im letzten Börsenkommentar hatten wir den üblichen, jährlichen Börsenverlauf thematisiert. Doch in diesem Jahr bot die allgemeine saisonale Marktentwicklung keine Orientierung. Wir haben in 2018 erleben müssen, dass Politik nicht Probleme löst, sondern Probleme schafft. Die Sorgen über die Folgen daraus beeinträchtigen jüngst die globale Wirtschaftsaktivität und so trübte sich die Stimmung an den Börsen deutlich ein. Denn Börse versucht die Zukunft zu antizipieren.

Die Problemherde sind nicht neu, die Sorgenfalten über die Entwicklungen beim BREXIT, im Handelsstreit Trump vs. China und die Zinsanhebungen in den USA, sind tiefer geworden. Doch möchten wir heute keinen Rückblick auf die großen Themen werfen, auf die „Bretter die die Börsenwelt bedeuten“. Der Rückblick 2018 folgt im Januar.

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Wir möchten uns bei allen Kunden, Freunden
und Lesern unserer Börsenkommentare bedanken!

Für uns war 2018 ein Jubiläumsjahr!

Gegründet in 2003, stehen wir seit 15 Jahren für
„Anlagelösungen mit Investmentfonds“.

Vielen Dank für wunderbare Gespräche, für Komplimente, für das Vertrauen
in unsere Arbeit und für den Zuspruch immer am Ball zu bleiben, DANKE!
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Unsere Arbeit, was ist das eigentlich?

Wir sind jederzeit darum bemüht, zur Zufriedenheit der Anleger zu arbeiten. Doch dieser „Job“ ist für mich persönlich weit mehr als ein Job. Die Börse hat mich vor rund 22 Jahren begeistert, man könnte sagen „infiziert“, und ist wie ein großes Energiefeld mit unglaublicher Anziehungskraft. Ein Kraftfeld indem ich nicht nur meine Arbeitszeit, sondern auch den Großteil der Freizeit verbringe.

  • Vieles hat sich mit den Jahren verändert und vor allem weiterentwickelt. Doch all die Weiterentwicklungen waren und sind nur möglich mit Anlegern und für Anleger, für die unsere Recherchen, unsere Arbeit, letztlich den Kapitalaufbau und den Kapitalschutz bedeuten. Dies ist uns völlig bewusst.

Neben den Gesprächen mit unseren Anlagekunden, besteht der sichtbare Teil unserer Tätigkeit aus Berichten und Kommentaren, welche zur Verfügung gestellt werden. Doch die zu Grunde liegende Basisarbeit ist letztlich weniger sichtbar. So ist es nunmal bei einer Dienstleistung mit Produkten, die nicht dinglich greifbar sind. Ein Brötchen oder ein Bier schmecken oder schmecken nicht, ein Auto sieht schön aus, fährt komfortabel oder ist zweckmäßig. Je nach der persönlichen Meinung, kann man sich recht leicht für oder gegen etwas entscheiden.
Doch für Anlageprodukte ist dies nur bedingt zutreffend. Denn, sie sind stets im Wandel, den Geschehnissen auf der Welt ausgesetzt, den Fähigkeiten der Manager und letztlich denen des Beraters unterlegen.

  • Der grundlegende Teil unserer Dienstleistung ist ein zeitintensives und für den Anleger weitestgehend unsichtbares Tätigkeitsfeld, welches die Grundlage der Kenntnisse, der Ideen und der Antworten für unsere Anleger bildet. Deshalb möchte ich die Gelegenheit des Jubiläums Nutzen und einen kurzen Einblick in die hintergründige Welt unserer Anlageberatung kommunizieren.

Die Basisarbeit besteht im täglichen lesen von Berichten aus aller Welt, zu vielen verschiedenen Themen. Häufig spielen Trends eine Rolle, wie Bevölkerungen wachsen, welche Ressourcen benötigt werden oder wie technologische Fortschritte unseren Alltag verändern. Dazu gehört es Interviews mit Experten zu verfolgen, mal die Finanzmärkte ganz allgemein, mal bestimmte Regionen und mal politische Themen betreffend. Telefonkonferenzen mit Kapitalanlagegesellschaften, ob zu Fondsprodukten, zu bestimmten Ereignissen die die (Börsen-) Welt bewegen oder zu vorherrschenden Marktstimmungen, stehen mehrfach in der Woche auf dem Plan. Schließlich geht es darum aus verschiedenen Ansichten eine eigene Meinung zu formen und zu prüfen.

Darauf aufbauend bieten Fachveranstaltungen und Kongresse regelmäßig eine nützliche Plattform, um sich mit Kollegen auszutauschen und Stimmungen in der Branche aufzuschnappen. Die Veranstaltungen bieten zudem Gelegenheiten, direkte Gespräche mit Fondsverwaltern und Fondsmanagern zu führen.

  • Gerade in 2018 konnte ich auf diese Weise einigen Kapitalmarktexperten begegnen, die man aus Funk und Fernsehen als Gesichter der Börse kennt. Darunter finden sich Fondsmanager wie Dr. Hendrik Leber (Acatis), Dr. Jan Ehrhardt (DJE Kapital AG) oder Frank Fischer (Frankfurter Aktienfonds f. Stiftungen). Bei Allen ist die Begeisterung für Börse zu spüren, für große, weltbewegende Ideen und für die Möglichkeiten, die sich für Investoren daraus ergeben. So kamen inspirierende Gespräche zu Stande, die meine Sichtweisen bereicherten. Die Gedanken der Produktlenker zu kennen, bedeutet letztlich die Produkte besser einschätzen zu können und die Erwartungen im Investorensinne realistisch zu betrachten. All dies versuche ich stets vorausschauend zu fokussieren.

Und so schließt sich der Beratungskreislauf, vom Anleger der sein Geld investieren möchte, über die gründliche Recherche in der Produktvielfalt, bis hin zu „Anlagelösungen mit Investmentfonds“.

  • Sie kennen unseren Standpunkt: Jede Frage die Sie für wichtig halten ist berechtigt und wird geduldig beantwortet. So war es und so bleibt es auch.

Ich wünsche Allen eine ruhige Weihnachtszeit und einen stimmungsvollen Rutsch ins Neue Jahr.
Auf ein Neues in 2019, André Klatt

  • Die Welt ist uns wichtig. Deshalb spenden wir seit nunmehr 10 Jahren an den WWF, zum Schutz der wilden Tiere. So spendeten wir in diesem Jahr für den Schutz der Elefanten in Afrika.

Der Herbst sorgt für längere Schatten, nicht nur in der Natur. Die sorgenfreie Börsenstimmung des Jahres 2017, welche in diesem Jahr in einigen Branchen noch weiterlebte, wird nun ebenfalls überschattet. Bewegten sich die Aktienmärkte bis zum Stichtag 30. September noch recht gemächlich in einer Bandbreite der Konsolidierung, wurde der Oktober plötzlich turbulent. Wir möchten einige Einflussfaktoren beleuchten und zeigen, dass gerade der Oktober für solche Bewegungen durchaus bekannt ist.

Was die Märkte beunruhigt

Die Aktienmarktbewegungen der letzten Tage fühlen sich wie ein vorbeiziehender Sturm an, der zwar erklärbar ist, aber doch sehr plötzlich und mit hoher Intensität daherkommt. Dabei ist weniger verwunderlich, dass ausgerechnet der Technologiesektor die Liste der Verlierer anführt. Nicht nur wir hatten in den letzten Quartalen häufiger auf teure Technologieaktien hingewiesen, deren Kurse deutlich schneller gestiegen waren, als die wirtschaftlichen Erfolge der Unternehmen.
In den letzten Tagen werden die Quartalsergebnisse dieser Titel besonders kritisch beobachtet. Nicht unbedingt die Ergebnisse selbst sind den Investoren ein Dorn im Auge, die Berichtssaison läuft überwiegend im Rahmen der Erwartungen. Vielmehr werden Aktien abgestraft, die einen verhaltenen Geschäftsausblick andeuten. Man könnte sagen, die Phantasie entweicht, die Übertreibung wird abgebaut.

Grundsätzlich ist der weltweite Aufschwung intakt und wird seitens des IWF (Internationaler Währungsfonds) bestätigt. Nun hat die Meldung, dass es in diesem Jahr statt 3,9% nur noch zu 3,7% Weltwirtschaftswachstum reicht, und die Begründung des IWF, den einen oder anderen Börsianer überrascht.

Steigende Schulden, Handelsstreitigkeiten, der ungeordnete Brexit oder die fehlende Haushaltsdisziplin in Italien, sind schon seit Monaten präsente Themen, die nicht spurlos an den Börsen vorübergingen. Zudem könnten die Zinserhöhungen in den USA den ein oder anderen Aktionär dazu verleiten, einen Teil des Kapitals wieder verzinslich anzulegen (übrigens herrscht in Europa bei einem Leitzins von 0,0% genau die gegenteilige Situation).
Obwohl all diese Faktoren nicht neu sind, führen sie gerade jetzt zur Unruhe.

Sollten sich jedoch Lösungen abzeichnen, gerade in Punkto Handelsstreit USA vs. China, werden Investoren vermutlich wieder rationaler entscheiden und die Wahrscheinlichkeit von steigenden Wertpapierkursen würde deutlich zunehmen.

Als Investor stellt sich die Frage, wie lange die Korrektur anhalten wird, ob der Tiefpunkt bereits erreicht ist?
Wie immer erscheint es ratsam, einen Schritt zurückzutreten und sich nicht von kurzfristigen Stimmungsphasen leiten zu lassen. Es ist ein gutes Zeichen, dass der Aktienmarktaufschwung der letzten Jahre keine große Euphorie losgetreten hat. Die Unternehmensbewertungen sind weltweit nicht wirklich hoch (außer bei einigen Technologieaktien). In einigen Schwellenländern und in Deutschland mittlerweile eigentlich sogar eher niedrig.

Der Blick auf die durchschnittliche saisonale Marktentwicklung

Wer sich regelmäßig mit den Kapitalmärkten beschäftigt weiß natürlich, dass wir uns in den saisonal schwächsten Börsenmonaten befinden. Aus historischer Sicht muss alljährlich im September und Oktober mit erhöhten Kursschwankungen gerechnet werden, wie der Chart mit dem Jahresverlauf verdeutlicht. Vor allem kurzfristig agierende Marktteilnehmer sind in dieser Zeit entsprechend grundnervös.

Die saisonale Betrachtung zeigt auch, dass sich ab November allmählich die hoffungsvolle Stimmung auf ein gutes Weihnachtsgeschäft in die Köpfen der Investoren durchsetzt. Vielen Unternehmen bringt die „Zeit des Schenkens“ gute Geschäfte ein. Dies rechtfertigt den saisonalen Optimismus der Investoren, der zumeist bis in den Januar hinein anhält.

Die nachfolgende grafische Auswertung zeigt den durchschnittlichen Jahresverlauf des EUROSTOXX50, über die letzten 30 Jahre:


Quelle: http://www.seasonalcharts.com/indices_laender_eurostoxx.html

Ein zusätzlicher Faktor, der die Marktschwankungen verstärkt

Es gibt auch Gründe, die nichts mit den Bewertungen von Aktien zu tun haben und dennoch die Intensität der Marktschwankungen verstärken. In den letzten Jahren drängen besonders angelsächsische Produktanbieter mit so genannten ETF in den Markt. Mittlerweile haben die Investitionsquoten in ETF, besonders seitens der institutionellen Investoren, recht große Anlagevolumen erreicht.

  • ETF sind passive Investments die sich nur „blind“ an einem Index beteiligen. Diese Produkte führen keine Selektion nach der Qualität oder Attraktivität von Aktien durch, im Gegensatz zum menschlichen Fondsmanager. Mit diesen Produkten wird einfach der breite Markt gekauft, wobei gute wie schlechte Aktien enthalten sind. Entsprechend dem zu Grunde liegenden Index, bilden Sie beispielsweise den DAX, den EUROSTOXX50 oder den NASDAQ nach.

Daraus resultieren neue Risiken für die Märkte, denn innerhalb solcher Produkte wird keinerlei Risikomanagement betrieben. Sie unterliegen der vollen Marktschwankung. Folglich wird im Umgang mit ETF ein anderes Vorgehen erforderlich. Deshalb werden ETF häufig mit bestimmten Verlustbegrenzungsmarken versehen. Das heißt, bei fallenden Märkten sollen beim Erreichen bestimmter Kursmarken Computerprogramme einen Verkauf auslösen. Solche automatisierten Verkäufe mit großen Volumen können übermäßigen Verkaufsdruck auf die Märkte ausüben und eine Art Dominoeffekt auslösen (die Kurse fallen, weil die Kurse durch gestaffelte Verkaufsaufträge fallen …). Oder anders gesagt, Computerprogramme führen zu einem zusätzlichen, künstlichen Herdentrieb.

Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass durch den Einsatz von ETF`s normale Marktschwankungen künstlich verstärkt werden, bei fallenden, aber auch bei steigenden Kursen. Einige Marktbeobachter sehen darin einen möglichen Auslöser, warum die großen Technologieaktien (FAANG) so lange und so stark gestiegen sind.

Fazit:

Kurse steigen, Kurse fallen – schwankende Börsen sind perse kein Grund zur Sorge, sondern repräsentieren ein normales Kapitalmarktgeschehen. Wenn die Schwankungen im Anlageportfolio dadurch größer als erträglich ausfallen, müsste wahrscheinlich die grundlegende Portfoliozusammensetzung überdacht werden.

Dennoch gibt es einige Quellen der Unsicherheit, die gerade jetzt verstärkt auf das Verhalten der Kapitalmärkte Einfluss nehmen. Besonders Handelsbarrieren, welche der amerikanische Präsident durch verbale Drohungen und Zölle in die Welt trägt, könnten eine tatsächliche Abschwächung des Welthandels auslösen, sofern die Auseinandersetzungen länger anhalten. Diese Sorgen belasten die Börsen und setzen, in der antizipierten Reaktion darauf, die Kurse erst einmal unter Druck.

Eigentlich ist Mr. Trump aber an einer funktionierenden Wirtschaft interessiert und nicht zuletzt verhalf ihm dieses Versprechen in sein Amt, sodass die weitere Entwicklung spannend bleibt. Die Marktstimmung kann sich schnell wieder aufhellen, wenn dieser Problempunkt lösbar erscheint.

In schwankungsintensiven Marktphasen sind Anleger gut beraten keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist es, seine Anlageziele und Anlagehorizonte im Auge zu behalten und keineswegs langfristige Ziele für kurzfristige, meist emotionale Beweggründe in Frage zu stellen.

  • Ein nützliches Instrument um von Marktschwankungen zu profitieren sind Fondssparpläne. Mit Sparplänen wird monatlich ein fester Betrag investiert, bei fallenden Kursen werden mehr Anteile für den Geldbetrag gekauft, ganz ohne eigenen Zeitaufwand.
    https://www.depotzuwachs.de/produkte/fonds-sparplane/

Frei nach dem Motto: „Im günstigen Einkauf liegt der Gewinn“. Und auch für aktive Fondsmanager entstehen erst durch tiefere Kurse neue Chancen zum günstigen Einstieg.

Für viele deutsche Anleger steht bei Anlageentscheidungen die Betrachtung des heimischen Aktienmarktes im Vordergrund. Die hiesige mediale Aufmerksamkeit von TV und Presse begleitet diese Sichtweise und fokussiert ebenfalls stark auf den deutschen Leitindex DAX. Dieses Phänomen nennt man Home Bias – die übergewichtete Betrachtung der naheliegenden Geschehnisse.

Natürlich lassen sich die heimischen Börsenkurse und Unternehmensmeldungen am ehesten verstehen und nachvollziehen. Jedoch lauert für den Anleger die Gefahr der Vernachlässigung anderer Regionen und Anlagethemen, welche sich außerhalb des Sichtfeldes entwickeln.

Am Beispiel der Automobilbranche möchten wir näher darauf eingehen,
warum es für Anleger von Vorteil ist global zu denken und Anlagestrategien
über Ländergrenzen hinaus zu strukturieren.

Deutschland ist die Heimat vieler innovativer und global erfolgreicher Unternehmen, die Automobilbranche zählt zweifelsfrei dazu. Daimler, BMW und VW besitzen hervorragende Marktpositionen, große Bekanntheit und starke Marktanteile in vielen Ländern der Welt. Alle drei Unternehmen sind im DAX enthalten und machen zusammen
ca. 13% Anteil am Index aus, zählen damit zu den größten und repräsentativsten deutschen Unternehmen.

In den letzten Jahren entwickelt sich ein weltweiter Trend zum Elektroauto. Leider verhält es sich dabei so, dass die Entwicklung in Deutschland in sehr zögerlichem Tempo und eher mit Skepsis wahrgenommen wird. Während in Norwegen bald jedes zweite neue Auto ein E-Auto ist, haben in Deutschland gerade einmal 2% aller Neuzulassungen einen Elektroantrieb. Im Jahre 2017 wurden in Deutschland 3,45 Millionen KFZ neu zugelassen, 25.000 davon waren Elektroautos.

Betrachtet man die klassischen Unternehmenskennzahlen, fallen Daimler und BMW mit guten Verkaufszahlen, ordentlichen Erträgen und einer soliden Bilanz auf. Allerdings sind die Anlageergebnisse für die Aktionäre der deutschen Autobauer, seit Jahren eher ernüchternd. In beiden Konzernen sind noch einige deutsche und europäisch anlegende Fonds investiert. Globale Aktienfonds besitzen hingegen kaum mehr Anteile an deutschen Autokonzernen.

Elektromobilität – USA und China eilen voraus

Mit hohen Werbebudgets werben Autohersteller weltweit um die Gunst der Kunden, nur ein Hersteller kommt beinahe ohne Werbung aus, weil sich die Autos von selbst verkaufen. Die Rede ist von der wohl bekanntesten Marke für E-Autos, Tesla. Es gibt lange Wartezeiten, weil die Nachfrage weit höher ausfällt als die Kapazitäten in der Produktion dies zulassen. Obwohl Tesla durch hohe Entwicklungskosten und Investitionen einen enormen Schuldenberg angehäuft hat und jedes Quartal weitere Verluste hinzukommen, steigt deren Börsenbewertung. Die Investoren stehen Schlange bei Tesla, erst Anfang August ist Saudi-Arabien mit 5% Firmenanteil eingestiegen.

Während wir in Deutschland über E-Autos nachdenken und die Aussichten immer noch als eingeschränkt betrachten, gibt es in China bereits ganze Städte in denen Elektroautos einen 80%-igen Anteil im Straßenverkehr ausmachen. Sicherlich ist die dortige Entwicklung stark von staatlicher Seite gewollt, subventioniert und gelenkt. Dazu haben chinesische Firmen bereits vor Jahren damit begonnen, Ingenieure und Entwickler aus aller Welt zu akquirieren, auch zu Lasten deutscher Firmen, wie eben Daimler und BMW.

Eine Vielzahl chinesischer Automobilhersteller unternehmen derzeit große Anstrengungen. Sie entwickeln mit tausenden Ingenieuren in rasantem Tempo an der neuen E-Mobilität und besitzen teils beachtliche Marktanteile, noch überwiegend im eigenen Land.

 

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Der weltweit größte Hersteller für Elektroautos ist ein chinesisches Unternehmen namens BYD (Build your Dreams). Gebaut werden nicht nur Autos, BYD ist schon heute Weltmarktführer bei Elektrobussen. Deutsche Unternehmen haben derzeit keine Elektrobusse im Angebot. Die Modelle von BYD fahren in Shanghai, durch London oder auf dem Flughafen von Amsterdam. Um der Nachfrage gerecht zu werden produziert die Firma bereits in Europa (Ungarn) und will ein weiteres Werk in Marokko errichten.

Das ein Markteintritt auch anders funktioniert, wird bei einem weiteren chinesischen Autokonzern sichtbar.
Bereits im Jahre 2010 kaufte Geely den schwedischen Volvo-Konzern, als dieser vor der Pleite stand und positionierte sich damit im europäischen Markt. Im letzten Jahr gab man bekannt, dass Volvo künftig auf E-Autos ausgerichtet werden soll.
Zuletzt machte Geely mit einer strategischen Beteiligung an Daimler auf sich aufmerksam. Hier findet die Partizipation an der langjährigen Kompetenz der Autobauer nicht nur durch die Hintertür statt. Geely kauft sich ein und integriert dieses Wissen in die neuen, eigenen Pläne.

China schaltet den Turbo ein

Kürzlich traf ich auf einer Investmenttagung zum Thema Demografie und Innovation, den China-Forscher Wolfgang Hirn. Er beobachtet seit Jahren die Personen die hinter Chinas Supermacht stecken und untersucht die Hintergründe und Motivation von aufstrebenden chinesischen Firmen.

In seinem aktuellen Buch „Chinas Bosse“, berichtet er auch über die Fortschritte in der Automobilbranche und sagt dazu: „Das Ziel der politischen Kraftanstrengungen Chinas pro „Future Mobility“ lässt sich klar definieren. Es herrscht Pioniergeist in China, sowohl bei Politikern, als auch in den Unternehmen. Zum einen möchte man die massiven Umweltprobleme in den Städten in den Griff bekommen, bei denen die Abgase der Fahrzeuge eine große Rolle spielen. Darüber hinaus will man die etablierten Automächte (Europa, USA, Japan, Korea) ablösen und überholen. Es sind neue Marken, neue Fabriken und immer neue Modelle die die Marktreife erreichen und Schritt für Schritt das Land und die Welt erobern wollen.“

Fazit

Technologische Veränderungen drücken sich auch in den Börsenkursen der Unternehmen aus. Börse bewertet Zukunft. Dies bedeutet nichts anderes, als dass sich weitsichtige Investoren eher an Unternehmen beteiligen möchten, welche die besseren Marktpositionen für die Zukunft versprechen.

Die Automobilbranche stellt dabei nur ein Beispiel dafür dar, dass Innovation und Effizienzsteigerung zum Treibstoff der globalen Entwicklung geworden sind. Die Auswertung von Daten war noch nie so effizient wie heute. Für Computersysteme gibt es keine Ländergrenzen. Wachstum findet dort statt, wo geforscht und investiert wird. Die Vermarktung der Produkte hat fast immer den globalen Erfolg im Visier.

  • „Nicht die großen Unternehmen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen verdrängen die Langsamen“.

Ein Spruch der für die Börse schon immer als Leitsatz diente. Wer erinnert sich nicht an Nokia als Weltmarktführer bei Handys, die dann von Apple durch eine innovative, neue Generation Smart-Phone, einfach überholt wurden und schließlich in der Bedeutungslosigkeit verschwanden.

Als Anleger muss der Blick auf die Welt gerichtet sein, die sich immer mehr vernetzt. Informationsaustausch ist der Schlüssel für neue Erkenntnisse und schließlich entstehen neue Lösungen für alte Bedürfnisse und jeder kann daran teilhaben. Wenn Entwicklungen anderswo schneller stattfinden, werden neue Marktführer in anderen Ländern beheimatet sein. Deshalb reicht es nicht den heimischen Aktienmarkt im Blick zu haben.

Unsere Stärke liegt in der Analyse von Investmentfonds. Damit können sich unsere Anleger an Trends beteiligen, indem auch Fondsmanager eingebunden werden die sich die Frage stellen: Wo steht die Welt in 10 Jahren?
Sie richten ihre Selektion von Unternehmensbeteiligungen darauf aus, wo Zukunftsmusik spielt.

Ich wünsche gute Anlageentscheidungen.

André Klatt

Grünes Geld, Okö-Investments oder ethisches Investieren hieß es früher und wurde nicht selten mit einem Lächeln abgetan. „Ökolatschenträger“, „Müslifreunde“ und Atomkraftgegner brachten und bringen seit Jahrzehnten zwar ihre Naturverbundenheit und den Ruf nach Beachtung der Menschenrechte für alle sichtbar zum Ausdruck, galten jedoch eher als Gegner des wirtschaftlichen Erfolges.
Nur wenige Vordenker engagierten sich bereits vor 40 Jahren für den Gedanken des verantwortungsvollen Investierens und kreierten die ersten Anlageprodukte. Heute kann man sagen, sie legten den Grundstein für die Geldanlage mit gutem Gewissen.

Lange Zeit galten grüne Investments als eine Nische. Die Wertentwicklung derartiger Anlagen blieb nicht selten hinter klassischen Investmentansätzen zurück (zumindest im Fondsformat), woraufhin Investoren dieser themenorientierten Betrachtung wenig Bedeutung einräumten.

Dies änderte sich spätestens im Jahre 2006. In der Weiterentwicklung eines Gedankenansatzes des früheren UN-Generalsekretärs und Friedensnobelpreisträgers Kofi Annan, gründeten die Vereinten Nationen (UN) eine Unterorganisation, die UN-PRI (Principles for Responsible Investments). Kerngedanke der UN-PRI, war der aktive Aufruf an Kapitalverwalter, zu denen Vermögensinhaber und Vermögensverwalter aller Art zählen, bei ihren Investitionen mit gutem Beispiel voran zu gehen. Das heißt konkret, auf soziale Verhaltensrichtlinien, Umweltaspekte und verantwortungsvolle Unternehmensführung bei Investmententscheidungen zu achten.

Worum geht es bei ESG?

Die ESG-Kriterien ergänzen die klassischen Betrachtungsweisen von Investoren. Jeder Investor der eine Unternehmensbeteiligung eingehen möchte, analysiert zunächst die betriebswirtschaftliche Lage, die Marktposition gegenüber ähnlichen Unternehmen und andere Faktoren.

Bei der ESG-Bewertung handelt es sich um einen zusätzlichen Filter, der sich aus den Bereichen Umwelteinfluss (E), Sozialverhalten (S) und verantwortungsvoller Unternehmensführung (G) zusammensetzt.

Dieser zusätzliche Filteransatz fügt zudem eine grundsätzliche Beachtung der Geschäftsfelder, in welchen ein Unternehmen aktiv ist, hinzu. Bestimmte Branchen gelten generell als unethisch und scheiden nach ESG-Kriterien als potentielles Investment aus. Andere Branchen tragen direkt zum Schutz der Umwelt bei und gelten als nachhaltig. Es wird in so genannte Negativ- und Positiv – Kriterien unterschieden, die beispielsweise folgende Punkte beinhalten:
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ESG-Kriterien-Beispiele.

Investitionsbeispiel Wasser

Nicht nur die weltweite Klimaveränderung führt dazu das die natürlichen Wasserressourcen knapper werden. Wasser benötigen wir praktisch für Alles was wir anpflanzen und produzieren, für Nahrungsmittel, Getränke und für die tägliche Hygiene. Die weiter zunehmende Weltbevölkerung und die fortschreitende Technologisierung steigern den Verbrauch stetig. Laut einer Studie der Vereinten Nationen wird sich der Bedarf an Trinkwasser in den nächsten 30 Jahren verdoppeln. Die Ressourcen sind hingegen begrenzt.

Bei näherer Betrachtung untergliedert sich das Thema Wasser in viele Geschäftsbereiche, in denen Unternehmen Lösungen anbieten können. Dazu zählen beispielsweise die Klärung von Abwässern, die Aufbereitung von Trinkwasser, Entsalzungsanlagen oder effiziente Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft. Schließlich zählen auch Hersteller von wassersparenden Armaturen für den privaten Haushalt dazu.

Das Wachstum der Wasserbranche wird für die nächsten 10 Jahre bei ca. 5-6% pro Jahr prognostiziert. Durch steigenden Bedarf handelt es sich demnach, im Unterschied zu vielen anderen Branchen, um eine klassische Wachstumsbranche, die keineswegs nur ein Modethema oder einen kurzfristigen Trend darstellt.

Die Anlagewelt verändert sich … in Richtung Nachhaltigkeit

Das aus Gedanken des Umweltschutzes und ethischen Grundsätzen einmal eine tiefgreidende Änderung der Anlagewelt entstehen würde, haben selbst vor 20 Jahren nur eingefleischte Insider gedacht.

In den letzten Jahren steigt die Nachfrage nach Fonds mit ökologischen Grundsätzen und der Einfluss der ESG-Kriterien hält Einzug in die gesamten Investmentprozesse der Vermögensverwalter, weltweit.

Derzeit befindet sich die europäische Finanzaufsichtsbehörde (ESMA), in einem Überlegungsprozess, nachhaltige Kriterien für alle Fonds zur Verpflichtung zu machen. So ändern sich die Ansichten. Aus dem einstigen Nischendasein, wäre der Gedanke der nachhaltigen Geldanlage dann zum gesellschaftlichen Grundkonzept, zur Verpflichtung aller Kapitalverwalter angewachsen.
Doch so weit ist es noch nicht, noch darf jeder selbst entscheiden wie er sein Geld investiert. Nach unserem Geschmack würden derartige Vorschriften eher über das Ziel hinausschießen.
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Safe_Nature.

Der Anleger kann entscheiden

Wer heute als Anleger mit ethischem Anspruch, Sozialverträglichkeit und Umweltgedanken nach Anlagemöglichkeiten sucht, findet ein Spektrum von nicht weniger als 400 verschiedenen Fonds, Tendenz steigend. Bei näherer Betrachtung zeigen sich jedoch große Toleranzen hinsichtlich der Erfüllung der ESG-Kriterien. Häufig reicht es nicht Datenbanken zu durchforschen und Zahlen gegenüber zu stellen, erst in Gesprächen mit den Fondsverantwortlichen werden die harten und weichen Faktoren des jeweiligen Auswahlprozesses sichtbar.
Hinsichtlich der Wertentwicklung darf ergänzt werden, dass einige nachhaltige Fonds in den letzten Jahren sogar Renditevorteile gegenüber klassischen Fonds erzielen konnten.

Wir bieten seit einigen Jahren mit der Anlagestrategie „Depotzuwachs Umwelt & Ökologie“ den Zugang zu hervorragenden nachhaltig gemanagten Fonds.
Abschließend kann festgestellt werden, dass die Möglichkeit zum verantwortungsvollen Umgang mit Geld, beim Anleger selbst liegt.

Gute Anlageentscheidungen

Im Januar starteten die Aktienmärkte fulminant und viele Indizes erreichten neue Allzeit-Höchststände. Dabei sorgte besonders die US-Steuerreform für Phantasie, denn geringere Steuern, führen zu steigenden Unternehmensgewinnen. Gleichzeitig befand sich die Stimmung der Investoren auf einem Allzeithoch. Für den amerikanischen Technologieindex Nasdaq wurde im Januar die höchste Optimisten-Quote seit der Erhebung der Anlegerstimmung ermittelt! – Dies heißt im Umkehrschluss, kaum jemand glaubte noch an fallende Kurse. Beinahe jeder hoffte, der Höhepunkt der Party kann ewig weitergehen. So verwundert es wohl nicht, dass diese Hoffnung in Ernüchterung umschlagen sollte.

Anfang Februar begannen die Kurse „recht überraschend“ zu fallen. Dabei lassen sich im wesentlichen drei Einflussfaktoren für die nun laufende Korrektur hervorheben:

  1. 1. Zinsängste – die plötzlich aufkommende Sorge über steigende Zinsen. Zu diesem Punkt ist jedem der sich auch nur beiläufig mit den Kapitalmärkten beschäftigt klar, dass die Notenbanken seit der Finanzkrise 2007-2009 ständig Unterstützungsmaßnahmen ergriffen hatten, um das Wirtschaftswachstum anzuschieben.

    Da sich die Weltwirtschaft nun in einer breiten und robusten Wachstumsphase befindet, treten die Notenbanken langsam auf die Bremse. Dabei entziehen steigende Zinsen dem Markt langsam Liquidität. Dies ist jedoch keine Neuigkeit, immerhin fand die erste Zinserhöhung in den USA im Dezember 2015 statt. Seither wurden die Zinsen bereits 7 Mal erhöht, zuletzt am 15.03.2018, auf nun 1,5%.
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  2. 2. Handelsbarrieren – Anfang März gibt Mr. Trump bekannt, dass die USA nun Einfuhrzölle einführen, um die Heimische Wirtschaft zu schützen und zu stärken. Bei Importen von Autos in die USA sollen ebenso Strafzölle erhoben werden, wie bei der Einfuhr von Stahl (25% Zoll) und Aluminium (10% Zoll). Und weitere Güter sollen folgen.

    Solche Absichten waren bereits Bestandteil in Trumps Wahlkampf. Die Nachricht jedoch, dass die Zölle jetzt kurzfristig eingeführt werden sollen, überraschte die Kapitalmärkte. Schnell entwickelten sich aus dieser Ankündigung Befürchtungen vor einem weltweiten Handelskrieg, die Börsen reagierten entsprechend verunsichert.
    Sowohl europäische als auch chinesische Politiker suchten das Gespräch mit Mr. Trump, um über die Handelsbedingungen zu sprechen. Doch relativ schnell reiste der chinesische Aussenminister aus den USA wieder ab, seine Bemühungen blieben erfolglos. Zuletzt reagierte China seinerseits und antwortete mit eigenen Regeln und Beschränkungen.
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  3. 3. Datenskandal bei Facebook – eigentlich ist diese Nachricht gar nicht so neu. Die Datensammelwut der Hightechfirmen und ein quasi nicht existierendes Mitspracherecht auf Seiten der Nutzer, sind längst ein Reizthema. Das eine Firma diese Daten dann „klaut“ und nutzt, um mit den gesammelten Informationen Meinungsmanipulation zu betreiben, entfachte in der Öffentlichkeit eine neue Qualität in dieser Debatte.
    Ursprünglich hatte die betreffende Firma sich selbst bereits im Dezember 2016 damit gerühmt, Wahlentscheidenden Einfluss genommen zu haben. Was damals nur kleinere Wellen schlug, verursacht nun einen allgemein kritischen Blick auf die HighTech-Unternehmen, deren Umgang mit Nutzerdaten und den Datenschutz.

In unserem Börsenkommentar vom 12. Dezember 2017 (Befinden-wir-uns-einer-Technologie-Bubble?) hatten wir die hohen Erwartungen und die teils teuren Bewertungen von Technologieaktien thematisiert. Welcher Auslöser letztlich dazu führt das die Kurse eine Gegenbewegung erfahren, ist nicht so entscheidend. Bei hohem Optimismus und hohen Bewertungen reichen kleine Störfeuer aus, um eine notwendige Korrektur, also eine Abkühlung der überhitzten Investorenerwartungen in Gang zu setzen. An den gesellschaftlichen Veränderungen durch neue Technologien ändert dies wenig.

Während der 1. Punkt keineswegs überraschend für die Märkte war, besitzt der 2. Punkt sicherlich eine gewisse Brisanz. Klar ist, dass Handelsbeschränkungen dem globalen Handel engere Grenzen setzen und betreffenden Unternehmen die Geschäftsgrundlagen erschweren können.
Die Börse handelt Zukunft und derartige Unsicherheiten für die Geschäftsentwicklung von Unternehmen werden mit „Phantasieentzug“, also mit Kursverlusten beantwortet. Der Börsianer sagt: „Die Märkte preisen die neuen Informationen ein“.

Die weiteren Entwicklungen in den gegenseitigen Handelsbeziehungen sind aktuell schwer zu kalkulieren. Sicherlich können noch einige Wochen ins Land gehen und weitere Kursschwankungen mit sich bringen, bis eine klarere Sichtweise darauf entstanden ist, was politische Absichten sind oder was zu wirklichen Handelseinschränkungen erwächst.
Protektionismus würde in erster Linie Eines verursachen, steigende Preise für Verbraucher, auf beiden Seiten … .

Kurzer Rückblick auf das Börsenjahr 2017

Im Ausblick auf 2017 hatten wir erwartet das “… Aktienanlagen die aussichtsreichste Anlage darstellen …“. In der Rückbetrachtung darf nun festgestellt werden, dass Aktien fast die einzigen Anlagen mit Wertzuwachs waren. Zinsanlagen lieferten kaum Erträge und der Goldpreis kam auf Euro-Basis nicht vom Fleck.

Trotz aller Unsicherheiten zum Jahresbeginn, hauptsächlich ausgehend von Entscheidungen aus der Politik und von Notenbanken, konnten die Aktienkurse bereits im ersten Quartal 2017 zulegen. Über die Sommermonate hinweg verliefen die Märkte in einer Seitwärtsphase. Die üblicherweise schwankungsanfälligen Herbstmonate zeichneten einen ungewohnt freundlichen Börsenverlauf, der bis zum Jahresende anhielt.

Nachfolgend die Wertentwicklungen einiger Anlageklassen und Indizes 2017 (in €):

Wertentwicklungen_2017

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Die Erhöhungen der Leitzinsen in den USA (von 0,75% auf 1,5%) hätten eigentlich zu einem starken Dollar beitragen können, stattdessen verteuerte sich der Euro von 1,05 auf 1,20 €/Dollar. Für viele Marktakteure eine große Überraschung. Entsprechend sorgte der Wechselkurseffekt zu einer Verminderung der Ergebnisse bei Anlagen ausserhalb des Euroraumes um 14%. Nach vielen Jahren mit Zusatzgewinnen aus Währungen brachte 2017 also Gegenwind. Aus der Perspektive des Euroanlegers verbleiben im Durchschnitt 5% Gewinn mit USA-Aktien und im weltweiten Aktiendurchschnitt.

Der Deutsche Leitindex DAX (12%) und der europäische Aktienindex (Eurostoxx50 6%) lieferten insofern bessere Ergebnisse, kleinere europäische Aktienwerte erlebten ein sehr gutes Börsenjahr. Die meisten asiatischen Börsen vollzogen, nach vielen mageren Jahren, einen dynamischen Aufwärtstrend, insbesondere in Indien und China. Weltweit standen Technologieaktien hoch in der Gunst der Anleger und lieferten die besten Gewinne, zählen aber nun zu den teuren Aktien.
Betrachtet man die Börsenbewertungen der Unternehmen ganz allgemein, d.h. über alle Branchen hinweg, notieren die Märkte etwas über dem Bewertungsdurchschnitt der letzten 20 Jahre.

Eine global gestreute Anlage mit ausgewogenem Chance-Risiko-Verhältnis (50% offensiv / 50% defensiv) hätte in 2017 ein Ergebnis von ca. 3% gebracht. Um eine bessere Performance zu erzielen, kam es auf eine selektive Mischung der Fondsarten und natürlich auf die Auswahl der „richtigen“ Fonds an. Mit einem ausgewogenen Portfolio waren durchaus 5-6% Wertentwicklung erzielbar.

Ergebnisse mit Fondsanlagen

Grundsätzlich bot sich in 2017 ein günstiges Marktumfeld für Stockpicker und lieferte für aktive Fondsmanager viele Möglichkeiten zur Outperformance gegenüber den Indizes. Das heißt konkret, durch geschickte Auswahl von Aktienwerten gelang es, bessere Wertentwicklungen zu erzielen als die jeweiligen Regionen oder Branchen.

In der nachfolgenden Grafik sind die Wertentwicklungen von verschiedenen Fondskategorien dargestellt. Hierbei haben wir einen Mittelwert unserer Top-Fonds für die jeweilige Kategorie zu Grunde gelegt. Es gab teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Indizes und Fondsergebnissen.

Wertentwicklung_Fonds_2017

Aktive Fondsmanager lassen Indizes hinter sich

Die Mehrzahl der von uns selektierten Aktienfonds konnten ihre regionalen Indizes hinter sich lassen. Besonders deutlich fielen die Unterschiede bei Fonds aus, die in europäischen und deutschen Aktien investierten. Während der DAX um ca. 12% zulegte, konnten Aktienfonds Deutschland im Schnitt um 18% zulegen, in der Spitze bis zu 25%. Ebenso deutlich konnten europäische Aktienfonds (ca. 9%) den Eurostoxx 50 (ca. 6%) hinter sich lassen.

Wir sehen uns einmal mehr darin bestätigt ganz bewusst nicht auf passive Investments (ETF) zu setzen, die lediglich die Marktentwicklung nachzeichnen können. Wir setzen auf Fondsmanager, die die Qualität der investierten Unternehmen in den Vordergrund stellen. Nur so besteht die Chance auf Mehrwerte für Anleger, in guten wie in schlechten Zeiten (= mehr Zuwachs in positiven Marktphasen und geringerer Verlust in negativen Marktphasen).

Ausblick 2018

Nach nunmehr 9 Jahren Aktienhausse, mit nur kleineren Pausen, sind die Aktienmärkte nicht mehr günstig. Viele Investoren sind bereits in Aktien investiert, zumindest in der globalen Betrachtung. Wesentlichen Einfluss auf das Marktgeschehen haben erneut Zinsentscheidungen, für die US-Notenbank werden 3 Zinserhöhungen in 2018 erwartet. Hierin ist auch die Verunsicherung der Märkte in den ersten Wochen des Neuen Jahres verankert. Steigende Zinsen verringern tendenziell die Investitionsbereitschaft in Aktien, historisch betrachtet stellt dies jedoch erst bei einem Zinsniveau um ca. 3% eine bedeutsame Konkurrenz für Aktien dar.

In Europa notiert der Leitzins weiter bei 0,0%, mit steigenden Zinsen wird in diesem Jahr noch nicht gerechnet, die Inflationsrate (ca. 1,6%) reicht der EZB dahingehend nicht aus. Das Thema Inflation, also steigende Löhne und steigende Preise (Lohn-Preis-Spirale genannt) wird bisher relativ wenig beachtet, aus dieser Richtung könnte ein weiterer Überraschungsmoment für die Märkte entstehen. Aufkommende Inflation wäre unserer Meinung nach der einzige Grund, der evtl. für Zinserhöhungen der Notenbanken spricht. Anders gesagt, bleibt die Inflation niedrig, werden die Zinsen kaum steigen.

Neben diesen Rahmenbedingungen stellt sich die wesentlich bedeutendere Frage, ob Unternehmen weiterhin ihre Gewinne steigern können? Schließlich gilt, Wachstum übertrumpft Politik!
Der IWF (internationaler Währungsfonds) prognostiziert eine weitere Verbesserung des Weltwirtschafts-wachstums von 3,6% in 2017 auf 3,9% in 2018. Besonders für Europa befinden sich die jüngsten Daten im Aufwind und die Wachstumserwartungen werden optimistischer (bisher 2,2%, neu 2,6%).

Fazit: Wächst die Wirtschaft weiter, können Unternehmen auch besser verdienen. Einiges an Optimismus ist in den Kursen bereits enthalten. Deshalb darf ein Anlagejahr mit deutlicheren Schwankungsphasen als 2017, bei weiterhin substanziellem Rückenwind für Aktien erwartet werden. Wobei es noch mehr auf die Selektion der Einzeltitel ankommen wird. In 2017 bewiesen viele aktive Fondsmanager dabei ein gutes Händchen.

Ende Januar 2018 nutzten wir auf dem Fondskongress in Mannheim (Deutschlands größte Kapitalanlageveranstaltung), die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit einigen Fondsgesellschaften und Fondslenkern. Besonders bei Mischfonds herrscht derzeit eine gewisse Vorsicht gegenüber der allgemein positiven Marktstimmung. Einige der Fonds haben ihre Aktienquote vorübergehend abgesenkt und starten vorsichtig ins Neue Jahr, nach dem Motto: Kapitalschutz geht vor Rendite.
Sollten die Märkte größere Kursrückgänge erleben, würden sich daraus neue Chancen für Investitionen ergeben.

In diesem Sinne, Auf ein spannendes Anlagejahr 2018!