaft statt, die das Geld im Vertrag sammelt, überwiegend verzinslich anlegt und eine spätere Auszahlung verspricht. Mit der klassischen Lebensversicherung ist auch eine Kapitalgarantie verbunden. Wer heutzutage auf ein Vorsorgeprodukt zurückgreift welches eine Kapitalgarantie beinhaltet, wie es dem konservativen Anleger angenehm erscheint, für den klingt „Garantie“ zunächst nicht schlecht. Immerhin sind Verluste augenscheinlich ausgeschlossen. Oder?

Vorsorgeprodukte mit Garantie basieren auf einem mathematischen Abzinsungsmodell, mit dem die Garantie, also das Rückzahlungsversprechen zum Ablaufzeitpunkt, vom Produktgeber kalkuliert wird.
Dazu reicht es, sich im aktuellen Nullzinsumfeld die Frage zu stellen: „Wie funktioniert ein Abzinsungsmodell ohne Zins?“ Sie kennen die Antwort: gar nicht.

Aufgrund der Garantie muss der Versicherer auf sichere Anlagen setzen, mit denen kein späteres Risiko (zum Zeitpunkt des Vertragsablaufes) am Versicherer hängen bleibt. Sonst wäre der Versicherer selbst gefährdet. Das Versprechen des Produktanbieters gewährleistet eine Kapitalgarantie = eine Auszahlung in Höhe der eingezahlten Sparbeträge, nach 20 bis 40 Jahren Anlagedauer.

Unterzieht man diese zu erwartende Auszahlungssumme nun der Inflationsbetrachtung, so ergibt sich ein eher unerfreuliches Bild. Je nach Laufzeit und Inflationsrate stellt man fest, wie durch den Inflationseffekt ein erheblicher Kaufkraftverlust zum Tragen kommt. Das Kapital vermehrt sich nicht, aber die Kaufkraft schrumpft. Wahrscheinlich würde niemand auf die Idee kommen, sein Geld mit einem garantierten Wertverlust anzulegen. Bei derartigen Verträgen ist dies mittlerweile unausweichlich.

Dazu noch einmal der Bezug auf Grafik 3, aus der hervorgeht:
Bei einem Anlagezeitraum von 20 Jahren und einer angenommenen Inflationsrate von 2%, verliert des Geld ca. 1/3 an Kaufkraft, 10.000€ besitzen nach 20 Jahren noch einen Wert von 6.670€. Dies gilt hier deshalb, weil durch das Garantieversprechen in Lebensversicherungsprodukten keine Wertsteigerung mehr stattfinden kann. Es fehlt der Zins, um der Entwertung durch Inflation entgegen zu wirken.

Die Garantiezusage von klassischen LV-Verträgen stellt sich unter der Inflationsbetrachtung als Verlustmodell heraus. Aus diesem Grund wird der seriöse Anlageberater Garantiemodelle genau erklären, um die damit einhergehenden Verlustrisiken bewusst zu machen und zwischen Hoffnung und Realität zu unterscheiden.
Ohne diese Informationen gerät der Sparwillige direkt in den Prozess der dauerhaften Geldentwertung. Ein hinterlistiger Nebeneffekt, der sich in der Kausalität zwischen Inflation und dem fehlenden Zins versteckt.

„Vergangenheitsergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft“, heißt es bei allen Kapitalanlageprodukten. Dies trifft nun auch auf vermeintlich sichere Produkte zu, weil die „alte Welt“ mit Zinsen, keine Orientierung für die „neue Zeit“ ohne Zinsen liefern kann.

  • In zinslosen Zeiten halten wir eine konzeptionelle Anlageplanung für wichtiger denn je. Eine klare Struktur für den kurz-, mittel-, und langfristigen Kapitalaufbau, muss mit unterschiedlichen, geeigneten Produkte ineinandergreifen und zu einem persönlichen, lebensbegleitenden Kapitalplan zusammenfließen.
    Zumindest entspricht dies unserer Auffassung von Finanzdienstleistung.

Wir sind seit 20 Jahren im Umgang mit Investmentfonds vertraut und kennen die Stärken und Schwächen die damit einhergehen. Vor 20 Jahren waren Fonds eher ein Nischenprodukt. Heutzutage sind Investmentfonds, in ihren vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, eine der überschaubaren verbliebenen Konzepte, um die Herausforderungen des Kapitalaufbaus und der Kapitalerhaltung beantworten zu können.

André Klatt

Mehr dazu ->  Die Vielfalt der Möglichkeiten – 5 Tipps für den Anlagerfolg

Als Anleger kann man fragen, ob bei der Auswertung der Anlageentwicklungen wirklich immer die großen Themen der Welt berücksichtigt werden müssen? Antwort: Ja. Denn in einer globalisierten Welt bestimmen die Rahmenbedingungen das Marktgeschehen erheblich mit, dies galt in 2018 besonders.

Was in 2018 die Börsen bewegte

Zunächst macht es Sinn etwas heraus zu zoomen und 2017 in die Betrachtung einzubeziehen, weil es ein ungewöhnlich ruhiges Börsenjahr war. In 2018 kehrte insofern ein Stück Börsennormalität zurück, allerdings schwankten die Kurse im letzten Quartal besonders stark.

Mit den Rahmenbedingungen hat sich an den Märkten gezeigt was passiert, wenn Politik Probleme erschafft, anstatt Probleme zu lösen. Die Beispiele dafür waren auffällig vielfältig:

  • In den USA versuchte Präsident Trump das eigene Land von der Welt abzugrenzen, nachdem die Welt sich über Jahrzehnte hinweg vernetzt hat.
  • Die US-Notenbank erhöht die Zinsen (2,5%), in der Hoffnung auf eine weiter florierende Wirtschaft, entzieht dem System jedoch erheblich den Schmierstoff, die Liquidität.
  • In Großbritannien führte die Umsetzung des BREXIT zum politischen Durcheinander, mit Unwägbarkeiten für die gesamte Wirtschaft Europas.
  • Die EU erschafft mit großem Eifer neue Regulierungen und belastet damit Unternehmen verschiedener Branchen. Regeln die als Verbraucherschutz gedacht waren (Abgasrichtlinien, Datenschutz), stellten sich als unternehmerische Hürden heraus.
  • Die Zinspolitik der europäischen Zentralbank EZB (Leitzins 0,0%) belastet die europäische Finanzwelt, besonders der Strafzins belastet Banken (-0,4%) und Versicherer müssen kämpfen.
  • In Folge der Handelsstreitigkeiten geriet Chinas Wirtschaft in Bedrängnis, was wiederum Schatten auf die Weltwirtschaft zurückwirft. All dies war 2018.

Die Summe der politischen Einflüsse trübte schließlich die Stimmung in der Wirtschaft, wirkte wie Sand im Getriebe, und schwappte allmählich auf die Börsen über. Mit Beginn des 4. Quartals kam plötzlich Nervosität in den Märkte. Die US-Börsen erlebten infolge der zunehmend negativen Marktstimmung das schwächste Quartalsergebnis (S&P 500 -15%) seit den 1930`er Jahren. Die Ergebnisse fast aller Anlageklassen gerieten schließlich in die Verlustzone. Technologieaktien (FANG) waren die Gewinner der letzten Jahre und gaben nun im Schnitt um -30% von ihren Höchstkursen nach.

 

 

Die europäischen Börsen hatten vom Start weg kein gutes Jahr (EuroStoxx50 -13%). Für deutsche Aktien herrschte große Skepsis (DAX -18%). Weil deutsche Unternehmen als „Exportweltmeister“ in einer Welt mit Handelsbarrieren womöglich als Verlierer dastehen könnten, wurde kräftig ausländisches Anlagekapital abgezogen. Der DAX war besonders von den Bank- und Automobilaktien belastet (z.B. Dt. Bank -50%, Daimler -40%, Continental -50%).
Bei vielen kleineren Aktienwerten kam es zu auffälligen Kursbewegungen. So knickten die Kurse bei einigen europäischen und deutschen Nebenwerten zwischen -30% und -50% ein, ohne dass die Unternehmen irgendwelche negativen Meldungen zu berichten hatten. Derartige Verwerfungen in der Handelsliquidität waren zuletzt während der Finanzkrise 2007/2008 zu beobachten.

In den letzten Dezembertagen ähnelte die Börsenentwicklung einer panikartigen Verkaufswelle. Umfragen unter Börsianern brachten zu Tage, dass historisch noch nie ein größerer Pessimismus gemessen wurde. Es herrschte eine Art Ausnahmezustand, der exakt bis zum Jahreswechsel anhielt.

Einzig Gold wurde in diesem Umfeld seinem Ruf des „sicheren Hafens“ in Krisenphasen gerecht.

Und plötzlich … der Jahreswechsel führt zum Stimmungswechsel

Zum Jahresbeginn drehte die Marktstimmung zum Positiven und die Kurse begannen wieder zu steigen. Im Januar und Februar wurde bereits ein großer Teil der vorherigen Rückgänge wieder aufgeholt, speziell an den US-Börsen. Auch in anderen Regionen, zum Beispiel in den Schwellenländern, erholten sich die Kurse bereits im zweistelligen Prozentbereich. Der DAX hinkt noch immer hinterher.
Nachfolgend die Wertentwicklung einiger Indizes vom 01. Januar bis 26. Februar 2019:

 

 

Die Entspannung der Märkte in den ersten Wochen des neuen Jahres ist eine Reaktion auf die vorherige Anspannung, auf ein übertrieben negatives Szenario. Denn grundsätzlich wächst die Wirtschaft weiterhin. Die Prognosen des IWF zum Wirtschaftswachstum für 2019 (Welt 3,2%, Europa 1,6%, Asien 6,4%) wurden zwar etwas nach unten korrigiert, doch eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik ist noch keine Rezession (wie befürchtet). Zudem geht es den meisten Unternehmen gut, die jüngsten Quartalsberichte stimmten Investoren größtenteils zufrieden.

  • Anders gesagt: Die Kapitalmärkte haben eine Wirtschaftsschwäche vorweggenommen, die so nicht da ist und auch nicht kommen muss. Bleiben die Unternehmensergebnisse nur stabil, wäre die Börsenbewertung eher als günstig zu erachten. Kein Grund zur Euphorie, aber ein erheblicher Unterschied zum Ausblick 2018!

Vorausblickend auf den weiteren Jahresverlauf bleiben die politischen Themen der Unsicherheitsfaktor. Die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit USA vs. China steigt, da es sich aus ökonomischer Sicht keine der Seiten leisten kann längerfristig als Verlierer da zu stehen. Zudem will/muss Mr. Trump Gründe für eine mögliche Wiederwahl präsentieren. Die US-Notenbank hat direkt zum Jahresbeginn mehr Vorsicht in der Zinspolitik und mehr Rücksicht auf die Wirtschaftsdaten bei künftigen Zinsentscheidungen eingeräumt. Dieser Punkt gilt als ein Auslöser der jüngsten Markterholung. Und, die Aussicht auf eine BREXIT-Einigung wird grundsätzlich etwas positiver eingeschätzt, trotzdem das Ende völlig offen bleibt. Allgemein tendieren die Markterwartungen also zunächst in Richtung Entspannung.

Gute Fonds schlagen den Index … dauerhaft!

Die Marktphase in Q4 2018 liefert eine lehrreiche Botschaft für Anleger:
Wer sich womöglich Ende 2018 aus emotionalen Gründen zum Verkauf seiner Anlagen verleiten lies, musste anschließend steigenden Kursen hinterherschauen. Besser war es, geduldig zu bleiben und nichts zu tun. Das gilt nicht nur für diese Marktphase.

  • Beim Investieren gilt stets: Sein langfristiges Anlageziel im Auge behalten und sich nicht durch aufkommende Emotionen oder kurzfristige Marktbewegungen verunsichern lassen.

Das vorbeschriebene, allgemeine Marktumfeld stellte für alle Fondsmanager eine Herausforderung dar. In den letzten Jahrzehnten war es zum Beispiel für Mischfonds möglich, bei schwachen Aktienmärkten auf die Zinsseite zu wechseln und damit Erträge zu erzielen. Dieser Rückhalt existiert nun nicht mehr. Jedes Prozent Ertrag oberhalb der Marktmöglichkeiten, muss hart erarbeitet werden. Gerade in schwierigen Marktphasen treten die Fähigkeiten der Manager ungeschminkt zu Tage und helfen uns in der Unterscheidung der Fondsquälitäten.

 

 

Die Grafik zeigt die jeweils kumulierten Wertentwicklungen der letzten 5 Jahre, zum Stichtag 31.12.2018.
Wir haben die Ergebnisse von verschiedenen Aktien- und Mischfonds mit dem Index bzw. der Vergleichsgruppe gegenübergestellt.

Beispiel „Aktienfonds Weltweit“

Der graue Balken in der Mitte zeigt die Wertentwicklung des Index, in diesem Fall handelt es sich um den MSCI Welt (50%). Der grüne Balken darüber präsentiert das Ergebnis eines Top Fonds (65%), der nach unseren Kriterien selektiert wurde und sich tatsächlich in Kundenportfolios befindet. Der rote Balken darunter visualisiert die Entwicklung eines schwachen Fonds (13%) der Kategorie, in diesem Fall ist es ein bekannter Aktienfonds-Klassiker.

  • Je nachdem wo ein Anleger investiert war, zeigt sich in allen Kategorien ein erheblicher Unterschied im Anlageergebnis. Mit einem schwachen Fonds kann man deutlich hinter dem Index zurückbleiben. Ein Top Fonds kann wesentlich bessere Wertsteigerungen gegenüber dem Index erzielen..
  • In den verschiedenen Regionen/Kategorien liegt das Spektrum der Möglichkeiten zudem weit auseinander. Zum Beispiel gelingt es auch schwachen europäischen Fonds den Index (EuroStoxx50) hinter sich zu lassen, während ein europäischer Top-Aktienfonds den Index regelrecht pulverisieren konnte..
  • Unter den Mischfonds sind ähnliche Ergebnisse im ausgewogenen, wie im dynamischen Chance-Risiko-Verhältnis zu finden. Hier zeigt sich, dass es auch für Profis schwierig ist Markt-Timing erfolgreich zu betreiben.
    Schließlich versuchen Manager in beiden Mischfonds-Kategorien, Risiken bei fallenden Kursen zu begrenzen und Chancen bei steigenden Märkten zu nutzen. Hier zeigt sich, dass es nicht so sehr auf die Art des Fonds, sondern vielmehr auf die Fähigkeiten des konkreten Managements ankommt.

In allen Kategorien besteht das Spitzenfeld der Top Fonds aus einem kleinen, erlesenen Kreis hervorragender Fondsmanager. Nicht Jeder ist jedes Jahr ganz vorn dabei, jedoch gelingt es Ihnen im Zeitverlauf einen systematischen Vorsprung gegenüber dem Index herauszuarbeiten. Die dargestellten Verhältnismäßigkeiten verbildlichen unseren Leitspruch, wie auch unseren Anspruch:

85% der offenen Investmentfonds sind nicht in der Lage, dauerhaft besser abzuschneiden als ihr Vergleichsindex. Kein Grund die erfolgreichen 15% zu ignorieren. Wir verstehen uns als Schnittstelle zwischen dem anspruchsvollen Kapitalanleger und den hervorragenden Vermögensverwaltern unserer Zeit.

Ich wünsche gute Anlageentscheidungen
André Klatt

 

Der Fondskongress ist die wichtigste alljährliche Messe für die Kapitalanlagebranche in Deutschland. An zwei Tagen präsentieren 220 Aussteller von Kapitalanlagegesellschaften aus aller Welt, Banken und Versicherungen ihre Produkte. Parallel finden im halbstündigen Rhythmus über 200 Fachvorträge statt. In 12 Sälen stellen Fondsmanager und Fachexperten ihre Produkte vor, werten Ergebnisse aus, erläutern Marktentwicklungen und beleuchten aktuelle und kommende Trends. Die Themenvielfalt ist enorm breit gefächert und beinahe jede globale Entwicklung ist auch Diskussionsthema der Finanzwelt. Dazu kommen alljährlich bis zu 10.000 Besucher, überwiegend Finanzberater, ins Kongresscenter Rosengarten nach Mannheim.
https://www.fondsprofessionell.de/kongress/2019/

 

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Besondere Aufmerksamkeit galt in diesem Jahr dem Thema nachhaltiges Investieren. Dabei versteht man neben der klassischen Attraktivität einer Anlage, die Berücksichtigung von Umweltthemen, Sozialverträglichkeit und humanitär verantwortungsvoller Führung von Unternehmen.
Die Kapitalverwalter nehmen eine besondere Rolle ein, denn sie müssen genau prüfen wie ein Unternehmen mit den ESG Kriterien umgeht, bevor die Entscheidung über eine Investition fällt. Damit übernimmt der Fondsverwalter die Verantwortung über die Anlagegelder, stellvertretend für die Fondsanleger und muss entscheiden welche Geschäftspraktiken nicht akzeptabel sind. In der Folge wird das Fondskapital nur in Unternehmen investiert, welche die Kriterien erfüllen oder bereit sind ihre Geschäftsprozesse zu optimieren.
Auf diese Weise kann der Anleger mitentscheiden, in welche Unternehmen sein Geld fließt, indem er sich passende Fonds auswählt. Eine gute Entwicklung für Anleger die Welt mit zu gestalten.

 

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Nach der schlechten Marktstimmung zum Ende 2018, war die Stimmung nun recht positiv, denn im Januar setzte eine deutliche Erholung der Börsen ein. Besonders bei einigen Mischfondsmanagern wurde in 2018 auf Kapitalschutz gesetzt und der Aktienanteil war reduziert. Bei diesen Fondsmanagern wurden die schwachen Aktienkurse um den Jahreswechsel zum Einstieg genutzt und so können sich die Ergebnisse im noch jungen 2019 sehen lassen. Fazit: Die Verluste in der Abwärtsphase wurden begrenzt und von der jüngsten Markterholung wurde profitiert, aktives Fondsmanagement wie es sein soll.

Eine ziemliche Ratlosigkeit herrschte bei Produktanbietern zu klassischen Geldanlagen die abhängig vom Zins sind. Der Leitzins in Europa steht bei 0,0% und die Aussichten auf höhere Zinsen bleiben auf absehbare Zeit düster, so die vorherrschende Meinung. So wie in der Branche mittlerweile klar ist das mit Zinsanlagen nichts zu holen ist, muss auch der Anleger akzeptieren, dass eine Zeitenwende im Gange ist. Klassische Bankanlagen, sowie Bausparverträge und klassische Lebensversicherungen sind chancenlose Vehikel, die weder zum Kapitalerhalt noch zur Kapitalvermehrung taugen. Die altgewohnten Antworten aus den letzten Jahrzehnten sind für die Zukunft unbrauchbar. Womit wir wieder zu den Produkten kommen, die Chancen bieten.

 

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Allgemein herrscht bei den Fondsgesellschaften eine gewisse Zuversicht auf Lösungen bei den derzeit überragenden Themen Handelsstreit USA vs. China und BREXIT. Viele warten darauf, wieder in die Märkte zurück zu kehren und zu investieren sobald Lösungen absehbar sind, sodass viel Liquidität bereitsteht.

Einer der interessantesten Vorträge ist jedes Jahr der Marktausblick von Fondsmanager-Urgestein Dr. Jens Ehrhardt. Seit über 40 Jahren richtet er sein Leben nach dem Börsengeschehen und zählt zu Deutschlands größten und erfolgreichsten Vermögensverwaltern. Er präsentierte seine Sichtweise auf Kapitalströme und Markttrends, sowie sich daraus ergebende Chancen und Risiken. Für 2019 hält er z.B. Gold für eine interessante Beimischung, weil kaum jemand investiert ist, eine antizyklische Idee.

 

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Zukunftshemen wie globales Bevölkerungswachstum, älter werdende Gesellschaften und technologischer Fortschritt zählen ebenso zu den Herausforderungen unserer Zeit, wie die Notwendigkeit die natürlichen Ressourcen effizienter zu nutzen und die Umwelt besser zu schützen. Immer mehr Fondsmanager berücksichtigen diese Themen in ihren Produkten, denn mit Lösungsansätzen zu den „Themen die die Welt bewegen“, können Unternehmen ihren Wert steigern und damit zur Wertsteigerung für Anleger beitragen. Kurzfristige Marktschwankungen ändern nichts an diesen Grundlagen.

Für mich einmal mehr eine spannende und inspirierende Veranstaltung, mit nützlichen Informationen zu bestehenden Fonds, neuen interessanten Produktideen und vielen tollen Gesprächen.

im letzten Börsenkommentar hatten wir den üblichen, jährlichen Börsenverlauf thematisiert. Doch in diesem Jahr bot die allgemeine saisonale Marktentwicklung keine Orientierung. Wir haben in 2018 erleben müssen, dass Politik nicht Probleme löst, sondern Probleme schafft. Die Sorgen über die Folgen daraus beeinträchtigen jüngst die globale Wirtschaftsaktivität und so trübte sich die Stimmung an den Börsen deutlich ein. Denn Börse versucht die Zukunft zu antizipieren.

Die Problemherde sind nicht neu, die Sorgenfalten über die Entwicklungen beim BREXIT, im Handelsstreit Trump vs. China und die Zinsanhebungen in den USA, sind tiefer geworden. Doch möchten wir heute keinen Rückblick auf die großen Themen werfen, auf die „Bretter die die Börsenwelt bedeuten“. Der Rückblick 2018 folgt im Januar.

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Wir möchten uns bei allen Kunden, Freunden
und Lesern unserer Börsenkommentare bedanken!

Für uns war 2018 ein Jubiläumsjahr!

Gegründet in 2003, stehen wir seit 15 Jahren für
„Anlagelösungen mit Investmentfonds“.

Vielen Dank für wunderbare Gespräche, für Komplimente, für das Vertrauen
in unsere Arbeit und für den Zuspruch immer am Ball zu bleiben, DANKE!
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Unsere Arbeit, was ist das eigentlich?

Wir sind jederzeit darum bemüht, zur Zufriedenheit der Anleger zu arbeiten. Doch dieser „Job“ ist für mich persönlich weit mehr als ein Job. Die Börse hat mich vor rund 22 Jahren begeistert, man könnte sagen „infiziert“, und ist wie ein großes Energiefeld mit unglaublicher Anziehungskraft. Ein Kraftfeld indem ich nicht nur meine Arbeitszeit, sondern auch den Großteil der Freizeit verbringe.

  • Vieles hat sich mit den Jahren verändert und vor allem weiterentwickelt. Doch all die Weiterentwicklungen waren und sind nur möglich mit Anlegern und für Anleger, für die unsere Recherchen, unsere Arbeit, letztlich den Kapitalaufbau und den Kapitalschutz bedeuten. Dies ist uns völlig bewusst.

Neben den Gesprächen mit unseren Anlagekunden, besteht der sichtbare Teil unserer Tätigkeit aus Berichten und Kommentaren, welche zur Verfügung gestellt werden. Doch die zu Grunde liegende Basisarbeit ist letztlich weniger sichtbar. So ist es nunmal bei einer Dienstleistung mit Produkten, die nicht dinglich greifbar sind. Ein Brötchen oder ein Bier schmecken oder schmecken nicht, ein Auto sieht schön aus, fährt komfortabel oder ist zweckmäßig. Je nach der persönlichen Meinung, kann man sich recht leicht für oder gegen etwas entscheiden.
Doch für Anlageprodukte ist dies nur bedingt zutreffend. Denn, sie sind stets im Wandel, den Geschehnissen auf der Welt ausgesetzt, den Fähigkeiten der Manager und letztlich denen des Beraters unterlegen.

  • Der grundlegende Teil unserer Dienstleistung ist ein zeitintensives und für den Anleger weitestgehend unsichtbares Tätigkeitsfeld, welches die Grundlage der Kenntnisse, der Ideen und der Antworten für unsere Anleger bildet. Deshalb möchte ich die Gelegenheit des Jubiläums Nutzen und einen kurzen Einblick in die hintergründige Welt unserer Anlageberatung kommunizieren.

Die Basisarbeit besteht im täglichen lesen von Berichten aus aller Welt, zu vielen verschiedenen Themen. Häufig spielen Trends eine Rolle, wie Bevölkerungen wachsen, welche Ressourcen benötigt werden oder wie technologische Fortschritte unseren Alltag verändern. Dazu gehört es Interviews mit Experten zu verfolgen, mal die Finanzmärkte ganz allgemein, mal bestimmte Regionen und mal politische Themen betreffend. Telefonkonferenzen mit Kapitalanlagegesellschaften, ob zu Fondsprodukten, zu bestimmten Ereignissen die die (Börsen-) Welt bewegen oder zu vorherrschenden Marktstimmungen, stehen mehrfach in der Woche auf dem Plan. Schließlich geht es darum aus verschiedenen Ansichten eine eigene Meinung zu formen und zu prüfen.

Darauf aufbauend bieten Fachveranstaltungen und Kongresse regelmäßig eine nützliche Plattform, um sich mit Kollegen auszutauschen und Stimmungen in der Branche aufzuschnappen. Die Veranstaltungen bieten zudem Gelegenheiten, direkte Gespräche mit Fondsverwaltern und Fondsmanagern zu führen.

  • Gerade in 2018 konnte ich auf diese Weise einigen Kapitalmarktexperten begegnen, die man aus Funk und Fernsehen als Gesichter der Börse kennt. Darunter finden sich Fondsmanager wie Dr. Hendrik Leber (Acatis), Dr. Jan Ehrhardt (DJE Kapital AG) oder Frank Fischer (Frankfurter Aktienfonds f. Stiftungen). Bei Allen ist die Begeisterung für Börse zu spüren, für große, weltbewegende Ideen und für die Möglichkeiten, die sich für Investoren daraus ergeben. So kamen inspirierende Gespräche zu Stande, die meine Sichtweisen bereicherten. Die Gedanken der Produktlenker zu kennen, bedeutet letztlich die Produkte besser einschätzen zu können und die Erwartungen im Investorensinne realistisch zu betrachten. All dies versuche ich stets vorausschauend zu fokussieren.

Und so schließt sich der Beratungskreislauf, vom Anleger der sein Geld investieren möchte, über die gründliche Recherche in der Produktvielfalt, bis hin zu „Anlagelösungen mit Investmentfonds“.

  • Sie kennen unseren Standpunkt: Jede Frage die Sie für wichtig halten ist berechtigt und wird geduldig beantwortet. So war es und so bleibt es auch.

Ich wünsche Allen eine ruhige Weihnachtszeit und einen stimmungsvollen Rutsch ins Neue Jahr.
Auf ein Neues in 2019, André Klatt

  • Die Welt ist uns wichtig. Deshalb spenden wir seit nunmehr 10 Jahren an den WWF, zum Schutz der wilden Tiere. So spendeten wir in diesem Jahr für den Schutz der Elefanten in Afrika.

Der Herbst sorgt für längere Schatten, nicht nur in der Natur. Die sorgenfreie Börsenstimmung des Jahres 2017, welche in diesem Jahr in einigen Branchen noch weiterlebte, wird nun ebenfalls überschattet. Bewegten sich die Aktienmärkte bis zum Stichtag 30. September noch recht gemächlich in einer Bandbreite der Konsolidierung, wurde der Oktober plötzlich turbulent. Wir möchten einige Einflussfaktoren beleuchten und zeigen, dass gerade der Oktober für solche Bewegungen durchaus bekannt ist.

Was die Märkte beunruhigt

Die Aktienmarktbewegungen der letzten Tage fühlen sich wie ein vorbeiziehender Sturm an, der zwar erklärbar ist, aber doch sehr plötzlich und mit hoher Intensität daherkommt. Dabei ist weniger verwunderlich, dass ausgerechnet der Technologiesektor die Liste der Verlierer anführt. Nicht nur wir hatten in den letzten Quartalen häufiger auf teure Technologieaktien hingewiesen, deren Kurse deutlich schneller gestiegen waren, als die wirtschaftlichen Erfolge der Unternehmen.
In den letzten Tagen werden die Quartalsergebnisse dieser Titel besonders kritisch beobachtet. Nicht unbedingt die Ergebnisse selbst sind den Investoren ein Dorn im Auge, die Berichtssaison läuft überwiegend im Rahmen der Erwartungen. Vielmehr werden Aktien abgestraft, die einen verhaltenen Geschäftsausblick andeuten. Man könnte sagen, die Phantasie entweicht, die Übertreibung wird abgebaut.

Grundsätzlich ist der weltweite Aufschwung intakt und wird seitens des IWF (Internationaler Währungsfonds) bestätigt. Nun hat die Meldung, dass es in diesem Jahr statt 3,9% nur noch zu 3,7% Weltwirtschaftswachstum reicht, und die Begründung des IWF, den einen oder anderen Börsianer überrascht.

Steigende Schulden, Handelsstreitigkeiten, der ungeordnete Brexit oder die fehlende Haushaltsdisziplin in Italien, sind schon seit Monaten präsente Themen, die nicht spurlos an den Börsen vorübergingen. Zudem könnten die Zinserhöhungen in den USA den ein oder anderen Aktionär dazu verleiten, einen Teil des Kapitals wieder verzinslich anzulegen (übrigens herrscht in Europa bei einem Leitzins von 0,0% genau die gegenteilige Situation).
Obwohl all diese Faktoren nicht neu sind, führen sie gerade jetzt zur Unruhe.

Sollten sich jedoch Lösungen abzeichnen, gerade in Punkto Handelsstreit USA vs. China, werden Investoren vermutlich wieder rationaler entscheiden und die Wahrscheinlichkeit von steigenden Wertpapierkursen würde deutlich zunehmen.

Als Investor stellt sich die Frage, wie lange die Korrektur anhalten wird, ob der Tiefpunkt bereits erreicht ist?
Wie immer erscheint es ratsam, einen Schritt zurückzutreten und sich nicht von kurzfristigen Stimmungsphasen leiten zu lassen. Es ist ein gutes Zeichen, dass der Aktienmarktaufschwung der letzten Jahre keine große Euphorie losgetreten hat. Die Unternehmensbewertungen sind weltweit nicht wirklich hoch (außer bei einigen Technologieaktien). In einigen Schwellenländern und in Deutschland mittlerweile eigentlich sogar eher niedrig.

Der Blick auf die durchschnittliche saisonale Marktentwicklung

Wer sich regelmäßig mit den Kapitalmärkten beschäftigt weiß natürlich, dass wir uns in den saisonal schwächsten Börsenmonaten befinden. Aus historischer Sicht muss alljährlich im September und Oktober mit erhöhten Kursschwankungen gerechnet werden, wie der Chart mit dem Jahresverlauf verdeutlicht. Vor allem kurzfristig agierende Marktteilnehmer sind in dieser Zeit entsprechend grundnervös.

Die saisonale Betrachtung zeigt auch, dass sich ab November allmählich die hoffungsvolle Stimmung auf ein gutes Weihnachtsgeschäft in die Köpfen der Investoren durchsetzt. Vielen Unternehmen bringt die „Zeit des Schenkens“ gute Geschäfte ein. Dies rechtfertigt den saisonalen Optimismus der Investoren, der zumeist bis in den Januar hinein anhält.

Die nachfolgende grafische Auswertung zeigt den durchschnittlichen Jahresverlauf des EUROSTOXX50, über die letzten 30 Jahre:


Quelle: http://www.seasonalcharts.com/indices_laender_eurostoxx.html

Ein zusätzlicher Faktor, der die Marktschwankungen verstärkt

Es gibt auch Gründe, die nichts mit den Bewertungen von Aktien zu tun haben und dennoch die Intensität der Marktschwankungen verstärken. In den letzten Jahren drängen besonders angelsächsische Produktanbieter mit so genannten ETF in den Markt. Mittlerweile haben die Investitionsquoten in ETF, besonders seitens der institutionellen Investoren, recht große Anlagevolumen erreicht.

  • ETF sind passive Investments die sich nur „blind“ an einem Index beteiligen. Diese Produkte führen keine Selektion nach der Qualität oder Attraktivität von Aktien durch, im Gegensatz zum menschlichen Fondsmanager. Mit diesen Produkten wird einfach der breite Markt gekauft, wobei gute wie schlechte Aktien enthalten sind. Entsprechend dem zu Grunde liegenden Index, bilden Sie beispielsweise den DAX, den EUROSTOXX50 oder den NASDAQ nach.

Daraus resultieren neue Risiken für die Märkte, denn innerhalb solcher Produkte wird keinerlei Risikomanagement betrieben. Sie unterliegen der vollen Marktschwankung. Folglich wird im Umgang mit ETF ein anderes Vorgehen erforderlich. Deshalb werden ETF häufig mit bestimmten Verlustbegrenzungsmarken versehen. Das heißt, bei fallenden Märkten sollen beim Erreichen bestimmter Kursmarken Computerprogramme einen Verkauf auslösen. Solche automatisierten Verkäufe mit großen Volumen können übermäßigen Verkaufsdruck auf die Märkte ausüben und eine Art Dominoeffekt auslösen (die Kurse fallen, weil die Kurse durch gestaffelte Verkaufsaufträge fallen …). Oder anders gesagt, Computerprogramme führen zu einem zusätzlichen, künstlichen Herdentrieb.

Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass durch den Einsatz von ETF`s normale Marktschwankungen künstlich verstärkt werden, bei fallenden, aber auch bei steigenden Kursen. Einige Marktbeobachter sehen darin einen möglichen Auslöser, warum die großen Technologieaktien (FAANG) so lange und so stark gestiegen sind.

Fazit:

Kurse steigen, Kurse fallen – schwankende Börsen sind perse kein Grund zur Sorge, sondern repräsentieren ein normales Kapitalmarktgeschehen. Wenn die Schwankungen im Anlageportfolio dadurch größer als erträglich ausfallen, müsste wahrscheinlich die grundlegende Portfoliozusammensetzung überdacht werden.

Dennoch gibt es einige Quellen der Unsicherheit, die gerade jetzt verstärkt auf das Verhalten der Kapitalmärkte Einfluss nehmen. Besonders Handelsbarrieren, welche der amerikanische Präsident durch verbale Drohungen und Zölle in die Welt trägt, könnten eine tatsächliche Abschwächung des Welthandels auslösen, sofern die Auseinandersetzungen länger anhalten. Diese Sorgen belasten die Börsen und setzen, in der antizipierten Reaktion darauf, die Kurse erst einmal unter Druck.

Eigentlich ist Mr. Trump aber an einer funktionierenden Wirtschaft interessiert und nicht zuletzt verhalf ihm dieses Versprechen in sein Amt, sodass die weitere Entwicklung spannend bleibt. Die Marktstimmung kann sich schnell wieder aufhellen, wenn dieser Problempunkt lösbar erscheint.

In schwankungsintensiven Marktphasen sind Anleger gut beraten keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist es, seine Anlageziele und Anlagehorizonte im Auge zu behalten und keineswegs langfristige Ziele für kurzfristige, meist emotionale Beweggründe in Frage zu stellen.

  • Ein nützliches Instrument um von Marktschwankungen zu profitieren sind Fondssparpläne. Mit Sparplänen wird monatlich ein fester Betrag investiert, bei fallenden Kursen werden mehr Anteile für den Geldbetrag gekauft, ganz ohne eigenen Zeitaufwand.
    https://www.depotzuwachs.de/produkte/fonds-sparplane/

Frei nach dem Motto: „Im günstigen Einkauf liegt der Gewinn“. Und auch für aktive Fondsmanager entstehen erst durch tiefere Kurse neue Chancen zum günstigen Einstieg.

Für viele deutsche Anleger steht bei Anlageentscheidungen die Betrachtung des heimischen Aktienmarktes im Vordergrund. Die hiesige mediale Aufmerksamkeit von TV und Presse begleitet diese Sichtweise und fokussiert ebenfalls stark auf den deutschen Leitindex DAX. Dieses Phänomen nennt man Home Bias – die übergewichtete Betrachtung der naheliegenden Geschehnisse.

Natürlich lassen sich die heimischen Börsenkurse und Unternehmensmeldungen am ehesten verstehen und nachvollziehen. Jedoch lauert für den Anleger die Gefahr der Vernachlässigung anderer Regionen und Anlagethemen, welche sich außerhalb des Sichtfeldes entwickeln.

Am Beispiel der Automobilbranche möchten wir näher darauf eingehen,
warum es für Anleger von Vorteil ist global zu denken und Anlagestrategien
über Ländergrenzen hinaus zu strukturieren.

Deutschland ist die Heimat vieler innovativer und global erfolgreicher Unternehmen, die Automobilbranche zählt zweifelsfrei dazu. Daimler, BMW und VW besitzen hervorragende Marktpositionen, große Bekanntheit und starke Marktanteile in vielen Ländern der Welt. Alle drei Unternehmen sind im DAX enthalten und machen zusammen
ca. 13% Anteil am Index aus, zählen damit zu den größten und repräsentativsten deutschen Unternehmen.

In den letzten Jahren entwickelt sich ein weltweiter Trend zum Elektroauto. Leider verhält es sich dabei so, dass die Entwicklung in Deutschland in sehr zögerlichem Tempo und eher mit Skepsis wahrgenommen wird. Während in Norwegen bald jedes zweite neue Auto ein E-Auto ist, haben in Deutschland gerade einmal 2% aller Neuzulassungen einen Elektroantrieb. Im Jahre 2017 wurden in Deutschland 3,45 Millionen KFZ neu zugelassen, 25.000 davon waren Elektroautos.

Betrachtet man die klassischen Unternehmenskennzahlen, fallen Daimler und BMW mit guten Verkaufszahlen, ordentlichen Erträgen und einer soliden Bilanz auf. Allerdings sind die Anlageergebnisse für die Aktionäre der deutschen Autobauer, seit Jahren eher ernüchternd. In beiden Konzernen sind noch einige deutsche und europäisch anlegende Fonds investiert. Globale Aktienfonds besitzen hingegen kaum mehr Anteile an deutschen Autokonzernen.

Elektromobilität – USA und China eilen voraus

Mit hohen Werbebudgets werben Autohersteller weltweit um die Gunst der Kunden, nur ein Hersteller kommt beinahe ohne Werbung aus, weil sich die Autos von selbst verkaufen. Die Rede ist von der wohl bekanntesten Marke für E-Autos, Tesla. Es gibt lange Wartezeiten, weil die Nachfrage weit höher ausfällt als die Kapazitäten in der Produktion dies zulassen. Obwohl Tesla durch hohe Entwicklungskosten und Investitionen einen enormen Schuldenberg angehäuft hat und jedes Quartal weitere Verluste hinzukommen, steigt deren Börsenbewertung. Die Investoren stehen Schlange bei Tesla, erst Anfang August ist Saudi-Arabien mit 5% Firmenanteil eingestiegen.

Während wir in Deutschland über E-Autos nachdenken und die Aussichten immer noch als eingeschränkt betrachten, gibt es in China bereits ganze Städte in denen Elektroautos einen 80%-igen Anteil im Straßenverkehr ausmachen. Sicherlich ist die dortige Entwicklung stark von staatlicher Seite gewollt, subventioniert und gelenkt. Dazu haben chinesische Firmen bereits vor Jahren damit begonnen, Ingenieure und Entwickler aus aller Welt zu akquirieren, auch zu Lasten deutscher Firmen, wie eben Daimler und BMW.

Eine Vielzahl chinesischer Automobilhersteller unternehmen derzeit große Anstrengungen. Sie entwickeln mit tausenden Ingenieuren in rasantem Tempo an der neuen E-Mobilität und besitzen teils beachtliche Marktanteile, noch überwiegend im eigenen Land.

 

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Der weltweit größte Hersteller für Elektroautos ist ein chinesisches Unternehmen namens BYD (Build your Dreams). Gebaut werden nicht nur Autos, BYD ist schon heute Weltmarktführer bei Elektrobussen. Deutsche Unternehmen haben derzeit keine Elektrobusse im Angebot. Die Modelle von BYD fahren in Shanghai, durch London oder auf dem Flughafen von Amsterdam. Um der Nachfrage gerecht zu werden produziert die Firma bereits in Europa (Ungarn) und will ein weiteres Werk in Marokko errichten.

Das ein Markteintritt auch anders funktioniert, wird bei einem weiteren chinesischen Autokonzern sichtbar.
Bereits im Jahre 2010 kaufte Geely den schwedischen Volvo-Konzern, als dieser vor der Pleite stand und positionierte sich damit im europäischen Markt. Im letzten Jahr gab man bekannt, dass Volvo künftig auf E-Autos ausgerichtet werden soll.
Zuletzt machte Geely mit einer strategischen Beteiligung an Daimler auf sich aufmerksam. Hier findet die Partizipation an der langjährigen Kompetenz der Autobauer nicht nur durch die Hintertür statt. Geely kauft sich ein und integriert dieses Wissen in die neuen, eigenen Pläne.

China schaltet den Turbo ein

Kürzlich traf ich auf einer Investmenttagung zum Thema Demografie und Innovation, den China-Forscher Wolfgang Hirn. Er beobachtet seit Jahren die Personen die hinter Chinas Supermacht stecken und untersucht die Hintergründe und Motivation von aufstrebenden chinesischen Firmen.

In seinem aktuellen Buch „Chinas Bosse“, berichtet er auch über die Fortschritte in der Automobilbranche und sagt dazu: „Das Ziel der politischen Kraftanstrengungen Chinas pro „Future Mobility“ lässt sich klar definieren. Es herrscht Pioniergeist in China, sowohl bei Politikern, als auch in den Unternehmen. Zum einen möchte man die massiven Umweltprobleme in den Städten in den Griff bekommen, bei denen die Abgase der Fahrzeuge eine große Rolle spielen. Darüber hinaus will man die etablierten Automächte (Europa, USA, Japan, Korea) ablösen und überholen. Es sind neue Marken, neue Fabriken und immer neue Modelle die die Marktreife erreichen und Schritt für Schritt das Land und die Welt erobern wollen.“

Fazit

Technologische Veränderungen drücken sich auch in den Börsenkursen der Unternehmen aus. Börse bewertet Zukunft. Dies bedeutet nichts anderes, als dass sich weitsichtige Investoren eher an Unternehmen beteiligen möchten, welche die besseren Marktpositionen für die Zukunft versprechen.

Die Automobilbranche stellt dabei nur ein Beispiel dafür dar, dass Innovation und Effizienzsteigerung zum Treibstoff der globalen Entwicklung geworden sind. Die Auswertung von Daten war noch nie so effizient wie heute. Für Computersysteme gibt es keine Ländergrenzen. Wachstum findet dort statt, wo geforscht und investiert wird. Die Vermarktung der Produkte hat fast immer den globalen Erfolg im Visier.

  • „Nicht die großen Unternehmen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen verdrängen die Langsamen“.

Ein Spruch der für die Börse schon immer als Leitsatz diente. Wer erinnert sich nicht an Nokia als Weltmarktführer bei Handys, die dann von Apple durch eine innovative, neue Generation Smart-Phone, einfach überholt wurden und schließlich in der Bedeutungslosigkeit verschwanden.

Als Anleger muss der Blick auf die Welt gerichtet sein, die sich immer mehr vernetzt. Informationsaustausch ist der Schlüssel für neue Erkenntnisse und schließlich entstehen neue Lösungen für alte Bedürfnisse und jeder kann daran teilhaben. Wenn Entwicklungen anderswo schneller stattfinden, werden neue Marktführer in anderen Ländern beheimatet sein. Deshalb reicht es nicht den heimischen Aktienmarkt im Blick zu haben.

Unsere Stärke liegt in der Analyse von Investmentfonds. Damit können sich unsere Anleger an Trends beteiligen, indem auch Fondsmanager eingebunden werden die sich die Frage stellen: Wo steht die Welt in 10 Jahren?
Sie richten ihre Selektion von Unternehmensbeteiligungen darauf aus, wo Zukunftsmusik spielt.

Ich wünsche gute Anlageentscheidungen.

André Klatt

Grünes Geld, Okö-Investments oder ethisches Investieren hieß es früher und wurde nicht selten mit einem Lächeln abgetan. „Ökolatschenträger“, „Müslifreunde“ und Atomkraftgegner brachten und bringen seit Jahrzehnten zwar ihre Naturverbundenheit und den Ruf nach Beachtung der Menschenrechte für alle sichtbar zum Ausdruck, galten jedoch eher als Gegner des wirtschaftlichen Erfolges.
Nur wenige Vordenker engagierten sich bereits vor 40 Jahren für den Gedanken des verantwortungsvollen Investierens und kreierten die ersten Anlageprodukte. Heute kann man sagen, sie legten den Grundstein für die Geldanlage mit gutem Gewissen.

Lange Zeit galten grüne Investments als eine Nische. Die Wertentwicklung derartiger Anlagen blieb nicht selten hinter klassischen Investmentansätzen zurück (zumindest im Fondsformat), woraufhin Investoren dieser themenorientierten Betrachtung wenig Bedeutung einräumten.

Dies änderte sich spätestens im Jahre 2006. In der Weiterentwicklung eines Gedankenansatzes des früheren UN-Generalsekretärs und Friedensnobelpreisträgers Kofi Annan, gründeten die Vereinten Nationen (UN) eine Unterorganisation, die UN-PRI (Principles for Responsible Investments). Kerngedanke der UN-PRI, war der aktive Aufruf an Kapitalverwalter, zu denen Vermögensinhaber und Vermögensverwalter aller Art zählen, bei ihren Investitionen mit gutem Beispiel voran zu gehen. Das heißt konkret, auf soziale Verhaltensrichtlinien, Umweltaspekte und verantwortungsvolle Unternehmensführung bei Investmententscheidungen zu achten.

Worum geht es bei ESG?

Die ESG-Kriterien ergänzen die klassischen Betrachtungsweisen von Investoren. Jeder Investor der eine Unternehmensbeteiligung eingehen möchte, analysiert zunächst die betriebswirtschaftliche Lage, die Marktposition gegenüber ähnlichen Unternehmen und andere Faktoren.

Bei der ESG-Bewertung handelt es sich um einen zusätzlichen Filter, der sich aus den Bereichen Umwelteinfluss (E), Sozialverhalten (S) und verantwortungsvoller Unternehmensführung (G) zusammensetzt.

Dieser zusätzliche Filteransatz fügt zudem eine grundsätzliche Beachtung der Geschäftsfelder, in welchen ein Unternehmen aktiv ist, hinzu. Bestimmte Branchen gelten generell als unethisch und scheiden nach ESG-Kriterien als potentielles Investment aus. Andere Branchen tragen direkt zum Schutz der Umwelt bei und gelten als nachhaltig. Es wird in so genannte Negativ- und Positiv – Kriterien unterschieden, die beispielsweise folgende Punkte beinhalten:
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ESG-Kriterien-Beispiele.

Investitionsbeispiel Wasser

Nicht nur die weltweite Klimaveränderung führt dazu das die natürlichen Wasserressourcen knapper werden. Wasser benötigen wir praktisch für Alles was wir anpflanzen und produzieren, für Nahrungsmittel, Getränke und für die tägliche Hygiene. Die weiter zunehmende Weltbevölkerung und die fortschreitende Technologisierung steigern den Verbrauch stetig. Laut einer Studie der Vereinten Nationen wird sich der Bedarf an Trinkwasser in den nächsten 30 Jahren verdoppeln. Die Ressourcen sind hingegen begrenzt.

Bei näherer Betrachtung untergliedert sich das Thema Wasser in viele Geschäftsbereiche, in denen Unternehmen Lösungen anbieten können. Dazu zählen beispielsweise die Klärung von Abwässern, die Aufbereitung von Trinkwasser, Entsalzungsanlagen oder effiziente Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft. Schließlich zählen auch Hersteller von wassersparenden Armaturen für den privaten Haushalt dazu.

Das Wachstum der Wasserbranche wird für die nächsten 10 Jahre bei ca. 5-6% pro Jahr prognostiziert. Durch steigenden Bedarf handelt es sich demnach, im Unterschied zu vielen anderen Branchen, um eine klassische Wachstumsbranche, die keineswegs nur ein Modethema oder einen kurzfristigen Trend darstellt.

Die Anlagewelt verändert sich … in Richtung Nachhaltigkeit

Das aus Gedanken des Umweltschutzes und ethischen Grundsätzen einmal eine tiefgreidende Änderung der Anlagewelt entstehen würde, haben selbst vor 20 Jahren nur eingefleischte Insider gedacht.

In den letzten Jahren steigt die Nachfrage nach Fonds mit ökologischen Grundsätzen und der Einfluss der ESG-Kriterien hält Einzug in die gesamten Investmentprozesse der Vermögensverwalter, weltweit.

Derzeit befindet sich die europäische Finanzaufsichtsbehörde (ESMA), in einem Überlegungsprozess, nachhaltige Kriterien für alle Fonds zur Verpflichtung zu machen. So ändern sich die Ansichten. Aus dem einstigen Nischendasein, wäre der Gedanke der nachhaltigen Geldanlage dann zum gesellschaftlichen Grundkonzept, zur Verpflichtung aller Kapitalverwalter angewachsen.
Doch so weit ist es noch nicht, noch darf jeder selbst entscheiden wie er sein Geld investiert. Nach unserem Geschmack würden derartige Vorschriften eher über das Ziel hinausschießen.
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Safe_Nature.

Der Anleger kann entscheiden

Wer heute als Anleger mit ethischem Anspruch, Sozialverträglichkeit und Umweltgedanken nach Anlagemöglichkeiten sucht, findet ein Spektrum von nicht weniger als 400 verschiedenen Fonds, Tendenz steigend. Bei näherer Betrachtung zeigen sich jedoch große Toleranzen hinsichtlich der Erfüllung der ESG-Kriterien. Häufig reicht es nicht Datenbanken zu durchforschen und Zahlen gegenüber zu stellen, erst in Gesprächen mit den Fondsverantwortlichen werden die harten und weichen Faktoren des jeweiligen Auswahlprozesses sichtbar.
Hinsichtlich der Wertentwicklung darf ergänzt werden, dass einige nachhaltige Fonds in den letzten Jahren sogar Renditevorteile gegenüber klassischen Fonds erzielen konnten.

Wir bieten seit einigen Jahren mit der Anlagestrategie „Depotzuwachs Umwelt & Ökologie“ den Zugang zu hervorragenden nachhaltig gemanagten Fonds.
Abschließend kann festgestellt werden, dass die Möglichkeit zum verantwortungsvollen Umgang mit Geld, beim Anleger selbst liegt.

Gute Anlageentscheidungen

Im Januar starteten die Aktienmärkte fulminant und viele Indizes erreichten neue Allzeit-Höchststände. Dabei sorgte besonders die US-Steuerreform für Phantasie, denn geringere Steuern, führen zu steigenden Unternehmensgewinnen. Gleichzeitig befand sich die Stimmung der Investoren auf einem Allzeithoch. Für den amerikanischen Technologieindex Nasdaq wurde im Januar die höchste Optimisten-Quote seit der Erhebung der Anlegerstimmung ermittelt! – Dies heißt im Umkehrschluss, kaum jemand glaubte noch an fallende Kurse. Beinahe jeder hoffte, der Höhepunkt der Party kann ewig weitergehen. So verwundert es wohl nicht, dass diese Hoffnung in Ernüchterung umschlagen sollte.

Anfang Februar begannen die Kurse „recht überraschend“ zu fallen. Dabei lassen sich im wesentlichen drei Einflussfaktoren für die nun laufende Korrektur hervorheben:

  1. 1. Zinsängste – die plötzlich aufkommende Sorge über steigende Zinsen. Zu diesem Punkt ist jedem der sich auch nur beiläufig mit den Kapitalmärkten beschäftigt klar, dass die Notenbanken seit der Finanzkrise 2007-2009 ständig Unterstützungsmaßnahmen ergriffen hatten, um das Wirtschaftswachstum anzuschieben.

    Da sich die Weltwirtschaft nun in einer breiten und robusten Wachstumsphase befindet, treten die Notenbanken langsam auf die Bremse. Dabei entziehen steigende Zinsen dem Markt langsam Liquidität. Dies ist jedoch keine Neuigkeit, immerhin fand die erste Zinserhöhung in den USA im Dezember 2015 statt. Seither wurden die Zinsen bereits 7 Mal erhöht, zuletzt am 15.03.2018, auf nun 1,5%.
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  2. 2. Handelsbarrieren – Anfang März gibt Mr. Trump bekannt, dass die USA nun Einfuhrzölle einführen, um die Heimische Wirtschaft zu schützen und zu stärken. Bei Importen von Autos in die USA sollen ebenso Strafzölle erhoben werden, wie bei der Einfuhr von Stahl (25% Zoll) und Aluminium (10% Zoll). Und weitere Güter sollen folgen.

    Solche Absichten waren bereits Bestandteil in Trumps Wahlkampf. Die Nachricht jedoch, dass die Zölle jetzt kurzfristig eingeführt werden sollen, überraschte die Kapitalmärkte. Schnell entwickelten sich aus dieser Ankündigung Befürchtungen vor einem weltweiten Handelskrieg, die Börsen reagierten entsprechend verunsichert.
    Sowohl europäische als auch chinesische Politiker suchten das Gespräch mit Mr. Trump, um über die Handelsbedingungen zu sprechen. Doch relativ schnell reiste der chinesische Aussenminister aus den USA wieder ab, seine Bemühungen blieben erfolglos. Zuletzt reagierte China seinerseits und antwortete mit eigenen Regeln und Beschränkungen.
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  3. 3. Datenskandal bei Facebook – eigentlich ist diese Nachricht gar nicht so neu. Die Datensammelwut der Hightechfirmen und ein quasi nicht existierendes Mitspracherecht auf Seiten der Nutzer, sind längst ein Reizthema. Das eine Firma diese Daten dann „klaut“ und nutzt, um mit den gesammelten Informationen Meinungsmanipulation zu betreiben, entfachte in der Öffentlichkeit eine neue Qualität in dieser Debatte.
    Ursprünglich hatte die betreffende Firma sich selbst bereits im Dezember 2016 damit gerühmt, Wahlentscheidenden Einfluss genommen zu haben. Was damals nur kleinere Wellen schlug, verursacht nun einen allgemein kritischen Blick auf die HighTech-Unternehmen, deren Umgang mit Nutzerdaten und den Datenschutz.

In unserem Börsenkommentar vom 12. Dezember 2017 (Befinden-wir-uns-einer-Technologie-Bubble?) hatten wir die hohen Erwartungen und die teils teuren Bewertungen von Technologieaktien thematisiert. Welcher Auslöser letztlich dazu führt das die Kurse eine Gegenbewegung erfahren, ist nicht so entscheidend. Bei hohem Optimismus und hohen Bewertungen reichen kleine Störfeuer aus, um eine notwendige Korrektur, also eine Abkühlung der überhitzten Investorenerwartungen in Gang zu setzen. An den gesellschaftlichen Veränderungen durch neue Technologien ändert dies wenig.

Während der 1. Punkt keineswegs überraschend für die Märkte war, besitzt der 2. Punkt sicherlich eine gewisse Brisanz. Klar ist, dass Handelsbeschränkungen dem globalen Handel engere Grenzen setzen und betreffenden Unternehmen die Geschäftsgrundlagen erschweren können.
Die Börse handelt Zukunft und derartige Unsicherheiten für die Geschäftsentwicklung von Unternehmen werden mit „Phantasieentzug“, also mit Kursverlusten beantwortet. Der Börsianer sagt: „Die Märkte preisen die neuen Informationen ein“.

Die weiteren Entwicklungen in den gegenseitigen Handelsbeziehungen sind aktuell schwer zu kalkulieren. Sicherlich können noch einige Wochen ins Land gehen und weitere Kursschwankungen mit sich bringen, bis eine klarere Sichtweise darauf entstanden ist, was politische Absichten sind oder was zu wirklichen Handelseinschränkungen erwächst.
Protektionismus würde in erster Linie Eines verursachen, steigende Preise für Verbraucher, auf beiden Seiten … .

Kurzer Rückblick auf das Börsenjahr 2017

Im Ausblick auf 2017 hatten wir erwartet das “… Aktienanlagen die aussichtsreichste Anlage darstellen …“. In der Rückbetrachtung darf nun festgestellt werden, dass Aktien fast die einzigen Anlagen mit Wertzuwachs waren. Zinsanlagen lieferten kaum Erträge und der Goldpreis kam auf Euro-Basis nicht vom Fleck.

Trotz aller Unsicherheiten zum Jahresbeginn, hauptsächlich ausgehend von Entscheidungen aus der Politik und von Notenbanken, konnten die Aktienkurse bereits im ersten Quartal 2017 zulegen. Über die Sommermonate hinweg verliefen die Märkte in einer Seitwärtsphase. Die üblicherweise schwankungsanfälligen Herbstmonate zeichneten einen ungewohnt freundlichen Börsenverlauf, der bis zum Jahresende anhielt.

Nachfolgend die Wertentwicklungen einiger Anlageklassen und Indizes 2017 (in €):

Wertentwicklungen_2017

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Die Erhöhungen der Leitzinsen in den USA (von 0,75% auf 1,5%) hätten eigentlich zu einem starken Dollar beitragen können, stattdessen verteuerte sich der Euro von 1,05 auf 1,20 €/Dollar. Für viele Marktakteure eine große Überraschung. Entsprechend sorgte der Wechselkurseffekt zu einer Verminderung der Ergebnisse bei Anlagen ausserhalb des Euroraumes um 14%. Nach vielen Jahren mit Zusatzgewinnen aus Währungen brachte 2017 also Gegenwind. Aus der Perspektive des Euroanlegers verbleiben im Durchschnitt 5% Gewinn mit USA-Aktien und im weltweiten Aktiendurchschnitt.

Der Deutsche Leitindex DAX (12%) und der europäische Aktienindex (Eurostoxx50 6%) lieferten insofern bessere Ergebnisse, kleinere europäische Aktienwerte erlebten ein sehr gutes Börsenjahr. Die meisten asiatischen Börsen vollzogen, nach vielen mageren Jahren, einen dynamischen Aufwärtstrend, insbesondere in Indien und China. Weltweit standen Technologieaktien hoch in der Gunst der Anleger und lieferten die besten Gewinne, zählen aber nun zu den teuren Aktien.
Betrachtet man die Börsenbewertungen der Unternehmen ganz allgemein, d.h. über alle Branchen hinweg, notieren die Märkte etwas über dem Bewertungsdurchschnitt der letzten 20 Jahre.

Eine global gestreute Anlage mit ausgewogenem Chance-Risiko-Verhältnis (50% offensiv / 50% defensiv) hätte in 2017 ein Ergebnis von ca. 3% gebracht. Um eine bessere Performance zu erzielen, kam es auf eine selektive Mischung der Fondsarten und natürlich auf die Auswahl der „richtigen“ Fonds an. Mit einem ausgewogenen Portfolio waren durchaus 5-6% Wertentwicklung erzielbar.

Ergebnisse mit Fondsanlagen

Grundsätzlich bot sich in 2017 ein günstiges Marktumfeld für Stockpicker und lieferte für aktive Fondsmanager viele Möglichkeiten zur Outperformance gegenüber den Indizes. Das heißt konkret, durch geschickte Auswahl von Aktienwerten gelang es, bessere Wertentwicklungen zu erzielen als die jeweiligen Regionen oder Branchen.

In der nachfolgenden Grafik sind die Wertentwicklungen von verschiedenen Fondskategorien dargestellt. Hierbei haben wir einen Mittelwert unserer Top-Fonds für die jeweilige Kategorie zu Grunde gelegt. Es gab teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Indizes und Fondsergebnissen.

Wertentwicklung_Fonds_2017

Aktive Fondsmanager lassen Indizes hinter sich

Die Mehrzahl der von uns selektierten Aktienfonds konnten ihre regionalen Indizes hinter sich lassen. Besonders deutlich fielen die Unterschiede bei Fonds aus, die in europäischen und deutschen Aktien investierten. Während der DAX um ca. 12% zulegte, konnten Aktienfonds Deutschland im Schnitt um 18% zulegen, in der Spitze bis zu 25%. Ebenso deutlich konnten europäische Aktienfonds (ca. 9%) den Eurostoxx 50 (ca. 6%) hinter sich lassen.

Wir sehen uns einmal mehr darin bestätigt ganz bewusst nicht auf passive Investments (ETF) zu setzen, die lediglich die Marktentwicklung nachzeichnen können. Wir setzen auf Fondsmanager, die die Qualität der investierten Unternehmen in den Vordergrund stellen. Nur so besteht die Chance auf Mehrwerte für Anleger, in guten wie in schlechten Zeiten (= mehr Zuwachs in positiven Marktphasen und geringerer Verlust in negativen Marktphasen).

Ausblick 2018

Nach nunmehr 9 Jahren Aktienhausse, mit nur kleineren Pausen, sind die Aktienmärkte nicht mehr günstig. Viele Investoren sind bereits in Aktien investiert, zumindest in der globalen Betrachtung. Wesentlichen Einfluss auf das Marktgeschehen haben erneut Zinsentscheidungen, für die US-Notenbank werden 3 Zinserhöhungen in 2018 erwartet. Hierin ist auch die Verunsicherung der Märkte in den ersten Wochen des Neuen Jahres verankert. Steigende Zinsen verringern tendenziell die Investitionsbereitschaft in Aktien, historisch betrachtet stellt dies jedoch erst bei einem Zinsniveau um ca. 3% eine bedeutsame Konkurrenz für Aktien dar.

In Europa notiert der Leitzins weiter bei 0,0%, mit steigenden Zinsen wird in diesem Jahr noch nicht gerechnet, die Inflationsrate (ca. 1,6%) reicht der EZB dahingehend nicht aus. Das Thema Inflation, also steigende Löhne und steigende Preise (Lohn-Preis-Spirale genannt) wird bisher relativ wenig beachtet, aus dieser Richtung könnte ein weiterer Überraschungsmoment für die Märkte entstehen. Aufkommende Inflation wäre unserer Meinung nach der einzige Grund, der evtl. für Zinserhöhungen der Notenbanken spricht. Anders gesagt, bleibt die Inflation niedrig, werden die Zinsen kaum steigen.

Neben diesen Rahmenbedingungen stellt sich die wesentlich bedeutendere Frage, ob Unternehmen weiterhin ihre Gewinne steigern können? Schließlich gilt, Wachstum übertrumpft Politik!
Der IWF (internationaler Währungsfonds) prognostiziert eine weitere Verbesserung des Weltwirtschafts-wachstums von 3,6% in 2017 auf 3,9% in 2018. Besonders für Europa befinden sich die jüngsten Daten im Aufwind und die Wachstumserwartungen werden optimistischer (bisher 2,2%, neu 2,6%).

Fazit: Wächst die Wirtschaft weiter, können Unternehmen auch besser verdienen. Einiges an Optimismus ist in den Kursen bereits enthalten. Deshalb darf ein Anlagejahr mit deutlicheren Schwankungsphasen als 2017, bei weiterhin substanziellem Rückenwind für Aktien erwartet werden. Wobei es noch mehr auf die Selektion der Einzeltitel ankommen wird. In 2017 bewiesen viele aktive Fondsmanager dabei ein gutes Händchen.

Ende Januar 2018 nutzten wir auf dem Fondskongress in Mannheim (Deutschlands größte Kapitalanlageveranstaltung), die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit einigen Fondsgesellschaften und Fondslenkern. Besonders bei Mischfonds herrscht derzeit eine gewisse Vorsicht gegenüber der allgemein positiven Marktstimmung. Einige der Fonds haben ihre Aktienquote vorübergehend abgesenkt und starten vorsichtig ins Neue Jahr, nach dem Motto: Kapitalschutz geht vor Rendite.
Sollten die Märkte größere Kursrückgänge erleben, würden sich daraus neue Chancen für Investitionen ergeben.

In diesem Sinne, Auf ein spannendes Anlagejahr 2018!

Über die Sommermonate hinweg verliefen die Börsen in einem Seitwärtstrend. Im September begannen die europäischen Märkte die Ergebnisse der deutschen Bundestagswahl zu antizipieren. Es zeichnete sich ab, dass ein zunächst befürchteter Rechtsruck nicht zu Stande kommen und keine Auswirkungen auf die europäische Gemeinschaft haben würde. Dies führte zu einer Beruhigung der Kapitalmärkte und die weltweit hohe Liquidität spülte frisches Kapital in europäische Aktien.
Die Börsen zeigten sich damit robust, auch in den üblicherweise schwankungsanfälligen Herbstmonaten. Besonders die US-Aktienmärkte ließen und lassen kaum Anzeichen von Schwäche erkennen, trotz der mittlerweile hohen Bewertung von Technologieaktien (Apple, Amazon, Netflix & Co).

Die Technologie-Blase im Jahr 2000

Wer schon lange an der Börse aktiv ist, wird sich hinsichtlich der Stimmungslage bei Technologieaktien an die Jahre 1999 und 2000 zurückerinnern. Damals befand sich der tatsächliche technologische Fortschritt noch in den Kinderschuhen. Amazon und Ebay hatten ihre Plattformen frisch neu eröffnet, jedoch war das Onlinegeschäft insgesamt eher eine Randerscheinung. Der Erfolg für so genannte Internetunternehmen wurde danach „kalkuliert“, wieviele Besucher deren Webseite anklickten. Webseiten schossen aus dem Boden wie Pilze im Herbst, das konkrete Geschäftsmodell war dabei eigentlich egal. Folglich waren die Kurse von Technologieaktien eher Phantasie-Konstrukte, die in einer Spekulationsblase aufgingen und schließlich wieder verpufften.

Heutzutage stellt sich die Situation völlig anders dar. Als Apple im Jahre 2007 den Masseneinstieg in eine multimediale mobile Welt eröffnete (Markteinführung des I-phone), begannen sich viele theoretische, technische Möglichkeiten in greifbare und nutzbare Anwendungen zu transformieren.

  • Wer hätte im Jahre 1999 gedacht, dass jedermann Bild-Telefonate auf der ganzen Welt führen könnte?
  • Wer hätte damals vermutet, dass auf mobilen Endgeräten Hollywood-Blockbuster angesehen werden?
  • Wer sollte ahnen, dass Youtube – Stars großen Einfluss auf die Erziehung von Teenagern übernehmen?

Die Technologie-Welt von heute

Es gibt zahllose Gründe dafür, dass ein großer Unterschied zwischen der Technologie-Bubble im Jahre 2000 und der Betrachtung von Technologieunternehmen im Jahre 2017 besteht. Apple, Google & Co besitzen grundlegende Marktdurchdringungen in einer florierenden Onlinewelt, die enorme Kapitalströme nach sich ziehen, die Unternehmen schwimmen regelrecht im Geld. Apple besitzt einen Cashbestand von ca. 75 Milliarden US-Dollar, Google von ca. 100 Milliarden Dollar. Damit haben die Konzerne alle Möglichkeiten weitere verlockende technische Offenbarungen über die Welt zu ergießen. Und Sie nutzen ihre finanziellen Möglichkeiten, um Ideen zu kaufen (z.B. Firmenübernahmen) und damit ihren Einfluss voran zu treiben.

Der Fortschritt basiert jedoch nicht ausschließlich auf neuen Ideen. Die enorme Entwicklung von Rechenleistung, also immer schnellere Computerbausteine, versetzen überhaupt erst in die Lage Auswertungen durchzuführen, die in der Vergangenheit unmöglich waren. In einer Sekunde können ganze Bibliotheken durchsucht und Erkenntnisse daraus miteinander verknüpft werden. Insofern sind Chip-Hersteller die Lieferanten für einen unumkehrbaren Trend zur Digitalisierung.

  • Vielleicht fragen Sie sich beim Kinobesuch, zu welchem Teil ein Film am Computer entstanden ist?
    Digitale Welten verschmelzen beinahe fließend mit realen Schauspielern und zaubern uns fantastische „Zwischenwelten“ auf die Leinwand. Ideen, durch technische Möglichkeiten visualisiert.

Anwendungsbeispiel – Medizin und Biotechnologie
Durch die Nutzbarkeit von technischen Anwendungen verändern Technologien in vielen Lebensbereichen die bisherigen Betrachtungsweisen. So ergeben sich beispielsweise in der Medizin völlig neue Forschungsansätze und Therapiewege. Darin zählt die Krebsforschung zu den am schnellsten wachsenden Bereichen. Mit Software-Lösungen werden Auswertungen von komplexen Datenmengen vereinfacht und neue Untersuchungsperspektiven führen zu neuen Erkenntnissen, diese wiederum zu neuen Medikamenten mit besserer Wirkung. In den nächsten fünf Jahren wird eine Verdopplung des Medikamentenabsatzes für Krebserkrankungen erwartet.

Auf dem Gebiet der Neurologie werden immer neue Mittel gegen Schmerzen, Alzheimer und Epilepsie erforscht und entwickelt. Laut versierten Marktbeobachtern befinden sich in den Bereichen der Neurologie und der Krebstherapie über 1000 neue Substanzen in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen.

  • Diese Intensivierung der Forschung darf als eine unmittelbare Folge der neuen technologischen Möglichkeiten betrachtet werden.

Die Biotechnologie dringt auf dem Gebiet der Genforschung immer tiefer in die menschliche Funktionsweise ein. Der Trend der Forschungen geht dahin, immer früher in abnorme, krankheitsverursachende Proteinsynthese einzugreifen. Mit Gen-Therapien sollen Ursachen für Krankheiten möglichst früh entdeckt und durch eingreifen in die DNA „korregiert“ werden können. In den USA sind solche Verfahren bereits für vermögende Kunden verfügbar.

  • Auch wenn bei diesem Thema ethische Grenzen mit technischen Möglichkeiten kollidieren,
    zeigt sich darin der (Wett-) Lauf der Welt, hinein ins Technologie-Zeitalter.

Technologien stellen eine Quelle der Wertschöpfung bereit. Anwendungsbereiche sind grenzenlos.

Fazit:

Es darf natürlich bezweifelt werden, dass einzelne Bäume, also einzelne Technologieunternehmen, in den Himmel wachsen. Hier beweist das Beispiel des einstigen Handy-Weltmarktführers Nokia, dass die Konkurrenz jeden überholen und ruinieren kann. Es geht also nicht um ein bestimmtes Unternehmen und auch nicht um eine konkrete Branche. Vielmehr möchten wir Gedankenimpulse geben, warum Technologisierung und Automatisierung zum Oberbegriff für eine sich verändernde Welt geworden sind.

Eine Schwierigkeit für den Anleger besteht darin, dass funktionierende technische Lösungen Geduld erfordern. Unternehmen brauchen Zeit um zu wachsen, weit über tägliche Kursveränderungen hinaus. Soll heißen, Aktienkurse eilen der Realität immer voraus, sind mal zu optimistisch und mal zu pessimistisch. Gier und Angst, Bulle und Bär, bestimmen das Börsengeschehen seit jeher. Nach einer Phase der Euphorie, benötigt es eine Phase der Besinnung. Aktuell sind die Erwartungen an IT-Unternehmen relativ hoch und den Kapitalmärkten würde eine Abkühlung gut tun.

Die Börse funktioniert nach dem Motto: Zwei Schritt vor, einen Schritt zurück. Eine Bestimmung darüber, in welcher Phase man sich genau befindet, lässt sich zumeist erst im Nachhinein vornehmen.

  • Entscheidend für Anleger ist vielmehr die Erkenntnis, dass das Prinzip des Investierens seit Jahrhunderten funktioniert. Neue Technologien waren dabei stets ein gesellschaftlicher Wachstumsmotor.
    Ob die Erfindung der Eisenbahn im 19. Jhd, die des Autos zu Beginn des 20. Jhd. oder eben der Computer, in unserer Zeit.

Auge_fonds

  • Grundsätzlich darf nicht vernachlässigt werden: Hinter jedem technologischen Fortschritt verbergen sich Unternehmen, die Ideen in Kapital verwandeln können. Für den Anleger der sich auf die Suche nach Renditemöglichkeiten begibt und etwas Zeit einräumt, ist die Beobachtung technologischer Fortschritte
    eine höchst praktische Angelegenheit.

Kapitalanlage bedeutet schließlich, nach Möglichkeiten zu suchen, um sich an Wachstum zu beteiligen und auf diese Weise selbst Kapitalwachstum zu erzielen.

  • Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Weihnachtsgeschenke ruhig einmal bewusst darauf, wer das jeweilige Produkt herstellt, welche Unternehmen sich dahinter verbergen. Vielleicht besitzen Sie in Ihrem Fondsdepot bereits Anteile an manchen dieser Firmen?
    Und während Sie mit dem Kauf der Geschenke zum Unternehmenserfolg beitragen, sind Sie womöglich als Anleger am Unternehmenserfolg beteiligt?

Wir wünschen eine stimmungsvolle Adventszeit und angenehme Feiertage

Das Investmentsteuerreformgesetz (InvStG-E) sieht ab 2018 einen steuerlichen Neuanfang für alle Fonds vor. Es ist für alle Fondsanleger ratsam, sich mit den steuerlichen Änderungen vertraut zu machen. Wir geben einen kurzen Überblick zu den neuen Regeln.

Zunächst gilt es zu erwähnen, dass die Abgeltungssteuer bestehen bleibt. Neu geregelt werden die grundlegenden Voraussetzungen, bevor die Abgeltungssteuer zum tragen kommt. Ziel der neuen Gesetzgebung war es, die steuerlichen Regelungen zu vereinheitlichen (Anpassung an EU-Recht) und zu vereinfachen. In der Folge ergibt sich eine steuerliche Gleichbehandlung von inländischen und ausländischen Fonds, die so bisher nicht gegeben war.

Beschlossen wurde ein zweistufiges Regelwerk, welches einerseits eine Besteuerung auf der Fondsebene neu einführt. Zum Anderen wird die steuerliche Behandlung für Anleger reformiert.

1. Besteuerung auf Fondsebene

Aktuell leiten Fonds die Steuerdaten in der Regel an ihre Anteilsinhaber weiter und unterliegen keiner direkten Besteuerung. Neu ist die Einführung einer 15%-igen Körperschaftssteuer auf bestimmte Erträge, das sind hauptsächlich Fondserträge aus deutschen Dividenden und inländischen Immobilien. Der Steueranteil ist künftig direkt vom Fonds abzuführen.
Investmentfonds die ausländische Aktien und Wertpapiere halten, oder andere Erträge erzielen, sind mit Einnahmen daraus nicht pauschal von der direkten Steuerabführung betroffen.

2. Besteuerung auf Anlegerebene

Bisher waren Ausschüttungen und Gewinne bei Zufluss zu versteuern. Das heißt konkret: Wurden von einem Fonds Erträge ausgeschüttet, fand zum jeweiligen Zeitpunkt eine steuerliche Abrechnung statt. Bei thesaurierenden Fonds fiel zunächst keine laufende Besteuerung an und Kursgewinne wurden erst beim Fondsverkauf, also bei der Realisierung, besteuert.

Mit dem neuen Gesetz ändert sich das Besteuerungssystem. Ab 01.01.2018 wird eine so genannte Vorabpauschale eingeführt. Bei thesaurierenden Fonds findet keine Ausschüttung statt, hier greift die künftige Vorabbesteuerung. Laufende Ausschüttungen von Fonds werden auf die Vorabbesteuerung angerechnet und vermindern die Vorabpauschale. Sofern beim Anleger im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr insgesamt Ausschüttungen oberhalb der Vorabpauschale stattfanden, wird diese nicht mehr fällig. Ansonsten unterliegt der Differenzbetrag zwischen Ausschüttungen und Gewinnen, der pauschalen Vorabbesteuerung. Fallen Verluste in der Wertentwicklung an, wird keine Vorabpauschale fällig.

  • Fazit: Bei der Vorabpauschale handelt es sich um eine vorgezogene, laufende Besteuerung von Fondserträgen und Gewinnen. Allerdings wird beim späteren Verkauf von Fondsanteilen die bereits gezahlte Vorabpauschale mit angerechnet, sodass sich aus dem neuen Prinzip keine automatische Steuererhöhung ergibt.
  • Eine Unannehmlichkeit für Anleger ist potentiell gegeben: Die Vorabpauschale wird nicht vom Fondsvermögen abgezogen. Dies hat zur Folge, dass der fällige Steuerbetrag durch die Depotbank erhoben und separat vom Depotgegenkonto eingezogen wird. Dem Anleger wird die Sorgfalt zur Selbstüberprüfung überlassen, für Steuerbelastungen eine ausreichende Kontendeckung bereit zu halten.

Worauf basiert die Höhe der Vorabpauschale?
Für den Anleger gestaltet sich die neue steuerliche Transparenz jedoch nicht ganz so einfach. Als Berechnungsgrundlage für die Vorabpauschale wird ein so genannter Basiszinssatz herangezogen, welcher sich nach dem durchschnittlichen Zinssatz langlaufender Bundesanleihen richtet. Hierbei ist zu beachten, dass sich der Basiszinssatz zukünftig jährlich ändern wird, es gilt eine Stichtagsregelung. Die Vorabpauschale wird stets zum 01.01. eines Jahres, für das vorangegangene Kalenderjahr berechnet, erstmals zum 01.01.2019.

Steuerliche Teilfreistellungen – Vergünstigungen für Anleger
Die Vorabpauschale stellt eine steuerliche Vorabbelastung dar, im Gegenzug werden dem Anleger nun pauschale Teilfreistellungen eingeräumt. Die Teilfreistellungen sollen auf Anlegerebene einen Ausgleich für die neu eingeführte Besteuerung auf der Fondsebene bieten. Eine nicht zu unterschätzende Komponente, denn dadurch werden künftig Teile der Fondserträge von der Steuer freigestellt.

Fonds können sich den folgenden Kategorien zuordnen, für den Anleger gelten entsprechend steuerliche Teilfreistellungen:

Teilfreistellung FondsKategorien

Beispiel Teilfreistellung: Für einen Aktienfonds, (= ein Fonds der lt. Verkausprospekt zu mindestens 51% in Aktien investiert) werden pauschal 30% der Gewinne von der Besteuerung freigestellt. Dies kann für den jeweiligen Anleger durchaus eine steuerliche Besserstellung gegenüber der bisherigen Regelung darstellen.
Wichtig: Die Teilfreistellungen beziehen sich sowohl auf die Vorabpauschale, als auch auf Veräußerungsgewinne.

Bestandsschutz für Fonds-Altbestände wird aufgeweicht
Der bislang geltende Bestandsschutz, für Fondsanteile die vor 2009 gekauft wurden, wird aufgehoben. Fondsanteile, die von Privatanlegern vor Einführung der Abgeltungssteuer erworben wurden, gelten zum 31. Dezember 2017, hinsichtlich der steuerlichen Betrachtung, als verkauft und zum 01.01.2018 neu angeschafft. Somit werden auch die Wertsteigerungen der vor 2009 gekauften Anteile ab 2018 steuerpflichtig.
Dies ist ein Einschnitt in das einst gegebene Versprechen der künftigen Steuerfreiheit. Doch kommt der Staat den Anlegern hier entgegen. Für diese Fonds-Altbestände wird ein Steuerfreibetrag in Höhe von 100.000 € gewährt. Der Anleger kann diesen Freibetrag künftig über sein Finanzamt geltend machen. Dadurch sind praktisch künftige Erträge der Altfonds bis zu diesem Betrag weiterhin steuerfrei.

Letztlich kommt es zu einer Vereinfachung
Für Anleger ist die neue Besteuerung mit weniger Aufwand verbunden und letztlich einfacher.

Der BVI (Deutscher Fondsverband) formuliert folgendes Fazit: Die gute Nachricht ist, die meisten Privatanleger werden durch die Reform unter dem Strich nicht mehr Steuern zahlen als bisher.
Allerdings gibt es zahlreiche Detailfragen zu Bestandsschutz, Freibeträgen & Co.. Weiterführende Erläuterungen zur Investmentsteuerreform, stellt der BVI in einer Broschüre als Download zur Verfügung.
https://www.bvi.de/regulierung/investmentsteuern/investmentsteuerreform/

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Wichtiger rechtlicher Hinweis:
Die vorangehenden Informationen dienen lediglich einer allgemeinen groben Orientierung und stellen keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und keinen Ersatz für eine steuerliche Beratung dar. Es ist daher möglich, dass nicht alle Anforderungen an redliche, eindeutige und nicht irreführende Informationen und Werbung im Sinne des § 4 WpDVerOV bzw. § 14 FinVermV, erfüllt sind.
Diese Publikation dient lediglich allgemeinen Informationszwecken, stellt keine Anlageberatung zu Finanzinstrumenten oder Wertpapieren dar, stellt kein Angebot zum Verkauf und keine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots für den Kauf von Kapitalanlagen dar, stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar und ist nicht als Empfehlung zum Kauf von Kapitalanlagen zu verstehen.

Die Sterne scheinen günstig für Europas Kapitalmärkte zu stehen. Im März zeigte der Wahlausgang in den Niederlanden, dass keine anti-europäische Mehrheit zu Stande kam. Im Juni brachte der Wahlausgang in Frankreich den Sieg für Macron und ebnete damit den Weg zur Fortführung der europäischen Gemeinschaft, entgegen vieler Befürchtungen.

An den Börsen führte dies zu Erleichterung. Im Vorfeld der Entscheidungen wurden die europäischen Märkte eher gemieden, nach den Entscheidungen stieg schließlich die Investitionsbereitschaft und frisches Kapital strömt nach Europa, in DAX, EuroStoxx & Co.

Auf längere Sicht befinden sich die europäischen Börsen in einem positiven Trend, der weiterhin intakt ist.
Grafik: Zeitraum 5 Jahre, 01.07.2012 – 01.07.2017: DAX (grau) vs. EuroStoxx50 (blau)

DAX_EuroStoxx50_5J_01072012-01072017
Anmerkung: Gerade in den Sommermonaten fällt das Handelsvolumen an den Börsen (urlaubsbedingt)
und Kursrückgänge sind möglich, ja im saisonalen Zyklus sogar wahrscheinlich.
Allerdings würde dies für die mittel-langfristigen Aussichten nicht gleich eine
Trendwende bedeuten.

Sind Aktien günstig oder teuer?

Diese Frage stellt sich an den Börsen zu jeder Zeit. Wir möchten die Betrachtung weniger auf eine detaillierte analytische Beantwortung führen, sondern vielmehr auf den übergeordneten Trend.
Die beiden wichtigen Fragen sind also:

a) In welchem Zustand befindet sich die Mehrzahl der Unternehmen?

Ganz allgemein befinden sich bei der Mehrzahl der Unternehmen die Fremdkapitalkosten auf historisch niedrigem Niveau und das Eigenkapital auf historisch hohem Niveau. Das bedeutet weniger Schulden (auch dank niedrigerer Zinsen) und gute Kapitalausstattung. Darüber hinaus herrscht ein günstiges Investitionsumfeld und, dank positiver Konjunktur, steigen die Gewinne. Ablesbar ist die solide Kapitalausstattung von Unternehmen besonders an zwei Punkten:

  • Die Dividendenzahlungen an Aktionäre befinden sich auf historisch hohem Niveau
    (und deutlich oberhalb von Zinsen).
  • Viele Unternehmen benutzen ihr Kapital um eigene Aktien zurück zu kaufen
    oder um Konkurrenten zu übernehmen.

b) Wie steht es gegenwärtig mit dem wirtschaftlichen Umfeld und den Wachstumschancen?

Laut aktuellen Marktdaten und Marktindikatoren trägt der derzeitige Konjunkturaufschwung auf globaler Ebene, erstmals seit 2011. Der IWF erwartet für 2017 ein globales Wachstum von ca. 3%. Die Wirtschaftsaktivitäten verbessern sich in Europa, USA, Japan und in den Schwellenländern. China und Indien wachsen besonders stark. Daraus ergibt sich weltweit die Erwartung von weiter steigenden Unternehmensgewinnen, wobei einige Branchen schneller (Technologie, Umweltthemen, Megatrends) und andere Branchen (Banken, Automobile, Einzelhandel, Versorger) weniger wachsen. Bei steigenden Unternehmensgewinnen sind steigende Aktienkurse eine folgerichtige Konsequenz:

  • Beispiel: Wenn ein Unternehmen seinen Umsatz und seinen Gewinn um 10% pro Jahr steigert, darf auch der Aktienkurs des Unternehmens um 10% steigen. Die Bewertung wird dadurch nicht teurer, da Preis und Wert gleichzeitig zulegen.

Die wirtschaftliche Lage ist gut, die Bewertungen der meisten Aktien sind nicht zu hoch (besonders unter Berücksichtigung der tiefen Zinsen und der hohen Liquidität) und die Konjunkturprognosen liefern Argumente für weiteres Wachstum. Soweit das aktuelle Umfeld, in aller Kürze umrissen.

Trotzdem ist die Investitionsquote der Anleger in Unternehmensbeteiligungen (speziell der Deutschen) in den letzten Jahren kaum gestiegen.
Gibt es keine guten Gründe, die für Beteiligungen an Unternehmen (s-erfolgen) sprechen?

Alles was zählt – der Blick nach vorn

Wir möchten beispielhaft für die Entstehung neuer Trends und die damit einhergehenden Chancen, aus dem Monatsbericht eines globalen Aktienfondsmanagers zitieren, der über die Entwicklungen in der Automobilbranche folgendes denkt:


  •  „Wir hatten … über unausweichliche Trends gesprochen, z.B. in der Biotechnologie, über das elektrische Auto, das selbstfahrende Auto und schon während wir darüber schreiben, beschleunigt sich dieser Trend.
  • China plant bis 2020 361 Mrd. USD an Investitionen in erneuerbare Energien, nicht zuletzt, um die verschmutzte Luft wieder sauber zu bekommen. Gleichzeitig wird der zögerliche Westen wie schon bei den Solarzellen links überholt. China plant für 2018 eine Elektrofahrzeugquote von 8% bei den Auto-Neuzulassungen. Die Quote steigt in den Folgejahren an. Das entspricht bei einer Gesamtmarktgröße von 25 Mio. Fahrzeugen ca. 2 Millionen PKW. 2016 waren es etwa 500.000 elektrische Fahrzeuge. Zwischen 2016 und 2018 haben wir also zwei Verdoppelungsschritte. Wer liefert diese Autos?
  • In China ist Volkswagen mit 4 Mio. verkauften Autos Marktführer. Weniger als 0,1 Promille davon sind elektrisch. Erst für 2020 plant Volkswagen in China 400.000 elektrische Autos – viel zu spät, um die 2018er Nachfrage zu befriedigen. Hingegen verkauft eine chinesische Firma knapp 100.000 elektrische Autos in China und hat damit etwa 20% Anteil am Markt der Elektroautos (der etwa 500.000 Autos groß ist). Das Volumen zu verdoppeln, dürfte der Firma nicht schwer fallen.
  • Heute sind Elektroautos, trotz drastisch geringerer Komplexität, noch teurer als Autos mit Verbrennungsmotor. Das liegt an den Batteriekosten. Die Kosten für Batterien fallen pro Jahr etwa um 20%. Batterien sind die teuerste Komponente eines Elektroautos. Sollte das Batteriekostenziel von 100 USD pro kWh bis 2020 erreicht werden (im Jahr 2008 lag sie bei 1000 USD), so kostet die Autobatterie eines bekannten US-Elektroautobauers etwa 10.000 USD. Die Produktionskosten eines PKW, die heute bei etwa 50.000 USD liegen, werden dann auf 30.000 USD fallen. Der Hersteller plant, 2018 etwa 500.000 elektrische Fahrzeuge zu produzieren. 2016 waren es 84.000.
  • Für diesen Zweck baute er mit Panasonic eine große Batteriefabrik. Weitere, viel größere Batteriefabriken entstehen auch in China. Elektroautos werden also durch natürliche Kostendegressionen in wenigen Jahren billiger als herkömmliche Autos sein. Sie werden sich zunächst dort durchsetzen, wo die Reichweite keine große Rolle spielt, also in Innenstädten (man denke an den Elektroscooter der Deutschen Post). Mit zunehmender Reichweite kommen dann die Langstreckenfahrzeuge dazu. Wer einmal den Wechsel zum Elektroauto gemacht hat, wird nicht mehr zum Benziner zurückkehren.
  • Wer hat sich einen Röhrenfernseher gekauft, nachdem die Flachbildschirme omnipräsent wurden?
    Wer hat sich eine Kleinbildfilm-Kamera gekauft, nachdem sich die Digitalkameras durchgesetzt haben? Wer hat in den letzten Jahren noch eine Schreibmaschine gekauft, wer einen Kassettenrekorder?
    Wer hat sich zuletzt einen Autoatlas gekauft?
    Die Adoption überlegener Technologien geht zügig voran und ist eine Einbahnstraße. Vor allen Dingen geschieht sie nicht allmählich, sondern vehement.
  • Darum unsere These: Die Elektromobilität kommt gewaltig und unumkehrbar, getrieben durch die fallenden Kosten. Sie kommt aus China. Sie erfordert große Mengen an Kupfer, Kobalt, Nickel und Lithium. Es wird Rohstoff- und Halbleiterengpässe geben. Die Autos werden eine kürzere Lebensdauer haben und benötigen aktives Recycling. Jeder kann plötzlich Autos bauen, wie man am Beispiel Deutsche Post sehen kann. Deutsche Autobauer sind zu langsam, und sie verlieren ihren heutigen Nimbus… .
  • Fazit: Wir versuchen mit unserer Aktienauswahl schon heute auf neue Trends vorzubereiten. „

Quelle: Acatis Investment GmbH


Fazit

Die Welt verändert sich täglich durch Bevölkerungswachstum und knappere Ressourcen.
In besonderem Maße schreitet die Technologisierung voran und beschleunigt nicht nur die Kommunikation. Schnellere Computer ermöglichen bessere Datenauswertungen, tiefer gehende Forschungen und sprunghafte Entwicklungen auf allen Gebieten der Wissenschaft und der Gesellschaft. Selbstverständlich gibt es viele Unternehmen die von diesen Veränderungen profitieren und profitieren werden.

Sie haben es selbst in der Hand zu entscheiden ob und in welcher Form sie daran teilhaben möchten. Unsere Spezialisierung auf Investmentfonds unterstützt Sie beim Kapitalaufbau und bei der fortlaufenden Steuerung Ihrer Kapitalanlagen, ob Sie regelmäßigen Ertrag suchen oder Rendite im Vordergrund steht.
Für die passende Anlagestrategie, für eine Welt im Wandel, im Zeitalter der Technologie.

Ich wünsche gute Anlageentscheidungen
André Klatt

Kurzer Rückblick auf das Börsenjahr 2016

Manchmal braucht es nur einen Monat, damit aus einem eher zähen Börsenjahr letztlich ein gutes Anlagejahr wird. Ungefähr so verhielt es sich in 2016. Zum Jahresstart verunsicherten der tiefe Ölpreis und Sorgen um das Wachstum in China die Kapitalmärkte für gut einen Monat. Zur Jahresmitte erschreckte der BREXIT die Börsenwelt nur für wenige Tage. Zum Jahresende, nach dem überraschenden Wahlausgang in den USA, verflog die Unsicherheit bereits nach wenigen Stunden. Jedes Mal erholten sich die Kapitalmärkte recht schnell wieder. Denn: Kapitalmärkte mögen keine Unsicherheit, Märkte verarbeiten Fakten und handeln Zukunft.

Im Dezember führte der angekündigte Aktionismus des neuen US-Präsidenten Trump schließlich zu neuen Wachstumshoffnungen für die Wirtschaft und zu weltweit steigenden Aktienkursen. Zum Jahresende zeichnen sich jene Anleger als Gewinner, die in aller Ruhe in Fonds (Aktienfonds, Mischfonds) investiert geblieben sind.

Nachfolgend die Wertentwicklungen einiger Anlageklassen und Indizes 2016 (in €):

Wertentwicklungen_2016

Neben den Anlagen haben wir auch die Inflation eingetragen. Die Inflationsrate, also die Teuerungsrate eines Warenkorbes, stieg im letzten Jahr auf knapp 2%. Zieht man diese Teuerungsrate von den Anlageergebnissen ab, bleibt das tatsächliche, um den Kaufkraftverlust bereinigte Anlageergebnis übrigt. Guthaben auf Tagesgeld und Sparbuch verloren also an Kaufkraft.

Unterstellt man für die nächsten 10 Jahre eine Inflation von nur 2% p.a., verringert sich die Kaufkraft von Kontenguthaben folglich um rund 20% (bei weiterhin Null Zinsen). Ein gefährlicher, weil unsichtbarer Prozess. Der Geldwert auf dem Konto verringert sich augenscheinlich nicht, dafür jedoch die Kaufkraft des Geldes.
Es geht in der Anlageplanung also darum, dass bereits für den Werterhalt von Kapital ein höherer Zuwachs benötigt wird, als die vorherrschende Inflationsrate.
Rechnen Sie ruhig mal nach, was eine Inflation von 4% für ihr Bankguthaben bedeuten würde… .

2017 – Hoffen auf Trump

Das neue Jahr beginnt schwungvoll an den Börsen. Nahezu alle Anlageklassen konnten in den ersten Wochen zulegen, teilweise mit zweistelligen prozentualen Gewinnen. Grund dafür ist die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung, initiiert durch die Maßnahmen, die der amtierende US-Präsident verabschieden könnte. Hier ist beispielsweise die erwartete Steuerreform in den USA zu nennen. Es wird erwartet, dass eine Steuersenkung für Unternehmensgewinne von ca. 35% auf ca. 20% verabschiedet werden könnte. Dies hätte deutlich steigende Gewinne bei US-Unternehmen zur Folge. Die Kurse steigen aktuell auch in freudiger Erwartung eines solchen Effektes.

Es gibt natürlich skeptische Stimmen, die davon ausgehen, dass der tatsächliche Effekt der politischen Entscheidungen in den USA nur von kurzer Dauer sein könnte. Dies liegt an der hohen Staatsverschuldung, die es nur in begrenztem Umfang zulässt, dass der Staat auf Steuereinnahmen verzichten kann. Wenn Trump Investitionen in die Infrastruktur des Landes tätigen und Steuern senken will, geht dies zu Lasten einer höheren Staatsverschuldung. Aus diesem Grunde sind deutlich steigende Zinsen eher unwahrscheinlich, die Zinslast der USA würde sich schließlich ebenfalls erhöhen. Alles in Allem ein Umfeld mit hohen Erwartungen, vielen Fragezeichen und in guter Hoffnung auf wirtschaftliche Belebung.

DAX – Jahresziel bereits erreicht?

Der deutsche Aktienmarkt schwimmt aktuell im positiven Fahrwasser der US-Börsen gut mit. In den letzten Tagen erreichte der deutsche Leitindex bereits die Marke von 12.000 Punkten. Damit liegt das Allzeithoch aus dem April 2015 (12.380 Punkte) in Reichweite.
Werfen wir einen Blick auf die Zielmarken für den DAX, welche die Banken in ihren Prognosen für das Jahresende 2017 angenommen haben. Die durchschnittliche Erwartung der deutschen Banken, für den DAX zum 31.12.2017, liegt bei 11.630 Punkten. Dieses Niveau haben wir bereits überschritten. Und weiter?
Im Grunde spielt es keine Rolle was Marktteilnehmer erwarten. Die Trefferquote solcher Prognosen ist ohnehin so schlecht, dass sich keinerlei Orientierung daran lohnt.

Fazit:

Prognosen für das neue Jahr sind nicht leicht herzuleiten. Durchstreift man die Markterwartungen von Banken und Vermögensverwaltern, wird immer wieder auf die Unvorhersehbarkeit des neuen US-Präsidenten verwiesen. Dessen Aktionen sind maßgebend, denn die Wirtschaftsmacht Amerika gibt weiterhin die Richtung für die Welt vor.
Wie auch im letzten Jahr, muss im Jahresverlauf mit größeren Schwankungen gerechnet werden. Dies klingt zunächst oberflächlich, ist es aber nicht. Nämlich unter dem Blickpunkt, dass der Gewinn auch im günstigen Einkauf liegt und es sich kurzfristig lohnen kann auf Rücksetzer zu warten.

Insgesamt erwartet der IWF für 2017 eine Belebung der Weltwirtschaft um 3,4%, wobei die höchsten Wachstumsziele in Asien liegen. Für Europa werden nur 1,6% Wachstum angenommen. Der weitere Vollzug des BREXIT bremst dabei ebenso, wie die strukturellen Probleme in Italien und natürlich die bevorstehenden Wahlen in Frankreich, Holland und Deutschland. Diese Entscheidungen werden sicher auch Bewegungen an den Kapitalmärkten um die betreffenden Termine herum hervorrufen, bzw. zur Folge haben.

  • „Eine Aktienhausse wird in der Panik geboren, reift in der Skepsis,
    wächst im Optimismus und stirbt erst in der Euphorie.“ (Zitat, Börsenweisheit)

Von Euphorie kann derzeit am ehesten bei Immobilien die Rede sein. Die Anlageklasse Aktien verzeichnete in 2016 die größten Kapitalabflüsse seit der Finanzkrise 2008. Weltweit wurden rund 100 Milliarden Dollar aus Aktienfonds abgezogen. Von Euphorie darf aktuell eher nicht die Rede sein. Vor diesem Hintergrund bleiben Aktienfonds wohl die langfristig aussichtsreichste Anlageklasse.
Eine nützliche Erkenntnis für die langfristige Anlageplanung.

Die Sommermonate glänzten nicht nur mit wunderbar warmen Temperaturen, auch die Kurse der meisten Aktienindizes sorgten für gute Stimmung bei Anlegern. Im Anschluss an die Brexit-Sorgen, die mittlerweile kaum noch eine Rolle spielen, eroberten speziell die europäischen Börsen die Stände vom Jahresanfang zurück.
In den USA befinden sich Dow Jones und Nasdaq bereits auf historisch neuen Höchstkursen, zudem genießen die Schwellenländer in diesem Jahr wieder das Vertrauen der Investoren und erzielten teilweise Kurszuwächse im zweistelligen Prozentbereich.

Doch so langsam neigt sich der Sommer dem Ende entgegen und herbstliche Stimmungswolken verbreiten sich auch über dem Börsenparkett. Wer sich regelmäßig mit den Kapitalmärkten beschäftigt weiss natürlich, dass die historisch schwächsten Börsenmonate begonnen haben. Im September und Oktober muss alljährlich mit erhöhten Kursschwankungen gerechnet werden, wie der saisonale Verlauf verdeutlicht. Vor allem kurzfristig agierende Marktteilnehmer sind entsprechend nervös.
Ab November sorgt dann das Weihnachtsgeschäft für neue Fantasie, denn vielen Unternehmen bringt die „Zeit des Schenkens“ gute Geschäftsergebnisse ein, was wiederum den Optimismus von Aktionären rechtfertigt.

Die nachfolgende Grafik zeigt den saisonalen, durchschnittlichen Kursverlauf des marktbreiten S&P 500 Index (USA) der letzten 30 Jahre:

SeasonalChart_S&P500_30Jahre

Daraus resultiert: Speziell die Herbstmonate gelten als nervöse Jahreszeit an den Kapitalmärkten. Oft bieten sich in dieser Zeit gute Gelegenheiten, um gezielt Investitionen aufzustocken.

Gründe für die aktuelle Marktschwäche

Begibt man sich auf die Suche nach konkreten Ursachen für die derzeit nervösen Märkte, stellt man fest, die Notenbanken spielen nach wie vor eine dominierende Rolle im Marktgeschehen:

  • So hat die europäische Zentralbank (EZB) am 08.09.2016 die Markterwartungen dadurch enttäuscht, dass keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen beschlossen wurden.
  • Im Vorfeld der nächsten Zinssitzung der US-Notenbank (FED), welche am 21.09. stattfindet, wird über eine mögliche plötzliche Erhöhung des US-Leitzinses diskutiert, deshalb gaben die Aktienkurse in den letzten Tagen nach.
  • Die Besonderheit in diesem Jahr ist die US-Präsidentenwahl, die bis Mitte November die Märkte zusätzlich beeinflusst.

Bemerkenswerte Beobachtungen zum Gold

Der Goldpreis eroberte in diesem Jahr viele Anlegerherzen für sich. Sogar bei jenen, die im letzten Jahr so richtig pessimistische Aussichten verbreitet hatten.
Zum Beispiel hatte eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Deutschen Bank im August 2015 folgendes veröffentlicht: „Wir sehen in Gold eine volatile und riskante Anlageform ohne inneren Wert … Auch mittelfristig erwarten wir keine Preiserholung“ (Quelle: http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/vermoegensverwalter-sehen-keine-erholung-sal-oppenheim-wirft-gold-aus-kundendepots/12140450.html )

Die meisten anderen Banken riefen zum Jahreswechsel ebenso niedrige Erwartungen zum Edelmetall aus und prognostizierten teils dreistellige Kursziele. Die durchschnittliche Prognose für den Goldpreis per Ende 2016, über alle Banken hinweg, lag bei rund 1050$ je Unze Gold (1 Unze = Feinunze = 31,1g).

Was seither geschah?
Anfang Januar 2016 notierte der Goldpreis bei 1.060 $ je Unze, auf einem mehrjährigen Tiefstkurs. Seither kam es zu einer stattlichen Erholung, auf nunmehr 1.315$ je Unze.

Goldpreis in USD, Entwicklung 1 Jahr, 16. September 2015 – 16. September 2016:

Goldpreis_1Jahr_160915-160916

Quelle: Goldseiten.de http://www.goldseiten.de/kurse/Goldcharts-USD.php

Mit steigenden Goldpreisen im Jahresverlauf, drehte sich plötzlich die Meinung der Banken. Aktuell sind reihenweise Empfehlungen von Banken nachvollziehbar, die jetzt über die Wichtigkeit von Gold als Anlagevehikel und guten Aussichten für den Goldpreis berichten. Allerdings notiert das Edelmetall nun gut 25% über der (tatsächlich) günstigen Kaufgelegenheit vom Jahresanfang 2016.

Zum Beispiel begründete die Deutsche Bank am 29.08.2016 in einer Analyse, dass der Goldpreis weiteres Potential auf 1.700 $ je Unze habe. (Quelle: http://www.goldseiten.de/artikel/299031–Deutsche-Bank~-Warum-Gold-1700–kosten-sollte.html )

Zusammenfassend: Viele Banken rieten zum Jahresbeginn, bei 1.050 $, zum Ausstieg aus Gold. Bei jetzigen Preisen um 1.320 $ verweist man plötzlich auf weiteres Potential, wie im vorbenannten Beispiel.
Nicht die jetzige Begründung für einen weiteren Anstieg halten wir für bemerkenswert, sondern den Widerspruch und das fragwürdige Timing für die Anleger, welche diesem Rat evtl. gefolgt sind. Erst verkauft man zu tiefen Kursen und ein Jahr später kauft man deutlich teurer wieder ein?
-> Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung dazu.

  • Wer uns kennt, der weiss, wir betrachten Gold seit fast 15 Jahren als einen wertvollen Baustein in Anlageportfolios. Daran hat sich nichts geändert.

Wahrscheinlich ist für Gold zunächst folgendes Szenario: Käme es nun zu einer Zinsanhebung in den USA, würde ein daraus hervorgehender stärkerer US-Dollar den Anstieg der Edelmetallkurse erst einmal bremsen. Kurzfristig ein Grund für zurückhaltenden Optimismus. Mittel- und langfristig dürften die Zinsen weiter auf niedrigen Niveau verharren und die Aussichten für Gold und Silber sollten, nicht nur aus diesem Grund, tatsächlich glänzend sein.

Fazit allgemein

Die gähnende Tiefe der Zinsen zwingt Anleger, die mittel- bis langfristige Wertsteigerungen erzielen möchten oder diese für ihre Vorsorgeziele benötigen, heraus aus verzinslichen Anlagen (siehe unseren Kommentar vom 14.03.2016: Null-Zinsen-Konsequenzen-für-Anleger).
Allternative Anlagestrategien benötigen eine breite Streuung, sodass man heutzutage kaum auf einen gewissen Aktienanteil im Portfolio verzichten kann.

Zwar sind die Aktienmärkte nicht mehr günstig, aber in Anbetracht der Anlage-Alternativen auch nicht überteuert. Zudem bieten sich in der globalen Sichtweise deutliche Bewertungsunterschiede. Während US-Aktien relativ teuer sind, finden sich in Europa und Asien günstigere Bewertungen.

Nach unserer langjährig gereiften Überzeugung kann nur derjenige echte Chancen auf Kapitalerhalt und Wertsteigerung finden, der sich die Mühe macht, auch aussichtsreiche Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen zu selektieren. Fonds die in Ihrer Wertpapierauswahl gezieltes Stockpicking betreiben, besitzen deshalb die besten Anlagechancen (Stockpicking = Fonds die mit ihren Investitionsentscheidungen nicht an Indizes gebunden sind, sondern ausschließlich eine attraktive Einzeltitelauswahl betreiben. Im Gegensatz dazu steht ein passives Investment, z.B. ein ETF, dieser bildet nur einen Index nach).

Wir greifen auf die erfolgreichsten aktiven Fondsmanager verschiedener Kategorien, Regionen und Branchen zurück und entwickeln daraus passende Anlagelösungen mit Investmentfonds.
Eine zeitlose Strategie.

Am Morgen des 24.06.2016 wird bekannt, dass rund 52% der Briten für einen Ausstieg Grossbritanniens aus der EU gestimmt haben. Die deutliche Mehrheit der Marktteilnehmer und der Marktexperten hatten jedoch damit gerechnet, dass die Briten in der EU bleiben werden.

Die Kapitalmärkte reagierten aufgrund dieser Überraschung entsprechend deutlich. DAX und EUROSTOXX starteten zum Handelsbeginn rund 10% im Verlust, konnten sich im Tagesverlauf bereits von den Tiefstkursen erholen. Besonders Bankaktien zählten zu den größten Verlieren (um -20%), während sich konsumorientierte Unternehmen, Lebensmittelhersteller und Pharmawerte stabil, fast unbeeindruckt zeigten. Die Logik ist einfach, Nahrung, Hygieneartikel und Medikamente werden in jeden Umfeld benötigt.
Besonders positiv reagierten die Edelmetallpreise, der Goldpreis legte direkt um 5% zu.

Marktbewegungen – kurzfristige Spekulanten auf dem falschen Fuss erwischt

Es muss davon ausgegangen werden, dass die ersten Marktbewegungen hauptsächlich von Tradern bestimmt wurden, d.h. es erfolgte ein Abbau von überwiegend den Positionen, die sich im Vorfeld auf eine bestimmte Bewegung festgelegt hatten und ihre Positionierung nun glattstellen mussten.

An solchen Tagen halten sich langfristige Investoren mit ihren Reaktionen überwiegend zurück. Die Marktbewegungen um solche Termine herum sind also nicht als fundamentale Reaktionen zu verstehen, vielmehr findet man sich in einem Tradingumfeld, mit der Konsequenz die Bewegungen nicht über zu interpretieren. Es handelt sich zunächst nicht um die Ausbildung neuer Trends, sondern um Tagesgeschäft. Für mittel- und langfristig strategisch gut aufgestellte Anlagen besteht wenig Grund in einem solchen Umfeld zu aktiv zu handeln.

Besonnenheit kehrt zurück

Die Bewegungen der Aktien- und Rentenmärkte in den Tagen danach zeigen insgesamt eine Beruhigung der Gemüter und der Kurse. Die Aktienmärkte nähern sich langsam wieder dem Niveau an, auf welchem Sie sich einige Tage vor der BREXIT – Entscheidung befanden. Edelmetalle wie Gold und Silber profitieren jedoch weiter und glänzen mit steigenden Kursen.

Anlagestrategie geht vor

Um die Auswirkungen auf die Asset Allokation zu durchdringen, gilt es nun die mittelfristigen wirtschaftlichen Konsequenzen zu fokussieren, hier kann man sich in Ruhe ins Research begeben. Jedoch auch in dem Bewusstsein, dass die Unsicherheiten aus den politischen Folgen noch einige Wellen schlagen können. Trotzdem ist die Politik nicht die Perspektive, aus welcher man die Kapitalmärkte einschätzen sollte.

Deshalb stellen sich für die Steuerung von Kapitalanlagen vordergründig die Fragen nach dem unmittelbaren Geschäftsumfeld für Unternehmen, wie beispielsweise:

  • Welche wirtschaftlichen Entwicklungen ergeben sich aus den Konsequenzen der Brexit – Entscheidung?
    Welche Auswirkungen bringen die Währungsentwicklungen zwischen britischem Pfund (GBP), Euro und USD mit sich?
    In welchen Regionen oder Branchen ist mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstum zu rechnen und wer kann profitieren?
    Wo liegen strukturelle Gewinner und Verlierer?

Darauf aufbauend gilt es eine Anwendung der getroffenen Einschätzungen für die Portfoliostruktur zu treffen:

  • Wie bin ich positioniert?
    Was habe ich erwartet und welche Konsequenzen hat das neue Marktumfeld auf meine Positionierung?
    Welche Änderungen sind gegebenenfalls notwendig?
  • Bei allen Überlegungen darf der Fokus auf die gesetzten Anlageziele nicht aus den Augen geraten,
    Stichwort: Anlagestrategie geht vor Taktik.

Wer nicht streut, kann ausrutschen … ?

Die letzten Tage konnten auch als eine Art „Belastungstest“ für verschiedene Anlagestrategien einen Aufschluss darüber geben, wie sich die Streuung der Anlageportfolios in besonderen Marktsituationen auswirkt.
Mit Blick auf unsere Kundenportfolios lässt sich sagen, dass die Portfolios durch ihre breite und gezielte Streuung, eine hohe Stabilität behalten konnten. Bereits wenige Tage nach dem Brexit- Ereignis sind die vorherigen Stände wieder erreicht.

Ein Blick voraus

Die nächsten Wochen werden sicherlich noch die ein oder andere Überraschung bereithalten, politisch und wirtschaftlich. Großbritannien muss sich neu finden, Europa ist in Bewegung, die globalen Auswirkungen werden sich in Grenzen halten. Zudem haben sich die Notenbanken bisher noch zurückgehalten und werden sicherlich Position beziehen. Vieles spricht nun dafür, dass eine weitere Zinserhöhung in den USA ausbleiben wird, dies sollte für weitere Marktberuhigung sorgen.

Die Aktienmärkte suchen nach einem neuen Trend. In Richtung Jahresende blicken wir aus heutiger Sicht recht optimistisch, denn derzeit sind besonders hohe Barbestände bei vielen Vermögensverwaltern und Fondsgesellschaften zu beobachten, die früher oder später in den Markt zurückkehren dürften. Das Zinsumfeld bietet jedenfalls kaum Alternativen.
Vielleicht stellen die aktuellen Kursschwankungen eine gute Gelegenheit dar, um auf günstigem Niveau, schrittweise seine Investitionen in Produktivkapital etwas zu erhöhen?

  • Schließen möchten wir unsere Überlegungen mit einem Zitat, welches der Börsenkenner André Kostolany im Jahre 1998 formulierte (in einem Werbespot, allerdings nahm er damals Bezug auf Aluminium):
    „Denken Sie doch einmal über Gold nach.“

Die Notenbanken bestimmen das Geschehen an den Kapitalmärkten seit jeher mit. Die geldpolitische Steuerung erfolgte lange Zeit eher indirekt durch die Anwendung verschiedener Maßnahmen, in erster Linie durch die Festlegung des Leitzinses. Seit einigen Jahren nehmen die Notenbanken nun wesentlich größeren Einfluss auf die Finanzmärkte. Durch die Einführung von Kaufprogrammen für Kapitalmarktprodukte, wie beispielsweise Staatsanleihen, verzerren Sie die ursprüngliche Funktionsweise von Angebot und Nachfrage, mit weitreichenden Konsequenzen für die gesamte Anlagewelt.

Seit März 2015 kauft die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen der europäischen Mitgliedsstaaten. Festgelegt wurde damals ein monatlicher Umfang von 60 Milliarden Euro. Diese Maßnahme wird als Quantitative Easing (QE-Programm) bezeichnet, was letztlich eine gezielte Geldmengenausweitung beabsichtigt. Es wird mehr Geld geschaffen, mit diesem werden verzinsliche Wertpapiere der Mitgliedsstaaten aufgekauft, um dadurch geldpolitische Ziele durchzusetzen. Diese Maßnahmen helfen zunächst südeuropäischen Staaten in der Stabilisierung ihrer Geldpolitik. Mittelfristig beabsichtigt die Notenbank, dass die Inflation in der Eurozone auf ein Mindestziel von 2% angekurbelt werden soll.

Die jüngsten Beschlüsse der EZB

Am 10.03.2016 wurde eine deutliche Erweiterung der bisherigen geldpolitischen Maßnahmen in Europa beschlossen. Mario Draghi, Chef der EZB, veröffentlichte unter anderem folgende Neuerungen:

  • Der Leitzins der Eurozone wird von 0,05% auf 0,0% gesenkt
  • Banken die ihr Eigenkapital bei der EZB hinterlegen, müssen auf diese Einlagen nun -0,4% p.a. Strafzins bezahlen. (bisher -0,3%)
  • Ab April 2016 soll das Anleihe – Kaufprogramm von 60 Mrd. Euro auf 80 Mrd. Euro ausgeweitet werden. Neben Staatsanleihen sollen dann auch Anleihen von Unternehmen (von Banken und Nichtbanken) gekauft werden.


Quelle: www.leitzinsen.info

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Welche Konsequenzen ergeben sich für Anleger?

  1. Anlageprodukte auf Zinsbasis sind unrentabel. Die meisten der bisher „sicheren Anlagen“ bieten nunmehr keine Lösung für den Wunsch von Kapitalzuwachs. Selbst der Kapitalerhalt ist in Gefahr, „Sicherheit“ ist relativ. Denn: Sobald die Inflationsrate steigt, unterliegen Geldwerte einem Kaufkraftverlust in entsprechender Höhe. Wenn der Guthabenzins fehlt, findet eine unsichtbare Geldentwertung statt.
  2. Dies betrifft unmittelbar Bargeld, Bankanlagen wie Sparbücher und Tagesgeldkonten, aber auch Geldmarktfonds, Bausparverträge, sowie in zunehmendem Maße Lebensversicherungen mit verzinslicher Anlage.
  3. Verzinsliche Wertpapiere werden unattraktiver. Die Anleihekäufe der EZB führen dazu, dass die betroffenen Anleihen zunehmend als risikolos betrachtet werden. Zins ist immer auch eine Vergütung von Risiko. Verringert sich das Risiko, nähert sich auch der Ertrag mit derartigen Wertpapieren dem Leitzins an, aktuell also der Nulllinie.
    In der Folge haben viele defensive Fonds, wie auch Rentenfonds, kaum noch Chancen auf Wertsteigerung, weil die risikoarme Anlagewelt abgegrast ist. Vergangenheitsergebnisse sind kein Maßstab für zukünftige Betrachtungen.
  4. Durch den Strafzins den Banken bezahlen müssen, wird es zunehmend wahrscheinlicher, dass der Negativzins an den Verbraucher durchgereicht wird. Dann müssten Sie Zinsen auf Kontoguthaben bezahlen. Wie sich dies in der Praxis ausgestaltet muss man abwarten, d.h.: bleiben Sie aufmerksam!
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Die Zins-Sackgasse

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Fazit

Der Zins ist abhanden gekommen. Die jüngste Entscheidung der EZB hat insgesamt weitreichende Folgen für jeden, der Geld spart und anlegt. Bisher haben Notenbanken überwiegend durch den Leitzins die Märkte beeinflusst, nun werden Sie direkt zum Konkurrenten für Anleger. Denn, was die Notenbank kauft, kann dem Anleger keine Zinsen mehr einbringen.

Erschwerend kommt hinzu, dass wohl eine längere Phase der niedrigen Zinsen vor uns liegt, wie Mario Draghi in der EZB-Pressekonferenz in Aussicht stellte.

Kurzfristig gibt es keine Zinsen mehr,
mittelfristig scheint ein Strafabgabe auf Kontoguthaben wahrscheinlich
und langfristig droht eine Geldentwertung durch Inflation.

Unter den neuen Rahmenbedingungen besteht für jegliche Spar- und Anlageprodukte, besonders für die Ruhestandsvorsorge, die Notwendigkeit einer Tiefenprüfung auf realistische Leistungsfähigkeit und Erfüllbarkeit für die beabsichtigten Sparziele. Für Zinsorientierte Anlagen droht eine Zins-Sackgasse!

Eine nützliche Herangehensweise zur Lösungsfindung, ist die Festlegung bestimmter Anlagezeiträume und Risikotoleranzen, in Abstimmung mit den persönlichen Zielen, also eine saubere Finanzplanung.
Darauf aufbauend können passende Anlagekonzepte ausgewählt werden.

Hierbei hat jeder Anleger auch die Wahl, ob er sich mit einzelnen Produktanbietern zufrieden gibt, oder ob er sich Berater sucht, die eine Qualitätsauswahl zu seinen Gunsten in den Vordergrund stellen.

… holprig, turbulent, nervös lauten die Beschreibungen in den meisten Marktberichten zum aktuellen Börsengeschehen, neue Gründe findet man eher nicht. So zeigt sich nach wenigen Handelstagen im Neuen Jahr, dass sich die fundamentalen Daten gegenüber 2015 kaum geändert haben.

Die alten Themen, wie die Börsenturbulenzen in China und die US-Zinsentscheidung im Dezember, sind für die neuen Entwicklungen nur begrenzt heranziehbar. Allerdings steigt die Besorgnis über weiter fallende Rohstoff-preise, besonders beim Öl, da einige Produzenten in Schieflage geraten könnten. Auch die zunehmenden Schlagzeilen von IS-Terroranschlägen, sowie die neuen Spannungen im Mittleren Osten sorgen für Unsicherheit.

Die Börse schaut nach vorne, versucht jede aktuelle Nachricht zu interpretieren und die künftige Entwicklung vorweg zu nehmen.

Allerdings gibt es immer Marktphasen, in denen es schlichtweg nicht möglich ist die Geschehnisse an bestimmten punktuellen Ursachen fest zu machen. Tatsache ist, die Verkäuferseite dominiert, es wird Kapital abgezogen, die Käuferseite wartet ab und so fallen die Kurse erst einmal.

Zu viel Optimismus im Aktienmarkt?

  • Seit rund 7 Jahren steigen die Aktienkurse in den USA und in Europa, mit nur kleineren Unterbrechungen. Viele Spekulanten haben sich wiedereinmal an steigende Kurse gewöhnt. In manchen Social Media Plattformen wird wie selbstverständlich darüber diskutiert wieviel Rendite pro Monat „drin ist“.
  • Wie jedes Jahr haben die deutschen Banken ihre Prognosen für den DAX Ende 2016 abgegeben.
    Im Durchschnitt wird ein DAX-Stand von 11.859 Punkten erwartet. Fallende Kurse hat keiner auf dem Kurszettel.

Ein solcher Optimismus reicht manchmal als Grund, um eine Korrektur auszulösen. Denn, wer optimistisch ist,
ist bereits investiert. Der Moment in dem der Respekt vor dem Markt weicht, wenn die Gier bei Anlage-entscheidungen die Oberhand gewinnt, ist nicht selten ein Punkt, an dem erst einmal genau das Gegenteil von dem geschieht was allgemein erwartet wird. Dies kann in kurzen Marktbereinigungen stattfinden, wie im August/September vergangenen Jahres, oder einige Monate andauern.

Passive Anlageprodukte verstärken Marktschwankungen, durch Herdentrieb

Einen solchen Aspekt des „blinden Marktvertrauens“ sehen wir in der steigenden Akzeptanz von ETF-Produkten. ETF sind passive Anlagevehikel (ETF = Exchange Traded Fund = börsengehandelter Fonds), die einen bestimmten Marktindex nachbilden. In den letzten Jahren steigt das Anlagevolumen von ETF`s stark. Daran lässt sich ablesen, dass eine immer breitere Anlegerschaar auf diese Weise investiert.

Warum? Weil dann, wenn der Markt sowieso steigt, gern die kostengünstigste Variante gesucht wird, um daran zu partizipieren. Steigt der Markt, profitiert der ETF im Gleichschritt, allerdings trifft dies umgekehrt ebenso 1:1 zu. Fällt der Markt, fällt auch der ETF im gleichen Maße mit, es gibt keine Chance auf Mehrwerte.

Will sich der Anleger oder die gewählte Anlagestrategie über die er investiert ist, nun aus dem Markt zurückziehen, bleibt nichts anderes als der Verkauf des ETF-Produktes übrig. Dieser Ausstieg wird jedoch immer häufiger durch computergesteuerte Handelssysteme umgesetzt, die an bestimmten Index-Kursmarken auf „Verkaufen“ programmiert sind. Hierbei werden mittlerweile große Volumen bewegt, die letztlich auf ähnliche Weise gesteuert werden. Verkäufe lösen in der Folge weitere Verkaufsaufträge aus, der Markt fällt. Und die Kurse fallen erst einmal nur, weil die Kurse fallen. Dies gilt umgekehrt auch für steigende Kurse.

Zusammenfassend: Computeralgorithmen lösen einen künstlichen Herdentrieb aus, die Marktvolatilität wird verstärkt. Für die Schwankungen der Aktienmärkte werden demnach nicht unbedingt neue Nachrichten oder fundamentale Veränderungen benötigt.

Schwankungen als Chancen verstehen, der Weg des aktiven Managements

Wir verfolgen im Umgang mit Investmentfonds jedoch einen anderen Ansatz. Wir setzen auf aktive Fondsmanager. Was heißt das? Wir suchen nach schlauen Köpfen die mit Ihren Anlageentscheidungen nicht passiv den Schwankungen des Gesamtmarktes ausgeliefert sind.

Dafür gibt es eine ganze Reihe verschiedener aktiver Herangehensweisen. Fast immer wird dabei von der Zusammensetzung der Indizes abgewichen, z.B. indem in bestimmte Branchen oder Unternehmen nicht investiert wird. Der Fonds selektiert Unternehmen nach deren Wettbewerbsvorteil, nach Wachstumskriterien (Growth) oder deren Werthaltigkeit (Value). Fallen nun die Kurse, ergibt sich für den Fondsmanager die Gelegenheit das werthaltige Unternehmen zu einem günstigeren Preis zu erwerben.

Aktives Management vs. Index-Investment

Ein Beispiel: Der EuroStoxx50 ist der führende Aktienindex Europas und setzt sich aus den größten Unternehmen der Euroländer zusammen. Entscheidend für die Zusammensetzung ist die Größe der Unternehmen nach Marktkapitalisierung (= Börsenwert).

Während ein ETF nun beispielsweise den EuroStoxx50 nachbildet, wählt der aktive Fondsmanager nur die aussichtsreichsten und ertragsstärksten Unternehmen aus. Die aus seiner Sicht unattraktiven Unternehmen werden nicht investiert. In der Folge ist ein aktiv gemanagter europäischer Aktienfonds völlig anders aufgestellt als der Index.

So haben einige aktive Fondsmanager in den letzten Jahren auf die Investition in bestimmten Branchen verzichtet (z.B. Bankaktien, Versorger = unterdurchschnittliche Entwicklung) und andere Branchen höher gewichtet (z.B. Nahrungsmittel, Gesundheit, Technologie = überdurchschnittliche Entwicklung).
Der Fondsmanager übernimmt also eine gezielte Auswahl der Wertpapiere. Daraus ergibt sich im Zeitverlauf auch ein deutlicher Unterschied in der Wertentwicklung, günstigenfalls zum Vorteil des aktiven Fonds.

Im nachfolgenden Beispielchart sehen Sie den Verlauf des europäischen Aktienindex EuroStoxx50 (blau),
im Vergleich mit einem aktiv gemanagten europäischen Aktienfonds (schwarz):

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EuroStoxx50 vs aktiver Aktienfonds Europa 5J 01.2011-01.2016

Verlgleichszeitraum 5 Jahre, 01.01.2011-13.01.2016: EuroStoxx50 +8%, Aktienfonds Europa +75%

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Ein weiterer Unterschied im aktiven Fondsmanagement besteht darin, dass einige aktive Manager mit einen Cashanteil im Fonds arbeiten:

  • Einerseits werden gut gelaufene Aktien nach Erreichen bestimmter Kursziele veräußert, erzielte Gewinne werden realisiert, der Verkaufserlös liegt für neue Investitionen bereit.
  • Andererseits entsteht bei schwankenden Märkten die Opportunität günstiger Einstiegskurse, wodurch ebenfalls Mehrwerte erzielbar sind, im günstigen Einkauf liegt der zusätzliche Gewinn.

Das aktiv angelegte Geld wird also „mit Köpfchen“ in den Wertpapiermärkten navigiert. Im Gegensatz zum ETF, der in der Regel seiner Indexnachbildung verpflichtet ist.

Fondsresearch bedeutet Fondsmanagerselektion

Im Ergebnis gilt es für uns, die Fähigkeiten der Fondsmanager im Blick zu haben. Diese wiederum übernehmen die Steuerung des Fondskapitals nach bestimmten Regeln. Auf diese Weise muss der Anleger seine Fondsanlage nicht wegen Marktschwankungen verlassen. Er kann davon ausgehen, dass Schwankungen einen Teil der Anlagestrategie darstellen.

Fazit

Preisschwankungen liegen in der Natur des Marktprinzipes von Angebot und Nachfrage. Nicht immer gibt es dafür Erklärungen. Derzeit befinden sich die Märkte in einer Phase der Konsolidierung, d.h. der Anstieg der letzten Jahre wird erst einmal „verdaut“.

Man muss davon ausgehen, dass computergesteuerte Handelssysteme Marktbewegungen verstärken, in beide Richtungen. Schwankungen sind jedoch nicht mit Risiko gleichzusetzen und eröffnen,  im Rahmen einer Anlagestrategie, zusätzliche Chancen für den langfristigen Anlageerfolg.

Im letzten Kommentar stellten wir einige Faktoren für die zu diesem Zeitpunkt vorherrschende Marktschwäche heraus. Der Oktober brachte die positive Marktstimmung zurück und diese sorgt für steigende Kurse. Aus heutiger Sicht erfüllt sich der saisonale Verlauf der Aktienbörsen auch in diesem Jahr (siehe Beitrag vom 11. Sept.). Mittlerweile notieren besonders die europäischen Märkte wieder deutlich fester und folgen dem durchschnittlichen saisonalen Jahresverlauf beinahe mustergültig.

Einmal mehr zeichnen sich die Entscheidungen der Notenbanken für das Marktgeschehen mit verantwortlich:

  • 16. September – Die US-Notenbank FED entscheidet sich gegen den lang angekündigten ersten Zinsschritt, zur Überraschung vieler Marktteilnehmer. Die Börsen reagieren erst verunsichert, dann positiv.
  • 22. Oktober – Die europäische Zentralbank betont erneut ihre Bereitwilligkeit zu Niedrigzinsen, sowie dazu, weiterhin expansive Geldpolitik zu betreiben. „Wenn notwendig mit weiteren Stützungsprogrammen für europäische Anleihen“ betonte der EZB – Chef M. Draghi.
  • 23. Oktober – Die chinesische Zentralbank beschließt eine Leitzinssenkung von 4,6% auf 4,35% und überrascht damit die Kapitalmärkte. Nicht nur die chinesischen Börsen stabilisieren sich, auch global notieren die Aktienmärkte seither freundlich.

Zinsen fallen …

Das Zinsthema begegnet nicht nur dem interessierten Anleger immer wieder. Der globale Trend der fallenden Leitzinsen hat sich in 2015 noch einmal beschleunigt. Nur wenige Staaten erhöhten ihre Leitzinsen, zumeist als Reaktion auf steigende Inflationsraten (z.B. Brasilien, sowie afrikanische Staaten). In den meisten Währungsgebieten und speziell in den entwickelten Industriestaaten, wurden die Zinsen durchweg gesenkt (z.B. Kanada, Norwegen, Australien, China, Indien), bzw. verharren auf historischen Tiefpunkten (USA, Japan, Europa).

  • Eine Übersicht der weltweiten Leitzinssätze, sowie einige Verlaufsdarstellungen, finden sich unter:
    http://www.leitzinsen.info

Man kommt eigentlich nicht mehr umhin festzustellen, dass Zinsanlagen (z.B. Festgeld, Tagesgeld, Bausparvertrag und klassische Lebensversicherung) kaum noch Kapitalzuwachs erbringen können. Allerdings zeigen Umfragen, dass die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der „abhandengekommenen Zinsen“, bei den meisten Sparern noch nicht zum Überdenken der Konsequenzen für ihr Geldvermögen geführt hat. Nur ein geringer Teil hat eine kritische Überprüfung der bestehenden Anlageplanung oder einer Anpassung an die Verschiebung der Marktverhältnisse unternommen. Dabei ist klar: Zeit ist Geld. Wer zu viel Zeit verstreichen lässt, muss diese durch höhere Sparbeiträge kompensieren. Ansonsten ist zu befürchten, dass von der Altersvorsorge letztlich die Sorge vor dem Alter übrig bleibt.
Natürlich ist dies nicht so einfach. Hierbei müssen Laufzeiten, geduldete Schwankungsbreiten, Ertragserwartungen, persönliche Ziele, u.v.m. hinterfragt, überprüft und abgestimmt werden. Trotzdem ist es notwendig in einer sich verändernden Welt den Kapitalaufbau anzufassen und anzupassen. Besonders für mittel- bis langfristige Sparziele sollte eine strategische Abwägung der verbleibenden Möglichkeiten stattfinden, natürlich unter Berücksichtigung erfüllbarer Erwartungen an die Kapitalmärkte.

  • Dabei sollte man sich als Anleger vor einfachen oder pauschalen Antworten hüten.
    Es gibt keine allgemein fertige Antwort, auf die Frage nach einer individuellen Anlagestrategie!

Aktienkurse steigen …

Seit einigen Jahren sorgen die tiefen Zinsen andererseits für ein positives Aktienmarktumfeld. Sollten die Zinsen weiter auf dem niedrigen Niveau verharren und davon muss derzeit ausgegangen werden, wird weiterhin Kapital in Unternehmensbeteiligungen fließen. Wir rechnen damit, dass das enorme Geldvermögen auf der Jagd nach Rendite, zunehmend in soliden Aktienwerten investiert wird. Zur Erzielung von Kapitalzuwachs sollte deshalb eine gewisse Aktienquote eingeräumt werden. Vielleicht erleben wir gerade den Beginn einer neuen Epoche des Investitionsdenkens, ausgelöst durch die Not der fehlenden Zinsen?
Dabei sollte niemand auf die Idee kommen plötzlich alles auf spekulative Anlagen zu setzen. Eine Mischung verschiedener Anlageklassen ist nach wie vor möglich und sicherlich die beste Empfehlung. Wie das konkret aussehen kann lässt sich natürlich nur im persönlichen Beratungsgespräch erarbeiten.

Sparpläne – Schrittweises investieren zahlt sich aus

Eine Möglichkeit sich schrittweise dem Investitionsgedanken anzunähern, liegt in monatlichen Sparraten. Was Sparpläne leisten können ist in unserer Rubrik Fondssparpläne nachlesbar und speziell in unserem Börsenbrief-Spezial „Investieren mit Fondssparplänen“ detailliert erläutert.

Eine aktuelle Statistik zu den Ergebnissen von Fondssparplänen wurde jüngst vom BVI (Bundesverband Investment und Asset Management e.V.) bereitgestellt. Hierin ist leicht nachvollziehbar, was aus einem Sparplan von 100€ monatlich geworden ist. Bereits bei einer Laufzeit von 10 Jahren liegen alle Ergebnisse im positiven Bereich.

Sparplanergebnisse_hist_BVI_30Sept2015

Quelle: BVI, http://www.bvi.de/statistik/wertentwicklung/

  • Verschiedene Zeiträume und verschiedene Fondskategorien zeigen die Attraktivität dieser Anlageformen. Hierbei wurden auch die Kosten mit berücksichtigt. Alle Werte sind Durchschnittswerte der jeweiligen Kategorie (Fondsgruppe).
  • Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass die verschiedenen Rentenfonds künftig wesentlich geringere Ertragsaussichten besitzen, da es sich eben um verzinsliche Wertpapiere handelt.
  • Besonders spannend ist die Kategorie der Mischfonds. Dahinter eröffnet sich ein besonders breites Produktspektrum, mit unterschiedlichsten Fondskonzeptionen. Von sicherheitsorientierten bis wachstumsorientierten, von schlauen Köpfen oder Computerbasiert gesteuerten Fondsstrukturen, verbergen sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Anlagesteuerung.

Letztlich kann Kapital durch intelligente Zusammenstellung verschiedenartiger Fondsbausteine so angelegt werden, wie es der Investor/Anleger vorgibt. Genau dies ist unsere tägliche Arbeit: Ideen finden, analysieren, selektieren und kombinieren – Anlagelösungen mit Investmentfonds.

Mit Beginn der zweiten Augusthälfte wurde in diesem Jahr der „Börsenherbst“ eingeläutet. Wir fassen einige Einflussfaktoren zusammen, die aktuell die Gedanken der Investoren und damit die Kurse beeinflussen.

Faktor 1 – Saisonaler Verlauf

Die saisonale Betrachtung des Aktienmarkt-Verlaufes offenbart in jedem Jahr eine erhöhte Anfälligkeit für Kurs-Korrekturen im Zeitraum von August bis November. Die Gründe dafür sind letztlich unerheblich.

Der nachfolgende „saisonale Chart“ fasst den jährlichen Börsenverlauf der letzten 21 Jahre zusammen,
hier für den Europäischen Aktienmarkt, anhand des Index: DJ EuroStoxx50:

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DJ_EuroStoxx_Saisonal 21 Jahre_2015

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Die Entwicklung in 2015 lief bisher nach ähnlichem Muster ab. Im 1. Halbjahr konnten die Kurse über 20% zulegen, per 03. September stehen noch ca. 6% Gewinn zu Buche.

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Eurostoxx50_Chart_Januar-August 2015

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Faktor 2 – China

Sucht man nach dem vermeintlichen Auslöser dafür, dass die Stimmung an den weltweiten Börsen seit dem 17./18. August plötzlich ungemütlich wurde, trifft man auf China.

a) Wirtschaftsmacht China – von globaler Bedeutung
Über die Bedeutung von Chinas Wirtschaft für die Welt und damit auch für Unternehmen in aller Welt, gibt es keinen Zweifel. Nach den USA ist China bereits die zweitgrößte Wirtschaftsmacht und kann noch immer auf ein dynamisches Wirtschaftswachstum verweisen. Nun kommen Befürchtungen darüber auf, das China das hohe Wachstumstempo nicht länger halten könnte. Wächst China langsamer, wächst die Welt langsamer. In den letzten Wochen wurde nun eine Abschwächung Chinas in den Kursen weltweit vorweggenommen.
An der Börse wird Zukunft gehandelt. Manchmal tritt diese vorausschauende Erwartung ein, manchmal stellt Sie sich als Übertreibung heraus.

b) Börsenentwicklung in China – eine hausgemachte Entwicklung
Im Sommer 2014 unternahm die chinesische Regierung Bemühungen dahingehend, den wachsenden Wohlstand und das Geldvermögen der Bürger im Land zu steuern. Es sollte eine Aktienkultur angestoßen werden (die bis dahin kaum Bedeutung hatte) und schließlich auch eine Stärkung der chinesischen Unternehmen mit Inlandskapital. Ab August 2014 startete eine regelrechte Börsenrallye. Hierbei blieb eine asiatische Mentalität nicht ohne Bedeutung, die allgemeine Neigung der Chinesen zum Glücksspiel. Mit steigenden Kurse wurde nicht nur das bestehende Geld „angelegt“, sondern es folgten schnell Spekulationen auf Kreditbasis.

Binnen weniger Monate führte die künstlich hervorgerufene Neuentdeckung der Aktie zu hohen dreistelligen Kursgewinnen. Der Börsenindex „Shanghai A“ legte eine Kursrallye um ca. 150% hin. Einzelne Aktienwerte gewannen dabei tausend Prozent.

Zudem ist wissenswert, dass am betreffenden Börsenplatz fast ausschließlich Chinesen Aktien von chinesischen Unternehmen handeln, dieser Marktplatz ist von Chinesen, für Chinesen. Die meisten Anleger können ausschließlich an dieser Börse handeln und sammelten somit ihre ersten Erfahrungen mit Wertpapieren.
Ein wenig ist die Situation mit den Jahren 1999/2000 in Deutschland zu vergleichen, als auch viele deutsche Anleger ihre ersten Erfahrungen in der Euphorie sammelten… .

Grafik: Shanghai A Shares Index – China Inlandsaktien, Zeitraum: Januar 2014 – August 2015

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China - Shanghai A Index_01.2014-08.2015

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Im April 2015 erreichte die Spekulation ihren Höhenpunkt. Es begann eine noch immer anhaltende Abwärtsfahrt der Inlandsbörse in China. Im Juli Griff der chinesische Staat in das Börsengeschehen ein, um die Talfahrt aufzuhalten. China unternahm Aktienkäufe mit Staatsgeldern, um die Börsenkurse zu stützen. Derzeit schwanken die Kurse noch immer stark, auf der Suche nach einer Normalität. Betrachtet man die Bewertung der Aktien nach klassischen Kennzahlen, wäre die Überhitzungsphase bereits weitgehend bereinigt. Aber dieser Markt hat eigene Regeln.

Faktor 3 – Steigende Zinsen in den USA ja oder nein?

Dieser Punkt zählt sicherlich zu den bedeutendsten für die Kapitalmärkte, weshalb auch seit einigen Jahren immer wieder darüber diskutiert wird. Die US-Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren stabilisiert, ebenso die offiziellen Daten zum US- Arbeits- und Immobilienmarkt. Allerdings verharren die US-Zinsen seit Ende 2008 nahe Null, also noch immer im Krisenmodus.

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Leitzinsen USA_Aug 2015

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Die große Frage besteht nun einerseits darin wann mit der ersten Erhöhung begonnen wird, und zweitens wie hoch in der Folge die Zinsen angehoben werden. In der vorherrschenden Marktmeinung wird mit einer ersten Anhebung in diesem Jahr und weiteren Zinsschritten im nächsten Jahr gerechnet. Dies wäre ein Faktor der dämpfend auf die Aktienkurse wirken könnte, deshalb reagieren die Börsen im Vorfeld nervös.

Allerdings hat keiner ein Interesses daran, den laufenden Wirtschaftsaufschwung zu gefährden, auch nicht die FED (US-Notenbank). Ein kleiner Zinsschritt wäre sicherlich leicht verdaulich und zudem eine beruhigende Antwort auf die Ungewissheit vieler Marktteilnehmer. Sollten sich die Ansichten allgemein dahingehend entwickeln, dass die Zinsen nur sehr behutsam steigen, würde frischer Rückenwind für die Aktienmärkte aufkommen. Wir rechnen nicht damit, dass die Zeit einer deutlichen Zins-Wende bereits gekommen ist.
Der Zinsentscheid der FED wird am Abend des 17.09.15 veröffentlicht.

Fazit:

Die saisonal schwierigste Marktphase ist erreicht. Dabei dämpfen Befürchtungen über eine Wachstums-verlangsamung von China die Stimmung und der Einfluss der US-Zinsentscheidung wirft seine Schatten voraus.
Hingegen lässt die konjunkturelle Entwicklung derzeit keine substantiellen Schwächen erkennen, weshalb es keinen echten Grund für Pessimismus gibt. Für die Erzielung von Kapitalerträgen stellen die absolut niedrigen Zinsen keine befriedigende Antwort dar, die Attraktivität von Aktien bleibt wohl noch länger unangefochten.
Es gilt die alte Regel: „The Trend is your Friend“ – stelle dich nicht gegen den Markt.

Sicherlich ist es aktuell nützlich Cashreserven zu haben. Wenn die Kurse nachgeben sollten, eröffnen sich damit Handlungsspielräume, um auf günstigerem Niveau Chancen wahrzunehmen.

Vorschau: In einem nächsten Börsenkommentar werfen wir einen Blick darauf, was historisch übrig blieb von kurzfristigen Meinungen, unter der Betrachtung von langfristigen Ergebnissen.

In den letzten Monaten dominierte das Thema Griechenland die Nachrichtenlage. In den letzten Wochen erregten Marktentwicklungen in China die allgemeine Aufmerksamkeit, wo sich nach schnellen, hohen Börsengewinnen, eine ebenso schnelle Phase der Ernüchterung breit machte. Das dritte dominierende Thema, ein wirklich bedeutendes für die Kapitalmärkte, ist die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank: kurzfristig steigende Zinsen, ja oder nein?

Im Tagesgeschehen reagieren die Kapitalmärkte momentan relativ schwer kalkulierbar, was wohl auch den geringeren Börsenumsätzen in der Sommerferienzeit zugeschrieben werden darf. Seit Jahresbeginn zeigen sich besonders die europäischen Börsen freundlich, hier stehen noch immer zweistellige Kursgewinne zu Buche. Der kurzfristige Trend verläuft eher seitwärts, mit dem Ende der Urlaubszeit wird es sicherlich auch an den Börsen wieder spannender.

Verfolgt man die tägliche Kapitalmarkt-Berichterstattung der Presse und der Nachrichtensender, entsteht manchmal der Eindruck, als wären alle Berichte und Schlagzeilen ganz entscheidend für die Richtung des künftigen Börsenverlaufes, jeden Tag auf`s Neue. So ist es natürlich nicht. Die dabei wohl eher aus dem Selbstzweck heraus erzeugte Sinnfrage, nämlich nach Begründungen für tägliche Kursbewegungen, muss der Investor nicht zu hoch bewerten.

In solchen Phasen ist es nützlich einen Schritt zurück zu treten, zu den verschiedenen Bühnen auf Distanz zu gehen, und die eigentlichen Grundüberlegungen ins Blickfeld zu rücken, die bei der Strukturierung von Anlagen wichtig sind.

Zum Beispiel die Frage: „Welche Anlagen sind derzeit attraktiv genug, um sich daran zu beteiligen?“

Deshalb möchten wir diesmal einen aktuellen Börsenkommentar von Marktkenner Stefan Risse einbinden, der Abseits des Tagesgeschehens das übergeordnete Marktumfeld zusammenfasst und eine Konsequenz bereithält. Herr Risse arbeitete einige Jahre mit dem geschätzten und leidenschaftlichen Börsenianer André Kostolany zusammen und vertritt auch heutzutage gern das „alte Börsendenken“, „alt“, im Sinne von bewährt.

Hier der Link zum lesenswerten Beitrag: „Aktien – teuer oder billig?“

http://www.rissesblog.de/2015/08/aktien-teuer-oder-billig/

Trotz des heißesten Sommers den Deutschland seit langer Zeit erlebt, gilt es kühlen Kopf zu bewahren, wenn es um Anlageentscheidungen geht.

Apple hat in der Rangliste der wertvollsten Marken der Welt die Spitze zurückerobert, so eine aktuelle Marktforschungsstudie. Ausgerechnet ein Anbieter für portable Musikabspielgeräte, Telefone und Computer gilt als wertvollste Marke der Welt? Manche werden Fragen, hat die Welt keine wichtigeren Themen?

Allerdings geht es bei Apple um viel mehr als um technische Endgeräte+Software, es geht um die zeitgemäße Mischung aus technischen Möglichkeiten und dem Gefühl des Besonderen.

Apple – Innovation trifft Zeitgeist

So wurde das jüngte Mitglied der I-Familie, die Apple Watch, nicht nur von Fans hoffnungsvoll erwartet. In ersten Testberichten wird beschrieben, dass die alleinstehende Armbanduhr als ein energiehungriges Endgerät einzustufen wäre, welches „auf einer Höhe“ mit bestehenden Konkurrenzprodukten rangiert. Ihren Mehrwert entfaltet die Smartwatch für den, der bereits ein anderes Gerät von Apple besitzt, ein I-Phone. Erst durch die Verknüpfung bündeln sich technische Neuheiten, multimediale Anwendungen und Design zur echten Innovation. Der luxusaffine Konsument darf auch eine Gold-Edition erwerben, wobei das Gehäuse aus 18 Karat Gold besteht.

Nimmt man die Gesamtheit der Apple Kreationen der letzten Jahre, zeigt sich das die Amerikaner eine eigene hochpreisige technische Welt erschaffen haben und das I-Universum wird mit aller Konsequenz weiter vorangetrieben. Die Produkte koppeln sich von der Konkurrenz ab und sind miteinander verknüpfbar. Und falls Apple eines Tages ein I-Car bauen sollte, dann wird es vielleicht über das I-Phone gestartet und gesteuert?

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Apple-Chart7

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Was die Besitzer der I-Geräte stolz und zufrieden macht, macht auch Anteilsinhaber glücklich. Apple hat ein Markenkonzept etabliert und besitzt genug Kapital die Zukunft kreativ mit zu gestalten. Der Wert der Produkte spiegelt sich im Wert der Marke wieder und letztlich auch im Vertrauen der Investoren in das Unternehmen.

Nun sind Überlegungen darüber, dass der Nutzen von Produkten auch zur Wertsteigerung des dahinter stehenden Unternehmens führt, natürlich nicht neu. Genau dies machen sich Wertpapier-Anleger seit rund 400 Jahren zu nutze.

Werte schaffen mit Wertpapieren

Die Schwierigkeit besteht natürlich darin, systematisch zu filtern welche Unternehmen gute Chancen besitzen Ihren Wert zu steigern. Mit dem Erwerb von Wertpapieren eines Unternehmens eröffnen sich zwei wesentliche Ebenen der Wertsteigerung.

  • Einmal in Form einer jährlichen Ausschüttung aus Unternehmensgewinnen, der Dividende. Gerade in der langfristigen Anlageentwicklung spielen Dividenden eine wichtige Rolle und können einen großen Anteil der Wertsteigerung ausmachen.
  • Die zweite Zuwachsquelle ist die Kursentwicklung, d.h. der Preis zu dem der Kapitalmarkt (die Gesamtheit der Investoren) eine Firma an der Börse handelt. Darin sind Erwartungen an die künftige Geschäftsentwicklung enthalten, sodass Wertpapiere Kursschwankungen unterliegen. Allerdings ist der Kurs (=Preis) nicht mit dem Wert des Unternehmens gleichzusetzen ist.

„Was Sie bezahlen ist der Preis, was Sie bekommen ist der Wert.“ – Warren Buffet

Die Strategie entscheidet

Letztlich ist es notwenig in eine Vielzahl von aussichtsreichen Werten zu investieren. Erst die Streuung verleiht Sicherheit darüber, das eine schwache Entwicklung eines Unternehmens von der Mehrheit guter Unternehmen aufgefangen werden kann. Hierin besteht der wesentliche Unterschied zwischen Spekulation und Investition.

Will der Anleger nach diesem Prinzip der Risikoverteilung vorgehen, so gestaltet sich die Verfolgung der einzelnen Werte nicht nur zeitlich aufwendig. Deshalb ist es nützlich hierfür kompetente Fondsmanager zu engagieren, welche diese Aufgabe professionell betreiben.

Und damit Sie sicher sein können auch wirklich hervorragende Fondsmanager für die verschiedenen Wertpapiere auszuwählen, gibt es Dienstleistungen wie unsere: Trüffelschweine für Fondsanlagen.

Investieren ist also gar nicht so schwer. Dabei geht es nicht nur um Rendite, sondern vor allem darum, sein Geld flexibel, gut strukturiert und vorausschauend zu investieren.

Ein spannendes Jahr mit vielfältigen Ereignissen liegt hinter uns. Wenig Grund zur Freude hatten Anleger mit Bankprodukten, wie Tagesgeld und Sparbuch. Für Anleger in Wertpapieren war 2014 hingegen ein angenehmes Anlagejahr.

1. Markteinflüsse:

Wesentlichen Einfluss auf das Kapitalmarktgeschehen hatten einmal mehr die Notenbanken. So senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins für Europa zwei mal, auf aktuell 0,05%, um damit die Refinanzierung der schwachen Euro-Staaten und die Stützung der Banken zu gewährleisten. Im Oktober verkündete die japanische Notenbank (Bank of Japan), dass Sie auch künftig nicht nur eigene Staatsanleihen kaufen wird, sondern ebenso Aktienanteile japanischer Unternehmen erwerben will. Japan ist das am höchsten verschuldete Land der Welt und seine Notenbank druckt Geld, um damit Aktien zu kaufen. Diesem Gedanken können Sie ruhig einige Minuten freien Lauf lassen … .

In der ersten Jahreshälfte entwickelte sich die Ukraine-Krise vom Streitpunkt zum politischen Graben zwischen Europa und Russland. Die daraufhin erlassenen Sanktionen der EU gegen Russland, schadeten letzten Endes beiden Seiten, sodass der zarte Aufschwung der Eurozone wieder an Fahrt verlor.

Zu den größten Überraschungen im zweiten Halbjahr zählt wohl der Verfall des Ölpreises, um gut 50% (die Umstände dessen sollen hier vernachlässigt bleiben). In der Folge gerieten Länder welche stark vom Ölpreis abhängen, wie Russland, Venezuela oder Brasilien, in Bedrängnis.

  • 2014 – Das Jahr in dem der Zins abhanden kam
    Der Zins, der seit Jahrzehnten als verlässlicher Faktor für Anleger selbstverständlich war, notiert nun nahe der Nulllinie. Zwangsläufig nähert sich die Verzinsung von Bankanlagen ebenfalls diesem Niveau an. Das bedeutet speziell für den konservativen Anleger nichts Gutes. In der Folge haben alle zinsabhängigen Anlageprodukte ein Problem. Dies wird umso unerfreulicher, je länger die Niedrigzinsphase anhält. Wir kommen bei den Rückschlüssen nochmals auf Konsequenzen des fehlenden Zinses zurück.
  • Aktienmärkte – Ergebnisse durchwachsen bis gut
    Im Gegenzug zum fehlenden Zins profitierten Aktienwerte in vielen Ländern und erreichten teils neue Allzeithochs. So schlossen die europäischen Aktienmärkte das Jahr mit kleinen Gewinnen, trotz der Wachstumsschwäche der Wirtschaft. Der deutsche Leitindex DAX überquerte erstmals die 10.000 Punkte-Marke. Der amerikanische Leitindex DOW Jones, stieg kurz vor Jahresschluss erstmals über 18.000 Punkte. Die USA sind zurück in der Rolle des Leitwolfes für die globale Wirtschaftsaktivität, der Aktienmarkt zeigte sich in Feierlaune.
    Auch viele Börsen in den Schwellenländern stabilisierten sich, sodass hier unsere Erwartung aufging. Speziell die asiatischen Kapitalmärkte in China und Indien performten dynamisch.

2. Ergebnisse

Der Euro schwächte sich im Jahresverlauf gegenüber den meisten anderen Währungen ab. So wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro um rund 13% auf. Anlagen in US-Dollar gewannen durch den Wechselkurs-Effekt im entsprechenden Maße. Dadurch lässt sich der Großteil des Zuwachses im Weltaktienindex (16%) erklären. Bereinigt um den Währungseffekt, erreichte der MSCI-Welt Aktienindex einen Gewinn von ca. 3%.
US-Aktien erreichten für europäische Anleger gut 27%, hälftig aus Währungs- und Kursgewinnen bestehend.
Auch der Goldpreis profitierte von der Währungsentwicklung, 10% legte das Edelmetall auf Eurobasis zu und versucht sich derzeit an einer mittelfristigen Bodenbildung.

Ergebnisse mit Fondsanlagen

Grundsätzlich bot sich ein günstiges Umfeld für Fondsmanager, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Durch geschickte Auswahl von Aktienwerten war es möglich, bessere Wertentwicklungen zu erzielen, als die jeweiligen Indizes.

In der nachfolgenden Grafik sind die Wertentwicklungen von verschiedenen Fondskategorien dargestellt. Hierbei haben wir einen Mittelwert unserer Top-Fonds für die jeweilige Kategorie zu Grunde gelegt. Es gab teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Indizes und Fondsergebnissen.

Wertentwicklung_Fonds_2014

Aktive Fonds lassen Indizes hinter sich

Zum Beispiel konnten viele Aktienfonds der Regionen Europa und Deutschland, die eine gezielte Selektion in der Auswahl der Einzeltitel berücksichtigen, den EuroStoxx50 und den DAX hinter sich lassen. Während der EuroStoxx50 sich um 2% verbesserte, gelang unserem Top-Fonds ein Zuwachs von 12%. Bei deutschen Aktienwerten, lag unser Top-Manager bei 9% Wertverbesserung (DAX 3%). Genau deshalb setzen wir bewusst nicht auf passive Investments wie ETF, sondern selektieren Produkte hinsichtlich der Kompetenz aktiver Investmententscheider. Nur so besteht die Chance auf Mehrwerte.

Mischfonds ist nicht gleich Mischfonds

In den Mischfonds-Kategorien gab es letztlich eine breite Streuung der Ergebnisse. Die Spitzenprodukte bei defensiven Mischfonds erreichten gar 2-stellige Wertzuwächse. Warum? Ganz einfach weil sich teilweise extrem unterschiedliche Produktgestaltungen hinter dem Oberbegriff Mischfonds wiederfinden. Deshalb muss bei der Selektion dieser Fondskonzepte besonders genau darauf geachtet werden, was das Management letztlich mischt. So wird es für überwiegend zinsorientierte Produkte künftig sehr schwierig, die guten Egebnisse der Vergangenheit zu wiederholen.
Im Durchschnitt konnte mit risikoarmen Fonds ein Zuwachs von 6% eingefahren werden. Für die kommenden Jahre setzen wir die Erwartungen bei unseren Fonds-Favoriten etwas geringer an, bei Jahresrenditen zwischen 3-5%. Hierin sollten sich auch die Bedürfnisse der sicherheitsorientierten Anleger wiederfinden.

3. Rückschlüsse

Auswirkungen des Niedrigzinses auf zinsabhängige Anlagen

Bereits jetzt bieten Bankanlagen (z.b. Sparbücher, Tagesgeld) und Bausparverträge keine Chance auf reale Kapitalvermehrung. Auch zinsabhängige Anlageformen wie die klassische Lebensversicherung geraten zusehens in Bedrängnis. Um bei letzteren gegenzusteuern, verabschiedete die Bundesregierung im August 2014, mit dem so genannten LVRG (Lebensversicherungsreformgesetz), ein Gesetz „zur besseren Vorbereitung der Versicherer auf eine andauernde Niedrigzinsphase“. Wer künftig seine Altersvorsorge mit klassischen Lebensversicherungen betreiben möchte, erhält seit dem 01.01.2015 eine Zinsgarantie über 1,25% (vorher 1,75%; verzinst wird dabei der Sparanteil, also der Beitrag nach Abzug der Kosten des Versicherers). Was den Versicherern zunächst hilft, hilft der Attraktivität der Produkte keineswegs.

  • Um es deutlich zu sagen: Niemand sollte sich im nun erreichten Zinsumfeld noch auf die vorbenannten zinsabhängigen Anlageformen verlassen. Weder für den Kapitalaufbau, noch um damit Vorsorge zu betreiben. Wer dies tut, wird sich früher oder später in der Situation wiederfinden, seine Entscheidung korrigieren zu müssen.

Ausblick 2015

Sicherlich werden die Kapitalmärkte weiterhin den Worten und Taten der Notenbanken in Europa, USA und Asien zugewandt sein. Durch deren „Politik der niedrigen Zinsen“, worin sich eigentlich der Kampf um die globalen Machtverhältnisse ausdrückt, verbleiben dem Anleger in verzinslichen Papieren kaum noch Ertragschancen. Der Schritt vom Nullzins zum Strafzins für Bankanlagen, macht bereits die Runde, für institutionelle Anleger sind Abgaben für Guthaben bereits Realität. Da die EZB (Europäische Zentralbank) für Einlagen von Finanzinstituten seit Oktober 0,25% Zins verlangt, werden Banken verstärkt über die Weitergabe dieser Kosten an Bankkunden nachdenken.
Wir erwarten daher, dass zunehmend Kapital in Richtung Aktien und Sachwerten verschoben wird. Der schwache Euro verschafft europäischen Unternehmen Vorteile im globalen Wettbewerb. Die Talfahrt des Ölpreises senkt Energiekosten, wodurch Verbraucher und Unternehmen weltweit entlastet werden. Selbst wenn das globale Wirtschaftswachstum 2015 nur in kleinen Schritten vorankommt, werden dadurch die Gewinnmargen der Unternehmen gestützt. Aktionäre können sich weiter an Dividenden deutlich über dem Zinsniveau erfreuen. Sicherlich auch ein Argument, welches den Börsen in 2015 Rückenwind verschafft.

Fazit: Die Anlagechancen liegen weiterhin auf Seiten der Wertpapiere und nicht bei Papierwerten.

Neulich beim joggen, ungefähr auf der Hälfte der Laufstrecke, wurde es plötzlich luftig am Fuss. Die erste Vermutung war, dass wohl der Schnürsenkel gerissen sein musste. War er aber nicht, eine Halterung des Schnürsenkels war gerissen.

Folglich mache ich mich kurz darauf ans Werk und stöbere, mit klaren Vorstellungen, im Internet nach neuen Laufschuhen. Einige Webseiten und Listen mit mehr oder weniger umfangreichen Beschreibungen später, realisiere ich wieder einmal, das Internet … oder: Die Vielfalt der Möglichkeiten … falsch zu liegen!

Letztlich entschied ich mich für den Besuch im Laden, um die Schuhe anprobieren zu können. Währenddessen erhielt ich eine freundliche Beschreibung mit Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Modelle, sowie praktische Tipps dazu. Mit zufriedenem Eindruck und passenden Schuhen verabschiedete ich mich von der netten Verkäuferin. Problem gelöst, in rund 20 Minuten.
Oder anders formuliert: Fachboutique statt Internet, zumindest bei wichtigen Dingen.

Wie verhält es sich bei der Geldanlage, wie verhält es sich bei Investmentfonds?

Nach der Datenbank eines bekannten Fondsrating-Dienstleisters gibt es in Deutschland derzeit ca. 10.000 staatlich zugelassene Investmentfonds, in welche man als Privatanleger investieren kann. Je nachdem bei welcher Bank das Fondsdepot lagert, schrumpft die Zahl der verfügbaren Produkte. Bei einer marktnah agierenden Depotbank kommen wir auf ca. 7.200 Fonds in 200 Kategorien und Unterkategorien.

Als Anleger und auch als Berater wird bereits an diesem Punkt eines offensichtlich: Wenn man sich auf die Schnitzeljagd begibt, um die wenigen dauerhaft überdurchschnittlichen Fonds zu finden, gibt es eine Menge Daten auszuwerten. Denn eben dies ist die Aufgabe eines anspruchsvollen Fonds-Anlageberaters. Er muss die Möglichkeiten kennen, mit denen er dann Antworten auf die Bedürfnisse des Anlegers zusammenpuzzeln kann.

Genau hierin sehen wir seit nunmehr über 15 Jahren unsere Stärke. Unseren Selektionsprozess verbildlicht der eigens entwickelte WAVE-Fondsfilter. Daraus entspringt der Leitspruch:

85% der offenen Investmentfonds sind nicht in der Lage dauerhaft besser abzuschneiden als ihr Vergleichsindex. Kein Grund die erfolgreichen 15% zu ignorieren.

Hand-verlesen

Nachfolgend geben wir 5 wertvolle Tipps für Anleger, die Ihnen helfen grobe Fehler in der Anlagestrategie zu vermeiden:

  • Kombinieren Sie verschiedene Anlagearten, Strategien und Managementansätze miteinander, sodass der Mehrwert im Durchschnitt entsteht. Verschiedene Marktphasen sorgen dafür, das mal die eine und mal die andere Herangehensweise besser funktioniert.
  • Hat man nach intensiver Suche einen guten Fonds für ein Thema gefunden, muss man ihm Zeit geben seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Wer den Markt langfristig schlagen will, muss eigene Wege gehen, sodass er nicht zu jedem Zeitpunkt an der Spitze stehen kann. Letztlich investiert der Fondsanleger in nichts anderes, als in die Fähigkeit des Managments.
  • Disziplin ist das wahrscheinlich wichtigste Kriterium für den Anlageerfolg. Zu kurze Betrachtungszeiträume sind ebenso ein Feind des mittel-langfristigen Erfolges, wie die Fixierung auf Einstiegsmarken. Der Markt interessiert sich nicht für Ihren Einstiegspunkt, funktioniert aber nach bestimmten Grundprinzipien, die sich in Zyklen wiederholen.
  • Gier und Angst sind die Haupttreiber der Börsen. Je nachdem welche Seite die Oberhand gewinnt, bewegt sich der Markt in die entsprechende Richtung. Seien Sie bestrebt antizyklisch zu handeln, also gegen die vorherrschende Marktstimmung, und bleiben Sie geduldig.
    Das heißt nicht etwa auf erfolglose Trends zu setzen. Das heißt jedoch sehr wohl, nicht der Masse hinterher zu laufen. Themen die gerade in jedermanns Munde sind oder die in der Presse besondere Aufmerksamkeit erhalten, sollten Sie für Neuanlagen ignorieren. Schauen Sie über den Tellerand hinaus, nach vergessenen, unterschätzten oder zeitweise unbeliebten Themen. Der aufmerksame Investor interessiert sich für alles, um dann entscheiden zu können wo sich Chancen eröffnen, weltweit.
  • Zeit ist Geld. Häufiges handeln, also einer Investmententscheidung zu wenig Zeit einzuräumen, führt meist zu Verlusten. Ebenso das zu lange festhalten an erfolglosen Anlageideen. Hier hilft nur eine Fähigkeit wirklich weiter, die erst mit der Zeit Ihren Einfluss entfalten kann: die Erfahrung.

Fazit: Es ist wichtiger denn je sich um sein Geld zu kümmern. Wer nicht die notwendige Zeit oder das Interesse aufbringen kann, wird es in Zeiten abhanden gekommener Zinsen schwer haben, sein Kapital zu erhalten oder gar es zu vermehren.

    Ein Spekulant ist der, der alles auf eine Karte setzt, auch wenn es sich um das Sparbuch handelt.

Die Entwicklungen der letzten Wochen haben wieder für spannendere Börsen gesorgt. Der kurze und heftige Rücksetzer einiger Aktienindizes im Oktober hat viele aus dem „Sommerschlaf“ aufgeweckt. Kräftige Bewegungen zeigten sich auch bei einigen Rohstoffen und Währungen, auf zwei Beispiele und deren Bedeutung möchten wir im Nachfolgenden näher eingehen.

Mittlerweile hat der Großteil der Aktiengesellschaften die Zahlen zum 3.Quartal veröffentlicht. Überraschungen gab es dabei nur wenige. In der Summe lagen die Ergebnisse überwiegend im Rahmen der Markterwartungen.

Sinkender Ölpreis, stärkt die Wirtschaft

In der ersten Jahreshälfte hielt sich der Ölpreis (Brent) in einem engen Korridor um 105 USD/Fass auf. Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte kam es zu einem stetigen Abwärtstrend. Aktuell notiert das Öl um 80 USD/Fass.
Experten führen die höhere Förderung der Amerikaner im eigenen Lande, durch die so genannte „Fracking-Methode“, als eine wesentliche Ursache an. Eine weitere Rolle dürfte der Rückzug von Spekulanten spielen, die durch den Verkauf ihrer Positionen für zusätzlichen Preisdruck gesorgt haben.

  • Daraus ergibt sich ein positiver Effekt für Unternehmen, denn ein fallender Ölpreis bedeutet eine direkte Entlastung der Energiekosten. Diese Entlastung dürfte den Bilanzen vieler Aktiengesellschaften bereits im nächsten Quartal zu gute kommen und Rückenwind für die Aktienmärkte geben.

Schwächerer Euro, hilft Europas Unternehmen

Das die Wirtschaft in der Eurozone nicht so recht anspringt, wird auch durch aktuelle Konjunkturzahlen belegt. Doch die europäische Zentralbank legt sich mächtig ins Zeug. Sie versucht mit Zinssenkungen (Juni und September 2014, EZB Leitzins derzeit 0,05%) und weiteren Ankündigungen einer lockeren Geldpolitik die Euro-Konjunktur anzukurbeln.
Anders zeigt sich die US-Wirtschaft immer stärker, zum Beispiel sinkt die Zahl der Arbeitslosen, sodass die US-Notenbank plant, die Zinsen anzuheben. Die Marktteilnehmer reagieren seit einigen Monaten auf die Verschiebung der Verhältnisse. Im Ergebnis fiel der Euro gegenüber dem US-Dollar in den letzten 6 Monaten um rund 10%, von 1,37 auf aktuell 1,24 Euro/USD.

  • Für exportstarke europäische Unternehmen die ausserhalb des Euroraumes aktiv sind verbessert sich die Wettbewerbssituation. Besonders deutsche Unternehmen, die in einigen Bereichen als Weltmarktführer gelten, dürften sich über die Währungsentwicklung freuen.

Fazit für Anleger

Sowohl die Entwicklungen auf der Währungsseite, mit dem Egebnis eines schwächeren Euro, als auch der fallende Ölpreis sind gute Nachrichten für die Aktienmärkte. Speziell in Europa. Zwar muss dies nicht unmittelbar zu steigenden Kursen führen, jedoch wird die Substanz und die Attraktivität von Aktien unterstrichen. Denn: die Unternehmenszahlen der kommenden Quartale bieten Potential für Gewinnsteigerungen.

Insgesamt sind das gute Nachrichten, die Anleger zu einer höheren Positionierung in Aktienfonds ermutigen können. Welche Fonds zu Ihren Vorstellungen passen? Wir geben Antworten im persönlichen Gespräch.

Im September stieg der Optimismus vieler Anleger noch einmal, die US-Aktienmärkte verzeichneten neue historische Höchststände. Nun dreht der Trend scheinbar schlagartig? Der Oktober gilt als der am meisten gefürchtete Börsenmonat und trägt den Ruf als potentieller „Crashmonat“. Dies erhöht die Sensibilität kurzfristig agierender Marktteilnehmer derzeit zusätzlich.

Europa hinkt schon länger

Im Gegensatz zu den amerikanischen Börsen konnte der deutsche Aktienmarkt bereits seit einigen Monaten nicht mehr Schritt halten. Warum? Der deutsche Aktienmarkt wird überwiegend von ausländischen Investoren dirigiert. Deutsche Anleger besitzen nur rund ein Drittel der DAX – Aktien. Nach unserer Auffassung war an der Schwäche des deutschen Aktienmarktes bereits seit einiger Zeit eine Tendenz zu beobachten, dass Investoren von ausserhalb des Euroraumes europäische und damit auch deutsche Aktien verkaufen. Einserseits weil der schwächere Euro deren Wertentwicklung schmälerte, andererseits weil sich die Konjunkturdaten der Eurozone zuletzt eintrübten (siehe Börsenkommetar vom 20. August „Ukrainekrise schwächt Europas Wirtschaft“).

Weitere Unsicherheitsfaktoren

Nun sind einige „kleinere“ Krisenherde, wie die Unruhen in Hongkong, die IS-Kampfhandlungen in Syrien und Ebola-Befürchtungen hinzugekommen. Wenn man die Faktoren einzeln betrachtet, würden daraus eher weniger negative Einflüsse auf die globale Wirtschaft hervorgehen. Zusammengenommen führen sie jedoch zur Verunsicherung hinsichtlich der Wachstumsaussichten und eben das ist es, was die Märkte zunächst interessiert: negative wirtschaftliche Folgen. Bisher hatten die Börsen dies weitestgehend ignoriert. Im Ergebnis reagieren die Marktteilnehmer nun im Gleichschritt auf die Nachrichten, alle strömen in Richtung Ausgang. Die Tür wird zu eng (hohes Angebot trifft auf geringe Nachfrage) und die Kurse fallen.

Börsen reagieren nervös

In solchen emotional getriebenen Marktphasen kommt es häufig zu Übertreibungen. Das Unterschreiten bestimmter Kursmarken führt dabei automatisch zu weiteren Verkäufen, weil z.B. computergesteuerte Handelsprogramme auf bestimmte „charttechnische Signale“ programmiert sind. Neue Gründe benötigt es keine, allein die Kursveränderungen genügen. Nicht selten springt der Markt dann hektisch in die eine oder andere Richtung. Hinterherlaufen macht oft wenig Sinn.

Natürlich ist es sehr schwierig, kurzfristige Bewegungen der Aktienmärkte vorherzusagen oder zu antizipieren. Wichtig ist es für jeden Anleger, sich in seiner zurechtgelegten Anlagestrategie nach der stimmigen Substanz seiner Investitionen zu fragen. Dies gilt aber im Prinzip zu jedem Zeitpunkt. Die Schwankungen der Märkte sollten keine echte Überraschung darstellen.
Nach einer fast dreijährigen Phase überwiegend steigender Kurse – man könnte dies mit einem Einatmen des Marktes gleichsetzen – folgt derzeit ein Ausatmen. Sicherlich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich hierin auch Chancen eröffnen, günstiger in den Markt einsteigen zu können.

Fazit, die Substanz entscheidet

Fundamental hat sich in den letzten Wochen nicht viel geändert. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen sind die Aktienmärkte nicht überbewertet. Der Oktober-Effekt spielt besonders für die „Marktpsyche“ eine gewichtige Rolle.
Ein guter Orientierungspunkt für die Marktbewertung sind die tatsächlichen Unternehmenszahlen in der bereits laufenden Q3-Berichtssaison, sowie deren Geschäftausblicke. Diese Vorgaben sind weniger emotional und damit aussagekräftiger für den weiteren Verlauf.

Es wäre schon bemerkenswert, wenn ein Land binnen 13 Jahren zwei mal seine Zahlungsunfähigkeit erklären muss. Vor allem deshalb, weil die Auswirkungen der ersten Staatspleite nun die Zweite verursacht hätten.

Wir möchten zunächst die Hintergründe der Situation im Lande des Fussballvizeweltmeisters kurz skizzieren, um anschließend einen Blick darauf zu werfen, wie die Bürger auf die Probleme ihres Landes reagieren.

Argentinien am Rande der Zahlungsunfähigkeit

Bereits seit Monaten spitzt sich die Lage immer weiter zu. Ein amerikanischer Hedgefonds nutzte die Argentinien Pleite im Jahre 2001/2002 aus und kaufte sich in billigen argentinischen Staatsanleihen ein. Diese Papiere waren nach US-Recht begeben worden. In 2012 klagte der Hedgefonds Verzinsungsansprüche der letzten 10 Jahre erfolgreich vor einem amerikanischen Gericht ein. Das Ersuchen des vom Bankrott bedrohten Landes, auf diese Zinsen zu verzichten, blieb erfolglos.

Derzeit forscht die Regierung nach Möglichkeiten die Insolvenz abzuwenden. Eigentlich verfügt das Land über ausreichend Kapital um seine laufenden Staatsschulden zu bedienen. Die Altlasten kann man jedoch nicht stemmen. Man müsste dem Gleichbehandlungsprinzip folgend, allen damaligen Staatsanleihebesitzern Zinsen nachzahlen.

Damit noch nicht genug. Problematisch sind auch die Verhältnisse im Land. So erschwert Korruption eine wirtschaftliche Stabilität und hohe Inflation sorgt für ständig steigende Preise. Es wird von einer Inflationsrate von fast 30% auf Jahressicht berichtet. Die Bevölkerung sieht die Schuld in der Staatsführung, andauernde Proteste und Unruhen sind die Folge. Die Währung, der Argentinische Peso, schwächelt erheblich und trägt damit zusätzlich zur Schwächung der Wirtschaft bei. In den letzten fünf Jahren hat der Argentinische Peso gegenüber dem Euro um rund 50% abgewertet, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

ArgPeso_vs_Euro_5Jahre_092014

 Grafik-Quelle: comdirect.de; Währung: Argentinischer Peso vs. Euro 5 Jahre, per 29.09.2014

Bevölkerung flüchtet in Aktien

Aus Protest und vor allem aus Angst vor dem Verfall der Guthaben (im Falle der Staatspleite), bringen die Bürger ihr Geld in Sicherheit, indem Sie in Sachwerte, in heimische Aktien flüchten. Motto: Unternehmensbeteiligungen statt Bankguthaben, lieber in Unternehmen investieren die Werte besitzen, als in einen verschuldeten Staat, der seine Schuldzinsen nicht mehr bedienen kann.
Mit Spannung war seit Ende 2012 zu beobachten, dass der argentinische Aktienindex zu steigen begann und binnen 2 Jahren eine Versechsfachung des MERVAL (der argentinische DAX) erreicht hat:

Merval_5Jahre_09.2014
Grafik-Quelle: comdirect.de; Aktienindex: Merval, 5 Jahre, per 29.09.2014

Argentinien ist weit weg?

Im südamerikanischen Land treffen viele Probleme zusammen. Einige Grundzüge dessen was dort geschieht, wurde von „Untergangspropheten“ auch als drohendes Szenario der Eurozone, in Zeiten der Eurokrise angeheftet. Sicherlich ist dies nur schwerlich vorstellbar. Aber die Mischung aus Staatsschuldenkrise, Wirtschaftskrise, Währungskrise und Inflation ist durchaus im Vokabular der Notenbanken weltweit, als zu bekämpfende „gespenstische Bestie“ vorhanden. Deshalb reicht es nicht, die argentinischen Entwicklungen einfach als absurden Ausnahmezustand wegzuwischen. Man sollte durchaus Überlegungen anstellen, welche Auswege in der Anlagestrategie zur Verfügung stehen. Die Zukunft gehört denen, die sich vorbereiten und die Palette der Möglichkeiten kennen.

Fazit

Argentinien kämpft mit vielen Problemen, im eigenen Land und außenpolitisch sogar um das eigene Land. Die Flucht des Geldes in Sachwerte (in den Aktienmarkt), zeigt eine Möglichkeit die künftig auch anderswo Nachahmung finden könnte. Und zwar dann, wenn steigende Staatsverschuldung, niedrige Zinsen und steigende Inflation aufeinander treffen und das Geldguthaben der Bürger entwerten.

Europas Börsen starten mit Kursabschlägen ins zweite Halbjahr. Zuvor führte die gute Börsenstimmung zu neuen Höchstständen im mittelfristigen Aufwärtstrend. Nun Sorgen die Konflikte im Nahen Osten und besonders in Osteuropa für Verunsicherung.

Sanktionen gegen Russland belasten Europas Börsen

Vor sechs Monaten begann die Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine. Während anfänglich noch die Hoffnung auf eine schnelle Einigung vorherrschte und die Börsen kaum davon beeinflusst wurden, haben sich die Fronten seither deutlich verhärtet. Spätestens mit dem „versehentlichen“ Abschuss einer zivilen Luftmaschine über dem Kriegsgebiet (17.Juli), gewann der Konflikt an Bedeutung für den Rest der Welt.

Da auf Gesprächsebene keine politische Annäherung im Bereich des Möglichen lag, reagierte die EU Anfang August mit verschärften Sanktionen gegen Russland. Hierbei wurden verschiedene Maßnahmen beschlossen.
Die politischen Entscheidungen ziehen nun direkte Auswirkungen im Handel mit Russland nach sich.
Weil die deutsche Wirtschaft in bestimmten Branchen gut mit den russischen Märkten verflochten ist, leiden einige Unternehmen direkt unter den Handelsbeschränkungen. So sind zum Beispiel die deutsche Einzelhandelskette Metro, der Sportartikelhersteller Adidas oder der Stahlkonzern Rheinmetall direkt betroffen. Die Aktienkurse der Unternehmen gaben daraufhin deutlich nach.

Russland reagierte am 7. August auf die EU-Sanktionen und will künftig die Einfuhr von Agrarprodukten aus Europa durch stärkeren Eigenanbau ersetzen. Darüber hinaus gibt es Spekulationen darüber, dass weitere Handelsbarrieren in anderen Branchen drohen. Derartige Unsicherheiten veranlasste einige Marktteilnehmer ihre Investitionen zunächst zurückzufahren.

Fazit Europa

Die Unsicherheiten über den weiteren Verlauf des Konfliktes Ukraine vs. Russland, sowie die gegenseitigen Sanktionsmaßnahmen Russland vs. Europa und deren wirtschaftlich schwer kalkulierbare Folgen, führten zu Kursabschlägen an den europäischen Börsen. So gaben DAX und Eurostoxx50 bis zu 10% nach.

Welchen Einfluss diese Entwicklungen letztlich auf die europäische Wirtschaft haben, kann derzeit nur spekuliert werden. Jedenfalls trifft die Ukraine-Problematik die europäische Wirtschaft in einer Phase der Erholung und stellt einen potenziellen Dämpfer für den allseits erhofften Aufschwung Europas dar.

US-Börsen stabil, Asien rückt ins Blickfeld

Die US-Märkte zeigen sich nach wie vor relativ unbeeindruckt vom geopolitischen Umfeld. Die Korrektur in Dow Jones und S&P 500 fiel mit rund 3% vom Höchstkurs wesentlich geringer aus als in Europa. Grund hierfür sind auch die soliden Quartalsergebnisse, welche US-Unternehmen für das zweite Quartal überwiegend berichteten.

Aktuell zeigen die asiatischen Börsen relative Stärke. Es wäre denkbar dass die Investoren die ihr Kapital derzeit in Europa abziehen, dies sind vor allem global ausgerichtete Fonds, ihre Gelder in Asien investieren, sodass einige fernöstliche Börsen derzeit attraktiv erscheinen. Während die Aktienmärkte in Europa und USA in den letzten 4 Wochen nachgaben, konnte die Börse in Hongkong um rund 10% zulegen.
Wir haben einige aussichtsreiche asiatische Fonds ausfindig gemacht.

Zudem haben einige Schwellenländer in den letzten Jahren wegen hoher Kapitalabflüsse weniger gute Anlageergebnisse erzielt und geraten nun wieder zunehmend ins Blickfeld der Investoren.

  • Der Blick für`s Ganze ist entscheidend

Die Überlegungen darüber, welche regionalen Aktienmärkte attraktiv oder weniger attraktiv sind, stellen natürlich nur eine taktische Komponente in der Anlageplanung dar. Viel wichtiger ist die bedarfsgerechte Ermittlung der individuellen Anlegerziele und -wünsche, sowie eine darauf aufbauende Festlegung der Risikotoleranz. Nur so kann eine geeignete Zusammensetzung eines Anlageportfolios entstehen, die eine strategische Gewichtung der verschiedenen Anlageklassen beinhaltet. Die Veränderungen von Aktienmarkt-favoriten finden dann innerhalb des ermittelten Aktienfondsanteils statt.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Zeitungsartikel, die in den Jahren 2011 und 2012 die Rekordstände des Goldpreises begleiteten? Seither ist es wesentlich ruhiger um das Edelmetall geworden. Kommt nach dem Rückgang jetzt der nächste Aufschwung?

In den Jahren 1999-2002 vollzog der Goldpreis eine Bodenbildung bei unter 300 USD/Unze ($/Oz). In den Folgejahren kletterte der Kurs erst gemächlich, dann in einer immer steileren Kurve aufwärts. Im September 2011 wurde das Allzeithoch bei 1.920 $/Oz erreicht. Nicht wenige Experten riefen zu dieser Zeit euphorische Kursziele von 2.500-5.000 $/Oz aus.
Viele Marktteilnehmer die damals hoffnungsfroh für den Goldpreis waren, haben ihre Meinung und ihre Positionierung zwischenzeitlich deutlich verändert.

Gold – kein einfaches Investment

Die Einflüsse die den Goldpreis bewegen sind zu jeder Zeit komplex. Dabei spielen Zinsentwicklungen, Wechselkursbewegungen, Besteuerung des Goldes, politische Risiken, Staatsverschuldungen, Positionierung der Notenbanken und viele weitere Punkte ineinander. Nach unserer Meinung lässt sich im aktuellen Umfeld eine gewisse Stabilisierung in der Kursentwicklung erkennen.

Wir möchten jedoch keine Gesamtanalyse ausgeben, sondern zwei Einflüsse näher beleuchten, die auf den Kurs wirken. Dazu möchten wir das Anlegerverhalten am Beispiel der Volumenentwicklung des SPDR Gold Trust und den saisonalen Jahresverlauf des Goldpreises veranschaulichen.

1. SPDR Gold Trust – der größte Goldfonds

Der SPDR Gold Trust ist der größte und bedeutendste Goldfonds. Möchte ein institutioneller Investor an der Entwicklung des Goldpreises partizipieren, findet er hierin einen geeigneten Weg. Während der Gold Trust Fonds im Dezember 2012 noch rund 1.350 Tonnen Gold repräsentierte, sind es derzeit knapp 800 Tonnen. Gleichzeitig verlor Gold über 30% an Wert.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung des Goldpreises und die Volumenentwicklung des SPDR Gold Trust, im gleichen Zeitraum. Die starken Zuflüsse in diesen Goldfonds, von 2007 bis 2010, trugen zu den Kurssteigerungen des Goldpreises bei. Seit Dezember 2012 hat sich das Volumen des Fonds um 40% verringert. In den letzten sechs Monaten halten Zu- und Abflüsse ungefähr die Waage. Hieran lässt sich eine deutliche Beruhigung der vorherigen Gold-Spekulation und eine Stabilisierung auf aktuellem Niveau ablesen. Die Beobachtung der SPDR – Kapitalströme wird auch in der weiteren Einschätzung des Goldpreises zur besseren Orientierung beitragen.

Goldpreis vs SPDR Goldfund_2007-2014

Datenquelle: Data SPDR Gold Trust US, 07.2007-07.2014

2. Saisonaler Verlauf spricht für Stärke bei Gold im 2. Halbjahr

Der saisonale Chart stellt den Preisverlauf innerhalb des Jahres, aus der Historie der letzten 30 Jahre, in einer komprimierten Statistik dar. Während im ersten Halbjahr zumeist seitwärts gerichtete Schwankungen zu beobachten waren, konnten die Kurse im zweiten Halbjahr oftmals zulegen. Ein Grund ist z.B. die erhöhte Nachfrage aus Indien. In den Herbstmonaten steht dort die so genannte Hochzeitssaison bevor und damit verbunden der Kauf von Goldgeschenken. Ebenso begründet die erhöhte Nachfrage nach Schmuck in der Weihnachtszeit diesen Saison-Effekt.

GOLD_Saisonal_30J

Datenquelle: www.seasonalcharts.com

Ein wichtiger fundamentaler Aspekt für Gold, ist das mittlerweile erreichte Niveau der Verschuldung der Staaten, welches auf nie dagewesene Dimensionen angeschwollen ist und keine historischen Vergleiche mehr ermöglicht. Gold steht der Geldmengenausweitung der Notenbanken als einer der wenigen echten Werte gegenüber. Dies spiegelt sich beim aktuellen Goldpreis nicht entsprechend wieder.

Fazit:

Beinahe 3 Jahre liegt der Höchstand im Gold zurück. Heute notiert das Edelmetall bei 1.320 $/Oz. Das allgemeine Sentiment und die vorherrrschende Markterwartung zu Gold sind eher negativ.

Wir sehen Gold derzeit als antizyklische Chance (Anlage entgegen der vorherrschenden Marktmeinung) und als wertvolle Beimischung in einem breit gestreuen Anlageportfolio. Vorstellbar sind zunächst Kurse bis 1.550 $/Oz. Sollte der Kurs unter 1.200 $/Oz fallen, wäre das positive Szenario erst einmal hinfällig.

Wir hatten im Jahr 2002 bei Kursen um 300 $/Oz erstmals auf Gold gesetzt. Unsere langfristige Goldposition hatten wir im Dezember 2012 halbiert, bei Kursen um 1.800 $/Unze. Nach dem Preissturz um rund 30%, halten wir das Edelmetall nun wieder für Zukäufe interessant. Zum Einen weil die einstige Euphorie in Enttäuschung umgeschlagen ist, d.h. auch, wer verkaufen wollte hat bereits verkauft. Zum Anderen würden steigende Kurse für Überraschung sorgen und wieder neue Zukäufe anlocken. Der saisonale Faktor kommt begünstigend hinzu.

Längst haben wir uns an die Vorteile der Globalisierung gewöhnt. Bekleidung kommt oft aus Indien, Bangladesh oder der Türkei. Schuhe werden zumeist in China gefertigt, egal welche Marke darauf haftet. Laut einer Branchenanalyse werden 90% der weltweit verkauften Schuhe in Asien hergestellt. Fernseher, Monitore und Computer stammen häufig aus Südkorea oder Taiwan. Immer weniger der Verbrauchsgüter und Waren die wir kaufen, werden in Deutschland oder Europa produziert.

Der globale Wettbewerb um den Verbraucher

Die Ursache für diese Entwicklung ist den meisten bewusst, es sind die günstigen Produktionmöglichkeiten in Ländern mit billigen Arbeitskräften. Der Wettbewerbsdruck ist groß und Trends sind schnellebig. Wurde von deutschen Herstellern vor einigen Jahren noch auf günstige Produktionsstätten in Polen und Tschechien ausgewichen, hat sich der Schwerpunkt der Güterproduktion in nur wenigen Jahren überwiegend nach Asien verlagert.

Im Konkurrenzkampf um Marktanteile spielt eben der Preis einer Ware die entscheidende Rolle. Motto`s wie „Geiz ist Geil“ oder „Nur nackt ist billiger“ versprechen dem Verbraucher viel Produkt für wenig Geld. Natürlich ist es nicht so einfach, neueste Technik, Bekleidung und Spielzeug immer billiger anzubieten. Schliesslich müssen Material, Fertigung, Transport und Verkauf organisiert und bezahlt werden. Letztlich muss jeder der am Prozess beteiligt ist etwas verdienen, um längerfristig im Geschäft zu bleiben. Nicht selten gehen Preiskämpfe in unseren Geschäften, zu Lasten der Arbeits- und Umweltbedingungen in den herstellenden Ländern.
Wer ist verantwortlich, Verbaucher oder skrupellose Unternehmen?

Unser Thema soll allerdings nicht die Verbraucherorientierung beim Warenerwerb sein, sondern die Frage:

  • Wie kann der Kapitalanleger Einfluss darauf nehmen, dass Unternehmen
    auf Kinderarbeit und Korruption verzichten und den Umweltschutz beachten?

Investieren mit System – wie Fondsmanager vorgehen

Auf der Suche nach Wertschöpfung kann der als Investor profitieren, der Trends frühzeitig aufspürt und auf die richtigen Unternehmen setzt. Das ist gleichzeitig das Ziel eines weitsichtigen Investmentmanagers.
Zu seinen Aufgaben zählt es, bevor er eine Beteiligung eingeht, ein Unternehmen im Detail zu analysieren. Dazu gehört es Geschäftsberichte zu lesen, die finanzielle Situation einzuschätzen, die Marktposition zu recherchieren und die bedeutendsten Wettbewerber im Branchenvergleich heranzuziehen.

 Kommunikation zwischen Investor und Unternehmen

Ein wesentlicher Teil der Unternehmensanalyse vieler Investmentgesellschaften ist der Besuch im Unternehmen. Hier werden Produktionsstätten besichtigt, Prozesse durchleuchtet und Gespräche mit dem Management geführt. Schliesslich will man Einblicke in Planung und Umsetzung des Unternehmens gewinnen und daraus fundierte Rückschlüsse auf die Wachstumschancen einer Aktiengesellschaft ziehen.
Kurzum, der Fondsmanager sucht vorausschauend nach aussichtsreichen Investitionen. Das Geld der Investoren fließt dorthin, wo Wachstumtrends und Wertschöpfungspotentiale zu finden sind.

Bei Investmentfonds tritt das Fondsmanagement in die Rolle des Investors. Stellvertretend für seine Anteilseigner wird die Steuerung des Fondskapitals übernommen. Dies geschieht sowohl bei Unternehmensbesuchen und in Gesprächen mit Vorständen, als auch auf der Hauptversammlung der Aktiengesellschaften. So kann das Fondsmanagement aktiv die Aktionärsrechte wahrnehmen und Einfluss auf die Unternehmenführung geltend machen. In dieser Kommunikation kommen nun neue Regeln nachhaltigen Investierens hinzu.

Die UN PRI – Investieren mit ökolögischer und sozialer Verantwortung

Während Industriestaaten wie Deutschland davon profitieren, dass billige Produktionsstandorte in Entwicklungsländern günstige Preis für unsere Konsumgüter ermöglichen, liegt es ebenso in unserer Hand, in diesen Ländern für deren Lebensverhältnisse Veranwortung zu übernehmen. Seit einigen Jahren gewinnt eine Initiative für soziale und ökologische Verhaltensweisen auf Investorenseite zunehmend an Bedeutung.

  • UN PRI = „Prinzipien für Verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen“
    Die PRI (Princeples for Responsible Investments) ist eine Unterorganisation der UN (United Nations). Sie wurde im Jahre 2006 gegründet. Dahinter verbirgt sich die Weiterentwicklung eines Gedankenansatzes des früheren UN-Generalsekretärs und Friedensnobelpreisträgers Kofi Annan.

Kerngedanke der UN PRI ist der aktive Aufruf an Kapitalverwalter, zu denen Vermögensinhaber und Vermögensverwalter aller Art zählen, bei ihren Investitionen mit gutem Beispiel voranzugehen. Das heißt, konkret auf soziale Verhaltensrichtlinien, Umweltaspekte und verantwortungsvolle Unternehmensführung potentieller Zielinvestments zu achten.
Die Unterzeichner der UN PRI verpflichten sich zur Einhaltung so genannter ESG – Kriterien und zwar vom Analyseprozess bis hin zur Investitionsentscheidung. Die Regeln sind unter dem Begriff ESG („Environment, Social, Governance“) zusammengefasst.

Somit nehmen Kapitalgeber (Investoren) in Gesprächen mit Unternehmen (Zielinvestments), aktiv Einfluss auf deren geschäftliche Überlegungen und geben Anreiz zu Optimierungen.

Die konkreten ESG – Anforderungen werden fortlaufend weiterentwickelt und umfassen derzeit beispielsweise folgende Kriterien:

  • E – Ökologische Themen: erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klimawandel, Biodiversität, Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, umweltschädliche Chemikalien, Treibhausgasemissionen, Abfallmanagement, Frischwasserverbrauch und Abwassermanagement, Bodenversauerung, …
  • S – Soziale Themen: Menschenrechte, Kinderarbeit, Gesundheitsschutz, Fair-Trade-Produkte,  humane Arbeitsbedingungen, Sicherheit am Arbeitsplatz, Personalmanagement, Versammlungsfreiheit, lokalen ökonomische Entwicklung, Aktivitäten in Konfliktregionen, …
  • G – Governance / gute Unternehmensführung: Vorstandsvergütung, Bestechung und Korruption, Entscheidungsstrukturen in Vorstand und Aufsichtsrat, Risikomanagement, gesellschaftliche Verantwortung, Lobbying, Transparenz, …

Stellen sich Unternehmen nicht auf diese Richtlinien ein, wird künftig der Zugang zu Investorengeldern schwieriger. Dies gilt sowohl bei Investitionen in Aktiengesellschaften, als auch für Anlagen in Rohstoffen, Immobilien, Anleihen und Private Equity.

Viele Fondsgesellschaften agieren bereits nach UN PRI – Prinzipien

Die Zahl der teilnehmenden Anlagegesellschaften, Organisationen und Institutionen steigt kontinuierlich. Bereits jetzt repräsentieren sie 15% des weltweit agierenden Kapitals. Zu den Unterzeichnern zählen namenhafte Kapitalverwalter, deren Fonds auch in Deutschland angeboten werden, darunter Gesellschaften wie:

BlackRock, Carmignac, Comgest, DWS, Fidelity, Franklin Templeton, Kepler, Ökoworld, Invesco, Nordea, Pictet, Pioneer, RobecoSAM, Threadneedle, etc.
(Mitgliederliste verfügbar unter: http://www.unpri.org/signatories/signatories/ )
.

Safe_Nature.

Fazit – Wertschöpfung mit Verantwortung

In einer Welt, die mit immenser Geschwindigkeit Waren an jedem Ort verfügbar macht und dabei in immer engeren Verflechtungen zusammenwächst, ist es zeitgemäß Kapitalströme mit humaner Verantwortung zu steuern.

Viele der Kapitalanlagegesellschaften, deren Fonds wir unseren Kunden empfehlen, haben sich der Initiative des nachhaltigen Investierens bereits angeschlossen. Bei Anlagegesellschaften die UN PRI noch nicht beigetreten sind, ist ebenso ein steigendes Engagement für Wertschöpfung, unter der Flagge gesellschaftlicher Verantwortung zu beobachten. Ein zukunftsfreundlicher Gedanke, dessen Umsetzung am Anfang steht, der sichtbar an Bedeutung gewinnt.

Letztlich kann auch der Anleger mitbestimmen, ob er sein Geld nach diesen Kriterien investieren möchte, indem er bei der Auswahl der Fondsgesellschaft auf den ESG Hinweis achtet.

Ich wünsche gute Anlageentscheidungen
André Klatt

 

weiterführende Informationen zu UN PRI und ESG-Kriterien:

http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/un_prinzipien_fuer_verantwortliches_investieren_un_1625.htm

Der Konflikt in Osteuropa geht in die dritte Woche. Leider scheint es nicht so, als würde eine baldige Beendigung der Krisensituation in Aussicht stehen. Vielmehr scheinen sich die Fronten weiter zu verhärten, nicht nur zwischen Russland und der Ukraine, sondern auch zwischen dem „Rest der Welt“ und Russland.

Die Ereignisse um die Krimkrise 2014 sind bereits in einem umfangreichen Wikipedia-Eintrag zusammengefasst.
http://de.wikipedia.org/wiki/Krimkrise_2014

Kapitalmärkte – „coole Zurückhaltung“

Die internationalen Kapitalmärkte reagieren bisher weitestgehend gefasst. Schließlich ist die Ukraine zu klein, um Auswirkungen auf die Wirtschaft Europas oder darüber hinaus zu verursachen. Der deutsche Aktienindex DAX zeigt sich am sensibelsten und gibt gegenüber dem Jahresbeginn um 3%, auf 9.265 Punkte, nach.

Solange es nicht zu Sanktionen in den Handelsbeziehungen zwischen Russland und den Staaten der westlichen Welt kommt, wird die Wirtschaft kaum von den Geschehnissen tangiert. Genau hier liegt jedoch die Unsicherheit. Die weiteren Entwicklungen, speziell die politischen Reaktionen sind nicht vorhersehbar, ebenso wenig sind es deshalb die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Günstigstenfalls wendet sich das Blatt binnen kurzer Zeit in Richtung Konfliktlösung und die Börsen setzen ihren positiven Trend fort.

US-Börsen nahzu unbeeindruckt

Wenig beeindruckt zeigen sich die amerikanischen Aktienmärkte. Sowohl der Dow Jones, als auch der marktbreite S&P 500 notieren dicht in der Nähe ihrer Allzeithochs. Sicherlich spielen dabei auch die jüngsten Daten der US-Wirtschaft und die Meldungen vom Arbeitsmarkt, zuletzt vom 07.03.2014, eine Rolle. Trotz des massiven Wintereinbruchs in den USA wurden neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit sehen Analysten die allgemeine Erwartung einer baldigen wirtschaftlichen Erholung erneut untermauert.

Gold wieder gesucht

Wie schon oft in den letzten Jahren positionieren sich Investoren dann vermehrt im Gold, wenn Krisen-befürchtungen zu Tage treten. So auch dieses Mal. Der Goldpreis steigt seit Jahresbeginn von 1.205 USD/Uz,
um rund 12% auf aktuell 1.340 USD/Uz. Die Aktien von Goldminengesellschaften verbesserten sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 25%.

Goldpreis 2014

Quelle-Chart: www.comdirect.de; Goldpreis 2014, 01.01.-10.03.14

Mischfonds profitieren von ausgewogener Anlagestreuung

Im Bereich der so genannten Mischfonds profitieren Anleger derzeit, trotz politisch unwägbarer Ereignisse. Diese Fondskategorie nimmt dem Anleger die Entscheidung ab, sich selbst für oder gegen bestimmte Anlageklassen zu entscheiden. Der darin enthaltene Anteil verzinslicher Wertpapiere tendiert in diesem Jahr freundlich. Ebenso ist die Beimischung von Gold für eine positive Wertentwicklung mancher Fonds, bis zu 4% Wertzuwachs, mit verantwortlich. Kein schlechtes Ergebnis, für die ersten 10 Wochen des neuen Jahres.
In einigen gemischten Produkten stellt das gelbe Edelmetall einen konzeptionellen Bestandteil dar. Während in 2013 der Goldanteil die Wertentwicklung solcher Fonds etwas bremste, stellt sich nun ein Vorteil im laufenden Jahr heraus.

Fazit

Eine Beurteilung der weiteren Entwicklung in der Krimkrise ist kaum möglich. Somit können auch keine nutzbaren Rückschlüsse auf die Kapitalmärkte gezogen werden. Wir würden uns deshalb sowohl bei Verkäufen, als auch bei Zukäufen zurückhalten. Manchmal ist es eben am Besten gar nichts zu tun und den Lauf der Dinge aufmerksam zu beobachten. Grundlegend bleiben wir mittelfristig optimistisch.

Wer sich nicht selbst um die konkreten Anlageentscheidungen und Marktbedingungen kümmern möchte, kann mit bestimmten Mischfonds auch in der unruhigen Marktlage ruhig schlafen.

Zum Jahresbeginn 2013 gab es überwiegend positive Erwartungen für die Aktienmärkte. Zum Jahresende bleibt festzustellen, dass die tatsächlich erzielten Kursgewinne in vielen Ländern die Erwartungen noch übertreffen konnten. Bei näherer Betrachtung verschiedenener Anlageklassen und Regionen zeigt sich insgesamt ein eher gemischtes Bild.

Hauptantrieb für den Börsenoptimismus ist die weltweit expansive Notenbankpolitik, welche auch für die kommenden Jahre niedrige Zinsen und wachsende Geldmengen erwarten lässt. In den USA, Europa und Japan wird mit aller Entschlossenheit versucht die eigene Wirtschaft zu stabilisieren. Die EZB (europäische Zentralbank) kommunizierte im dritten Quartal 2013 weitere Maßnahmen und dämmte damit Befürchtungen einer Ausweitung der Eurokrise erst einmal ein. Beinahe in allen Eurostaaten geht der Abwärtstrend der Wirtschaftsleistung langsam in eine Bodenbildung über, was eine spürbare Beruhigung der Kapitalmärkte zur Folge hatte und hat. (siehe auch Kommentar vom 23. August 2013)

Aktienmärkte 2013 – überwiegend positiv

  • US-Börsen
    Speziell die US-Börsen erreichten neue historische Höchststände und zählen zu den Gewinnern des abgelaufenen Jahres. Der marktbreite US-Aktienindex S&P500 gewann 27%, die dreißig größten US-Unternehmen des DOW Jones legten im Schnitt um 23% an Wert zu. Hiervon profitierte wesentlich die Wertentwicklung des globalen Aktienindex MSCI Welt (20%), denn US-Aktienwerte stellen darin mit rund 50% das Schwergewicht dar.
  • Industriestaaten
    Die Aktienindizes für Deutschland (DAX 25%), Europa (EuroStoxx50 18%) und Japan (Nikkei 25% in €) konnten kräftig zulegen. Dennoch befinden sich diese Börsen, im Gegensatz zu den USA, überwiegend noch deutlich hinter ihren ehemaligen Rekordmarken. Die südeuropäischen Länder werden von Investoren wieder beachtet: Griechenland (28%), Spanien (22%), Italien (16%) und Portugal (16%).
    Unsere Fondsfavoriten übertrafen erneut die Indexergebnisse und konnten, im Gegensatz zu den meisten Indizes, längst neue Allzeithochs erklimmen. So erreichte unser Top-Fonds für deutsche Aktien 30%, der Top-Fonds für europäische Aktien überdurchschnittliche 26% Wertzuwachs.
  • Schwellenländer
    In der globalen Betrachtung finden sich nicht nur positive Marktentwicklungen. In einigen Schwellenländern Südamerikas (Brasilien -29%, Chile -24%), Osteuropas (Türkei -31%, Russland -8%) und Asiens (China -5%, Indien -8%, Thailand -17%) kam es zu deutlichen Kursverlusten. Im Durschnitt schnitten die Börsen der Schwellenländer mit -8% ab.
    Die von uns bevorzugten Schwellenländerfonds beendeten das Jahr zufriedenstellend auf Vorjahresniveau. Möglicherweise könnten sich unter den aufgeführten „Verlieren 2013“ potentielle „Gewinner 2014“ finden lassen.

Übersicht: Wertentwicklungen Aktienbörsen in 2013 (in €), die Schere geht weit auseinander:

  • DAX:                                        9.552        25 %
  • Eurostoxx 50:                         3.109        18 %
  • US Aktien – S&P 500:              1.841        27 %
  • US Aktien – Dow Jones:        16.504        23 %
  • Aktien Weltindex – MSCI:                         20 %
  • Aktien Asien, MSCI Asia:                          – 3 %
  • Aktien Lateinamerika:                            – 18 %
  • Aktien Schwellenländer:                          – 8 %

Rentenfonds mit leichten Verlusten

Für Anleger in verzinslichen Anlagen, in so genannten Rentenfonds, war 2013 ein überwiegend ernüchterndes Jahr. Diese Produktkategorie steht für Anleger mit defensiven Anlagezielen. Der Trend in dieser risikoarmen Anlageklasse zählt seit rund 30 Jahren als Garant für positive Jahresergebnisse. In 2013 konnten nur vereinzelt positive Ergebnisse erreicht werden, die meisten Produkte schlossen mit Verlust.

Das vergangene Jahr wird von einigen Marktexperten als das Jahr der Trendwende (Zinswende) bezeichnet. Damit ist gemeint, das die Zinserträge mittlerweile niedrig sind und die Kursauschläge der Anleihen bereits den Zinsertrag der kommenden Jahre beinhalten.
Anders gesagt: Anleihen sind überteuert und bieten kaum noch potential zur Kapitalvermehrung.

Auf diese Situation wurde von Investoren reagiert, es kam zu Umschichtungen in Aktienwerte, sodass Rentenfonds Verluste von durchschnittlich -3% (weltweite Anleihen) und -10% (bei  Schwellenländeranleihen) verzeichneten.

  • Rentenfonds weltweit:                            – 3 %
  • Rentenfonds Schwellenländer:              – 10 %

Bankanlagen

Anleger in Bankanlagen spüren direkt die Auswirkungen der niedrigen Zinsen. Im vergangenen Jahr lagen die durchschnittlichen Zinsgutschriften bei

  • Tagesgeld                                               0,7 %
  • Sparbuch                                                 0,3 %
  • Festgelder                                               2,5 % (bis zu, je nach Laufzeit)

Gold – kräftiger Jahresverlust

Für Gold war 2013 ein historisches Jahr, allerdings im negativen Sinne. Nach dem kräftigen Preisanstieg von 2002 – 2012, von 280 auf 1.800 USD je Unze, brach das Edelmetall im vergangenen Jahr um über 30% ein, auf 1.200 USD/Unze.
Die Aktien von Goldminengesellschaften erlitten im Durchschnitt Verluste von über 50%. Ursächlich sind die recht positiven Wirtschaftsdaten in Europa, USA und Japan anzuführen, wodurch Krisenbefürchtungen in den Hintergrund rückten und das „Kriseninvestment Gold“ von Anlegern abgestossen wurde.

  • Gold in USD je Unze:                1.205     – 33 %

kurzer Ausblick auf 2014 und eine Prognose:

Die allgemein gute Börsenstimmung zeigt sich an der soliden Aufwärtsbewegung der letzten 6 Monate. Trotz der Tatsache das viele Marktteilnehmer auf eine größere Kurskorrektur warten und nach wie vor darauf hoffen, fielen die Kurse nur an wenigen Tagen und mit geringen prozentualen Rücksetzern.

Angesichts der niedrigen Zinsen bleibt vielen Investoren auf der Suche nach Anlagechancen kaum etwas anderes übrig, als auf den steigenden Aktienmarkt aufzuspringen. Die Börsenregel: „Die Hausse nährt die Hausse“ (steigende Kurse ziehen weiteres Kapital an) ist in vollem Gange.

Sicherlich muss nach den hervorragenden Ergebnissen der europäischen und amerikansichen Börsen mit zwischenzeitlichen Korrekturen gerechnet werden. Der langjährige Aufwärtstrend sollte aber weiterhin intakt bleiben. Unberechenbar bleibt die hohe politische und finanzpolitische Sensibilität der Börsen. Von dieser Seite muss immer mit Überraschungen gerechnet werden. Rückschläge bieten aber eher eine Gelegenheit für Zukäufe.

Von einer allgemeinen Aktienblase oder Aktieneuphorie sollte derzeit nicht die Rede sein. Zum Beispiel verharrt die Quote der Aktien-/Aktienfondsbesitzer in Deutschland seit Jahren auf historsich niedrigem Niveau. Eine aktuelle BVI – Statistik zur Verteilung des Investmentvermögens zeigt nur geringe Volumenveränderungen bei Aktienfonds innerhalb des letzten Jahres. Manche Privatanleger scheinen die derzeit „gefühlt hohen Kurse“ für Verkäufe zu nutzen. Die Frage nach dem „Wohin mit dem Anlagekapital“ bleibt dabei wohl ausgeblendet.

Eine Prognose für die kommenden Jahre lässt sich durchaus ableiten: Wenn die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben, wie von vielen Marktexperten erwartet, wachsen wir in eine völlig neue Kapitalanlagewelt hinein.
Warum? Weil der Zins abhanden gekommen ist und der Anleger nicht einfach mit fixen Zinserträgen rechnen kann. Es bedarf tieferer Kenntnisse und verschiedener Strategien, um echten Kapitalzuwachs zu erzielen.

Dazu müssen neue Wege zur Kapitalvermehrung gefunden werden, besonders für Anleger mit geringer Risikobereitschaft. In diesem Umfeld haben wir uns frühzeitig mit entsprechenden Anlagemöglichkeiten in Fondsprodukten auseinandergesetzt und zuverlässige Antworten parat. In den letzten Jahren sind einige interessante Managementansätze entstanden, die ihre Fähigkeiten bereits im neuen Marktumfeld unter Beweis stellen konnten. In einem der nächsten Kommentare werden wir derartige Managementansätze näher vorstellen.

Bis dahin, auf ein spannendes Börsenjahr 2014!
André Klatt

Ob Tagesgeld, Festgeld oder die klassische Lebensversicherung, alle zinsabhängigen Sparprodukte haben eines gemeinsam, sie werden zunehmend unattraktiver. Für den zinsorientierten Anleger entsteht eine völlig neue Herausforderung, nämlich sein Geld vor Entwertung zu schützen.

Kürzlich begegnete mir folgende Aussage, eines in Fachkreisen geschätzten Volkswirtes und kompetenten Anlagestrategen:

„Die deutschen Anleger zählen zu den irrationalsten Anlegern weltweit. Deutsche legen Geld an wie die Kommunisten. Sie glauben dass Fremdkapital dauerhaft höher rentiert als Eigenkapital. Wenn das so wäre, müssten alle Aktiengesellschaften und Unternehmen systemetisch Pleite gehen. Denn, deren Gewinne wären stets niedriger, als die Kosten für das Fremdkapital. Natürlich ist das nicht der Fall.“

Ergänzung: Ansonsten gäbe es weder weltweit agierende Unternehmen wie Nestle, Samsung oder Google, noch den gern angeführten soliden deutschen Mittelstand.

Was bedeutet diese Aussage konkret?

Die Deutschen legen ihr Geld überwiegend in Bankanlagen (Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch), Schatzbriefen und kapitalbildenden Versicherungen an. Zoomt man in die Funktionsweise dieser Produkte hinein, so wird letztlich in Zahlungsversprechen angelegt, die einen Zins einerseits und die spätere Kapitalrückzahlung andererseits versprechen. Das Geld wird hierbei nicht im eigentlichen Sinne investiert, denn es erfolgt keine Beteiligung an Investitionsprozessen oder an Wachstumschancen.

Eine Anlage in wachstumsversprechende Beteiligungen hieße zum Beispiel, man investiert Geld in Unternehmen die Produkte und Dienstleistungen anbieten, welche für das Funktionieren unserer Gesellschaft benötigt werden. Durch den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen entsteht dem Unternehmen ein regelmäßiger Kapitalzufluss, es wird Eigenkapital erwirtschaftet. In der Folge steigt der Unternehmenswert, ebenso legt der Wert der Investition zu. Diese Möglichkeit der Geldanlage nennt man: Anlegen in Produktivkapital (Sachwertanlage).

Probleme für zinsorientierte Anlagen

Problem 1 – Die Zinsen sind auf ein historisch niedriges Niveau gefallen. Damit erzielt der Anleger, der seine Anlagen bisher nur auf den Zinsertrag ausgerichtet hat, nun kaum noch Erträge. Verrechnet man dann noch anfallende Steuern und Inflation (Teuerungsrate, derzeit um 2% p.a.), so schmilzt das verzinslich angelegte Kapital, anstatt sich zu vermehren.
Der aktuelle Leitzins in Europa beträgt 0,25%. Mit steigenden Zinsen ist derzeit nicht zu rechnen.

EZB Leitzins_2000-2013

Quelle: Grafik Zinsentwicklung: http://www.leitzinsen.info/chart_ezb.htm

Problem 2 – „Teil-Enteignung“ von Sparguthaben nicht mehr auszuschließen
a) Mit der notwendigen Rettung Zyperns durch die EU im April diesen Jahres (Beitrag vom 21.03.2013: „Der Fall Zypern, die wichtigste Botschaft„), wurde gleichzeitig eine neue Gangart angewandt. Für die Rettung von Staaten und deren Banken ist die Politik nun bereit, auch Sparguthaben mit Sondersteuern zu belasten. In Zypern erhielten Bankkunden letztlich nur noch rund die Hälfte Ihrer Kontoguthaben zurück. In diesem Fall galt eine Sicherheitsgrenze von 100.000€, die man jedoch nicht als „in Stein gemeißelt“ betrachten sollte, wenn es um künftige Maßnahmen geht.

b) Vor wenigen Wochen wurde eine Empfehlung des IWF (Internationaler Währungsfonds) an die Europäische Union öffentlich, eine 10-prozentige Zwangsabgabe auf alle Guthaben der Eurozone zu erheben, um damit die Bewältigung der Staatsschulden auf einen Schlag in den Griff zu bekommen.
D.h. es geht bei der Geldanlage mittlerweile auch um die Sicherung der Anlagewerte vor staatlichem Zugriff.

Aus heutiger Sicht gilt mehr denn je zuvor:

  • Der Zins ist Abhanden gekommen. Zinsbasierte Anlagen geben kaum noch Chancen auf Kapitalerhalt oder gar Wertzuwachs.
  • Unserer Meinung nach ist eine gewisse Erhöhung der Schwankungstoleranz bei Kapitalanlagen notwendig, um Kapitalwachstum zu erreichen. Eine echte Chance dauerhaft Erträge über dem Niveau der Warenpreis-Teuerung zu erzielen hat nur, wer Produktivkapital mit einbezieht. Das heißt auch dort zu investieren, wo tatsächlich Erträge erwirtschaftet werden.
  • Für viele Anleger bedeutet die negative Zinsentwicklung, dass eine komplette Neuordnung Ihrer finanziellen Werte notwendig wird. Es gilt, sich mit Hilfe einer strukturierten Anlageplanung, ob kurz-, mittel- oder langfristig, auf die neuen Marktbedingungen einzustellen.

Was können Sie von uns erwarten?

Die Steuerung von Chancen und Risiken erfolgt im Rahmen einer strategischen Anlageplanung, ausgerichtet nach den realistischen Bedürfnissen des Anlegers. Es gibt deshalb keine einfache oder gar fertige Lösung aus der „Schublade“.

Für uns ist der ungebundene Zugriff auf eine breite Produktpalette von elementarer Bedeutung. Hierdurch können wir uns einer Vielzahl ausgeklügelter Anlagekonzepte von führenden Kapitalmarktexperten bedienen und ausschließlich nach Qualitätskriterien selektieren.
Wir kooperieren mit Top-Anlagemanagern, die nationale und globale Chancen auf verschiedene Art und Weise nutzen. Auf dieser Basis entstehen individuelle Anlagekonzepte für jeder Anlegertyp, von defensiv bis spekulativ. Zur zielgerichteten Produktauswahl haben wir unseren Fondsfilter ertwickelt:

 

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In den letzten Wochen beherrschte die Berichterstattung zum US-Staatshaushalt und vor allem die wieder einmal erreichte Schuldenobergrenze nicht nur die Kapitalmärkte, sondern auch die Presse- und Medienlandschaft. Am gestrigen Tage wurde eine Eingung der beiden Streit-Parteien in der Frage der Schuldendebatte bekannt gegeben.

Wir möchten einen kurzen historischen Blick auf die Entwicklung der US-Schuldenobergrenze einbinden und einige Gedanken zum Börsenverhalten vor und nach der „Problembeseitigung“ anbieten.

„Buy the Rumor, sell the Fact“ lautet ein altes Börsensprichwort – Kaufe Gerüchte, verkaufe Entscheidungen. Frei übersetzt: Die Spekulation auf das Eintreten eines erwarteten Ereignisses und der anschließende Verkauf bei Eintreten des Ereignisses.

Angewandt auf die aktuelle Marktsituation könnte dies folgendes bedeuten:

Im bisherigen Jahresverlauf wurden mehrfach neue Allzeit-Höchststände der amerikanischen Aktienmärkte erreicht. Anlässlich des bevorstehenden Erreichens der US-Staatsschuldenobergenze kam es zu einer kurzen Phase der Unsicherheit an den Börsen. Die Kurse korregierten ab der zweiten Septemberhälfte für ca. 3 Wochen. Anschließend gingen die Kapitalmärkte davon aus, dass es höchstwahrscheinlich nicht zu einer Staatspleite in den USA kommen wird. So stiegen die Aktienbörsen bereits ab dem 8. Oktober wieder an und erreichten dabei erneut ihre Höchststände. Und dies, inmitten der heißen Diskussionsphase („Buy the Rumors“), die bis zum Fristablauf am 17. Oktober 2013 ausgereizt wurde.

Als Beispiel für die Börsenschwankungen im Vorfeld der „drohenden US-Staatspleite“, zeigt der folgende Chart den kurzfristigen Verlauf des US-amerikanischen Aktienindex S&P 500. Der DAX verhielt sich sehr ähnlich.

Nachfolgende Grafik zeigt den US-Aktienindex S&P 500, Zeitraum 01. September bis 18. Oktober 2013:

SP500 Sept_Okt 2013

Die erneuten Kursanstiege an den Aktienbörsen bereits unmittelbar im Vorfeld der Einigung, repräsentierten die Erwartung der Marktteilnehmer, das keine ernsthafte Zahlungsunfähigkeit der USA drohe. Diese Position fundiert auf historischen Entwicklungen. Tatsache ist, dass in den letzten 73 Jahren im engen Rhythmus (ca. aller 1-3 Jahre), eine Anhebung der Schuldenobergrenze stattfinden musste und jedes mal stattfand (letzte ähnliche Situation, siehe Kommentar 29.07.2011 „USA – Pleite oder Normalität“).

Nachfolgende Grafik zeigt den historsichen Verlauf der US-Schuldenobergrenze:

US Schuldenobergenze 1940-2013

Datenquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_United_States_debt_ceiling

Berichterstattung emotional überzogen

Medienseitig kamen die geschichtlichen Fakten teils etwas zu kurz. In der Vergangenheit wurde das Erreichen der selbst auferlegten Verschuldungsgrenze der USA medial höchstens beiläufig oder vorwiegend in der Fachpresse aufgegriffen. Diesmal erzeugte die Medienwelt, zumindest unserer Ansicht nach, eine überzogen emotionale Debatte. Die drohenden Risiken wurden in den Vordergrund gestellt und diskutiert. Und das, obwohl die Eintrittswahrscheinlichkeit einer unmittelbar bevorstehenden US-Staatspleite auf Expertenseite als gering eingestuft wurde.

Warum können die USA nicht einfach so Pleite gehen?

Ein Staat der eine eigene Währung besitzt und deshalb in der Lage ist, das benötigte Geld für seine Existenz in unbegrenzter Höhe selbst zu drucken, wird erst im Extremfall in eine Zahlungsunfähigkeit hineinlaufen. Dies ist in den USA derzeit eher nicht zutreffend. Es gibt einige Staaten die problematischere Verschuldungsverhältnisse aufweisen. Darüber hinaus bräuchte es wohl eine Situation mehrerer, in einander greifender Komponenten, z.B. eine wirtschaftliche Schwächephase und ein global instabiles Umfeld. Auch dies ist derzeit eher unzutreffend.
Vielmehr benutzten die beiden führenden US-Parteien die notwendige Entscheidung als Druckmittel, zur Verfolgung der jeweils eigenen politischen Interessen.

Staatsverschuldung, nur eine Zahl ?

Hinzu kommt, dass die reine Zahl der Verschuldungshöhe eines Landes, heutzutage keine Aussagekraft mehr über das zwangsläufige Eintreten einer Insolvenz mitbringt. Der Unternehmer wird an dieser Stelle schmunzeln, denn wenn einem Unternehmen das Geld ausgeht (ob GmbH oder AG), ist es gesetzlich dazu verpflichtet Insolvenz anzumelden. Hier gilt es unterschiedliche Denkmuster zu berücksichtigen.
Die Frage nach der Rückzahlbarkeit der Schulden spielt hierbei erst einmal keine Rolle.

Beispiel Japan

Das prominenteste Beispiel für die Überschludung eines Landes ist sicherlich Japan. Die Staatsverschuldung liegt auf einem ca. 3 fach höheren Niveau als in den USA. Japan existiert und funktioniert trotz dieser fiskalischen Problematik. Kürzlich berichtete ein Kapitalmarktexperte von seinem Besuch in Japan, dass die objektiv bestehenden Schuldenprobleme des Staates, im Alltag der Bevölkerung kaum zu spüren seien.
Es hängt also nicht allein von isoliert betrachteten Zahlen ab, ob eine gesellschaftliche Funktionsfähigkeit erhalten bleibt oder nicht. Japan ist quasi der Vorreiter und Ergründer nie betretener fiskalischer Sumpflandschaften, mit dem Ziel einen sicheren Trittweg zu finden … Ausgang unkalkulierbar.

Zurück zum Ausgangsthema

Nachdem die US-Staatspleite nun offiziell abgewendet wurde, sehen sich die Börsen mit einer Tatsache konfrontiert („the Fact“). Man könnte eine Reaktion der Erleichterung und weitere Zugewinne erwarten. In diesem Punkt ist erneut der Vergleich mit dem Sommer 2011 möglich. Unmittelbar mit der damaligen „Lösung“ des Problems (02.08.2011), ging den Börsen erst einmal die Luft aus. Es kam zunächst zu einer dreimonatigen Korrektur der Aktienmärkte, bevor man zurück in die dynamische Fortführung des langjährigen Aufwärtstrends mündete.

Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass politische Entscheidungen nicht pauschal mit dem Börsenverlauf in Verbindung zu bringen sind. Über Jahrzehnte hinweg hatten politische Themen stets nur kurzzeitig Einflüsse auf die Kapitalmärkte.
In den letzten Jahren erreichte die beiderseitige Sensibilität für einander und die wachsende gegenseitige Verknüpfung immer mehr an Bedeutung. Trotzdem folgen die Börsen eigenen Gesetzmäßigkeiten und Funktionsweisen, mit wirtschaftsbezogenen Beweggründen.

Fazit

Noch vor wenigen Tagen war es für den Einen oder Anderen vielleicht unverständlich, dass die Börsen einfach zulegten. Genauso muss die erzielte Lösung in der US-Fiskalpolitik nicht zwangsläufig steigende Börsenkurse zur Folge haben. Vielmehr können sich die Marktteilnehmer wieder dem eigentlichen Börsengeschehen zuwenden. Die Berichtssaison mit den Unternehmensergebnissen zum 3. Quartal läuft Hochtouren. Erkenntnisse daraus werden dem Markt neue Impulse liefern.

Eine Konsolidierung im recht steilen Aufwärtstrend würde den Aktienmärkten, zumindest aus technischer Sicht, nicht Schaden. Korrekturen gehören zum Börsenalltag und bieten dem langfristigen Investor die Möglichkeit günstiger zu investieren.

  • Aufgrund der extrem niedrigen Zinsen, die geradezu ein Ergebnis zu hoher Staatsverschuldung sind, gibt es nach wie vor Rückenwind für Investitionen in chancenreichere Anlagen, weil genügend Liquidität „auf der Jagd nach Erträgen“ an der Seitenlinie bereit steht.

Die Sommerpause neigt sich dem Ende entgegen, die Zeit der minimalen Börsenschwankungen wahrscheinlich auch. In den letzten Wochen verliefen die Indexbewegungen in engen Spannen, jetzt wird es spannend ob ein Ausbruch nach oben gelingen kann.

Europa meldet sich zurück … Eurozone ist wieder Wachstumszone.

Nach sechs Quartalen mit negativem Wirtschaftswachstum (Schrumpfung), kann für das zweite Quartal 2013 ein 0,3% Wachstum für den Euroraum berichtet werden.
Dabei zählt nicht nur die Euro-Lokomotive Deutschland (+0,7%) zu den Wachstumstreibern. Auch das BIP (Bruttoinlandsprodukt) in Portugal (+1,1%) und Frankreich (+0,5%) legte im zweiten Quartal überraschend deutlich gegenüber dem ersten Quartal zu. Die Südländer Italien (-0,2%) und Spanien (-0,1%) liegen noch leicht im negativen Bereich, trotzdem stimmt auch der dortige Trend optimistisch.

Die folgende Grafik zeigt das BIP-Wachstum im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal 2013:
(Daten noch unvollständig)

Quelle Eurostat: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/eurostat/home/

Quelle: Eurostat http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/eurostat/home/

Damit mehren sich die Anzeichen, dass sich Europa nicht nur stabilisiert, sondern eine Basis für einen Aufschwung gelingen könnte. Viele Marktteilnehmer hatten bisher kaum mit einer Stabilisierung und Erholung der Lage in Europa gerechnet.
Darüber hinaus deuten auch aktuelle Wirtschaftsindikatoren für die Eurozone, wie das Verbrauchervertrauen der Privathaushalte und der Einkaufsmanagerindex, auf eine weitere Belebung der EU-Wirtschaft hin. Beide Statistiken erreichten im August das höchste Niveau seit über 2 Jahren.

US-Wirtschaft ebenfalls stark

Für die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, wurde im Quartalsvergleich ein BIP-Wachstum um 0,4% errechnet, im Jahresvergleich ergibt sich eine Steigerung um 1,7%.
Die US-Börsen haben in diesem Jahr bereits eine Belebung der Wirtschaft vorweg genommen. Der DOW Jones, welcher die 30 größten US-Unternehmen repräsentiert, und der marktbreite S&P 500 notieren auf neuen historischen Höchstständen.

Schwellenländer mit Vertrauensverlust

Während die Industriestaaten langsam aber sicher auf den Wachstumspfad zurückfinden, läuft es bei den bisherigen Zugpferden der Weltwirtschaft, den Emerging Markets, weniger rund. Deren Wirtschaftsindikatoren weisen, im Gegensatz zu Europa und Nordamerika, fast durchgehend fallende Tendenzen auf. Den aufstrebenden Ländern wie China, Indien und Brasilien wird künftig weniger Wachstum zugetraut.

In den letzten Monaten wurde aus den Märkten der Schwellenländer sichtbar Kapital abgezogen. Betroffen waren dabei sowohl Anleihen, als auch Aktienwerte. Ein Grund dafür liegt darin, dass viele Investoren aus den USA und Europa ihr Kapital wieder in die sich stabilisierende heimische Wirtschaft zurückholen.
Die Börsen in Südamerika (Brasilien, Chile), Russland und Indien zählen in diesem Jahr zu den Schwächsten.

Fazit

Anlagen sind derzeit eher in den Kernmärkten USA und Europa zu bevorzugen. Europas Börsen könnte ein Aufholprozess bevorstehen, sofern sich die wirtschaftliche Erholung als nachhaltig erweist. Warum in der weiten Welt nach Chancen suchen, wenn Sie vor der Haustüre zu finden sind?

Für Anleger stellt die Entwicklung in Europa grundlegend eine gute Nachricht dar. Wenn die Wirtschaft wächst, können die Unternehmen wachsen und mit Ihnen die Erträge der Investoren.

Saisongemäß sorgt der Herbst für wechselhafte Stimmungen, dies sorgt womöglich für gute Einstiegschancen.

Bei Anlagen in den Schwellenländern sollte die Entwicklung zunächst von der Seitenlinie beobachtet werden. Für antizyklische Käufe in diesen Märkten dürfte es noch zu früh sein.

Mitte Juni kam es zu überraschend heftigen Marktreaktionen. Eine mögliche Ursache dafür ist, dass die US Notenbank ankündigte ihre expansive Geldpolitik zurückfahren zu wollen, falls sich die US Wirtschaft weiterhin stabil entwickelt und die Arbeitslosenrate sinkt. Im Falle einer weniger positiven wirtschaftlichen Entwicklung wird die Stützung jedoch beibehalten. Daraufhin reagierten die Aktien- und Anleihemärkte weltweit mit Kursverlusten, auch der Goldpreis kam erneut unter Druck.

Überreaktion der Märkte?

Die Kapitalmärkte reagierten besonders auf die Teilinformation Bernankes, dass man die massiven Gelddruckmaßnahmen evtl. zurückfahren möchte und weniger US Staatsanleihen aufkaufen würde. Schließlich werden die Börsen derzeit auch von der hohen Liquidität getrieben. Wird der Geldfluss gedrosselt, vermutet man ein schwierigeres Börsen-Fahrwasser, viele agierten deshalb erst einmal ängstlich.

Nun ist es jedoch unstrittig, dass Unternehmen und Staaten dann profitieren, wenn die Wirtschaft brummt. Dieser Teil der Meldung, der eine sehr positive Nachricht für die Aktienmärkte, ja sogar die Idealsituation bedeutet, wurde erst einmal ignoriert.

Auch die Situation, dass die Notenbanken Japans, Europas und Grossbritanniens nach wie vor eine Politik des billigen Geldes verfolgen, wurde ausgeblendet. Schon aus dieser Tatsache heraus ist ein baldiges Ende der niedrigen Zinsen eher nicht zu befürchten. Die Reaktion der Börsen scheint deshalb überzogen, zeigt jedoch eine erreichte Sensibilität nach zuletzt guten Kursgewinnen an.

Fazit

Die Börsen sind, nach dem erreichen neuer Verlaufshochs in den letzten Monaten, nervös und benötigen eine Phase der Konsolidierung. Die Marktreaktion auf die Nachrichten hinsichtlich der US Geldpolitik bewerten wir als vorschnelle, „emotionale Verrücktheit“. Der Markt vergisst in seiner Reaktion, dass ein wirtschaftlich stabiles Umfeld die Beste aller Welten für Bürger, Staaten und Börsen darstellt. Und nur für diesem Fall wurde ein langsames Gegensteuern der Geldpolitik angekündigt, was dann auch absolut sinnhaft und laut „Lehrbuch“ richtig wäre.

Es gab Zeiten, da wünschten sich die Kapitalmärkte eine transparente Notenbankpolitik, um keine überraschenden Aktionen verdauen zu müssen. In sofern ist die aktuelle rechtzeitige Transparenz und Meßbarkeit von FED – Entscheidungen (US-Notenbank), durchaus zu begrüßen.
Deshalb kann die aufgekommene Nervosität auch schnell wieder vorüber gehen, zumindest für die Aktienmärkte. Die bevorstehenden Sommermonate sind eher für Investitions-Zurückhaltung bekannt. Für Anleger könnten die nächsten Wochen selektiv gute antizyklische Kaufgelegenheiten bieten.

Kürzlich vermeldete eine große deutsche Bank, dass Sie in ihren Anlageprodukten künftig auf die Spekulation mit Agrarrohstoffen verzichten möchte. Dies ist ausgesprochen begrüßenswert.

Wir möchten das Thema „Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmittelpreisen“, sowie damit verbundene Vor- und Nachteile, etwas näher beleuchten.
Eines gleich vorweg: Wir meiden seit Jahren Produkte, welche Spekulationen auf Nahrungsmittelpreise zur Erzielung von Erträgen betreiben. Die Begründung ist einfach: Mit Essen spielt man nicht.

Wie wird mit Nahrungsmittelpreisen spekuliert?

Für viele Agrarrohstoffe und Grundnahrungsmittel wird der Preis der Ware einheitlich und fortlaufend an so genannten Warenterminbörsen festgestellt. Über Warentemingeschäfte kann an der Preisentwicklung teilgenommen werden. Dabei gilt das Marktprinzip: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Es steht eine Vielzahl von handelbaren Waren zur Verfügung, z.B.: Holz, Baumwolle, Kaffee, Orangensaft, Zucker, Schweinebäuche, ebenso Grundnahrungsmittel wie Weizen, Kartoffeln, Mais und Reis.

Was ist ein Warentermingeschäft?

Bei einem Warentemingeschäft erwirbt ein Käufer das Recht, eine Ware zu einem festgelegten Zeitpunkt und zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Dadurch kann beispielsweise ein Bauer seine Getreideernte bereits vor der Einbringung absichern und seinen Verkaufspreis zuverlässiger kalkulieren. Solche Absicherungen gegen Preisrisiken und -schwankungen sorgen für höhere Planungssicherheit und sind grundsätzlich nützlich für Händler, verarbeitende Industrie und Verbraucher.

Spekulation führt zu Preisverwerfungen

Durch Warentermingeschäfte kommen nun auch Spekulanten in die Gelegenheit, eine Ware zu einem bestimmten Preis zu handeln, um zu einem späteren Zeitpunkt von Preisveränderungen zu profitieren. Jedoch handeln Spekulanten nicht aus einem Verhältnis zur Ware heraus, sondern ausschließlich zum Zwecke der eigenen Gewinnerzielung.

Um beim Beispiel des Getreidebauern zu bleiben, entstehen durch künstliche Angebots- und Nachfrage-positionen seitens der Spekulanten besonders dann Nachteile, wenn im großen Stil und mit hohen Volumen „gezockt“ wird. Nicht selten werden saisonale Preisverläufe, die sich bekanntermaßen in Abhängigkeit von Erntezeiten ergeben, durch Spekulationen verzerrt.
Kommt es in der Folge zu Preisverwerfungen einer Ware, wird dabei nicht nur die Planungssicherheit der Produzenten durchkreuzt, sondern auch der urspüngliche Gedanke des Warenterminhandels. Letztendlich spüren auch Handel und Verbraucher die Auswirkungen der „Spieler“.

Dauerhafte Preisbeeinflussung durch Spekulanten

Auch eine dauerhafte Verteuerung von Rohstoffen durch übermäßige Spekulation kann die Folge sein. Hier ist beispielsweise der Rohölpreis zu nennen, der in seiner Eigenschaft als endliche Ressource als ein beliebtes Objekt zur langfristig sicheren Preissteigerung angesehen wird.
In 2007/2008 war eine zusätzliche, künstliche Ölnachfragesituation aus Warentermingeschäften mit verantwortlich, als es zu einem explosiven Preisanstieg von 50 USD auf fast 150 USD in nur 18 Monaten kam.
Der Gewinn einiger weniger Marktspekulanten verteuerte weltweit nicht nur die Benzin- und Heizölpreise. Die Produktvielfalt welche aus dem Rohstoff Öl hergestellt wird, bestimmt bekanntlich unser tägliches Leben, ob T-Shirts, Schuhe, Möbel, Handys, Fernseher, DVD`s oder Mülltonnen. Steigt der Ölpreis, verteuern sich zwangsläufig die auf Öl basierenden Artikel.

Warum wird mit Rohstoffen und Nahrungsmittelpreisen spekuliert?

Einerseits gibt es Trader die sich auf diese Art der Spekulation spezialisiert haben. Andererseits steht bei institutionellen Handelsteilnehmern zur Begründung für die Preisspekulation mit Rohwaren häufig die unabhängige Entwicklung der Preise, gegenüber den Kursen anderer Kapitalanlagen im Vordergrund. Beispielsweise ist die Preisentwicklung von Orangensaft wenig mit dem Verlauf der Aktienmärkte verknüpft, da der jeweiligen Preisfindung völlig unterschiedliche Einflüsse zu Grunde liegen. Folglich verhält sich auch die Kursentwicklung nahezu korrelationsfrei. Es geht also um die Möglichkeit zur Diversifikation von Anlageportfolios.

Unser Fazit:

Warentermingeschäfte auf Nahrungsmittel und Rohstoffe haben ihre volle Berechtigung, zu Absicherungs-zwecken. Sie sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Marktes. Jedoch treten bei vermehrter Spekulation negative Effekte zu Tage, die zu Lasten weiter Teile der Weltbevölkerung, zu Lasten von Mensch und Tier gehen. Deshalb möchten wir uns und unsere Anleger davon distanzieren.

  • Natürlich muss jeder seinen moralischen Standpunkt selbst justieren.
    Die Frage lautet:
    Darf der ethische Grundsatz der Gleichheit (Interessengleichheit) dem egoistischen Streben nach Kapitalvermehrung zum Opfer fallen?

Bereits im Vorfeld der Notenbanksitzung vom 2.Mai 2013, erwarteten viele Marktteilnehmer einen Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB). Tatsächlich wurde der Leitzins von bisher 0,75% auf nun 0,5% abgesenkt. Damit reagierten die Währungshüter auf die anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den krisen-behafteten Euroländern (z.B. Spanien, Griechenland und zuletzt auch Frankreich). Niedrige Zinsen sollen die Investitionen ankurbeln und somit der hohen Arbeitslosigkeit in vorbenannten Ländern Einhalt gebieten.

Grafik zur Leitzinsentwicklung in Europa 01.01.2000 – 02.05.2013:

Quelle: www.leitzinsen.info

Zinssenkung lässt Aktienkurse steigen

Die Entscheidung verleiht den globalen Aktienmärkten Rückenwind. Wer regelmäßig die Kapitalmärkte verfolgt, ist über diese Marktreaktion nicht erstaunt. So konnte auch der deutsche Leitindex DAX in den letzten 3 Wochen ca. 10% zulegen und kratzt an seinem Allzeithoch bei 8200 Punkten. Die US-Börsen haben ihre alten Höchststände bereits überwunden. „Sie sind nach oben ausgebrochen“, wie man es in der Börsensprache ausdrückt.

Die Zinsen befinden sich auf historisch niedrigem Niveau. Andererseits basiert unser Gesellschaftssystem auf der Notwendigkeit, Mindest-Renditen erzielen zu müssen (z.b. jegliche Arten der Ruhestands-sicherung). Neben renditesuchenden Investoren bleibt also auch Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften nur der Ausweg, höhere Risiken zu akzeptieren, um sich die notwendigen höheren Ertragschancen zu eröffnen. Dabei fließt ein Teil des Kapitals auch in die Aktienmärkte. In der Folge der Wertpapiernachfrage steigen die Kurse.

Zinsen für Tagesgeld weiter im Sinkflug

  • Diese Absenkung des EU-Leitzinses führt zu nochmals geringeren Zinsen auf Bankanlagen. Es ist zu erwarten, dass die durchschnittliche Tagesgeldverzinsung in kürze unter 1% pro Jahr fallen wird. Auch andere verzinsliche Anlagen (z.B. Sparbücher und Festgelder) bringen dem Anleger künftig nochmals geringere Erträge.
  • Eine weitere wirklich schlechte Nachricht ist, dass die Phase der niedrigen Zinsen noch mehrere Jahre andauern kann. Einige Experten rechnen fest mit einer lang anhaltenden Niedrigzinsphase, weil sich die Staaten höhere Zinsen nicht leisten können.
  • Zusätzlich kommt die noch junge Erkenntnis aus der EU-Rettungsaktion Zyperns hinzu (Kommentar vom 21. März 2013). Somit kann der Zugriff des Staates auf Bankguthaben seiner Bürger nicht mehr ausgeschlossen werden. Zur Rettung von Staaten der Währungsgemeinschaft könnten nunmehr auch private Kontenguthaben mit Sonderabgaben belastet werden.

Fazit zu den Niedrigzinsen

Für Anleger steigt der Druck zu Handeln, aus mehreren Gründen:

  • Erstens zum Zweck das Kapital vor Fremdzugriff zu schützen.
  • Zweitens um einen Ausgleich von Kaufkraftverlusten entgegen zu treten, der sonst das Kapital unsichtbar abschmilzt.
  • Selbstverständlich sind diese beiden Faktoren für die langfristige Vorsorgeplanung noch viel bedeutender. Deshalb muss jeglicher Kapitalaufbau überprüft werden. Am Beispiel der Kapitalbildenden Lebensversicherung lässt sich sagen: Je länger die Leitzinsen niedrig bleiben, desto größer werden die Probleme für die Versicherungsgesellschaften, die einst versprochenen Garantierenditen zu erwirtschaften. Und dann?
Kurz gesagt: Jeder sollte eine Überprüfung bestehender Anlage- und Vorsorgekonzepte im Lichte der neuen Marktbedingungen angehen, nicht auf die lange Bank schieben. Auch eine Abstimmung aller Anlagen untereinander ist von großem Vorteil, um Klumpenrisiken zu vermeiden.

Ausweg für Anleger ==> eine ganzheitliche, systematische Anlageplanung
Nicht nur um dem Zinsdilemma zu entgehen, bieten wir individuell abgestimmte Anlagelösungen. Dabei gilt:
Ihre Bedürfnisse sind unser Leitfaden.
Im nächsten Beitrag zeigen wir unsere Herangehensweise für kurz-, mittel-, und langfristigen Anlageerfolg.

Wir sind auch in Zukunft für Sie da

Seit dem 12.04.2013 sind wir als unabhängiger Anlageberater nach den neuen gesetzlichen Anforderungen für Finanzanlagenvermittler registriert. Unsere Erlaubnis der Stadt Leipzig können Sie hier nachvollziehen:

Erlaubnis für Finanzanlagenvermittler (§34f  Abs.1 Satz1 GewO)
Registernummer: D-F-159-RXH2-19
Vermittler-Register: www.vermittlerregister.info

Die Voraussetzungen für die Erlaubnis wurden erfüllt: Sachkundenachweis, langjährige Berufserfahrung, persönliche Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse sowie eine Berufshaftpflichtversicherung.

Zypern ist eigentlich ein Winzling innerhalb der EU. Das Land hat rund 1 Mio. Einwohner, ist seit 2004 EU- Mitglied und führte 2008 den Euro ein. Finanzdienstleistungen und die Tourismusbranche sind wichtige Wirtschaftszweige.

Zypern, ein Opfer im Schatten Griechenlands

Nicht nur geographisch besteht eine unmittelbare Nähe zu Griechenland. Es besteht auch eine starke Verflechtung der Bankenlandschaft. Zypriotische Banken, warben mit hohen Zinsversprechen auf deren Anlagekonten um ausländische Gelder. Sie engagierten sich dabei besonders stark in hochverzinsten griechischen Staatsanleihen, um die hohen Zinsversprechen zu bezahlen. Die Einlagen bei Zyperns Banken
(rd. 70 Mrd. €) sind mittlerweile 4 mal so hoch wie die Wirtschaftsleistung des Landes (rd. 18 Mrd. €).

Im Zuge der drohenden Staatspleite Griechenlands, die vor ca. 3 Jahren begann, kam es zu hohen Abwertungen bei deren Anleihen. Dann erfolgte im Rahmen der EU-Hilfen für Griechenland ein Schuldenschnitt – 2012 mussten die Gläubiger auf 50% ihrer Anleihengelder verzichten. Zyperns Banken gerieten daraufhin in Schieflage. Weil der Bankensektor eine übermäßig hohe Dominanz besitzt, überträgt sich die Situation bereits seit einiger Zeit auf das Land Zypern. Nun wackeln die Banken und Zypern droht die Staatspleite.

Politischer Umgang und allgemeine Bedeutung für Bankanlagen

Der Umgang der EU-Politik mit den Problemen in Zypern setzt jedoch neue Maßstäbe. Sicherlich ist die Hilfsbereitschaft innerhalb der EU weiter gültig, die im September 2012 seitens der EZB ausgerufen wurde. Aber nun zeigt sich die politische Bereitschaft, einen Tribut für die Unterstützung einzufordern.
Die anvisierten Zwangsabgaben für Kontoguthaben bedeuten konkret eine Sondersteuer auf das Kontovermögen der Bürger. Dies ist eine Gangart, welche die Sicherheit von jeglichen Bankguthaben, zumindest innerhalb der EU, in ein neues Licht rückt.

Die Botschaft – teilweise Enteignung von Kontoguthaben in der EU möglich

Derjenige, der bisher noch an die absolute Sicherheit seiner Bankanlagen und Kontoguthaben geglaubt hatte, bekommt jetzt seitens der EU-Politik eine klare Botschaft serviert:

  • Wenn Staaten und Banken gerettet werden müssen, dann wird auch vor dem Eigentum des Einzelnen nicht halt gemacht

Es bleibt spannend wie die Rettung Zyperns ablaufen wird. Ob Russland als Retter einspringt? Ob die Lösung der EU, trotz der Auflagen, letztlich doch in Anspruch genommen wird? Oder, ob Zypern, entgegen der Wahrscheinlichkeit, eine eigene Lösung finden kann? In jedem Fall heißt die Konsequenz für den Anleger:

  • Denken Sie darüber nach, wie Sie ihre Geldanlagen verteilt haben und ob eine Streuung über verschiedene Anlageklassen und Währungen bedacht wurde
  • Denken Sie darüber nach, dass Bankanlagen und Staatsanleihen einerseits nur noch geringe Verzinsungen bieten und dass das Risiko einer Teil-Entwertung, spätestens jetzt, nicht mehr auszuschliessen ist.
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+ + + Wir wünschen allen Geschäftspartnern und Freunden gemütliche Weihnachten und einen spritzigen Rutsch ins Jahr 2013 + + +

In den letzten Wochen konnten die weltweiten Börsen den Aufwärtstrend fortsetzen. Wir haben die Gelegenheit genutzt und bei unseren Kunden selektive Gewinnmitnahmen in Aktienfonds und Gold angeregt. Bei mutigen Anlegern dürfen die Geschenke in diesem Jahr etwas größer ausfallen.
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Seit nunmehr drei Monaten steigen die Aktienkurse wieder, auf breiter Front. In den letzten Tagen wurden charttechnische Widerstandsmarken in der Aufwärtsbewegung erreicht. Die Stärke der Börsen findet statt, obwohl sich die konjunkturellen Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung eher eintrüben.
Bei den meisten Finanzmarktexperten herrscht Skepsis gegenüber den Kursanstiegen. Auch in den Medien herrscht eine zurückhaltende Stimmung gegenüber den steigenden Kursen.

Eurozone rappelt sich auf?

Tatsächlich ist das Fortbestehen der Eurozone in der jetzigen Form auch weiterin unklar. Zu welchem Erfolg die politische Entschlossenheit in der Eurorettung letztlich führt und wie die Eurogemeinschaft im nächsten Jahr konkret aussieht, kann keiner mit Gewissheit sagen. Deshalb bleibt ein unkalkulierbarer politischer Einfluss für die Börsen auf jeden Fall bestehen.

Jedoch wird der unbedingte politische Wille zum Erhalt des Euro und zur Stützung der Staaten untereinander, immer nachhaltiger und für die Märkte glaubwürdiger. Für Finanzexperten wird dies vor allem durch die voranschreitende Installation des Rettungsschirms ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) untermauert. Dies verschafft den Staaten und den Kapitalmärkten Luft auf zu atmen.

Einordnung des Börsentrends – ohne die politischen Hintergründe

Betrachtet man einmal nur die Kursbewegungen und blendet die politischen Hintergründe aus, so zeigt sich derzeit eine zügige, mehrwöchige Aufwärtsbewegung ohne größere Korrekturen. Ein solcher Aufwärtstrend, der in einem relativ ängstlichen und zurückhaltenden Stimmungsgemenge zu Stande kommt, wird meist von den Investoren vorangetrieben, die mittel bis langfristige Zuversicht mitbringen. Eine solche Phase in einer Aufwärtsbewegung wird allgemein als gesunde und nachhaltige Entwicklung betrachtet und stellt nicht selten ein frühes Stadium eines längeren positiven Markttrends dar.

Das Anlagekapital welches  in den Aktienmarkt strömt und für die Entstehung solcher Tendenzen verantworlich ist, stammt oftmals von antizyklischen Investoren. Antizyklische Anleger handeln gegen die vorherrschende Marktmeinung und streben eine Positionierung abseits des Herdentriebs an. Hierzu zählen historisch so bekannte Akteure wie André Kostolany oder Warren Buffet, die durch eine solche Herangehensweise hohe Gewinne und Berühmtheit erlangen konnten.

Versucht man die aktuelle Börsenphase im „Verlauf des Anlageverhaltens eines typischen Investors“ einzuordnen, dann dürften wir uns ungefähr zwischen Punkt 15 und Punkt 17 im nachfolgenden Schaubild wiederfinden:

typischer Investor Anlageverhalten - Boersenphasen

Zur Begründung unserer Einordnung möchten wir Stimmungen und Meinungen aufgreifen, die derzeit in den Medien zu finden sind:

  • Es herrscht keine überschwingliche Zuversicht zur positiven Marktentwicklung
  • die letzte Verlustphase ist in den Gedanken der Anleger noch frisch (ängstlich)
  • die Marktverhältnisse erlauben keine euphorische Zukunftsbetrachtung
  • viele Marktteilnehmer warten auf Kurskorrekturen, um günstiger einzusteigen, bisher wurde erfolglos gewartet … der Investitionsdruck steigt
  • niedrige Zinsen begünstigen den Kapitalstrom heraus aus unrentablen Bankanlagen und Anleihen, hinein in relativ günstig bewertete Aktienmärkte (besonders in Europa)

Stimmungen können natürlich schnelllebig sein

Die momentane Marktentwicklung gleicht allerdings auch der Situation zum Jahresbeginn 2012, wo eine weniger pessimistische Börsenstimmung zunächst zu flott steigenden Kursen führte. Im April kippte die Stimmung und die Kurse fielen im 2. Quartal deutlich. Mittlerweile befinden wir uns in den saisonal umsatzschwächeren Sommermonaten. Der bevorstehende September gilt allgemein als schwankungsanfälliger Börsenmonat, denn viele Marktteilnehmer kehren aus ihrem Urlaub zurück, sodass das Handelsvolumen der Börsen wieder anzieht.
Trotzdem können die Kurse, unserer Ansicht nach, noch ein gutes Stück weiter getragen werden. Denn wenn die Kurse steigen, zieht dieser Trend immer neues Kapital an, wie das Licht die Motten anzieht.

Fazit

Die hohe Attraktivität von Wertpapieren ergibt sich auch, weil Bankanlagen nur Minizins-Erträge bieten. Nach Inflations- und Steuerabzug schmelzen die dortigen Zinsen teils komplett weg und führen zu einem effektiv negativen Anlageergebnis.

Es herrscht eine recht große Skepsis gegenüber steigenden Kursen, während die Kurse gleichzeitig steigen. Eine solche Phase ist, ungeachtet der politischen Einflüsse, eher charakteristisch für ein frühes Stadium im längeren Aufwärtstrend. Prinzipiell ist es aussichtsreich in solchen Marktphasen in Wertpapieren zu investieren und investiert zu sein.
Wir würden noch immer einen Cashanteil zurückhalten und nicht voll investieren, um bei Rückschlägen (z.B. durch erneute politische Verunsicherung) für günstigere Nachkäufe handlungsfähig zu bleiben.

Die gute Stimmung der Aktienmärkte und der Optimismus des ersten Quartals sind wieder verflogen. Der DAX notiert in der Nähe der Jahresanfangskurse, nachdem zwischenzeitlich gut 17% Gewinn zu Buche standen. Der europäische Index Eurostoxx liegt bereits mit ca. 5% in der Verlustzone. Viele institutionelle Anleger und Fonds haben in den letzten Wochen Ihre Aktienbestände deutlich reduziert.

Wir hatten bei unseren Anlegern Mitte Februar, zu DAX-Kursen um 6800 Punkten, Reduktionen von Aktienpositionen angeregt und so einige Gewinnmitnahmen gesichert. Die dadurch erhöhte Cashquote steht nun zur Verfügung, um zu tieferen Kursen wieder in die Aktienmärkte zurück zu kehren. Ein gut gemischtes Depot verlief auch in diesem Jahr weit weniger schwankungsanfällig als die Aktienbörsen und liegt derzeit solide im Gewinn.

Europas Probleme hypnotisieren die Finanzwelt

Im Grunde fühlt man sich um ein Jahr zurück versetzt. Die Angst vor einem globalen wirtschaftlichen Abschwung ist zurückgekehrt, erneut verursacht durch die finanzielle Schieflage in einigen europäischen Staaten und Finanzinstituten. Die Kandidaten sind im Wesentlichen noch immer die selben, nur die Sorgengräben sind tiefer.

  • Griechenland verzeichnet langsam Fortschritte in der Restrukturierung der Staatsorganisation, sorgt in diesem Prozess aber weiter für negative Schlagzeilen.
  • Die Lage in Italien bleibt zwar angespannt, ist derzeit aber nicht ernsthaft kritisch.
  • Spanische Banken leiden nun immer stärker an der jahrelangen expansiven Kreditvergabe für Immobilienprojekte, sodass der spanische Staat nur noch bedingt zur finanziellen Unterstützung in der Lage ist. Besonders der Sparkassenverbund Bankia hat hohe Liquiditätsengpässe und benötigt mehrfach zweistellige Milliardensummen, nun schaltet sich sogar die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsvermutungen ein. Banken die auch ausserhalb Spaniens tätig sind, befinden sich in einer besseren Lage, benötigen trotzdem finanzielle Unterstützung. Die Hilfe des europäischen Rettungsfonds (10.06.2012) sorgt hier zunächst für Beruhigung.

Globale Wachstumsängste wegen EU-Sparkurs

In wieweit die Angst vieler Marktteilnehmer zu nochmals tieferen Börsenkursen führen kann ist schwer einschätzbar. Die Schwankungsbreite wird vorerst hoch bleiben. Angst ist nicht nur ein unkalkulierbarer Faktor, sondern auch der schlechteste Ratgeber für Anlageentscheidungen. Die jüngsten Kursrückgänge zeigen die erhöhte emotionale Verkaufsbereitschaft. Damit wurde auch eine deutliche wirtschaftliche Abschwächung vorweggenommen, von zu teuren Aktienbewertungen kann deshalb nicht die Rede sein.

Natürlich schlagen die Sparmaßnahmen der EU-Staaten negativ auf das europäische Wirtschaftswachstum durch, denn wo Investitionen zurückgefahren werden, lässt sich schwerlich Wachstum beschleunigen. „Schlussendlich könnten die EU-Staaten den Sparkurs wieder aufgeben, weil die Steuer- und Sozialsysteme der Länder ein Wachstum existenziell benötigen“, meinen Finanzexperten. Wir sehen den weiteren Verlauf der Börsen auch daher nicht unbedingt negativ. Im Falle einer wieder expansiveren Geldpolitik würden die Märkte positiv reagieren.

Wohin denn nun mit mittel – langfristigen Anlagegeldern, hilft ein Blick in den Kühlschrank?

Nach wie vor sind zahlreiche global aufgestellte Unternehmen mit substanzstarken Umsatz- und Ertragssituationen zu finden. Wir sind der Ansicht das kapitalstarken Unternehmen eher Vertrauen zu schenken ist, als finanzschwachen Staaten. Dafür spricht auch, dass die jährlichen Zins-Ausschüttung der AG`s (Dividenden) oftmals deutlich höher als die Verzinsung bei Staatsanleihen ausfallen.

  • In der Anlagepraxis bedeutet dies konkret: „Staatsanleihen selektiv, Aktiengewichtung definitiv“,
    je niedriger die Kurse, desto interessanter sind Aktien.

Hersteller für Nahrungsmittel, Medikamente, Telekommunikations- oder Technologieunternehmen sind essentiell im Alltag unserer Gesellschaft verankert. Man kann ruhig mal durch den eigenen Haushalt stöbern und auf Entdeckungstour gehen, was so alles konsumiert wird und welcher Hersteller daran profitiert.

Für einige überraschend dürfte die Stärke von Herstellern aus dem Luxusgüterbereich, z.B. Swatch, LVMH oder Richemont, sein. Diese können auch kurzfristig mit stabileren Kursen glänzen, als beispielsweise der DAX.

Grafik: DAX-Verlauf gegenüber einem Fonds der in Luxusgüteraktien investiert:

Luxusgüterfonds (rot) 10% vs. DAX (grün) 0%, 6 Monate, per 06.2012.

Vor wenigen Tagen bin ich aus Sinpapur zurückgekehrt. Nicht nur die hohe Anzahl und Dichte der Shopping-Malls war für mich sehr überraschend. Sondern auch die Tatsache, dass nahezu jede Luxusmarke in jedem Einkaufszentrum vertreten ist, und alle Konsumtempel waren stets gut besucht. Da lässt es sich einfach nachvollziehen, dass besonders diese Konzerne, die einen hohen Wohlfühlfaktor bei den Konsumenten erwecken, über robuste Geschäftsmodelle verfügen.

30.03.2012 Im dritten Quartal 2011 verhalfen die angeheizten Diskussionen um Staatsverschuldung und Geldmengenausweitung dem Goldpreis sprunghaft zu neuen Höchstständen, bei ca. 1900 US Dollar je Unze. Eine gewisse Entspannung der Situation führte auch beim Edelmetall zu nachgebenden Kursen (aktuell um 1650 US Dollar je Unze). Kann hierin ein Trendwechsel gesehen werden, oder eine gesunde und notwendige „Verdauungsphase“ in der 10 jährigen Aufwärtsbewegung?
Es gibt einige Argumente die nicht von der Hand zu weisen sind und gleichzeitig einer Fortsetzung der Goldhausse im Wege stehen.

Gold ist ein weites Thema, bei dem vielfältige Einflüsse und Gedanken erwähnt werden könnten. Wir wollen nachfolgend die für uns wichtigsten Zusammenhänge beleuchten. Nun geht es uns nicht unbedingt darum, sich in einzelnen Diskussionspunkten fest zu positionieren. Für uns ist es wichtig die Triebkräfte der Kursentwicklungen zu identifizieren, um vorausschauend agieren zu können, wenn die Lage sich in die eine oder andere Richtung verschiebt.

Aktuelle Studie zum Goldmarkt gewährt Einblicke

Eine aktuelle Studie des World Gold Council beschäftigt sich mit Angebot und Nachfrage im Goldmarkt. Darin eröffnen sich tiefere Einblicke in die Strukturen der Käufer und Verkäufer. Während die Nachfragemenge für Schmuck seit 2008 rückläufig ist, steigt seitdem die Nachfrage nach Gold in Barren, Münzen und Investment-produkten kräftig an. Der Preisanstieg der letzten Jahre ist demnach in erster Linie dem hohen Interesse der Kapitalanleger zuzuschreiben.
Die Studie zeigt auch ein konstant steigendes Angebot. Zum Einen durch eine ansteigende Minenförderung,
zum Anderen durch eine deutliche Ausweitung des Angebotes aus Altgold-Recycling.
Studie vom 16. Febr. 2012, http://www.gold.org/investment/research/regular_reports/gold_demand_trends/

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Warum Gold hoch im Kurs steht

Im Jahre 2007 erschütterte die US-Immobilienkrise die Kapitalmärkte. Die in der Folge notwendigen staatlichen Unterstützungen von Banken und Wirtschaft, sorgten für eine rasche Zunahme der Staatsverschuldung in vielen Industrieländern. Die drohenden Schieflagen von Staaten in Europa und die gewährten Unterstützungen innerhalb der europäischen Gemeinschaft, heizten die Verschuldungsdiskussionen insgesamt weiter an. Die Stützungsversprechen sind nur unter Inkaufnahme der Risiken von noch höheren Verschuldungsniveaus möglich, mit drohenden Gefahren für das gesamte Finanzsystem. Diverse Krisenszenarien liefen und laufen in der Betrachtung einiger Experten immer wieder darauf hinaus, das Gold als Krisenwährung eine sichere Bank darstelle.
Bis zum Jahre 1971 war die Ausweitung der Verschuldung für den US Dollar als Weltleitwährung begrenzt. Durch das Versprechen der Hinterlegung von Währungsreserven in physischem Gold, wurde einer ausufernden Verschuldung entgegen gewirkt. Seither gibt es keine wirksame Begrenzung gegen die Schuldenausweitung.
So erhöht die USA fast im jährlichen Rhythmus die festgelegten Höchstgrenzen der Staatsverschuldung.
Gold wird als eine seit Jahrtausenden existierende Währung betrachtet, die jedes schwächelnde Finanzsystem überdauern konnte. Ausgelöst durch die Krisendiskussionen der letzten Jahre, liegt hierin die Begründung für die extrem gestiegene Goldnachfrage. Der Anstieg des Goldpreises symbolisiert die Zweifel an den heutigen Geld-Währungssystemen.

In Folge des gestiegenen Goldpreises, steigt auch das Angebot

Die Verteuerung führte bei den Minenbetreibern dazu, dass Projekte zur Gewinnung des gelben Metalls in den letzten Jahren wieder in Betrieb genommen wurden, die sich lange Zeit nicht lohnten. Mit höheren Goldpreisen können auch höhere Förderkosten kompensiert werden. Ehemals unrentable und geschlossene Minen werden wieder profitabel und neue Abbaugebiete erkundet. In der Folge steigt die Minenförderung insgesamt an. Sie umfasst rund 2/3 des Marktangebotes.
In den letzten Jahren gelangt ein gesteigertes Goldangebot aus Altgold in den Markt. Die Ursache liegt im gewachsenen und gut strukturierten Netz von Händlern die Altgold aufkaufen. Viele Privatbesitzer sind zu diesen Kursen bereit Ihr Altgold abzugeben, wodurch das Gold Recycling wesentlich an Bedeutung gewann.
In den letzten 5 Jahren stieg das Angebot daraus um rund 60%, in 2011 betrug der Anteil des Recycling damit ca. 1/3 des gesamten Marktes.

Wer kauft Gold

  • Der Schmuckbereich ist noch immer als bedeutendster Nachfragesektor anzuführen, wenn auch seit Jahren mit rückläufiger Tendenz. Sehr wahrscheinlich ist dies dem gestiegenen Preisniveau zuzuschreiben.
  • Ebenfalls auf der Käuferseite sind Staaten und Staatsfonds zu finden, die zur Diversifikation auf Gold setzen. Weitestgehend geschieht dies aus einem Sicherheits- und Werthaltigkeitsdenken der Entscheider heraus. Die eigene Währung soll mit Sachwerten unterfüttert und die Währungsreserven diversifiziert werden. Von diesen Käufern wird hauptsächlich in physischem Gold angelegt. Seit 2008 stiegen die Investitionen in Barren und Münzen daher sehr stark an. In 2011 fiel die Nachfrage in diesem Segment besonders hoch aus. Sicherlich ist hiermit die Haupttriebkraft des rasanten Preiszuwachses identifiziert.
  • Börsennotierte Goldfonds (ETF) sind ebenfalls auf beachtliche Volumen angewachsen. Hier investieren
    z. B. Vermögensverwalter, andere Fonds, sowie trendgetriebene Investoren. Im letzten Jahr hat sich die Nachfrage in Gold ETF`s deutlich abgeschwächt.
  • Trendgetriebene Investoren sind nur daran interessiert, an einem starken Trend mit zu verdienen. Gerade in Zeiten in denen Aktienkurse ohne klare Richtung verlaufen oder stark schwanken, lockt ein stabiler Trend weiteres Kapital an: „Die Hausse nährt die Hausse“.
  • Im aktuellen Umfeld bieten sichere Anleihen nur geringe Verzinsungen. Bei allgemein niedrigen Anleihezinsen ist es vielen Anlegern weniger wichtig das Gold keine Zinsen bringt. Steigt jedoch das Zinsniveau, würden diese Erträge sicherlich wieder eine Konkurrenz zur Goldanlage darstellen. Gerät der Goldtrend daraufhin ins stocken, wollen viele Investoren gleichzeitig ausstiegen. Ein Aspekt der mittelfristig zur Vorsicht mahnt.

Fazit fundamentale Betrachtung

Die Minenproduktion zeigt sich stark und es wird weiter exploriert. Derzeit herrscht ein ungefähr ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Sollte sich die Nachfrage abschwächen, etwa aufgrund des fortgeschrittenen Preisniveaus oder weil eine politische und monetäre Stabilität des Finanzsystems wieder vorstellbar würde, wäre der Preisanstieg schnell in Gefahr. Die Phantasie für weiter steigendende Goldkurse bündelt sich letztlich auf den Punkt als Krisenanlage, da hier die Hauptursache für die Goldnachfrage anzutreffen ist.
Damit verschlechtert sich die fundamentale Betrachtung für Gold. Es bedarf der weiteren Nachfrage nach Gold als Anlagevehikel, um das Preisniveau zu halten oder zu steigern. Hier wäre ein wachsendes Argument gegen weiter steigende Kurse des Edelmetalls zu bedenken.

Rückblick: Gold vor 10 Jahren – eine antizyklische Empfehlung

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir bereits im Januar 2002 erstmals zu einem Einstieg ins gelbe Metall angeregt hatten. Damals aus antizyklischen Investmentgründen, weniger in prophetischer Vorausschau einer bevorstehenden langjährigen Hausse. Der Goldpreis notierte bei rund 290 US Dollar je Unze.

  • Goldverkäufe der Zentralbanken waren seit den achtziger Jahren ein fester Bestandteil des Angebotes im Goldmarkt. Die Notenbanken sahen ihre Devisen in einem allgemein stabilen und vertrauensvollen Zustand. Darüber hinaus ermöglichte Gold keine Zinserträge der darin angelegten Währungsreserven. Zwischen 1999 und 2002 hatte besonders die britische Nationalbank ihre Goldbestände kräftig abgebaut und das zu Kursen unter 300 US Dollar je Unze. Die Umstände und Beweggründe darüber sind bis heute zweifelhaft. Das große Angebot drückte das Kursniveau jedoch kaum noch, wenig später sollte sich dieses Zeitfenster als langjähriger Tiefpunkt des Goldkurses herausstellen.
  • Für die Goldproduzenten war in immer weniger Minen ein rentabler Förderbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Branche war wegen des jahrelang sinkenden Goldpreises arg mitgenommen. Die Unternehmen erhielten kaum Investitionskredite und wenn, dann nur zu hohen Zinsen. Deshalb wurden nicht selten so genannte „Vorwärtsverkäufe“ eingegangen. Der Goldproduzent verkaufte Goldtranchen bereits vor der Förderung zu einem festen Preis, um den Verkaufserlös zu sichern.
  • Die Bedeutung für Anleger, als Kapitalanlage oder Kriseninvestment, spielte zum Ende der neunziger Jahre nur noch eine sehr untergeordnete Rolle (im Gegensatz zu den siebziger Jahren, als Gold ein fester Portfoliobestandteil war).
  • In damaligen Research Berichten zum Edelmetall wurde ausgeführt, dass sich die Angebotsseite aus stagnierenden Produktionsmengen und kalkulierbaren Verkäufen durch Zentralbanken zusammensetzte. Auf der Nachfrageseite erwartete man einen stetig steigenden Bedarf der Schmuckbranche. In der industriellen Verwendung ließ der technologische Fortschritt einen steigenden Goldbedarf vermuten.
  • Hinzu kam nun die chartechnische Betrachtung. Die Kursentwicklung ließ auf eine Bodenbildung des Preises im Bereich zwischen 250 und 280 US Dollar je Unze schließen. Zum Jahresbeginn 2002 eröffneten sich sowohl fundamentale als auch charttechnische Investmentchancen, mit antizyklischem Charakter.

Die im Laufe der Jahre aufgebauten Positionen in Goldfonds befinden sich größtenteils noch immer in den Portfolios der Kunden.

Einfache Charttechnische Betrachtung

Zur Standortbestimmung im Goldtrend darf auch eine aktuelle Chartbetrachtung nicht fehlen. Hier kann ein gesunder langjähriger Aufwärtstrend abgelesen werden, der sich aktuell in einer Korrekturphase befindet.

Goldgrafik

Ein Rückfall vom aktuellen Kurs um 1650 US Dollar je Unze, bis in den Bereich um 1550 US Dollar je Unze, wäre noch kein Grund zur Sorge. Erst bei einer Verletzung des Aufwärtstrendkanals, welcher derzeit um 1500 US Dollar je Unze verläuft, könnten grundsätzliche Zweifel an der Fortsetzung der Goldhausse angemessen sein. Daraus könnte eine größere Verkaufsbereitschaft in der mittlerweile recht breiten Masse der Goldanleger resultieren. Ein heftiger Rücksetzer des Goldpreises in den Bereich um 1200 US Dollar je Unze wäre dann gut möglich.
Derzeit ist der Trend jedoch voll intakt. Aus charttechnischer Sicht ist im Hauptszenario mit einer Trendfortsetzung zu rechnen, zunächst bis zu den alten Höchstständen bei 1900 US Dollar je Unze. Erst wenn die bisherige Höchstmarke sichtbar durchstoßen wird, eröffnet sich weiteres Potential.

Einfluss des Euro/Dollar Wechselkurses

Die Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und US Dollar ist auch für die Bewegung des Goldpreises von Bedeutung. Ein stärkerer US Dollar führt tendenziell zu einem nachgebenden Goldpreis und umgekehrt.

Fazit:

Gold als Krisenbeimischung im Portfolio hat noch immer seine volle Berechtigung. Fundamental zeigt sich ein steigendes Goldangebot. Ob nun die Nachfrage infolge des mittlerweile hohen Preisniveaus nachlässt, wird sich zeigen. Der Kursrückgang in den letzten Monaten muss noch nicht überbewertet werden.
Die charttechnische Sichtweise deutet auf einen intakten Aufwärtstrend hin, der derzeit durchaus gute Chancen für weitere Zugewinne offeriert.
In der Gesamtbetrachtung ist Gold aktuell eine Halteposition.

15.02.2012 Der DAX hat in den ersten Wochen des neuen Jahres bereits von 5.900 Punkten auf aktuell 6.800 Punkte zugelegt. Dies entspricht einem Zuwachs von gut 15%. Allerdings hat sich auf den ersten Blick hinsichtlich der Euro-Schuldenkrise nicht viel getan – warum also steigen die Kurse?

Zunächst ein kurzer Blick zurück. Im Börsenkommentar vom 02.11.2011 hatten wir folgende Frage aufgeworfen:

„Wie eine pessimistische Anlegerstimmung zu steigenden Kursen führen kann“

und schlussendlich folgendes Fazit herausgestellt:

„Der Blick auf die grundsätzlichen Verhaltensweisen der Kapitalmärkte lässt derzeit darauf schließen, dass investitionswilliges Kapital an der Seitenlinie steht, um dann in den Markt zurückzukehren, wenn Unsicherheiten durch Perspektiven ersetzt werden können.“

Rahmenbedingungen verbessern sich

Vieles hat sich seither geändert, was den Märkten wieder Auftrieb verleiht:

  • Die EU stützte im Dezember 2011 die Banken mit Liquidität, stellte im Januar weitere Hilfen in Aussicht und verhinderte erst einmal das Horrorszenario eines „Domino- Bankencrashs“
  • Die globale Wirtschaft verlangsamte zwar in 2011 das Wachstumstempo, aber eine befürchtete längere Rezession ist immer weniger wahrscheinlich. In einigen Ländern werden die Prognosen für 2012 sogar wieder optimistischer, z.B. in Japan und Indien. Ebenso offenbart der aktuelle ZEW Index positive Konjunkturerwartungen für Deutschland.
  • Die US – amerikanischen Wirtschaftsdaten zeigen positive Impulse. Die OECD sieht in einigen sich verbessernden Frühindikatoren Hinweise auf ein anziehendes Wirtschaftswachstum in den USA. Auch dies wurde vor rund 3 Monaten noch sehr skeptisch betrachtet.
  • Nicht zuletzt ist die hohe Liquidität im Markt ein Kurstreiber. Wenn Kurse steigen, ziehen Sie damit weiteres Kapital an, erst recht in einem Umfeld niedriger Zinsen.

Dividenden machen Aktien zusätzlich attraktiv

Die 30 deutschen DAX-Unternehmen schütten in diesem Jahr rund 27 Milliarden Euro an Dividenden aus. Damit wird das Rekordjahr 2008 nur knapp unterschritten. Eine angenehme Ertragssituation, denn die durchschnittliche DAX – Dividendenrendite entspricht damit rund 4%. Diese jährlichen Unternehmens- Ausschüttungen liefern dem Anleger einen soliden Sicherheitspuffer in dieser Anlageklasse.

Die detaillierten Dividenden der DAX Unternehmen finden Sie unter folgendem Link:
http://www.mydividends.de/index.php?cont=div&qry=all

Psychologischer Aspekt

Ein gewisser Gewohnheitseffekt kommt mittlerweile ebenfalls hinzu. Wenn immer wieder die selben Schlagzeilen (negativen) auftauchen, stumpft die Sensibilität für solche Meldungen mit der Zeit ab. Man gewöhnt sich daran und wendet sich anderen Betrachtungen zu.

Fazit

Die aktuell steigenden Kurse sind ein Zeichen dafür, dass die überzogen negative Wahrnehmung des Jahres 2011 wieder abgebaut wird. Sicherlich werden sich die makroökonomischen Probleme des Vorjahres nicht einfach auflösen, weshalb mit weiteren Marktunsicherheiten gerechnet werden muss.
Die Marktteilnehmer wenden sich jedoch wieder verstärkt der fundamentalen Betrachtung und damit der Bewertung von Unternehmen zu und finden dabei ein substantiell solides Umfeld vor. Deshalb steigen die Kurse.

Alljährlich gilt es eine Auswertung der Anlageergebnisse der Investmentfonds vorzunehmen. Zum Jahresende 2011 kommen dabei teils neue Erkenntnisse zum Vorschein. Nachfolgend geben wir einen kleinen Einblick in unsere Überlegungen bei der Fondsauswahl.

Mischfonds, zwischen Anfangseuphorie und Demut

Im Vorfeld der Einführung der Abgeltungssteuer zum 01.01.2009 wurde eine Fondskategorie wiederbelebt, die bis dahin nahezu ausgestorben war. Die Rede ist von Mischfonds. Mit der Banken- und Immobilienkrise in den Jahren 2008 – 2009 gewannen besonders Mischfonds an Bekanntheit, die in dieser verlustgeprägten Phase einen Kapitalerhalt für Anleger erzielen konnten. Schnell wurde in solche Fondskonzepte, die teilweise sehr flexibel in jeder Marktlage anlegen dürfen, eine Art „Eierlegende Wollmilchsau“ für Kapitalanleger hineininterpretiert. In kurzer Zeit flossen hohe Anlagevolumen in viel versprechende Konzepte.
Auch in 2010 und 2011 profitierten viele dieser Fonds von den guten Referenzen der vorangegangenen Krise. Man argumentierte, dass besonders die Fonds, welche in vergangenen schwierigen Marktphasen gute Ergebnisse liefern konnten, auch in folgenden turbulenten Börsenzeiten besser als die Konkurrenz abschneiden könnten.

Nachdem in vielen dieser Fondskonzepte nun eine Historie mit zwei krisengeschüttelten Marktphasen entstehen konnte, sieht die Praxis eher ernüchternd aus. Einigen Mischfonds gelang in Phasen mit fallenden Börsenkursen die Verlustvermeidung recht gut. Jedoch wurde anschließend von den steigenden Kursen weniger profitiert. Man blieb zu vorsichtig und kam teilweise nicht voran.
Andere Fonds erreichten nach Ihrer Gründung, wegen der fortlaufend anspruchsvollen Marktbedingungen der letzten Jahre, zu keinem Zeitpunkt die Gewinnzone. Zu Ernüchterung in der Performancebetrachtung führt dies, weil viele Prospekte überzogene Erwartungen geschürt hatten. Auf Seiten des Fondsmanagements wurden bei so manchem Mischfonds die dynamischen Renditeziele von der rauen Marktrealität weggespült. Unterm Strich ist zu fest zu stellen, wer im letzten Börsenabschwung gute Entscheidungen treffen konnte, hat damit noch kein verlässliches Zukunftsrezept. Immerhin gelang es dennoch einigen Fondslenkern, über beide Krisenphasen (2008/09 und 2011) hinweg, das Fondskapital zu erhalten oder gar zu vermehren.

Um über das Segment der Mischfonds hinaus Rückschlüsse zu prüfen, musste auch die Entwicklung von Aktienfonds verschiedener Kategorien erneut unter die Lupe. Hier zeigt sich gleichermaßen, das nur eine überschaubare Anzahl Fondsmanager je Kategorie dauerhaft überzeugen kann. So variieren besonders bei global anlegenden Aktienfonds die Spitzenreiter in der Performance deutlich, je nach der gewählten Vorgabe auf der Zeitachse.

Ebenso sind Fondskonzepte mit so genannten Trendfolgemodellen keineswegs als Selbstläufer zu sehen. Die schnellen Trendwechsel im sehr volatilen Jahresverlauf 2011 ließen den computergesteuerten Systemen, welche hier zu Grunde liegen, keine Zeit sich zu entfalten.

Emotionale Falle: historische Wertentwicklung

Die wirkliche Leistung eines Fonds wird erst sichtbar, wenn man eine Vergleichsbasis für die erzielte Wertentwicklung herstellt. Hierfür kann eine zu Grunde liegende Benchmark oder eine Vergleichskategorie herangezogen werden (eine Gegenüberstellung mit ähnlich anlegenden Fonds). Erst dadurch lassen sich Ergebnisse in ein Verhältnis setzen. Nützlich ist die Betrachtung über mehrere Zeiträume und verschiedene Kapitalmarktphasen hinweg. Somit lassen sich emotionale Anlageentscheidungen vermeiden, bei denen darauf gehofft wird, das kurzfristig erzielte Resultate einfach in der Zukunft fortgeführt werden können. Genau dies ist nur selten der Fall. Diese Erkenntnisse sind natürlich nicht neu, sondern erneut bewiesen.

Wenn man es etwas überspitzt ausdrücken möchte, dann zählen die Gewinner von gestern tendenziell eher zu den Verlierer von Morgen. Denn, häufig gehört für einen Fonds auch eine Portion Glück zum Sprung an die Spitze dazu. Dauerhaft reproduzierbar ist dies dann oftmals nicht.

Fondsauswahl ein fortlaufender Prozess

Die Auswahl der einmal investierten Fonds in einem Portfolio muss zwingend regelmäßig überprüft werden. Es gilt die erreichte Wertentwicklung auszuwerten. Besonders erfreulich ist hierbei die Feststellung, das ehemalige Favoriten noch immer überzeugen können. Anders bei unterdurchschnittlich abschneidenden Fonds, hier ist ein zu langes Abwarten und Festhalten wenig sinnvoll. Immer wieder treffen wir in Fondsdepots, die zur Überprüfung an uns herangetragen werden, auf Fonds die bereis seit vielen Jahren den Möglichkeiten hinterher laufen und deshalb Unzufriedenheit auslösen. Aussitzen ist manchmal notwendig, aber nur selten eine  Strategie.
Selbstverständlich ist ein voreiliges Handeln (beim Verkauf) ebenso das falsche Rezept. Wenn sich ein Fonds schon nach kurzer Investitionszeit als nicht zufriedenstellend erweist, wurde wahrscheilich im Researchprozess zu dieser Investmententscheidung etwas übersehen. Hierbei muss noch berücksichtigt werden, welche Chancen sich in der jeweiligen Kapitalmarktsituation geboten haben, um die gewünschte Rendite zu erwirtschaften. Beispiel: Bei allgemein fallenden Börsenkursen muss auch bei einem guten Aktienfonds mit Verlusten gerechnet werden. Wer dies von vorne herein nicht dulden möchte, ist in anderen Fonds besser aufgehoben.

Fondsauswechselungen: im Zeitverlauf notwendig, mit Übersicht

Unsere Erfahrungen haben ergeben, dass es als eine normale Weiterentwicklung zu verstehen ist, wenn innerhalb von zwei Jahren jeder fünfte Fonds ausgewechselt werden kann. Das geschieht zumeist entweder aus Qualitätsgründen oder wegen personeller Veränderungen im Fondsmanagement. Wenn in einem Portfolio (eine breite Streuung auf mehrere Fonds vorausgesetzt) nach fünf Jahren keine Fonds-Veränderungen stattgefunden haben, laufen die Anlageergebnisse den Renditemöglichkeiten wahrscheinlich hinterher.

Schließlich entstehen ständig neue Ideen im Fondsmarkt. Einige davon reifen mit der Zeit zu ernst zu nehmenden Investmentkonzepten heran. Wo gute Alternativen nachwachsen, fällt ein Wechsel manchmal leicht.

Eurokrise – Kritik der Märkte und enorme Erwartungen an die Politik

24.11.2011 Die Zuspitzung der Diskussionen zur Schuldenkrise in Europa produziert fortlaufend neue Schlagzeilen. Die Verunsicherung kann an den täglich schwächeren Börsenkursen direkt abgelesen werden, nicht nur in Europa. Die Kapitalmärkte richten sich zunehmend auf eine düstere Zukunft ein. Als Ursache wird auf die unfähige Politik verwiesen. Doch irgendetwas stimmt hier nicht.

Was erwarten die Marktteilnehmer? Wer sind die Marktteilnehmer? und
Warum wird die Politik derartig gemeinschaftlich der Unfähigkeit bezichtigt?

Als die „Märkte“ wird die Summe aller Kapitalmarktteilnehmer bezeichnet. Damit sind Banken, Versicherungen, Pensionsfonds oder Investmentfonds zusammengefasst. Aber auch der private Investor ist Marktteilnehmer. Das Interesse dieser besteht darin, aus ihren jeweiligen Zielen heraus ihre Anlagebedürfnisse umzusetzen und Ineffizienzen auszunutzen.

Als die „Politik“ bezeichnet man die gesellschaftlichen Interessenvertretungen von Staaten und Staatengemeinschaften. Nun ist es so, dass die Politik die Organisation von Gesellschaft und Staat leitet und alles Interesse darauf ausrichtet, das die Gesellschaft funktioniert – jetzt und in Zukunft.

Warum stellen sich die Marktteilnehmer derartig gegen die Gesellschaftsorganisatoren?
Kann es sein dass die Marktteilnehmer mittlerweile ein idealisiertes und damit unrealistisches Bild der politischen Möglichkeiten und Fähigkeiten aufgebaut haben?

  • Den Einen richtigen Lösungsweg gibt es in der entstandenen Situation nicht. Wenn die Märkte eigene Lösungsideale entwerfen und zum Maßstab erheben, entsteht eine unrealistische Erwartungshaltung gegenüber der politischen Leistungsfähigkeit. Die Anforderungen an die Politik wären völlig überzogen. Sämtliche Reaktionen der Märkte wären von einer falschen Erwartungshaltung gegenüber der Politik geprägt.
  • Viele der Kritiker am derzeitigen politischen Vorgehen kommen aus den Reihen der Banken. Und dies, obwohl mittlerweile nicht wenige Banken darauf angewiesen sind, dass der Staat Ihnen unter die Arme greift. Zumindest, wenn einer der europäischen Staaten tatsächlich die Pleite vermelden müsste, wahrscheinlich bereits bei Notlage eines großen Geldinstitutes. Ein Sprichwort sagt: „beiße nicht die Hand die dich füttert.“ Das dies auch für Banken gilt, scheint nicht jedem klar zu sein. Der am Tropf hängende Patient beschwert sich fortlaufend über die Arbeit des Arztes?
    Die staatliche Organisation ist eine fundamentale Stütze unserer Gesellschaft.
  • Die derzeitigen Marktspekulationen sind u.a. an den täglichen sprunghaften Ausweitungen der Zinsdifferenzen der EU Staaten ablesbar. Dies führt bis hin zur Nichtakzeptanz von Staatsanleihe-Emissionen, wie kürzlich in Spanien geschehen. Das Angstlevel selbst ist mittlerweile beängstigend.
    Nimmt man nun an, das ein Zusammenbruch der Eurozone oder von einzelnen Staaten mit einem Auseinanderbrechen der Grundlagen für funktionierende Märkte einhergehen würde, dann dürfte kein EU-Marktteilnehmer ein Interesse daran haben. Die Verluste und Konsequenzen bei einem Zusammenbruch der Handelszone wären dramatisch. Die Marktteilnehmer benötigen eine stabile Gesellschaft, um letztlich darauf aufbauend wirtschaften zu können.

Kehrt man zu dem Gedanken zurück, dass beide Seiten an einer Funktionsfähigkeit des Währungsraumes Euro und einer Notwendigkeit zur Zusammenarbeit der europäischen Staaten interessiert sind, dann wäre die Rückkehr zu einem Grundvertrauen in die Politik ein guter Anfang. Ebenso entstünde die Grundlage für einen Ausweg aus der derzeitigen Angstgemeinschaft. Schließlich fiele es Politikern wesentlich einfacher Lösungen zu finden, wenn die Märkte mit Ihrem Verhalten nicht fortlaufend dagegen steuern würden. Das hektische Marktverhalten forciert einerseits die Probleme und fordert währenddessen schnelle politische Lösungen. So etwas nenne ich paradox.

Die kurzfristigen Börsenaussichten bleiben unberechenbar, Tagesmeldungen bestimmen die Marschrichtung.

Am 26.10.2011, in der vergangenen Woche, festigten die Euroländer Ihren gemeinsamen Willen zur gegenseitigen Rettung derer, die in Schieflage geraten. Den Griechen soll die Hälfte der Schulden erlassen werden. Dazu werden auch diverse Möglichkeiten zur notwendigen Rekapitalisierung der Banken benannt, denn die sich ergebenden Abschreibungen aus einem teilweisen Schuldenerlass treffen die Finanzinstitute besonders.
Die Märkte schöpfen Hoffnung für eine Auflösung der Unsicherheit, die Börsen erholen sich daraufhin kräftig. Der deutsche Leitindex springt über 6.300 Punkte, nachdem er zuvor um 5.800 pendelte.

Am 01.11.2011 verkündet der griechische Staatspräsident Papandreou die Möglichkeit einer Volksabstimmung der Griechen zum EU-Rettungspaket. Die Hilfe der EU wird damit in Frage gestellt. Die Alternative dazu wäre wahrscheinlich der Staatsbankrott Griechenlands und der Austritt aus dem Euro. Die Griechen könnten eigene Wege gehen. Doch wie würden diese aussehen? Welchen Auswirkungen stehen die europäischen Banken und die Finanzbranche damit gegenüber? Schlagartig ist die Unsicherheit in die Kapitalmärkte zurückgekehrt. Von den erreichten 6.300 Punkten im DAX geht es schnurstracks wieder auf das Ausgangsniveau um 5.800 zurück.

Derzeitige Börsenstimmung – Hoher Pessimismus unter deutschen Anlegern

Die jüngsten Tagesmeldungen führten bei den Börsenteilnehmern bereits zu einer Phase, die von Skepsis und hohem  Pessimismus geprägt ist. Laut einer Studie von J.P. Morgan aus dem Oktober 2011, liegt das Vertrauen der deutschen Anleger in die Kapitalmärkte nahe der historischen Tiefpunkte. So gibt es derzeit mehr Pessimisten als Optimisten unter den Börsenteilnehmern. Während noch im Mai diesen Jahres jeder Zweite angab positiv voraus zu blicken, geht im September jeder zweite Befragte von einer negativen Marktentwicklung aus. Binnen 4 Monaten ist die Stimmung ins Gegenteil gedreht.

Quelle: J.P.Morgan Asset Management, Investor-Confidence Studie

Quelle: J.P.Morgan Asset Management, Investor-Confidence Studie

Allgemeine Bedeutung der Marktstimmung

Jede Medaille hat zwei Seiten. Ebenso ist die jeweils vorherrschende Marktstimmung ein wichtiger Indikator für die weitere Entwicklung der Kapitalmärkte.
Ein hoher Pessimismus geht zumeist mit geringen Investitionsgraden einher. Das bedeutet, wer laut äußert das er fallende Kurse erwartet, ist oft nur gering investiert. Wenn ein besonders großer Kreis der Marktteilnehmer niedrig investiert ist, kann diese Gruppe auch keine Aktien mehr verkaufen. In der Folge kann Sie damit die weitere Börsenentwicklung nicht mehr negativ beeinflussen.

  • hoher Pessimismus = geringe Investitionsquote, hoher Optimismus = hohe Investitionsquote

Rückschlüsse auf die derzeitige Marktlage

Wenn man die Ergebnisse der Erhebung von J.P. Morgan heranzieht, könnte dieser Zusammenhang eine recht positive Ausgangssituation für die aktuelle Börsenlage bedeuten. Wer derzeit negativ gestimmt ist, steht als zukünftiger Investor an der Seitenlinie und wartet auf den Wiedereinstieg in den Markt. Dies kann aus folgenden Gründen geschehen:

  • Investitionen durch „günstige Kaufgelegenheiten“, die entweder aus charttechnischen oder fundamentalen Bewertungen resultieren. Dadurch wird der Markt immer wieder durch Nachfrage „aufgefangen“ und es kommt zu einer so genannten Bodenbildung.
  • Investitionen durch die Bestätigung einer Bodenbildung und die Entstehung eines aufwärts gerichteten Trends. Kommt kein weiterer Einbruch der Kurse zu Stande und beginnt die Börse sich zu stabilisieren, dann steigt der Druck und der Wille bei nicht investierten Marktteilnehmern, ihr Kapital wieder zu investieren. Deshalb ziehen steigende Kurse weiteres Kapital an, ein Aufwärtstrend entsteht:  „die Hausse nährt die Hausse“

Fazit:

Im derzeitigen Umfeld ist eine Prognose zu den kurzfristigen Börsenaussichten nahezu unmöglich. Zu viele unkalkulierbare Einflüsse treiben das Tagesgeschehen vor sich her, die Unsicherheit drückt sich in ungewöhnlich hohen Marktschwankungen aus.

Die Staatsverschuldungs-Problematik ist nicht von „heut` auf morgen“ lösbar. Derzeit steht die EU im Zentrum der globalen Krisendiskussionen. Weitere Kandidaten wie Großbritannien, Japan oder die USA stehen zwar im Schatten, jedoch keinesfalls auf fiskalisch stabilerem Fundament. Insofern kann man sich darauf einstellen, dass große Börsenschwankungen in kürzeren Frequenzen als dauerhafte Begleiter und als Einflussfaktoren von Anlageentscheidungen zu berücksichtigen sind. Hinter großen Schwankungen verbergen sich natürlich auch große Investitionschancen.

Der Blick auf die grundsätzlichen Verhaltensweisen der Kapitalmärkte lässt derzeit darauf schließen, dass investitionswilliges Kapital an der Seitenlinie steht, um dann in den Markt zurückzukehren, wenn Unsicherheit durch Perspektiven ersetzt werden kann.

12.09.2011 Die Börsen werden weiterhin mit schlechten Nachrichten konfrontiert, die Kurse reagieren entsprechend. Nachdem in der letzten Woche der Chefvolkswirt der EZB seinen Rücktritt verkündete, wurden
die Sorgenfalten auf dem Parkett wieder tiefer. Die Zurückhaltung auf Seiten der Aktienkäufer unterstützte erneut fallende Notierungen.
Die neue Woche beginnt mit einer Verschärfung der Griechenland-Schuldenkrise, der mögliche Euro-Austritt des Landes wird nun offen diskutiert. Die Überlegungen zur Tragweite für europäische Finanzwerte belasten den Markt bereits zum Handelsbeginn.

Marktverhalten: skeptisch ja, panisch nein

Überhaupt lässt sich über den Kursverlauf der letzten Wochen sagen, dass keine wirklichen Erholungen, wie diese normalerweise nach kurzfristigen starken Kursrückgängen eintreten, festzustellen waren. Betrachtet man das Verhalten der Marktteilnehmer mit Hilfe von so genannten „Behavioral Finance“ – Analysen, so zeigt sich das die Märkte die Abwärtsbewegung erstaunlich gelassen hinnehmen. Es entsteht keine echte Verkaufspanik einerseits und keine Euphorie auf schnelle Gewinne mit steigenden Positionen andererseits. Man könnte sagen, der Markt lässt sich in der rauen See treiben, während der Wetterbericht zunächst weder Orkan noch Sonnenschein verkündet.

Saisonaler Marktverlauf

Ein Blick auf den durchschnittlichen saisonalen Verlauf des DAX zeigt, welche Monate sich historisch eher negativ bzw. eher positiv entwickelt haben. Aus diesem Muster entstand auch die bekannte Börsen-Bauernregel: „Sell in May and go away, but always remember come back in September“ (Verkaufe im Mai und bleib dabei, aber vergiss nicht im September zurückzukehren).
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DAX_Seasonalchart_36Jahre

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In diesem Jahr wäre diese Strategie bisher aufgegangen, in anderen Jahren eher nicht. Trotzdem lohnt es sich diese Betrachtung im Hinterkopf zu behalten, denn nicht wenige Investoren verhalten sich entsprechend. Hieraus kann man nun schließen, dass normalerweise im Oktober/November investitionswilliges Kapital in die Märkte strömt, um am günstigen Verlauf zwischen November bis April teilzuhaben.

Fazit

Das saisonale Muster lässt die Hoffnung und die Wahrscheinlichkeit von steigenden Kursen in Richtung Jahresende wachsen. Zwischenzeitliche neue Tiefkurse sind im derzeitigen Umfeld jedoch ebenso möglich, denn es herrscht hohe Sensibilität auf die Nachrichtenlage, es fehlt eine positive Perspektive.
Schrittweise und gezielte Investitionen, mit ruhiger Hand, scheinen uns eine geeignete Strategie, ähnlich dem Stockpicking bei Aktien (selektive „Schnäppchenjagd“). Um die Risiken von Einzelinvestments abzumildern, praktizieren wir die antizyklische Chancennutzung in Form von Fondspicking.

16.08.2011 die heftigen Ausschläge der Aktienmärkte in den vergangenen 3 Wochen lassen in der Art und Weise nur wenig historisch vergleichbare Situationen finden. Hier ist natürlich der Crash vom 19.Oktober 1987 aufzuführen, bei dem die Kurse im US-Aktienmarkt an einem Tag um über 20% einbrachen.

Der wohl bedeutendste Crash ist jedoch der legendäre „Schwarze Freitag“, der 25.Oktober 1929. Hier kam es binnen weniger Tage zu Kursrückgängen von gut 30%. In den Folgejahren bis 1933 verloren Aktien durchschnittlich 75% ihres Wertes. Gleichzeitig gilt dieses Ereignis als der Übergang in die große wirtschaftliche Depression der 1930-er Jahre. Banken brachen zusammen, der Geldkreislauf kam nahezu zum erliegen.
Banken-rettende Staaten gab es nicht, sonst wäre die Geschichte sicherlich anders verlaufen.

Derzeitige Kursverluste der Aktienmärkte überzogen ?

Wertentwicklung einiger Aktienindizes im Zeitraum 01.01.-11.08.2011, in €:

  • DAX:                                        5.798    – 16 %
  • Eurostoxx 50:                          2.216    – 21 %
  • US Aktien – S&P 500:              1.173    – 13 %
  • US Aktien – Dow Jones:        11.145    – 10 %
  • Aktien Weltindex – MSCI:          796     – 17 %
  • Aktien Asien, MSCI Asia:            415     – 17 %
  • Gold in Euro:                           1.230    + 15 %

Nach unserer Einschätzung findet sich aktuell eine völlig andere Marktkonstellation als bei historischen Crashs vor. Denn diesmal liegt keine Aktienblase zu Grunde. Ganz im Gegensatz zur Situation an den Börsen bis 1929, in der eine erhebliche Blase durch Spekulationen auf Kredit entstanden war, kam es von 2009 bis 2011 zu keiner Überbewertung in den wichtigen Aktienindizes. Die fundamentale Situation in den Unternehmenszahlen, welche bei Aktienbewertungen zu Grunde gelegt werden, spricht gegen übertrieben optimistische Notierungen.

Seit dem Börsentief in der Finanzkrise, im März 2009, haben die Kapitalmärkte auf eine Erholung der Weltwirtschaft gesetzt. Der DAX konnte von Frühjahr 2009, bei rund 3.800 Punkten, bis Mitte 2010 auf ein Niveau um 6.000 Punkte zulegen. Im Herbst 2010 wurde eine weitere Wachstumsphase der weltweiten Handelsbeziehungen vorweggenommen. Die Kurse stiegen bis zum Jahresende 2010 nochmals deutlich an, auf rund 7.000 Punkte. Die Wirtschaft wuchs tatsächlich recht kräftig, die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Es liegen demnach zwei positive Aktien- und Wirtschaftsjahre hinter uns.

In der gegenwärtigen Kursbewegung wird eine drastische Wachstumsverlangsamung vorweg genommen. Ob eine solche auch wirklich bevorsteht, ist keineswegs entschieden. So könnten sich die jüngsten Kursverluste als zu pessimistische Annhame herausstellen.

Politik verursacht Vertrauensverluste

Der Kursrutsch in der ersten Augusthälfte hat seine Ursache vielmehr im mangelnden Vertrauen gegenüber der Politik, die gegenwärtigen Probleme in den Staatsfinanzen auf absehbare Zeit in den Griff zu bekommen.
Zunächst führte die Herabstufung des Kreditratings der USA einerseits und die sich abschwächende Wirtschaft in Übersee andererseits zu Vertrauensverlusten der Marktteilnehmer. Dann gerieten neben Griechenland auch die übrigen südeuropäischen Länder ins Kreuzfeuer. Und schließlich erfasste die Rating-Diskussion mit Frankreich einen vermeintlichen Stabilitätspfeiler der Eurozone. Bisher wurden seitens der Politik nur ungenügende Lösungen für ein stabiles Europa präsentiert.
Im Ergebnis sahen sich die Aktienmärkte zunächst mit Gewinnmitnahmen konfrontiert, welche durch die schnell fallenden Kurse in eine generelle Verkaufsstimmung umschlugen.

Sicherlich werden die Investoren noch einige Zeit benötigen, um den erlebten, unerwarteten Kursabschwung zu verdauen. Ob der Tiefpunkt an den Börsen schon gesehen wurde ist durchaus fragwürdig. Um das Anlegervertrauen wieder zu stärken und die Unsicherheiten im Markt abzubauen wäre politische Entschlossenheit, besonders in Europa, eine gute Medizin.

Wir sagen „Ja“ zu substanzstarken Aktien

Wir sehen in der Konsequenz derzeit keinen Grund Aktienfonds generell zu verkaufen oder diese Anlageklasse grundlegend in Frage zu stellen. Wenn man von überzogen stimmungsgetriebenen Kursverlusten ausgeht, könnten in den nächsten Wochen gezielte Zukäufe getätigt werden.
Aktien dürfen gerade in den Zeiten nicht außer acht gelassen werden, in welchen die Sicherheit von Staaten und damit von Staatsanleihen, zu bröseln beginnt. Substanzwerte sind werthaltiger als Zahlungsversprechen.

Stresstest für Anleger

Investoren können die Schwankungen der letzten Wochen als Stresstest ansehen. Wenn Sie dieser Tage feststellen, dass fallende Aktienkurse in Ihrem Depot einen Wertverlauf verursachen, den Sie so ganz und gar nicht ertragen können, dann kann es daran liegen, dass Sie zu hoch in dieser Anlageklasse investiert sind?

Marktschwankung ist nicht gleich Depotschwankung

Einige unserer Anleger sind überrascht, dass die negative Stimmung an den Aktienbörsen (rund -20% in 2011) nicht zwangsläufig zu ebenso negativen Depotständen führen muss. In unseren Kundendepots sind in diesem Jahr fast durchweg Ergebnisse zwischen 0 bis -7% anzutreffen, je nach Risikoprofil des Portfolios.

Ein von uns strukturiertes Portfolio besteht aus verschiedenen Anlageklassen, welche sich gegenseitig stabilisieren. Eine beruhigende Begründung dafür, auch in emotionalen Marktphasen nicht den Blick für`s Wesentliche aus den Augen zu verlieren.

29.07.2011 Im Grunde unterstreichen wir die Aussagen des letzten Marktkommentares und haben dem nicht viel hinzuzufügen. Lediglich die Inflationsentwicklung gerät aktuell etwas in den Hintergrund.

Die heiss diskutierte Anhebung der Schuldenobergrenze im US-Staatshaushalt ist aus unserer Sicht nur eine Frage der Zeit. Einen tatsächlichen Zahlungsausfall der USA wird es höchstens kurzfristig geben, weil das Machtgezerre der Obama Gegner kaum von Dauer sein kann.

Anhebung der US-Schuldenobergenze fast schon Normalität

Seit 1940 wurde das US-Schuldenlimit über 70 Mal angehoben. Besonders in den letzten 10 Jahren gab es zehn solcher Erhöhungen, das Limit hat sich dabei mehr als verdoppelt. Von 6,4 Billionen USD im Jahre 2002 bis auf 14,3 Billionen USD zur letzten Anhebung im Februar 2010. Die Abläufe und Begründungen dieser Schritte waren stets unterschiedlich.

Gibt es noch sichere Schuldner?

Insgesamt ist die Zahl der Schuldner mit Bestnote AAA weltweit recht übersichtlich geworden. Triple-A-Rating bedeutet, dass ein Zahlungsausfall des Anleihe – Herausgebers besonders unwahrscheinlich ist, bzw. andersherum, eine höchstmögliche Sicherheit unterstellt / angenommen wird.
Unter den sichersten Emittenten sind z.B. Unternehmensanleihen von Microsoft zu finden, überwiegend jedoch Staatsanleihen, von Ländern wie z.B. Australien, Norwegen, Schweiz und Deutschland.

Gold profitiert

Der Goldpreis ist zu einem „Fieberthermometer“ für Verschuldungsängste geworden. Je größer die Unsicherheit der Marktteilnehmer, desto höher der Goldpreis. Dies wird wohl auf absehbare Zeit auch so bleiben.
Die letzte derartige Flucht ins Gold fand 1979/1980 statt. Einige Experten vermuten, dass diesmal noch deutlich höhere Kurse erreicht werden könnten, bevor mit einer Trendumkehr zu rechnen ist.

Kapitalanlage – Lösungen

Mögliche Lösungen auf Anlegerseite unterscheiden sich heute kaum von dem, was wir bereits vor einem Jahr zusammengefasst hatten: Börsenbrief 07.2010

09.06.2011 Nach der Ankündigung der Ratingagentur Standard & Poors im April diesen Jahres, das Höchstrating der USA auf den Prüfstand zu stellen, vollzog nun eine kleinere Ratingagentur, Feri EuroRating Services AG, die Herabstufung von AAA auf AA tatsächlich. Ziehen andere Ratingagenturen nach, könnte der größte Anleiheschuldner der Welt nicht länger auf die Bestnote in der Bonität verweisen. Die Rückzahlungsfähigkeit für US Staatsanleihen wird damit erstmals offiziell angekratzt.

Die Ratingagenturen beanstanden die hohe und weiterhin schnell anwachsende US-Staatsverschuldung. Die USA sitzt nach offiziellen Angaben auf einem Schuldenberg von über 14,4 Billionen US-Dollar. Hier können Sie einen Blick auf die US-Schuldenuhr werfen: http://www.usdebtclock.org/

Bill Gross, Chefstratege einer der größten Anleiheinvestoren weltweit (PIMCO), trennte sich bereits im März 2011 von US-Staatsanleihen. Die Stützungsprogramme für die US Konjunktur infolge der Finanzkrise, bedeuteten einen schlagartigen Anstieg der Verschuldung. Die Neuverschuldung wächst seit nunmehr 3 Jahren im 2-stelligen Prozentbereich. Von 2008 – 2010 waren es rund 15% vom BIP pro Jahr. Das sind griechische Verhältnisse.
(zum Vergleich: Für die Eurostaaten sind 3% Neuverschuldung seitens der EZB erlaubt; Deutschlands Neuverschuldung für 2010 betrug rund 3,3%)

Wichtige Einflussgröße US-Immobilienmarkt

Ein weiteres Problem: die aktuellen Wirtschaftsdaten lassen keine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft erkennen. Trotz der großen Anstrengungen mit niedrigen Zinsen die Wirtschaft anzukurbeln (Stichwort: QE – Quantitative Easing), kommt diese nicht eigenständig in Fahrt. Die jüngsten Arbeitslosenzahlen lassen keine erfreulichen Rückschlüsse zu.

Eine Grundvoraussetzung für eine selbsttragende Erholung der US-Konjunktur sehen einige Experten im US-Immobilienmarkt. Wenn genügend neue Häuser gebaut werden, führt dies zur Belebung der Baubranche, welche wiederum eine feste Stütze des Wirtschaftskreislaufes eines Landes darstellt. Es entstehen Arbeitsplätze vor Ort, die Kaufkraft steigt und regt schließlich auch den Konsum an.
Doch deuten weder die laufenden Hausverkäufe noch die Entwicklung der Häuserpreise auf einen echten Stabilisierungskurs hin. Die Baubeginne verharren seit ca. 2 Jahren auf dem tiefen Niveau der Finanzkrise von 2009, wie nachfolgende Grafik verdeutlicht:

US-Baubeginne_langfristig_1960-2011

Wie ernst die Lage ist, sieht man daran, dass seit 1960 keine Rezession (graue Abschnitte) derart heftige Auswirkungen auf den US-Häusermarkt hatte.

Fazit:

  • hoher und weiterhin schnell ansteigender US-Schuldenberg
  • ein nach wie vor schwacher US-Immobilienmarkt
  • kaum Wachstumsaussichten für die US-Wirtschaft

Welche Überlegungen sind auf Anlegerseite zu berücksichtigen?

Zahlungsversprechen sind nur soviel Wert, wie der Schuldner der dieses Versprechen gibt. Nur wenige würden auf die Idee kommen jemanden Geld zu leihen, der bereits stetig mehr Ausgaben als Einnahmen hat. Genau dies passiert jedoch bei Staatsanleihen und üblicherweise funktioniert das System trotzdem.
Problematisch wird es bei Investitionen in Staatsanleihen von Ländern mit hoher und anhaltender Neuverschuldung. Zwar könnte der versprochene Zins noch eine Zeit gezahlt werden, aber die Fähigkeit zur Rückzahlung des geliehenen Betrages ist zunehmend kritisch zu betrachten.

Für den Aktienmarkt könnte man aus der genannten Gesamtkonstellation folgende Ableitung treffen. Die USA sind nach wie vor eine bedeutende Wirtschaftsmacht der Welt. Ein erneuter Rückgang des US-Konsums würde folglich auf die globale Wirtschaftsentwicklung dämpfend wirken. Der Aufschwung der weltweiten Aktienmärkte in den letzten 2 Jahren, basierte sowohl auf einer hohen vorhandenen Liquidität, als auch auf der Hoffnung zur Rückkehr einer global florierenden Wirtschaft. Sollte diese Wachstumshoffnung nun einen Dämpfer erhalten, müsste man sich ebenso auf eher gedämpfte Aussichten an den Börsen einstellen.
Vielleicht wird an den derzeitig schwächeren Daten nur eine kurzfristige wirtschaftliche Auswirkung der Japan – Ereignisse vom März sichtbar. Und wir befinden uns in einer Situation die relativ schnell wieder überwunden werden kann. In diesem Fall wäre wohl nur ein mildes und reinigendes Sommergewitter für das Börsenparkett zu befürchten.

Die derzeitigen US-Inflationserwartungen deuten recht klar auf steigende Verbraucherpreise hin, nachfolgende Grafik zeigt die längerfristige Entwicklung. Nach einem Rückgang der Verbraucherpreise in 2009, der hauptsächlich durch fallende Rohstoffpreise verursacht wurde, ziehen diese nun wieder deutlicher an.

Verbraucherpreise_US-CPI_1990-2011

Steigende Verbraucherpreise verursachen eine Reduzierung der Kaufkraft. Um hier entgegen zu wirken, kann die Investition des Kapitals in Sachwerte zum Kaufkrafterhalt verhelfen. Diese Betrachtung begünstigt die Aussichten und das Potential der Aktienmärkte.

Die Situation der Amerikaner wirft natürlich auch einen Schatten auf den US-Dollar, der gleichzeitig als Weltleitwährung fungiert. In Kombination mit o.g. Verschuldungsproblematik wäre dies ein zusätzlicher Hinweis auf einen schwächeren US-Dollar. In der Wechselwirkung sollte der Goldpreis auch weiterhin profitieren. Wenn Sie US-Dollar Investments besitzen, verkaufen Sie keine Goldbestände, denn diese stellen eine willkommene Währungsabsicherung dar (z.B. für Anlagen in amerikanischen oder globalen Aktienfonds).

06.05.2011 Aus einer aktuellen Studie des DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) und des
IVA (Institut für Vermögensaufbau) geht hervor, dass der überwiegende Teil der aktiv gemanagten  Investmentfonds dauerhaft nicht in der Lage ist besser abzuschneiden als der zu Grunde liegende Index.
Zum Beispiel ist für weltweit anlegende Aktienfonds der MSCI Welt der Vergleichsindex.

Verwunderung kann dieses Studienergebnis unter den regelmäßigen Lesern unserer Webseite nicht auslösen. Im Prinzip beweist diese Studie objektiv die Gültigkeit unseres Leitsatzes.

85% der offenen Investmentfonds sind nicht in der Lage dauerhaft besser abzuschneiden als ihr Vergleichsindex. Kein Grund die erfolgreichen 15% zu ignorieren.

Worum geht es in der Studie?

Die Herausgeber der Analyse überprüften den Mehrertrag von Investmentfonds gegenüber dem Vergleichsindex (Benchmark), nach Abzug der jeweiligen Fondskosten. Untersucht wurden knapp 2.400 Aktien-, Renten- und Mischfonds unterschiedlicher Regionen und Kategorien, die seit mindestens 10 Jahren bestehen.

Es wird darauf verwiesen, das im Betrachtungszeitraum von 10 Jahren nur jeder vierte Fonds besser abschnitt als der Vergleichsindex. Positiv fielen Investmentprodukte für deutsche Aktien auf, bei denen über 10 Jahre immerhin jeder zweite Fonds mit dem DAX mithalten konnte. Über 20 Jahre war nur jeder siebente Fonds dauerhaft in der Lage Mehrwerte zu erwirtschaften, dies entspricht ca. 15% aller Fonds.

Aktive Fondskonzepte besitzen meist den Anspruch mit höherer Flexibilität im Investmentprozess bessere Anlageergebnisse zu erzielen. Die Studie verweist darauf, dass dieser Anspruch häufig in der Theorie stecken bleibt und den Anleger zusätzliche Gebühren kostet, ohne Mehrertrag.

Erwähnt wird auch, dass Anleger zu oft auf Produkte setzen, die Modethemen und kurzfristige Trends aufgreifen, langfristig aber nicht bestehen können. Das Dilemma dabei, die vermeintliche Chance auf schnelle Gewinne wird zum Extra-Risiko. Viele Modelle sind auch binnen kurzer Zeit wieder vom Markt verschwunden.
Es sollte besser auf bewährtes Anlagemanagement zurückgegriffen werden.

Die Herausgeber der Studie: www.dsw-info.de und www.institut-va.de

unsere Anmerkung

Auch auf Seiten der Produktanbieter sollten die Untersuchungsergebnisse zum Nachdenken anregen. Nicht selten hat man den Eindruck, dass fragwürdige Produktkonstrukte oder mangelnde Managementleistungen durch aggressive Marketingmaßnahmen überdeckt werden sollen. Natürlich beißt sich dabei die sprichwörtliche „Katze in den eigenen Schwanz“.

Aktive Fonds können den Index schlagen

Es lohnt sich nach gut gemanagten Fonds Ausschau zu halten, dazu ein Beispiel:

Vergleichszeitraum 10 Jahre, 30.04.2001-30.04.2011:

Aktienfonds weltweit anlegend:      120%   (+8,2% p.a.)
MSCI Welt (Weltaktienindex):          -25%   (-1,8% p.a.)

Dieser Aktienfonds erreichte einen Mehrwert von ca. 10% pro Jahr, während viele andere Fonds nicht in der Lage waren den Index zu übertreffen. Übrigens lassen sich in jeder Kategorie ähnliche Beispiele finden.

aktiver Fonds vs. Index

Fazit für Anleger

Geben Sie sich bei Ihren Anlagen nicht mit durchschnittlichen Fondsprodukten und Pauschallösungen zufrieden, gleich ob sicherheits- oder chancenorientierte, mittel- oder langfristige Ziele dahinter stehen.

Hohe Anforderungen an den Anlageberater sind angebracht. Dieser sollte die nachweislich fähigsten Fonds empfehlen und ein abgestimmtes Anlagekonzept aufzeigen. Dazu bedarf es nicht nur einer langjährigen Erfahrung im Umgang mit den Kapitalmärkten. Ein uneingeschränkter Produktzugang ist eine Grund-voraussetzung. Zwei weitere sind intensive Recherche und tiefere Produktkenntnis als fortlaufender Prozess.

Werden diese Regeln berücksichtigt, sollten unterdurchschnittliche Wertentwicklungen der Vergangenheit angehören. Deshalb sollte diese Studie nicht zur Verurteilung von Fonds herangezogen, sondern Ansporn sein und als Aufforderung zur Qualitätsfindung verstanden werden.

  • unsere Antwort für anspruchsvolle Anleger: der Wave-Fondsfilter – optimale Fondslösungen finden

Wir möchten auf ein interessantes Fundstück dazu verweisen.

Thema: Wieviel Information benötigen wir und wohin führt uns all das Internet – „Wissen“?

Desinformation – Im Netz der Besserwisser

von Sascha Lobo

Manche Internetnutzer wissen alles: wie Osama Bin Laden getötet wurde, was im Atomkraftwerk Fukushima wirklich passiert, dass Aristoteles keine Ahnung von Fliegenbeinen hatte. Das Netz ist voll gefühlter Experten …

11.03.11 In den letzten Wochen sorgten die Unruhen in nordafrikanischen und arabischen Ländern immer wieder für besorgte Minen auf dem Börsenparkett. Denn, der daraufhin stark anziehende Ölpreis könnte negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Erholung weltweit nach sich ziehen. Allerdings hielten sich die globalen Aktienkurse bisher recht stabil, was auf eine robuste Verfassung der Kapitalmärkte hindeutet. Besonders Rohstoff- und Energieaktien konnten vom drohenden Öl-Mangel und dessen Verteuerung profitieren.

Griechenland erneut im Visier

Nun kommt eine weitere Belastungsprobe hinzu. Erneut fällt Griechenland als schwelender Krisenherd auf. Die Tagespresse offenbart Schlagzeilen wie: „Euro-Krise hat zum Ausgangspunkt zurückgefunden“. Die wirtschaft- liche Lage Griechenlands findet noch nicht zu einer Bodenbildung. Der politische Druck verschärft sich wieder.

Die Ratingagentur Moody`s stufte die Kreditwürdigkeit Griechenlands am 07.03.11 auf B1 herunter. Dies bedeutet konkret: Spekulative Anlage – bei Verschlechterung der Lage sind Ausfälle wahrscheinlich.
Moody`s Ratingskala

Die Refinanzierung aus eigener Kraft wird unwahrscheinlicher. Der drohende Zahlungsausfall Griechenlands nimmt damit immer mehr Gestalt an.

EZB / Eurozone – höhere Zinsen angekündigt

Als weiterer Belastungsfaktor ist auch der Drang der europäischen Zentralbank zu höheren Zinssätzen zu sehen. Höhere Zinsen sind z.B. in Deutschland notwendig, um Inflationsszenarien entgegen zu wirken. Andererseits schaden Sie den südeuropäischen Staaten, denn dies bedeutet erschwerte Bedingungen für die notwendigen Sanierungen der Staatshaushalte. Auch für Unternehmen wird die Finanzierung von Investitionen teuerer.
Der Graben zwischen den wirtschaftlichen Interessen in den Ländern der Eurozone wird immer offensichtlicher.
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Nachfolgend der Verlauf der wichtigsten Leitzinssätze in den letzten 10 Jahren:

Leitzinssätze global 02.2011, Quelle: www.markt-daten.de

Leitzinssätze global 02.2011, Quelle: www.markt-daten.de

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Bisher kaum Auswirkungen auf den Euro

Normalerweise sind derartige Entwicklungen in Währungsräumen auch an schwächeren Wechselkursen ablesbar. Jedoch zeigt sich der Euro derzeit nahezu unbeeindruckt und notiert gegenüber dem US- Dollar um 1,38 €/$. Man könnte vermuten, dass an den Kapitalmärkten die aktuelle Entwicklung bereits „vorhergesehen und eingepreist“ wurde. Natürlich hat auch der Dollar so einige Probleme. Aber bei ähnlichen Nachrichten vor ca. 10 Monaten wertete der Euro im Kurs trotzdem kräftig ab.
Vorausblickend stärkt die o.g. Zinserhöhungspolitik den Euro. Zinsdifferenzen in verschiedenen Währungs- räumen sind mittel- bis langfristig einer der wesentlichen Triebkräfte für die Entwicklungen der Wechselkurse.

Konsequenzen für die Anlagestrategie

Rentenprodukte die überwiegend in Staatsanleihen investieren sind in der Vergangenheit als sichere Anlageprodukte betrachtet worden. Diese Sichtweise muss im derzeitigen Umfeld in Frage gestellt werden. Mittlerweile bestehen für einige Länder signifikante Ausfallrisiken. Daher gilt es genau zu selektieren. Prüfen Sie Ihr Depot auf evtl. Risiken (Geldmarkt- und Rentenfonds sind häufig in Staatsanleihen investiert).

  • Die Kernbotschaft kann aus unserer Sicht nur lauten: Vermeiden Sie Klumpenrisiken!

Wir sehen weiterhin Möglichkeiten auf der Aktienseite, auch wenn die aktuellen Unsicherheiten erhöhte Tagesschwankungen verursachen und eine Konsolidierung über mehrere Wochen auslösen könnten. Aktien von soliden Unternehmen, gestreut über Regionen und Branchen, bieten Substanz. Es reicht hierfür jedoch nicht, einfach mehrere weltweit anlegende Aktienfonds zu besitzen. Damit geht ein zu hoher Marktgleichlauf einher, der keine echte Streuung darstellt. Deshalb verknüpfen wir unterschiedliche Anlagestile und spezialisierte Fondskonzepte um Alpha zu generieren, also Mehrwerte zu erzielen.

  • Unser Tipp: bestimmte Mischfonds übernehmen die ständige Überwachung und marktnahe Umschichtung von Anlagegeldern, also die aktive Steuerung von Chancen und Risiken.
    Unsere Aufgabe besteht in der qualitativen Selektion und Überwachung der Zielfonds und in der Abstimmung mit Ihren Anlagebedürfnissen: der Wave Fondsfilter – zur Stabilität Ihres Kapitals.

19.01.2011  Mit dem Jahreswechsel endete ein wirklich erfolgreiches Börsenjahr 2010. Die deutliche Mehrheit der weltweiten Aktienindizes konnte mit 2-stelligen prozentualen Kursgewinnen die Anleger erfreuen.

Unter den Spitzenreitern finden sich einige asiatische Länder, wie z.B. Thailand (+68%), Indonesien (+63%) und Malaysia (+43%). Aber auch Chile (+60%), Argentinien (+54%) und Südafrika (+40%) legten kräftig zu. Damit wird schnell ersichtlich, dass besonders die aufstrebenden Länder gesucht waren (die so genannten Emerging Markets). Die hohen Wachstumsraten der Schwellenländer ziehen nach wie vor weiteres Kapital an.

Auch in Europa gab es ordentliche Wertsteigerungen zu erzielen, besonders in den skandinavischen Ländern. Schweden (+40%), Dänemark (+36%) und Norwegen (+26%) ließen damit den europäischen Durchschnitt weit hinter sich. Dieser lag gemessen am DJ EuroStoxx nahezu unverändert bei +/- 0.

Auf die Stärke deutscher Aktien hatten wir bereits im letzten Kommentar hingewiesen. Die kleineren Aktienwerte in MDAX (+35%) und SDAX (+45%) starteten hierbei nochmals kräftiger durch als die erste Reihe deutscher Unternehmen im DAX 30, welcher das Jahr 2010 mit +16% abschloss.

  • Unsere Kundenportfolios konnten im vergangenen Jahr einen durchschnittlichen Depotzuwachs von 12% erreichen. Damit wurde seit unserer Unternehmensgründung jedes Jahr die Benchmark übertroffen. Unter anderem hatten wir in der Finanzkrise 2007/2008 Verluste vermieden. Zum Jahresende 2008 regten wir die Aufstockung von Aktienfonds und gemischten Fonds an. Daraufhin konnten unsere Kunden von den kräftigen Wertentwicklungen der globalen Aktienmärkte in 2009 und 2010 profitieren.

Der Blick nach vorn, Erwartungen für 2011

Die größten Chancen für 2011 erwarten wir erneut im Aktienbereich. Aussichtsreich und substanzstark erscheinen selektiv deutsche und europäische Aktienwerte, sowie Unternehmen in Russland und Hongkong. Zu den Gewinnern könnten auch Technologieaktien gehören, auf Grund guter Wachstumraten und recht moderaten Bewertungen.
Darüber hinaus dürften sich solide Unternehmensanleihen und Schwellenländeranleihen als wertvolle Portfoliobausteine erweisen.

Für konservative Anlagen in Geldmarktfonds, Festgeld oder Tagesgeld war 2010 eher deprimierend. Hier lagen die Erträge zwischen 0,3% und 2%. Die schlechte Nachricht für diese Anlagen: die Tendenz wird sich auch in 2011 nicht wesentlich ändern, die Zinsen bleiben auf niedrigem Niveau.

Für die Anleger, die nach etwas mehr Zuwachs als Tagesgeld & Co suchen, bieten sich ausgewählte defensive Mischfonds an. Diese können einerseits auf Kapitalerhalt und gleichzeitig auf solide Vermehrung setzen. Eine breite, ausgewogene Streuung und aktive Chancenbeimischung sind hier die Erfolgskomponenten.

  • Für die genannten Anregungen und Anlageziele haben wir die jeweils erfolgreichsten Fondsmanager für Sie selektiert. Wir sehen gute Voraussetzungen für ein weiteres attraktives Anlagejahr in 2011 und würden im Falle von Kurskorrekturen weitere selektive Zukäufe überlegen.

Um neue Anregungen aufzuspüren und Ideen zu vertiefen, befinden wir uns auch in diesem Jahr auf der alljährlichen Fachmesse der Investmentwelt, dem Fondsprofessionell – Fondskongress.

06.12.2010 Eine alte Börsenweisheit besagt, dass die Kurse stets einen Vorlauf von ca. 6 Monaten gegenüber der wirtschaftlichen Entwicklung haben. An der Börse wird Zukunft gehandelt.

In 2010 beeinflussten die Diskussionen über hohe Verschuldungen einiger Staaten die Marktteilnehmer stark und versperrten die Sicht auf den „vorausschauenden Rhythmus“. Wahrscheinlich würden sich viele Aktienindizes ansonsten schon auf deutlich höheren Kursniveaus befinden.

Besonders der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich in den letzten Wochen sehr robust. Während der europäische Leitindex Eurostoxx50 im November um ca. 6% nachgab, konnte der DAX um rund 2% zulegen.   Hier zeigt sich die aktuelle Stärke bzw. die solide Nachfrage nach deutschen Aktien. Jeder Kursrückgang wurde binnen kurzer Zeit wieder für Käufe genutzt.

Stabiler Arbeitsmarkt in Deutschland
Auch der hiesige Arbeitsmarkt spiegelt im europäischen Vergleich eine Führungsposition Deutschlands wieder. Eine ähnlich niedrige Arbeitslosenquote würde anderen Ländern auch die Problematik der Staatsfinanzen erleichtern, denn je geringer die Zahl der Arbeitslosen desto besser funktioniert ein Staat.
Immer lauter werden die Stimmen aus dt. Unternehmen, die über einen Mangel an Fachkräften berichten.
Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und die Erwartungen sind weiterhin optimistisch. Die Beschäftigung sollte weiter zunehmen, die dt. Wirtschaft befindet sich auf Wachstumskurs.

Al_Quote_EU_10.2010

Erholung der US-Wirtschaft voraus?
Die jüngst von der FED veröffentlichten Daten begründen auch die Hoffnung auf eine Stabilisierung der US-Wirtschaft. Derzeit sind knapp 10% der Amerikaner arbeitslos. Trotzdem berichtete der Einzelhandel zu Beginn der Weihnachts-Shopping-Saison über gute Umsätze. Ein anziehendes Verbrauchervertrauen würde auch eine insgesamt wachsene Zuversicht wiederspiegeln.
Eine Rückkehr zum selbsttragenden Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt, würde viele skeptische Marktbeobachter überraschen. Hier könnte die nächste Tür für echten Börsenoptimismus aufgestoßen werden.

Fazit
Soweit sind wir aber noch nicht. Wir gehen davon aus, dass der positive Markttrend zumindest bis Mitte Januar anhält und die Kurse noch etwas höher trägt. Die moderaten Bewertungen bei vielen europäischen Aktien liefern ebenfalls Substanz für weitere Gewinne.

Fröhliche Weihnachten. Für Aktien(fonds)anleger dürfen die Geschenke wohl etwas größer ausfallen.

21.10.2010  In der letzten Woche konnte der DAX seine einjährige Seitwärts – Handelsspanne nach oben hin überwinden. In der Charttechnik wird ein „Ausbruch aus dem Trendkanal“ als richtungsweisend angesehen. Auch für trendorientierte Investoren gilt ein derartiger Ausbruch als Kaufsignal. Eine solche Entwicklung zeigt an, dass die Zahl der Aktienkäufer am Markt überwiegt, die Verkäufer sind in der Minderheit.
Steigende Kurse ziehen weiteres Kapital an. Der Markt wird zunächst durch eine gewisse Eigendynamik getragen, die Hausse nährt die Hausse, bis wieder andere Aspekte stärker in den Vordergrund drängen. Dadurch summieren sich nun die Argumente für weiterhin freundliche Börsen.

Welche weiteren Argumente beflügeln derzeit die Aktienmärkte?

  • niedrige Zinsen und unattraktive Bewertungen bei Staatsanleihen in EU und USA
    > dadurch besteht  Umschichtungspotential heraus aus Renten, hin zu Aktieninvestitionen
  • US Regierung wird weiterhin „Geld drucken“ um die Wirtschaft anzukurbeln
  • insgesamt freundliche Zahlen in den laufenden Quartalsberichten der Unternehmen
  • teilweise günstige Aktienbewertungen, mit guten Dividendenerträgen (deutlich über Staatsanleiheniveau)
  • „Jahresendgeschäft“ gibt den Börsen saisonalen Rückenwind

kurzer Rückblick:
Bereits im Dezember 2008 hatten wir den Positionsaufbau in Aktienfonds empfohlen. Diese Bestände sollten bei langfristigen Investitionen weiterhin gehalten werden, auch wenn zwischenzeitlich bereits hohe Wertzuwächse aufgelaufen sind.

So konnten Fonds für deutsche Standardaktien von 12.2008 bis 10.2010 um ca. 50% zulegen. Mit Schwellenländeraktien sind im gleichen Zeitraum bis zu 150% Gewinn aufgelaufen, speziell bei Fonds die in Asien und Osteuropa investieren.

Trotz allem Optimismus sollten die Risiken, welche wir in unserem umfangreichen Börsenbrief 07.2010 zusammengetragen hatten, nicht aus den Augen verloren werden. Z.B. zeigt der ebenfalls steigende Goldpreis eine ungebrochene Skepsis gegenüber den voranschreitenden Staatsverschuldungen in USA und Europa und damit gegenüber den Papierwährungen.

Fazit:
Vieles spricht für weiter steigende Aktienkurse, zunächst auf Sicht der kommenden 3-4 Monate. Jedoch sollten Aktienfonds unbedingt gezielt selektiert werden, sodass bereits auf  Fondsebene aktiv mit Chancen und Risiken umgegangen wird. Auch die Aufsplittung auf mehrere Fonds kann dabei ein Lösungsansatz sein.

Die durchaus schwierigen Marktbedingungen in einigen Bereichen sollten jedoch zu einer bewussten Verteilung des Anlagekapitals veranlassen. Da verschiedene Szenarien den laufenden Wirtschaftsaufschwung gefährden können, sollte das Portfolio nicht zu sehr auf eine bestimmte Entwicklung fixiert sein, sondern stets auf die eigene Risikoverträglichkeit.

10.09.2010 Die Inhalte aus unserem letzten Kommentar behalten weiterhin ihre Gültigkeit.
Seit rund einem Jahr sind die Aktienbörsen in einer Handelsspanne „gefangen“. So zieht der DAX im Bereich zwischen 5.800 und 6.400 Punkten seine Bahnen. Noch hält der seitwärts gerichtete Trend an.
Bereits in unserem Bericht vom 21.10.2009 hatten wir erwartet, dass die bis dahin laufende Aufwärtsbewegung an Dynamik verlieren und die Verdauung der Kurssteigerungen bevorstehen würde. Erst ein Ausbruch aus der o.g. Bandbreite weist den Weg für die weitere Entwicklung.

Das konjunkturelle Marktumfeld bleibt angespannt. Einerseits bescheren die niedrigen Zinsen in Staatsanleihen nur sehr geringe Erträge. Andererseits zeigen aktuelle Wirtschaftsdaten nur zaghafte Erholungsversuche an. Deshalb ist die allgemeine Phantasie für weitere Kursgewinne vorerst begrenzt.

Gute Aussichten bei gezielter Selektion

Relativ stark zeigen sich in diesem Umfeld deutsche Unternehmen, die von besonderen Marktsituationen profitieren. Deshalb bieten im derzeitigen Umfeld so genannte Stock-Picking-Fonds gute Chancen. Diese können frei von einem Vergleichsindex aussichtsreiche Aktien herauspicken. Oftmals wird auf eine starke Substanz und eine solide Wettbewerbssituation der Unternehmen Wert gelegt. Aber auch günstige Gelegenheiten in bestimmten Branchen können eine Investition Wert sein.

  • Als im Frühjahr 2010 die Aschewolke eines isländischen Vulkans Europas Luftverkehr behinderte, boomte die Nachfrage nach Mietwagen.
  • Derzeit profitieren Bauunternehmen von staatlichen Infrastruktur- und Investitionsprogrammen.
  • Deutsche Maschinenbaufirmen besitzen eine starke Position im globalen Wettbewerb.
  • In den letzten Tagen legten die Aktienwerte aus dem Bereich Glücksspiel und Sportwetten kräftig zu, nachdem ein EU-Gerichtsurteil den deutschen Glücksspiel-Staatsvertrag für nichtig erklärte.

Derartige Chancen werden besonders in Stock Picking Fonds aktiv genutzt. Das Know-How des Fondsmanagements entscheidet über den Erfolg.
Der Vergleich zeigt ein Beispiel, bei dem geringere Schwankungen und höhere Erträge erzielt wurden.
Wir empfehlen aussichtsreiche Kandidaten für Ihr Depot. kontaktieren Sie uns


Stockpicker im Vorteil

Stock Picking Fonds - klar im Vorteil

23.07.2010 Beginnend mit einer kurzen Halbjahresbilanz, sollen anschließend wichtige Einflussfaktoren für den weiteren Marktverlauf beleuchtet werden. Heiß diskutierte und kritische Aussagen von Finanzmarktexperten stellen die dauerhafte Sicherheit von Geldwerten in Frage. Darauf aufbauend betrachten wir sachwertorientierte Portfoliobausteine, welche nach unserer Meinung Lösungsansätze bieten, wenn es darum geht eine möglichst krisenfeste Anlagestrategie abzustimmen.

Wertentwicklung Aktienindizes im ersten Halbjahr, 01.01.2010 – 30.06.2010:

  • DAX:                                        5.950        0 %
  • Eurostoxx 50:                         2.570    – 15 %
  • US Aktien – S&P 500:              1.040     – 8 %
  • Aktien Weltindex – MSCI:           760     – 8 %
  • Aktien Asien, MSCI Asia:                           3 %
  • Gold in Euro:                           1.014      28 %

Die erste Jahreshälfte 2010 verlief unter überschaubaren Schwankungen, wobei aktuell kein klarer Markttrend vorliegt. Seit Oktober vergangenen Jahres notieren die Indexstände nahezu unverändert. Doch die scheinbare Langeweile trügt. Nach einem positiven Jahresstart, angetrieben durch gute Geschäftszahlen der Unternehmen im ersten Quartal, folgte ein Kursrückgang nahezu aller Aktienindizes im zweiten Quartal. Hauptsächlich ist dafür die Fokussierung auf die Verschuldungsproblematik einiger südeuropäischer Staaten verantwortlich gewesen, allen voran Griechenland. Die Nervosität und die Sensibilisierung für das Thema Staatsverschuldung ist noch immer sehr hoch.

1. Problem Staatsverschuldung

Staaten können durch eine steigende Verschuldung in hohe Zinszahlungen hineingezwungen werden. Auf der Ausgabenseite wachsen die Verpflichtungen schneller als andererseits die Einnahmen. In der Folge kann der Staat seine Handlungsfähigkeit verlieren. Dies hat im schlimmsten Fall die Zahlungsunfähigkeit zur Folge, die Staatspleite.

Der Fall Griechenland ist deswegen so bedeutend, weil das Risiko eines Staatsbankrottes für deutsche Anleger diesmal in greifbarer Nähe stattfindet, ja für so manchen überhaupt erstmalig existent wird. Historisch sind Staatsbankrotte häufiger aufgetreten als Vielen bewusst ist. In den letzten 200 Jahren waren einige Länder sogar mehrfach zahlungsunfähig, wie eine Studie von C.M. Reinhart und K.S. Rogoff aus dem Jahre 2008 aufzeigt. In der Liste der Kandidaten finden sich beispielsweise Spanien, Ungarn, Portugal, Großbritannien, China, Deutschland (Währungsreform 1923, 1948), die DDR, Türkei, Russland und Argentinien (2002).

Staatsbankrott bedeutet nicht den Untergang eines Staates, sondern die Abwertung seiner Schulden und damit die Entwertung des geliehenen Geldes. Es entsteht dadurch die Möglichkeit eines Neuanfangs.

Unter dem Szenario einer Staatspleite würde der Anleger eine direkte Geldentwertung erleiden. Nicht nur der Ausfall von Zinszahlungen sondern langjährige Rückforderungsprozesse des eingesetzten Kapitals gingen stets mit Staatspleiten einher. Der indirekte Weg der Staatsentschuldung, der ebenfalls eine Geldentwertung mit sich bringt, ist die Inflation.

Für alle Anleger in vermeintlich sicheren Staatspapieren heißt das, dass die vermeintlich sicheren Anlagen tatsächlich riskanter sind als geglaubt und größere Risiken verborgen sind. Viele Anlageprodukte im Bereich Rentenfonds und Geldmarktfonds sind in diversen Staatsanleihen investiert. An dieser Stelle ist der Anlageberater gefordert. Es gilt zu prüfen, die Risiken herauszufiltern und zu vermeiden.

Durch die aktuell vielschichtigen Diskussionen über Staatsverschuldung, Währungsrisiken und Abwertungsszenarien wird die Frage der Vermögensaufteilung für den Anleger immer schwieriger zu beantworten. Es bleiben jedoch Anlagemöglichkeiten die helfen, sowohl der direkten als auch der indirekten Geldentwertung entgegenzuwirken. Diese verbergen sich hinter dem Oberbegriff Sachwertanlagen.

2. aktuelle Aussagen und Markterwartungen verschiedener Finanzexperten:

negative Einflüsse:

  • Staaten im südeuropäischen Raum haben zu viele Schulden und zu wenig Wachstum. Mittelfristig kommen große Schwierigkeiten auf diese Staaten zu. Aber auch in Ländern wie USA, GB und Japan schlummern ähnliche Probleme.
  • Zur Gewährleistung der künftigen wirtschaftlichen und politischen Handlungsfähigkeit wären Haushaltssanierungen und die Reduzierung der Staatsschulden notwendig, anstatt weiterer Verschuldung.
    Beispiel: Griechenland wird nicht dadurch geholfen neue Schulden zu den bereits Bestehenden hinzuzupacken. Dies ist zwar kurzfristig eine Unterstützung und dürfte für Beruhigung an den Märkten sorgen, führt aber mittelfristig dazu, dass noch weniger die Chance besteht die Zinslast zu schultern. Nach einiger Zeit wird dies auch wieder klar erkannt und das Spiel beginnt von vorn – aber auf aussichtsloserer Basis.
  • Sparmaßnahmen von Staaten belasten Unternehmen und Verbraucher stärker (durch höhere Steuerabgaben), dies bremst das Wachstum. Jedoch benötigen die Staaten ein Wirtschaftswachstum, um auf Steuererhöhungen verzichten zu können. Diese Problematik stellt eine große Herausforderung dar.
  • Eine solide wirtschaftliche Wachstumsdynamik in Europa und USA ist derzeit nur ansatzweise in Sicht.
  • Die Währungen aller hoch verschuldeten Staaten könnten daraufhin zu weiterer Schwäche neigen, z.B. gegenüber Edelmetallen.
  • Die Situation im Bankensektor ist weiterhin schwierig und wenig transparent. Der aktuell durchgeführte Banken-Stresstest gibt nur bedingt Einblicke in die tatsächliche Verfassung der Branche.

positive Einflüsse:

  • Einen Lichtblick für europäische Unternehmen mit hohen außereuropäischen Exporten bietet der derzeit schwächere Euro (durch verbesserte Wettbewerbsfähigkeit). Dies gilt besonders für das exportstarke Deutschland.
  • Das Wachstum der Schwellenländer in Asien und Südamerika stützt die Weltwirtschaft. Auch wenn in China erste Ermüdungserscheinungen sichtbar werden.
  • Die angelaufene Quartalsberichtssaison der Unternehmen dürfte überwiegend positiv ausfallen, was beruhigend auf die Börsen wirken und die Aktienmärkte stützen sollte.
  • Das aktuelle Umfeld und die Bewertung bei Aktien sind per Definition (KGV) günstig. Qualitätsaktien sind attraktiver als Rentenpapiere, gerade mit Blick auf die Dividendenerträge.
  • Zinsen sind und bleiben sehr niedrig, besonders für Deutsche und US Staatsanleihen. Da die Liquidität wahrscheinlich auch weiterhin hoch bleibt, wird das vorhandene Investitionskapital zur weiteren Nachfrage von Real- und Sachwerten führen.

Fazit

Sehr auffällig ist derzeit dass die Expertenmeinungen nicht nur weit auseinander gehen, sondern teilweise komplett gegensätzlich sind. Während die Einen von einer zweiten Abwärtswelle der Aktienmärkte und von Staatsbankrotten ausgehen, kommunizieren Andere eine bevorstehende Börsenrallye und eine Stabilisierung der Finanzsysteme.

Das insgesamt gemischte Zukunftsbild sollte sich unbedingt in der persönlichen Anlagestrategie wiederspiegeln. Die bewusste Verteilung des Vermögens bietet gute Chancen einem evtl. drohenden Kapitalverlust, aus welcher Richtung auch immer, entgegenzuwirken. Wertestreuung muss gerade in einem Umfeld oberste Priorität besitzen, in dem eine kritische Betrachtung der weiteren Staats- und Wirtschaftsentwicklung notwendig ist.
Es ist Zeit zu prüfen und zu handeln!

So wird auf Seiten der Kritiker häufig von Sachwerten als „Rettungsboot“ gesprochen, vorwiegend von Gold und Immobilien. Das Spektrum ist jedoch noch breiter, mehr dazu finden Sie anschließend unter Punkt 3.

Unser Tipp: Jeder Sachwert sollte auch auf seine Liquidierbarkeit hin überprüft werden, denn in einer Investition „gefesselt“ zu sein, stellt womöglich keine Hilfe in schwierigen Marktsituationen dar.

3. Das wetterfeste Portfolio – Auswege mit Blick auf Sachwertanlagen

  1. Edelmetalle: Anlagen in Gold und Silber stellen einen eigenen Wert dar, unabhängig von allen Papierwährungen. Sie bieten dadurch Schutz vor Währungsrisiken. Die Beteiligung ist sowohl als physische Anlage (in Münzen und Barren), als auch in Form von Minenaktien möglich. Große Goldbarren sind wegen eingeschränkter Liquidierbarkeit eher zu vernachlässigen, echte Münzen können als kleine “Notfallreserve” sinnvoll sein und sind auch offizielles Zahlungsmittel. Fonds die direkt die Goldpreisentwicklung nachbilden sind eine einfache und kostengünstige Investitionsmöglichkeit. Eine Investitionsbeimischung i.H.v. 10% des gesamten Anlagevermögens kann als allgem. Richtwert dienen.
  2. Aktienfonds: Erste Wahl bleiben substanzstarke Aktien in Form von Aktienfonds. Werthaltige Aktien mit soliden Dividenden werden in jedem denkbaren Wirtschaftsszenario einen guten Schutz vor Kapitalverlust bieten, auch wenn die Kurse schwanken. Die Bevölkerungsdichte weltweit wächst und es wird immer Unternehmen geben, die damit Geld verdienen. Agrar-, Nahrungsmittel-, Energie- und Pharmakonzerne erfüllen die menschl. Grundbedürfnisse, unabhängig von Krisenszenarien.
    In bestimmten Fondsanlagen werden auch Absicherungen von Aktieninvestitionen umgesetzt. Für den Anleger komfortabel, denn während man weiterhin im Sachwert investiert bleiben kann, bestehen nur begrenzt Kursverlustrisiken in fallenden Trendphasen. Jedoch ist nicht jeder Aktienfonds geeignet. Wir empfehen Ihnen gern ausgewählte aktiv gemanagte Produkte.
  3. Rohstoffe: Besonders Rohstoffe stellen eine gute Investitionsbeimischung dar (z.B. auch Wald oder Wasser). Gemeinsam mit ökologischen Technologien und der regenerativen Energiegewinnung, trifft man hier die Trendthemen der nächsten Jahrzehnte an.
  4. Immobilien: Die sicherste Immobilie ist wohl das selbstgenutzte, schuldenfreie Wohneigentum. Bei offenen Immobilienfonds bleibt die Lage vernebelt, auch hinsichtlich der bevorstehenden gesetzlichen Regulierung. Die bestehenden Anlagen sollten je nach Produktqualität gehalten werden, für Neuanlagen steht die Ampel derzeit auf Gelb.
  5. Wandelanleihen: Ebenfalls sehr interessant sind Wandelanleihen. Hierbei handelt es sich um eine Art Aktienbeteiligung mit Zinsertrag. Jedoch müssen solide Unternehmen mit zukunftssicheren Geschäfts-feldern zu Grunde liegen. Einige Fonds haben sich auf diese Anlageart spezialisiert und bieten interessante Lösungen.
  6. Fremdwährungsanleihen: Die Streuung in Anleihen von Staaten bei denen ein solider Finanzhaushalt anstatt einer wachsenden Staatsverschuldung vorzufinden ist, kann zur weiteren Erhöhung der Kapitalsicherheit führen. Durch einen soliden Finanzhaushalt verfügt ein Land über die Voraussetzungen einer stabilen Währung. Länder die hierfür in Frage kommen, wären bsw. die Schweiz, Brasilien, Norwegen, sowie einige asiatische Staaten. Auch diese Streuung lässt sich gut mit spezialisierten Investmentfonds umsetzen.
  7. Hedgefonds und Absolut Return Produkte: Auch diese bieten weitere Möglichkeiten zur Risikominderung. Im Vordergrund steht die Zielsetzung der marktunabhängigen Rendite. Besonders wichtig ist es in diesem Segment nur Produkte zu wählen, bei denen die Transparenz und die Historie stimmen.
Bestimmte vermögensverwaltende Fonds ermöglichen mit einem einzigen Fondsinvestment die Streuung in einzelne, mehrere oder auch alle vorgenannten Anlagearten.
Obendrein findet eine professionelle Überwachung und Anpassung innerhalb des Fonds statt.

Jedem Anleger steht eine ganze Palette an Möglichkeiten zur Verfügung, sein Kapital so zu streuen, dass beruhigende Anlagelösungen auch für Krisenszenarien umsetzbar sind. Wir stehen Ihnen als unabhängiger Ansprechpartner mit langjähriger Markterfahrung zur Verfügung und freuen uns, Ihnen individuelle Lösungen anbieten zu können.

26.05.2010 Die Konjunktur läuft wieder mit niedriger bis mittlerer Drehzahl. Sowohl in USA als auch in Deutschland steht im ersten Quartal ein BIP-Wachstum zu Buche. Hieran kann abgelesen werden, dass die massiven Staats- und Notenbankunterstützungen der letzten beiden Jahre fruchten.
In der abgelaufenen Quartalsberichtssaison wurden auch auf Unternehmensebene überwiegend überzeugende Zahlen vorgelegt. Das robuste Wachstum der Emerging Markets (z.B. Südostasien und Lateinamerika) begünstigt gleichfalls die Erholung der Industriestaaten. In soweit trifft die Kapitalmarkterholung des Jahres 2009 auf fundamentale Unterstützung. Das macht Mut.

Die weiter steigende Verschuldung der Staaten zur Krisenabwehr, gibt hingegen Anlass zur Sorge. Zum einen stellt sich die Frage wer eigentlich die riesigen Summen neuer Staatsanleihen kaufen soll? Zum Anderen werden dadurch die Zinslasten der höheren Neuverschuldung zu einem immer größeren Belastungsfaktor für die Handlungsfähigkeiten der Staaten. Wenn mehr Staatseinnahmen für die Zinszahlung aufgewendet werden müssen, fehlen diese Gelder u.a. für weitere Konjunkturprogramme und soziale Ausgaben. Ohne Sparkurs geht es nicht, darüber herrscht Einigkeit.

Die derzeitige Nachrichtenlage zum Euro erscheint jedoch überzogen negativ. Der „Euro-Rettungsschirm“ zeigt dass die Gemeinschaft bereit ist für den Schwächeren einzustehen, was für sich genommen Stärke repräsentiert.
Wenngleich durch die Handlungsweise der EU-Staaten und der EZB die Stabilität des Euro gegenüber der bisherigen Zielsetzung aufgeweicht wurde, stellt dies nicht zwangsläufig die €-Existenz in Frage. So lange die Lage in Südeuropa immer weitere Fragen aufwirft, wird der Druck auf den Euro anhalten. Dass selbst Währungsexperten derzeit kaum eine Prognose wagen, ist Ausdruck der hohen Verunsicherung. Sie beziffern den fairen Wechselkurs um 1,20 Euro/Dollar. Unter dieser Betrachtung ist in den letzten Wochen eher eine bisherige Überbewertung abgebaut worden. Folglich ist der Euro besser als sein derzeitiger Ruf?
Als positive Auswirkung der Währungsentwicklungen bleibt festzuhalten, dass direkte Wettbewerbsvorteile für Europa entstehen, dies gilt besonders für`s exportstarke Deutschland, wie wir bereits am 04.03.10 kommentiert hatten.

Was heisst das für den Anleger?

Wir sehen die Investition in vermeintlich sichere Staatsanleihen weiterhin nicht als interessantes Investment an. Die Risiken von Staatsanleihen mehren sich mit steigender Verschuldung, der Zinsertrag ist hingegen sehr mager. Eine Veränderung dieser Situation ist noch nicht in Sicht. Das Chance-Risiko-Verhältnis stimmt einfach nicht.

Werthaltige Aktien(fonds)investments und solide Unternehmensanleihen bleiben attraktiv. Nicht nur weil die Alternativen dazu stark eingeschränkt sind. Die zuletzt positiven Entwicklungen der Unternehmenszahlen sprechen ebenfalls für Chancen und sollten stützend wirken. Bei weiterer Schwäche der Aktienmärkte sollte deshalb eher über Zukäufe nachgedacht werden.
Sinnvoll bleibt eine breite Streuung in Anlagen die möglichst geringe Korrelationen zu einander ausweisen und damit die Vermeidung von Klumpenrisiken. Augenmerk sollte derzeit nicht auf hohe Renditen unter Einbeziehung hoher Risiken gerichtet sein, sondern auf werterhaltendes Kapitalmanagement.

Ein breit aufgestellter Investor sollte die aktuellen Verunsicherungsherde aufmerksam verfolgen, aber nicht durch tagesaktuelle Meldungen seine strategische Anlagestruktur über Bord werfen.
Für den unsicheren Investor bieten aktive, vermögensverwaltende Fondskonzepte, oder auch alternative Anlagestrategien in Form von Investmentfonds zur Depotbeimischung, passende Lösungen.

16.04.10 Ostern liegt hinter uns, nun tritt die Hauptversammlungs- und Dividendensaison in die heiße Phase. Von April bis Mai berichten 24 der 30 DAX Unternehmen über den Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres. In diesem Jahr bekommen deutsche Aktionäre erstmalig die Gelegenheit, auf der Hauptversammlung auch über die Vorstandsvergütung mit abstimmen zu können, sicherlich eine Maßnahme für mehr Transparenz und Vertrauen.

Die Dividende ist eine jährliche Ausschüttung eines Unternehmens, welches auf diese Weise seine Aktionäre am Unternehmenserfolg beteiligt.

Auf welche Ausschüttungen können sich Aktionäre in diesem Jahr freuen?

Zunächst muss vorangestellt werden, dass 2009 als das Jahr 2 der Krise gilt und die Unternehmensaktivitäten mit einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert wurden. Dennoch sorgten Kosteneinsparungen überwiegend dafür, das die Ergebnisse weniger stark einbrachen als zunächst erwartet.

  • Daimler verkündete auf seiner Hauptversammlung am 14.April, dass in diesem Jahr die Dividende ausgesetzt werden soll. Auch Commerzbank, Infineon und Lufthansa planen keine Ausschüttung.
  • Solide Dividendenerträge jenseits der 4% sollen bei BASF, Dt. Post, EON und RWE fließen.
  • Bei einigen Unternehmen wird prognostiziert, dass die Dividende gegenüber 2009 sogar gesteigert wird, so z.B. bei Allianz, Fresenius und bei der Münchner Rück.

Die durchschnittliche DAX – Dividendenrendite soll in 2010 bei gut 3% liegen und damit deutlich über den Verzinsungen für sichere Staatsanleihen und Festgelder.
Ein Festgeld über 1 Jahr bringt derzeit eine Verzinsung von ca. 1%, für 5 Jahre Festgeld gibt es ca. 2,5% Zinsertrag, erst für 10 Jährige Festgelder bekommt man ebenfalls um 3%.

  • Allen DAX Unternehmen voran steht seit Jahren die Ausschüttung der Deutschen Telekom, beim derzeitigen Kurs von rund 10€ je Aktie werden hier die Anleger mit rund 7% Dividendenrendite beglückt. Wobei diese kein Aufruf für die T-Aktie ist.

Ein Dividendenertrag von 7% pro Jahr bedeutet rechnerisch, dass nach 14 Jahren Anlagedauer allein durch diese Ausschüttung das angelegte Kapital zurückgezahlt ist, zusätzlich zur Kursentwicklung. Sicher kann dies nicht als Maßstab betrachtet werden, dennoch sind weltweit eine Vielzahl von Unternehmen mit ähnlich hohen Dividendenzahlungen zu finden.

Der Anteil der Dividende am langfristigen Anlageerfolg ist deshalb nicht zu unterschätzen.
„Ein Dividendenfonds ist nicht so sexy wie ein BRIC-Fonds, aber die Strategie steht für stabile und nachhaltige Erträge bei geringerem Risiko. Denn langfristig können die Dividenden rund 50 Prozent der Aktiengewinne ausmachen“, hebt die Managerin eines Dividendenfonds hervor „es geht um die Balance aus Dividende und qualitativem Wachstum.“

Damit Sie nicht selbst auf die komplexe Suche nach Einzeltiteln gehen müssen, empfehlen wir Ihnen die besten globalen Dividendenfonds von erfahrenen Fondsmanagern, für Ihren Depotzuwachs. Kontakt aufnehmen

04.03.10 Verfolgt man derzeit die Tagesnachrichten aus Anlegersicht, stolpert man umgehend über die finanziellen Schwierigkeiten einiger EU Staaten, allen voran Griechenland. In der Folge wird ein schwacher Euro gegenüber dem US-Dollar als „logische Sache“ bezeichnet.
Ist die europäische Gemeinschaftswährung in Gefahr oder handelt es sich um eine Belastungsprobe die lösbar erscheint? Unserer Ansicht nach stellt Griechenland kein wirkliches Problem für die Eurozone und den Euro dar, sofern auf politischer Ebene seitens der EU und der EZB besonnen und kontrolliert agiert wird. Griechenland repräsentiert nur ungefähr 3% der europäischen Gesamt-Wirtschaftsleistung.

Auf der anderen Seite befindet sich der US-Dollar ebenfalls in einem  problematischeren Umfeld. Kürzlich verwies EZB Präsident J.C. Trichet: „Kalifornien könnte für die USA zum größeren Problem werden als Griechenland für die Euro-Zone“. Der Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief bereits Mitte 2009 wegen des riesigen Haushalts-defizites den finanziellen Notstand (Zahlungsunfähigkeit) aus. Kalifornien ist der bevölkerungsreichste
US-Bundesstaat und zählt für sich genommen, zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt. Auch weitere Bundesstaaten befinden sich in einer schwierigen Haushaltslage. Damit wäre nur ein brisanter Blickwinkel auf die US Währung beleuchtet. Darüber hinaus bläst dem Dollar Gegenwind wegen einer hohen US Arbeitslosenquote ins Gesicht und auch die Wirtschafts- und Währungsbeziehungen gegenüber China belasten.

Ein willkommener Nebenfeffekt wird nur selten erwähnt. Wird der Euro gegen den Dollar schwächer, stärkt dies die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen der Eurozone. Man könnte beinahe von einem Konjunkturprogramm durch den Währungseffekt sprechen. Hatten die europäischen Unternehmen im globalen Handel kürzlich noch mit Kursen um 1,55 USD/EUR zu kämpfen, begünstigen binnen weniger Wochen rund 12% Währungsabschlag die Exporte. So profitiert das exportstarke Deutschland indirekt von Griechenlands Schwäche.

Anleger sollten damit rechnen, dass mittelfristig wieder ein schwächerer Dollar wahrscheinlicher ist. Die Heimatwährung Euro bleibt erste Wahl in der Anlagestruktur. Wichtig ist eine ständige Beobachtung der „Großwetterlage“, um bei Bedarf frühzeitig in den Anlagepositionen reagieren zu können. Z.B. kann derzeit über eine Erhöhung des Goldanteils im Depot nachgedacht werden. Denn trotz des stärkeren Dollar beweist auch der Goldpreis relative Stärke und entzieht sich damit der bekannten Wechselwirkung.

Fazit: Die Aktienmärkte verhalten sich in Anbetracht der täglichen Weltuntergangsdebatten über Währungs-probleme und Staatsverschuldung recht besonnen. Wir teilen die Sicht der Märkte und sehen hierin derzeit keinen Grund unsere Anlagestrategie zu ändern.
Weiterhin sollten Aktienfonds mit solidem Stockpicking und Fokussierung auf europäische Dividendenpapiere in keinem ausgewogenen Depot fehlen. Damit kann eine Anlagestreuung in substanzstarke Sachwerte erzielt werden, während gleichzeitig regelmäßige Erträge über Geldmarktniveau möglich sind. Motto: Gut selektieren und mit ruhiger Hand investieren.

05.10.09 Wir freuen uns, Sie auf unserer neuen Webseite begrüßen zu dürfen. Die Inhalte sind übersichtlicher und transparenter geworden. Auch die „alten“ Informationen werden schrittweise wieder eingebunden. Besonders möchten wir auf unser selbst entwickeltes Highlight hinweisen, welches neue Maßstäbe in Sachen Transparenz setzt und unseren qualitativen Auswahlprozess beschreibt: Der Wave Fondsfilter. Hier können sie in einer übersichtlichen Grafik unsere Arbeitsweise in der Fondsselektion nachvollziehen.
Wir möchten auch künftig dem Privatanleger Orientierung geben, wie mit dem Einsatz von Investmentfonds eine erfolgreiche Kapitalvermehrung erreicht werden kann. 
Gern können Sie uns Ihre Meinung mitteilen. In Kürze wird noch eine Rubrik „Kunden über uns“ folgen, um auch diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die unsere Arbeitsweise bereits kennen.
Mit Besten Grüßen, Andrè Klatt

22.05.2007 Das Fun(d)Masters Portfoliospiel, veranstaltet von der Fondsgesellschaft JPMorgan und FONDS professionell, endete am 15.05.2007. Unter den 268 Teilnehmern kam es im Wesentlichen auf eine gleichmäßige Wertentwicklung eines ausgewogenen Fondsdepots an. Wir waren von Beginn an dabei (Start am 16.10.2006) und konnten uns im Endergebnis den 14. Platz sichern. Die Teilnahme war eingeschränkt auf unabhängige Investmentberater, Bankberater und institutionelle Investoren. Zum einen hier die Meldung von JPMorgan und Fonds professionell. In der Auswertung zur End-Übersicht finden Sie uns als „Wavemaster“.

10.05.2007 Die Äußerungen der US Notenbank nach der letzten Sitzung am 09.05.07 waren erneut in Richtung notwendiger Inflationsbekämpfung zu verstehen. Dies beinhaltet, dass erneut Zinserhöhungen der Leitzinsen in den USA zu erwarten sein könnten. Die meisten Marktteilnehmer warten aber seit dem Ende letzten Jahres eher auf Zinssenkungen. Deshalb sind auch die Aktienindizes weitestgehend auf die aktuellen Höchststände angestiegen. Nun könnten diese Äußerungen ein Umdenken notwendig machen, was eher auf fallende Aktienkurse hindeuten würde. (Indexstände aktuell: DAX 7.500 Punkte, Dow Jones 13.300 Punkte).

Auf der anderen Seite sind die Quartalszahlen vieler Unternehmen für das 1. Quartal 2007 überwiegend positiv ausgefallen. Dies könnte auch weiteren Rückenwind für Aktien bedeuten. Wir sind der Ansicht, dass viele positive Argumente an den Aktienbörsen bereits berücksichtigt sind, jedoch weniger die durchaus bestehenden Risiken. Hier sei beispielsweise die Entwicklung der Wechselkurse zu nennen.

Wir erwarten kein weiterhin schnelles Ansteigen der Börsen und halten uns mit Neuinvestitionen bei Aktien deutlich zurück. Unserer Ansicht nach würde es zu einer umso stärkeren Korrektur im Spätsommer kommen, wenn die Aktienkurse jetzt weiterhin ansteigen. Eine Korrektur (kein Crash!) bei Aktien sollte bevorstehen, auch wenn derzeit kein konkreter Auslöser sichtbar ist. Wir haben in der letzten Zeit selektive Gewinnmitnahmen realisiert und unsere Aktienquote somit reduziert.
Wie kann man evtl. steigende Inflation in der Depotausrichtung berücksichtigen? Durch die Beimischung von Sachwerten im Fondsdepot, wie beispielsweise geeignete Investitionen in Immobilienfonds und bestimmte Rohstofffonds.

17.01.2007
hier finden Sie unseren Ausblick auf das Börsenjahr 2007.

Folgende Inhalte erwarten Sie:

  • Rückblick auf ein gutes Börsenjahr 2006
  • Die Reduzierung des Freibetrages für Kapitalerträge ab 2007
  • Risiken in 2007?
  • Ausblick und Erwartungen für 2007 (inkl. Fazit)

03.01.2007
Wir wünschen allen Freunden und Geschäftspartnern einen Guten Start in ein ereignisreiches und aufregendes Neues Jahr, Willkommen in 2007.

Unser Ausblick auf die Kapitalmärkte 2007 wird in der 2. oder 3. Januarwoche erscheinen.
Eines vorweg: Beachten Sie bitte, dass wir nunmehr seit fast 4 Jahren steigende Aktienkurse hinter uns haben. Es wird in 2007 auch wieder Korrekturen geben, ja geben müssen.

06.12.2006 Durch das plötzliche Ansteigen des Euro gegenüber dem US Dollar von knapp 5% binnen 2 Wochen, auf aktuell 1,33 €/USD,  wurde die starke Wertentwicklung der letzten Monaten im DAX (aktuell um 6.350 Punkte) erst einmal unterbrochen. Auch der Ölpreis löste sich von Tiefstkursen um 55 USD/Barrel wieder und liegt aktuell um 62 USD/Barrel. Jedoch bleibt darauf aufbauend auch festzustellen, dass diese Umstände zu größeren Abschlägen hätten führen können. Insoweit lässt sich schon ein relativ robustes Verhalten der Aktienmärkte herauslesen. Europa sollte nach wie vor als Kerninvestment im Depot gewichtet sein. Deutschland übertreibt gern ein wenig, d.h. der DAX entwickelt sich bei steigenden Kursen etwas besser, bei fallenden Kursen wird aber auch schneller mal verkauft.

Es gibt derzeit einfach kaum Störfeuer für die Börsen, deshalb wird weiter optimistisch auf Aktien gesetzt. Besonders schmerzhaft ist dies für jene, die nicht ausreichend investiert sind. Glaubt man den Statistiken, dann sind, nach nunmehr fast 4 Jahren steigenden Aktienkursen, immer noch viele potentielle Investoren nur Zuschauer (vom Kleinanleger, welcher dieses Jahr sogar Abflüsse aus Aktienfonds verzeichnet, bis hin zu Versicherungsgesellschaften).

Wir raten weiterhin investiert zu bleiben. Gewinnmitnahmen sind natürlich „erlaubt“, im Sinne der Anpassung der Asset-Allokation im Depot, sogar notwendig. Im nächsten Jahr rechnen wir durchaus mit einem erneuten Test der 6.000 er Marke im DAX. Solange der Aufwärtstrend aber intakt ist, sehen wir keinen Anlass für größere Verkäufe.

  • näher betrachtet:
    Besonders starke Zuwächse im europäischen Raum konnten skandinavische Werte erzielen. Die Begründung dafür sieht Tommi Saukoriipi, Fondsmanager des Nordea Nordic Equity, darin, dass die Nordeuropäer wettbewerbsfähiger und ertragstärker sind. Exporte, Rohstoffe und Telekommunikation sind dabei wesentliche Wachstumstreiber.
    Gleichzeitig bieten hier Rechtssicherheit und Investitionsschutz ein solides Fundament, z.B. im Gegensatz zu Brasilien, Russland oder China. Wenn Sie als Chancenorientierter Investor einen Teil Ihres Depots  in Nordeuropa anlegen möchten, sollte der Nordea Nordic Equity Fonds 1. Wahl sein.

16.11.2006 unsere aktuelle Teilnahme am Fun(d) Masters Portfoliospiel von der Fondsgesellschaft JPMorgan und FONDS professionell, hat in der ersten Etappe eine gute Platzierung für die uns gebracht. Im nationalen Wettbewerb mit anderen Fondsexperten können wir erneut „oben“ mitspielen. Derzeit sind rund 200 Teilnehmer dabei. Hier die Nachricht zur Veröffentlichung von FONDS professionell Online:

Gratulation! Fund(d)Master Portfoliospiel – Die Etappensieger stehen fest

Die ersten 7 Plätze werden von einem Team belegt, welches sich täglich bespricht … deshalb sind wir mit Platz 9 umso zufriedener!

02.10.2006 Anfang September waren so viele Warnungen vor dem bösen Börsenmonat zu lesen wie selten zuvor. Auch deshalb kam was kommen musste, wenn alle darauf warten, passiert genau dies eben nicht. Sogar das Gegenteil ist eingetreten, steigende Kurse in allen Aktienindizes. Wesentlichen Einfluss hatte dabei der deutlich gefallene Ölpreis (-15% allein im September). Aber auch der Oktober kann noch mal Verluste an den Börsen mitbringen, bzw. einen günstigen Einstieg Richtung Jahresende bieten. Hier sei auch die aktuelle Marke des DOW Jones erwähnt. Der Dow Jones steht nahe Allzeithoch – bei 11.750 Punkten. Ein Überspringen der Marke würde sicherlich weiter steigende Kurse nach sich ziehen.

Biotechfonds aussichtsreich

Wir möchten aktuell auf den Biotechnologie-Sektor hinweisen. Aktuell kann hier, aus unserer Sicht, antizyklisch investiert werden. Der bisherige Jahresverlauf war nicht erfreulich (Biotech-Fonds 2006: im Durchschnitt -6%). Das letzte Mal als man deutliche Kapitalzuflüsse in diesem Sektor beobachten konnte, war im Jahre 1999/2000. In der Folge kam es zu enormen Kursanstiegen bis zu mehreren 100 %. Dies soll keine Prognose darstellen, aber der seither unterdurchschnittliche Verlauf bietet durchaus Chancen.
Nicht nur die demographische Entwicklung der Bevölkerung spielt der Biotechnologie entgegen, auch technische Fortschritte führen zu immer neuen und besseren Forschungsergebnissen. Dazu kommt, dass die etablierte Pharmabranche mit auslaufenden Patenten Ihrer langjährigen Medikamente zu kämpfen hat. Generika (lizenzierte Nachahmer-Medikamente) werden von den gesetzlichen Krankenkassen in DL sogar ausdrücklich empfohlen (gewünscht). Daher wird stets nach neuen Medikamenten geforscht, um wieder große Einnahmequellen zu eröffnen. Auch Übernahmen von kleinen Biotechnologieunternehmen durch große Pharmahersteller spielen dabei eine große Rolle.
Alles in allem sollte ein guter Biotech-Fonds für den chancenorientierten Investor eine interessante Depotbeimischung darstellen.

18.08.2006 nachdem wir im letzten Kommentar ein mögliches Absinken des DAX auf ca. 5300 Punkte prognostizierten, wurde Mitte Juli diese Marke mit 5.360 Punkten fast erreicht. Seither legte der deutsche Aktienindex um ca. 9% zu, alle Achtung. Doch die historisch schwächsten Börsenmonate, September und Oktober, stehen unmittelbar bevor. Aktuell sollte daher den steigenden Kursen nicht zuviel Euphorie entnommen werden. Halten Sie zumindest einen Teil Ihrer evtl. geplanten Investitionen noch zurück, um bei erneuter Schwäche der Aktien nachkaufen zu können.

In den letzten Tagen war zu beobachten, dass trotz schlechter Nachrichten (z.B. die neuerlichen Terrornachrichten aus London; weltweite Zinserhöhungen) die Kurse weiter gestiegen sind.  Entweder haben sich die Börsen an derlei Meldungen schon „gewöhnt“, oder der Markt will einfach weiter steigen. Ein solches Verhalten deutet auf relative Stärke hin, frei nach dem Motto: „was nicht fällt das steigt“. Auch der zurückgekommene Ölpreis wirkte unterstützend auf die Börsenkurse.

Lassen Sie Ihre Anlageentscheidungen in solch schwankungsfreudigen Phasen nicht durch das Tagesgeschäft beeinflussen, handeln Sie besonnen. Strategie statt Euphorie.

  • zurückgeschaut:
    unsere Japanfonds – Kaufempfehlung liegt nach rund 1 Jahr mit ca. +30% gut im Rennen. Wir bleiben investiert.

05.07.2006 Am 29.06.06 erhöhte die US Notenbank den Leitzins von 5,00% auf 5,25%. Besonders wichtig für Kapitalanleger war aber die Begründung, sowie ein Einblick in die weitere Verfahrensweise der US Notenbanker. Die Aktienmärkte reagierten positiv auf den Zinsentscheid, die Kurse ziehen wieder an. Begründung: weitere Zinsschritte sind nicht zwangsläufig zu erwarten, genau darauf hatten viele Investoren gewartet, ein mögliches Aussetzen der Zinserhöhungen in USA.

Der im Vorfeld stärkere US Dollar büßte gegenüber dem Euro wieder ein, somit erholte sich auch der Goldpreis von ca. 570 US$/Unze auf aktuell wieder 620 US$/Uz.

Das erste Börsenhalbjahr 2006 in Zahlen:

DAX +4%,
europäische Standardwerte +1%,
weltweite Aktien MSCI World in € -4%,
verzinsliche Wertpapiere (dt. und europ. Renten) ca. -3,5%,
offene Immobilienfonds +2,3%,
Gold in € +11%.

Ausblick:

Die Bewertung der europ. Aktienmärkte ist nach wie vor als attraktiv einzuschätzen. Auch die Chartbetrachtung gibt derzeit keinen Grund pessimistisch zu werden. Wir sehen weiterhin mehr Chancen als Risiken bei Aktien, zumindest mit Blick auf das Jahresende. Ein erneutes absinken des DAX auf ca. 5.300 Punkte halten wir über den Sommer für sehr gut möglich. Wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt der Ölpreis mit all seinen verschiedenen Einflussfaktoren (auch wenn dieses Dauerproblemthema schon etwas nervt).

01.06.2006 kurze Betrachtung der Aktienmärkte: Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass es sich um eine Kurskorrektur im bestehenden Aufwärtstrend handelt. Trotzdem haben wir in den letzten Tagen an einigen Stellen Gewinne mitgenommen, an anderen dafür nachgekauft. Wenn keine neuen Tiefstkurse in den Hauptindizes (Dow Jones, S&P 500, DAX) ausgebildet werden bleiben wir investiert, bei weiterhin schwachen Kursen (z.B. DAX deutlicher unter 5.400 Punkten), wovon wir aktuell nicht ernsthaft ausgehen, würde ein geordneter Rückzug beginnen. Die US Indizes werden auch weiterhin die Richtung vorgeben, der Sommer bleibt spannend.

12.05.2006
Aktienmärkte
Der weiterhin hohe Ölpreis und die Zinsentwicklung in USA (16. Zinsanhebung der US Notenbank in Folge von 1% auf nun 5%, weitere sollen folgen) haben nun zu erhöhter Besorgnis bei Aktienbesitzern beigetragen. Die Kurszuwächse in 2006 sind bereits enorm, so hat der DAX bereits um 11% zugelegt, der Euro Stoxx um 7% und in einigen Schwellenländern sind bis 60% Kursgewinne aufgelaufen (RTX Russland +60%).

Gold
Die selbe Besorgnis welche die Aktienkurse seit 2 Tagen fallen lässt, verhilft dem Gold seit Wochen zu immer neuen Preissteigerungen. Genau aus dieser Wechselwirkung heraus haben wir immer wieder darauf hingewiesen, das Gold als Depotbestandteil sinnvoll ist. Natürlich sind die Korrelationen aber nicht erst seit einigen Tagen schwankungsdämpfend im Depot. Auch Gold ist sehr schnell gestiegen, rund 35% in 3 Monaten, eine Korrektur wäre auch hier überfällig.

Währungen
Wer Positionen in US Dollar Fonds besitzt (z.B. US Aktien, aber auch die meisten Asien Fonds notieren in USD), für den hat ein angemessener Goldanteil im Depot die jüngsten Währungsverluste komplett ausgeglichen (stärkerer Euro schwächerer US Dollar -> von 1,185 zum Jahresbeginn auf aktuell 1,291 EUR/USD = 9% Währungsverlust).

weiteres
Im Bereich festverzinsliche Wertpapiere (Rentenmarkt) erwarten wir ebenfalls eher schwächelnde Kurse, denn auch in Europa sind weitere Zinserhöhungen geplant. (Zinssatz EU aktuell 2,75%, erwartet bis Jahresende ca. 3,25%)

Im Gesamtbild ist es daher schwierig für Neuanlagen einen guten Einstieg zu finden. Eine Möglichkeit bilden da offene Immobilienfonds, die Begründung finden Sie im Beitrag vom 22.03.2006.

17.02.2006
Aktienmärkte: derzeit befindet sich der Dow Jones am oberen Ende einer Handelsspanne, diese befindet sich ca. zwischen 10.700 bis 11.100 Punkten kurzfristig und zwischen 9.800 bis 11.100 Punkten mittelfristig. Das Verlassen dieser Range dürfte zu einer stärkeren Bewegung führen – ein so genannter Ausbruch.

Gute Unternehmensergebnisse für das vergangene Quartal lassen auch eher auf steigende Kurse schließen. Zwar war die Rede des neuen Notenbankchefs B. Bernanke auf weitere Zinserhöhungen ausgerichtet, jedoch sorgt eine Entspannung beim Ölpreis für Hoffnung, denn fällt der Ölpreis, würden auch Inflationsängste besänftigt, die Zinserhöhungen könnten bald enden – die Aktienkurse würden steigen (Der Konjunktiv – liebster Freund der Börse).  Beobachten Sie die weitere Entwicklung der US Indizes, bei kurzfristig weiter anziehenden Kursen würde sich eine schöne Einstiegsgelegenheit eröffnen.

Der Dax zeigt sich in einer sehr starken Verfassung, allerdings scheint das kurzfristige weitere Aufwärtspotential begrenzt. Bleiben Sie aktuell dennoch investiert, evtl. empfiehlt es sich einige Gewinne mitzunehmen. Ansonsten gilt: Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.

Die jüngste Korrektur beim Gold wurde m.M.n. höchste Zeit, dass Korrekturziel liegt zwar bei ca. 530 USD/Uz, aber der Goldpreis zieht bereits wieder an. Bleiben Sie langfristig investiert, bei weiterer Schwäche, die Saisonal gestützt wäre, nachkaufen.

Beachten Sie weiterhin die Biotechnologie Branche, einer unserer Top Wetten für dieses Jahr. (aktuell rund 10% Gewinn in 2006, unseren Fonds-Favorit erfahren Sie auf Anfrage)

16.12.2005
zum Gold: in den letzten Tagen haben wir Gewinnmitnahmen im Goldbereich realisiert, da hier in den letzten 3 Monaten Kursgewinne bis zu 25% erzielt wurden (430 US$/Uz bis 525 USD/Uz). Natürlich bleibt dieser Sektor auch für 2006, unserer Ansicht nach, besonders aussichtsreich. Jedoch sollte hier eine kurzfristige Korrektur (auch saisonal bedingt, denn Gold entwickelt sich historisch betrachtet im 2. Hj. eines Jahres besonders gut), ein „Luft holen“ für den nächsten Anstieg, stattfinden.

Aktienmärkte: Die Aktienkurse tendieren zum Jahresende fester, wie erwartet. Nun geht es im Wesentlichen darum, sich für 2006 zu positionieren, jedoch wird der Jahreswechsel in Sachen Depotoptimierung häufig überbewertet.

Warum sollen Trends sich an Datumsumstellungen orientieren? Was in 2005 gut war, muss 2006 nicht schlecht sein. Evtl. können steuerliche Gründe für Depotveränderungen sprechen. Wichtiger ist es jedoch Depotumschichtungen dann vorzunehmen, wenn Kapitalmarkttrends entstehen oder enden (bspw. Währungsgesicherte Fonds in € sollten bevorzugt werden gegenüber Fonds in US-Dollar, egal in welchem Anlagebereich).

Unsere Favoriten für 2006 +++ solide: Deutsche Aktien +++ Gold und Silber werden auch weiterhin sehr spannend bleiben +++ Biotechnologie eine sehr interessante Beimischung +++

Unseren Ausblick auf das Börsenjahr 2006 gibt`s ungefähr zum Jahreswechsel. Ein Rückblick auf 2005 macht dieses Jahr besonders Spaß. Unsere Fondsfavoriten erzielten wieder überdurchschnittlich gute Wertentwicklungen und stellen somit erneut eine hohe Meßlatte für die Ansprüche im nächsten Jahr dar.
( Herausforderung, sei Willkommen ! )

27.10.2005
Der Oktober, aus Sicht der Börse gern Crashmonat genannt, wird seinem Ruf gerecht. Besonders die Schwellenländer mußten teilweise Verluste im 2-stelligen Prozentbereich hinnehmen. Gründe: Vogelgrippe, Wirbelstürme, Inflations- / Zinsängste.
Wir haben unsere Positionen im Goldbereich leicht aufgestockt und einige Gewinnmitnahmen im Aktienbereich vorgenommen.

Sehr erfreulich hat sich hingegen der japanische Markt entwickelt, hier warten wir nun entweder auf eine Korrektur oder neue Höchstkurse, um die Position aufzustocken.
Meiden werden wir hingegen weiterhin den Technologiesektor, zum einen des Dollars wegen, zum Zweiten wirkt sich hier im nächsten Jahr eine Änderung der Bilanzierungsvorschriften u. U. negativ aus, da Mitarbeiteroptionsprogramme künftig die Gewinne belasten können (und damit natürlich die KGV`s).

Die amerikanischen Indizes sollten bald wieder freundlicher tendieren, ansonsten eröffnet sich weiteres Korrekturpotential. Auch der DAX würde dann zumindest bis ca. 4.600 Punkte konsolidieren. Saisongemäß beflügelt das Weihnachtsgeschäft die letzten beiden Börsenmonate des Jahres und viele Aktienhändler handeln auch entsprechend.

Fazit: tendenziell positiv, aber Unterstützungsmarken der Indizes beobachten.

12.09.2005

Ein kurzer Rückblick auf unseren Ausblick 2005 vom 07.01.05.
Was waren unsere Favoriten und wie haben diese bisher abgeschnitten? (Zeitraum 02.01.05-09.09.05)

  • Aktien Deutschland – ADIG Fondak + 22%,
  • Aktien Nebenwerte Europa – Threadneedle eur. SC + 28%,
  • Aktien Osteuropa – Griffin East. Eur. + 33%
  • Indien (+20%) und Südafrika (+25%) liefen ebenfalls sehr gut.

Technologieaktien verzeichnen nur leichte Kursgewinne, seit Jahresbeginn notiert der NASDAQ fast unverändert. Da diese aber meist Dollar-abhängig sind, und unsere Aussichten eher gegen einen starken US Dollar sprechen, sind wir hier kaum investiert. Auch der Goldpreis konnte weiter an Wert zulegen. Unsere Rentenfonds haben in 2005 um durchschnittlich 4,5% zugelegt, das sind fast schon Ganzjahresrenditen.

Fazit: Alles in allem ist 2005 bisher ein Gewinnerjahr für alle die, die bereit waren, nicht in Geldmarkt und Sparkonten, sondern in Aktien und Aktienfonds zu investieren. Aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen am Rentenmarkt (Kurzfristanlagen um 2%) und den guten Dividendenerträgen bei Aktien (3-5% möglich) sind wir auch weiterhin optimistisch für Aktien/Aktienfonds.

Kurzausblick: Der Oktober ist eher ein schwieriger Börsenmonat, bei Kursabschlägen haben Sie evtl. noch einmal Einstiegschancen im Aktienbereich. Auch das Wahlergebnis in Deutschland könnte ausländische Investoren vom deutschen Aktienmarkt verschrecken, sofern der Regierungswechsel nicht erfolgt. Es bleibt weiterhin spannend …

Fondstipp: Die Empfehlung japanischer Aktien vom 09.08.05 liegt nach einem Monat mit ca. 7% im Plus.

09.08.2005
Blick auf die Aktienmärkte: die Kurssteigerungen der letzten Wochen speziell beim DAX / deutschen Aktien, erfolgten in sehr dynamischer Weise.

Doch wie ist die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten einzuschätzen? Steigen die Kurse im aktuellen Trend weiter?
Achten Sie auf die typischen Merkmale eines Trends: neuen Hochpunkte, Konsolidierung, neue Hochs …, der Trend wird dann als gebrochen angesehen, wenn immer tiefere Tiefstkurse und keine neuen Höchstkurse mehr erreicht werden. Genau so sollten Sie auch in der aktuellen Phase die Ruhe bewahren. Solange, z.B. der Dax nicht deutlich unter ca. 4.600 Punkte fällt, kann der ca. 2 jährige Aufwärtstrend als intakt betrachtet werden.

Kaufempfehlung: wir sind der Ansicht, dass aktuell ein Einstieg in den japanischen Aktienmarkt mehr Chancen als Risiken bietet. Japan hat vom Potential, welches der asiatischen Entwicklung immer wieder zugestanden wird (China, Indien …) bisher noch kaum profitiert. Dabei ist Japan als entwickelte Industrienation aber „mitten drin“ und bestens positioniert als Zulieferer des „Asien Boom`s“.
Die Chartbetrachtung lässt auch optimistisch stimmen. (Fondsempfehlungen auf Anfrage)

08.07.2005
Terroranschläge und Aktienmärkte: gestern Nachmittag, nachdem die Terroranschläge in London die Presse bestimmten, erhielt ich einen Anruf eines besorgten Kollegen: „müssen wir die Kundendepots umstellen?…“. Nein, meine Antwort. Aufgrund der individuellen und ausgewogenen Depotstruktur unserer Kundendepots, sind auch solche traurigen Ereignisse kein Grund zu hektischem Handeln.

Strategie statt Emotion

Stets ist die Angst in einer solchen Extremsituation ein schlechter Ratgeber. Genauso ist es die Gier, wenn wir z.B. Aktienkurse steigen sehen und nicht oder zu wenig investiert sind. Als langfristiger Anleger sind Besonnenheit, Disziplin und ein gutes Konzept das A und O.

Als Trader würde das schon anders aussehen, denn kurzfristige Pläne sind enorm anfällig für unvorhersehbare Ereignisse. Tatsächlich schlossen die amerikanischen Aktienmärkte, nach einem zwischenzeitlichen Verlust von bis zu 3%, im positiven Bereich (Dow, Nasdaq +0,3%).

08.06.2005
kurze Rück-Betrachtung zum Bericht vom 13.05.05:

Der Dollar hat gegenüber dem Euro die prognostizierte Richtung eingeschlagen und das Kursziel sogar deutlich überschritten, liegt aktuell um 1,22 €/USD. Nun ist auch weitere Stärke bis in den Bereich 1,19€/USD möglich. Gold hat nicht im erwarteten Maße nachgegeben (aktuell 423 USD/Uz), die Wechselwirkung zeigt erstmals Differenzen auf – ein Zeichen der Stärke des Goldes! Gemessen in Euro hat der Goldpreis sogar zugelegt, was einmal mehr beweist, Gold dient als Sicherheitsinvestment gegenüber den „Papierwährungen“.

  • Gold bei Schwäche nachkaufen/kaufen! (in welcher Form ein Goldkauf für ihr Depot geeignet ist? Beratung auf Anfrage)

Die Aktienmärkte haben zuletzt deutlich angezogen, so stark hatten wir Nasdaq und DAX nicht erwartet. Unsere Aktienposition aus der Empfehlung vom 17.08.2004 liegt mittlerweile mit 25% im Plus, so macht Anlegen Spaß. In den nächsten Tagen sollten die Aktienmärkte erst einmal den Anstieg verdauen.

13.05.2005
der Euro hat seine Handelsspanne (1,27 €/USD bis 1,36 €/USD) gegenüber dem Dollar nach unten verlassen, der Dollar wird also wieder stärker. Grund dafür waren gute Wirtschaftszahlen aus den USA und weniger gute Aussichten in Europa. Nun sind auch stärkere Dollarkurse um 1,24 €/USD möglich. Die Wechselwirkung zwischen Dollar und Gold (stärkerer Dollar – schwächerer Goldpreis und umgekehrt) macht auch dem Goldpreis zu schaffen. Kurzfristig ist beim Gold ein Kursrückgang bis in den Bereich von 405 – 412 USD je Unze möglich.

Die Markteinschätzung vom 20.04.05 behält weiterhin ihre Gültigkeit. Die aktuelle Schwäche der Aktien ist wahrscheinlich auch auf den „sell in May and go away“ Effekt zurückzuführen. Die mittelfristige Tendenz erwarte ich eher bullisch als bearisch.

20.04.2005
wie bereits im letzten Kommentar (30.03.05) befürchtet, haben weitere Verluste an den US Märkten dazu geführt, daß auch deutsche Aktien Kursrückgänge hinnehmen mußten.

Ursachen? Zum einen schockte General Motors die Investoren (Gerüchte über evtl. Gläubigerschutz). Des weiteren werden ein allgemein niedrigeres Wirtschaftswachstum und mögliche Inflationsszenarien als Verkaufsgrund für Aktien gesehen.

Die Kurserholungen der letzten 2-3 Tage fallen sehr dürftig aus, was eher auf weitere Kursverluste hindeutet, zumindest dürfte ein Test der Tiefstkurse stattfinden (Dow 10.000, Nasdaq 1.900). Erst bei signifikantem unterschreiten dieser Marken trübt sich das Bild weiter ein. Der Pessimismus ist zwar enorm hoch (derzeit auch am überdurchschnittlich hohen Anteil Leerverkaufter US-Aktien sichtbar), für Antizykliker jedoch noch kein gutes Umfeld -> mit Investitionen weiter zurückhalten.

Bei Gold kommt derzeit wieder Bewegung auf, wir bleiben investiert. Stopp für unsere Longposition im DAX bei ca. 4120 Punkten.

30.03.2005
Die Stabilität der deutschen Aktien gegenüber der „Leitbörse“ in Amerika ist schon beeindruckend. Während der Dow Jones bei -4%, die Nasdaq bei -10% in diesem Jahr liegen, hat der DAX Kursgewinne von 2% zu verzeichnen. Auch die Amerikaner selbst setzen mehr und mehr auf andere Märkte, als den Heimischen. Bevorzugt werden Brasilien, Mexiko und Asien.

Das Kapital sucht nach neuen Anlagechancen, jedoch bringen diese Liquiditätsschübe auch Gefahren einer Überhitzung mit sich, daher sollte man auch dort nicht einfach der Masse folgen.

In Deutschland zeigt sich eine gesunde Anleger-Vorsicht. Es wird aber auch wahrgenommen, dass deutsche Unternehmen insgesamt gute Zahlen abliefern und wieder Geld verdienen (die Dividenden nicht zu vergessen). Also, warum in die Ferne schweifen, wenn Chancen doch so nah sind. Auf jeden Fall erweist sich unsere Strategie aktuell als richtig, sich von den US Märkten fern zu halten.

Wenn der Ölpreis weiter nachgibt, sollten auch die Aktien davon profitieren können. Allerdings kann eine weitere US-Marktschwäche nach wie vor auch die deutschen Aktien infizieren. Aktien -Neuengagements nur selektiv vornehmen, die Charttechnik mahnt kurzfristig eher zur Vorsicht, ansonsten sind Chancen und Risiken in DL nahezu ausgewogen.

Im Rentenbereich können antizyklische Zukäufe unternommen werden, da Zinserhöhung in aller Munde ist.

03.01.2005
Im 2. Halbjahr 2004 nahm die W.A.V.E. GmbH am Wettbewerbe zum „Finanzberater des Jahres 2004“ teil, welcher von der Zeitschrift Euro-FINANZEN und mehreren namenhaften Veranstaltern, im Zeitraum vom 01.07.04 bis 31.12.04, durchgeführt wurde.

Zwei Teilwettbewerbe bestimmten das Gesamtergebnis

Zum Einen ein Depotwettbewerb, in welchem virtuelle 500.000€ in Investmentfonds so gemanagt werden sollten, dass eine möglichst schwankungsarme und doch hohe Wertentwicklung zustande kommt. (hohes Sharpe-Ratio)

Zum Zweiten ein anspruchsvoller Wissenswettbewerb. Hier musste jeden Monat ein Fragebogen beantwortet werden, dabei wurden alle Bereiche der Finanzwelt abverlangt, z.B.

  • Versicherungen und Steuern,
  • Beteiligungen,
  • mathematische Aufgabe,
  • Kapitalmarkt – Kenntnissen.
  • gesetzliche Rahmenbedingungen und bevorstehende Änderungen

Das Teilnehmerfeld bestand aus rund 830 Bankberatern, Versicherungsmaklern und Vermögensverwaltern, und ist als sehr anspruchsvoll einzustufen. In den Zwischenwertungen, welche in der Zeitschrift FINANZEN monatlich nachgelesen werden konnten, erzielten wir mehrfach Top Ten Platzierungen in Depot und Gesamtwertung.

Unsere Endperformance im Depotwettbewerb liegt mit + 8,2 %, bei sehr gleichmäßigem Verlauf, ebenfalls im Spitzenfeld. (zum Vergleich: DAX im 2.Hj 2004 + 4,8 %)

Wir konnten somit dazu beitragen, dass es auch Teilnehmer aus den Neuen Bundesländern, auf einem Niveau mit dem doch überwiegend Westdeutschen Spitzenfeld, aufnehmen können. Ein genauerer Bericht erfolgt im EuroWirtschafts Magazin 02/03 2005, ab 16.02 im Zeitschriftenhandel.