Immer mehr Banken erheben Strafzinsen (Verwahrentgelt) auf Kontoguthaben. Immer mehr Sparer müssen sich Gedanken ums Geld machen. Doch welche Überlegungen sind wichtig, um aus dem kleinen Risiko des Strafzinses, nicht ein größeres Risiko mit anderen Anlagen zu bekommen?

Fest steht:  Sparen lohnt sich nur für den, der investiert.

Denn, neben dem Strafzins lässt die „unsichtbare“ Inflation das Geld noch schneller schmelzen. Die Hintergründe finden Sie in einem früheren Beitrag ausführlicher erläutert:
https://www.depotzuwachs.de/der-fehlende-zins-was-inflation-beim-sparer-anrichtet/

Warum nicht einfach „drauflos“ investieren?

Wer wenig Erfahrung mit Wertpapieren besitzt und sein Geld anlegen möchte, sollte nicht einfach „Aktien oder Fonds kaufen“. Niemandem sollte es darum gehen, aus einem gefühlten Druck oder einer vermeintlichen Ausweglosigkeit im Zinsdilemma, irgendetwas zu „probieren“. Wenn Sie so herangehen, sind Enttäuschungen vorprogrammiert!

Warum? Investieren ist ein dynamischer Prozess. Jeder der in Wertpapieren (=Aktien, Fonds, ETF) investiert, wird früher oder später mit Fragen konfrontiert, z.B. :

 

Was ist der Unterschied zwischen Geldwert und Sachwert?

Wie funktioniert investieren und wieviel Rendite ist realistisch?

Wo liegen die persönlichen Erwartungen?

Wie passt man die Anlagen an die persönlichen Vorstellungen an?

Welche Anlagen passen zu kurz-, mittel-, und langfristigen Zielen?

Warum ist Kapitaldisziplin elementar wichtig und was heißt das eigentlich?

Welche Möglichkeiten bieten grüne Geldanlagen oder Edelmetalle?

Wann verkaufe ich, wenn ich Geld aus der Anlage benötige?

 

Emotionen stehen dem Anlageerfolg im Weg

Im Umgang mit Wertpapieren kommen irgendwann Momente des Zweifels, weil die Kurse nun einmal schwanken. Die folgende emotionale „Fieberkurve“ spiegelt die natürliche Denkweise bei Kursschwankungen wieder:

 

Es wird also immer dann schwierig, wenn die Kurse nicht machen was sich der Anleger wünscht. Wenn Emotionen aufkommen, hilft nur Kapitaldisziplin. Kapitaldisziplin und Erfahrung im Umgang mit Wertpapieren, bringen den Unterschied für den Anlageerfolg.

Eine Statistik über kurzfristig agierende Aktienanleger sagt, dass 8 von 10 Personen an Ihren eigenen Emotionen scheitern und keinen Anlageerfolg erzielen. Obwohl die Kapitalmärkte die Möglichkeiten bieten.

  • „Börsengewinne sind Schmerzensgeld,
    erst kommen die Schmerzen, dann kommt das Geld.“

    Zitat: André Kostolany, Börsenlegende

Kapitaldisziplin muss man lernen … oder eine Abkürzung finden. Bestenfalls sprechen Sie mit jemandem über die Kapitalmärkte, der die Höhen und Tiefen mehrfach durchlaufen hat. Jemand der die Märkte und ihren persönlichen Anlageplan kennt, jemand der kühlen Kopf bewahrt und mit dem Sie offen reden können.

Fazit: Erst planen, dann investieren

Wir erleben die Wertpapiermärkte seit über 20 Jahren, haben zahllose Finanzkonzepte mit Kunden besprochen und kennen die Sorgen der Anleger genau. Die Einen handeln zu oft, die Anderen zu selten und manche gar nicht. Das richtige Maß … liegt bekanntlich in der Mitte.

Aus unserer Erfahrung und der Leidenschaft für die Börse, besprechen wir Anlagelösungen. Für die Auswahl der zielführenden Anlageprodukte haben wir einen eigenen Qualitätsfilter entwickelt. Dazu ein Blick auf unsere strukturierte Herangehensweise :

 

Aus diesem Grund finden Sie auf unserer Webseite keine heißen Tipps oder verlockenden Vergangenheitscharts.
Mit Wertpapieren zu investieren bedeutet weder „das Glück herauszufordern“, noch „Pech zu haben“.

 

 

Wir hören zu, geben verständliche Antworten, planen Anlagelösungen und stehen in jeder Phase zur Seite. Ein guter Plan greift alle Fragen im Vorfeld auf und lässt sich  im Zeitverlauf an Veränderungen anpassen.
Anpassen bedeutet: die Zielsetzung des Anlegers und die Möglichkeiten der Kapitalmärkte, auf einander abzustimmen.

Ich wünsche gute Anlageentscheidungen
André Klatt

„David Katz ist Gründer einer sozialen Umweltinitiative, die sich aktiv für die Säuberung der Meere und Ozeane von Plastikmüll engagiert und die örtliche Bevölkerung unterstützt … “, beginnt ein Interview mit ihm.

Plastikmüll & Ozeane … jeder hat sofort Bilder im Kopf. Als begeisterter Asientourist kommen mir Erlebnisse in den Sinn, wo Flüsse in Städten zu Müllhalden verkommen sind. Aber auch wie ernüchternd es ist, wenn eine wundervolle Naturkulisse von Plastemüll entzaubert wird. An manchen Stränden lagen mehr Plastikteile als Muscheln, im Wasser schillerten nicht Fische, sondern Plasteabfälle in den Wellen. Das Problem begegnete uns im Golf von Thailand, an Indonesiens Stränden und im südchinesischen Meer vor Vietnam.

David Katz muss es auf seinen Reisen ebenso gegangen sein. Er entwickelte eine Vision und unternahm etwas:

Er gewann große Unternehmen für das Recycling der Plasteabfälle (Henkel), richtete in armen Ländern Sammelstellen ein und gab dem Müll einen Preis. Wenn Fischer auf den Philippinen, Haiti oder Indonesien Plasteflaschen sammeln, bekommen sie „Token auf ein Online-Konto gutgeschrieben und können es anschließend zum Bezahlen von Strom, Mobilfunkguthaben, Medikamenten oder Ausbildungsgebühren nutzen. Social Plastic wird zum Bitcoin des Planeten“, sagt der Visionär.

ALDI engagiert sich und verwendet das Recyclingmaterial für Verpackungen

David Katz präsentiert seine Idee (2:24)

 

Wir unterstützen die wunderbare Idee der PlasticBank
und haben gespendet:

Plastikbank.com

 

Die Kapitalmärkte gingen mit großem Optimismus ins Neue Jahr und steigende Kurse lockten weiteres Geld in die Märkte. Der Börsenfokus liegt auf der Wiedereröffnung des gesellschaftlichen Lebens und dem Ende der wirtschaftlichen Einschränkungen. In den USA und in China ist die Erholung bereits in voller Fahrt, während sich Europa noch in „Corona-Politik“ befindet.

Ganz allgemein floss der Kapitalstrom in die Nachzügler, also die Aktien von Unternehmen, welche im letzten Jahr zurückgeblieben waren. Dem gegenüber wurden jene Aktien verkauft, die sich im letzten Jahr schnell erholt hatten, die Krisengewinner und Technologieaktien. Dieser Effekt wird als Branchenrotation innerhalb der Aktienmärkte bezeichnet.

Beobachten lässt sich die Branchen-Rotation daran, dass der DAX mit seinen Unternehmen
der „Old Economy“ steigt, während der Technologieindex NASDAQ fällt.

  • Der Dax schloss zum Ende Q1 2021 erstmals über 15.000 Punkten. Autoaktien gehörten zu den größten Gewinnern. Ausgerechnet die Branche, die in den letzten Jahren extrem abgestraft wurde, führte nun den Index an. Der Grund liegt jedoch nicht in Deutschland, sondern in China, wo VW, Daimler und BMW fast die Hälfte ihrer Autos absetzen. Die chinesische Konjunktur hilft dem DAX in die Spur.
  • In den letzten Wochen zeigten die Unternehmensberichte zum 1.Quartal 2021 hervorragende Ergebnisse. Besonders in der Technologiebranche konnten 80% der Unternehmen die hohen Erwartungen sogar übertreffen. Trotzdem steigen diese Aktien nicht mehr, sondern beginnen zu fallen. Der Grund ist recht einfach, die vorweggenommenen Erwartungen wurden erfüllt, die Spekulation ging auf, nun ziehen sich Investoren erst einmal zurück und sichern Gewinne.
  • Zum Beginn des zweiten Quartals verlangsamt sich die Aufwärtsbewegung der Aktienindizes insgesamt. Unserer Ansicht nach, zeigt sich eine gewisse „Müdigkeit“ der Märkte. Die Börsen haben den wirtschaftlichen Aufschwung bereits vorweggenommen und könnten nun erst einmal zurückhaltend reagieren, während die Konjunktur sich tatsächlich gut erholt.

Es ist viel spekulatives Kapital im Markt, dass bei leichten Rückgängen scheu reagieren und eine Kurskorrektur verstärken könnte. Zum Beispiel ist das Volumen der Wertpapierkredite an der WallStreet (also die Spekulation mit geliehenem Kapital) auf einem absoluten Allzeithoch. Solche Übertreibungsphasen hielten historisch nie lange an und zogen immer eine Korrekturphase der jeweiligen Märkte nach sich. Ist diesmal alles anders?

Ausblick kurzfristig – Korrektur wahrscheinlich

Kurzfristig nehmen die Belastungsfaktoren für die Börsen also erst einmal zu. Weil die Märkte von der Liquidität nach oben gespült wurden, bleibt die Frage, was die bevorstehende Normalisierung der Notenbankpolitik, Rückführung der Kaufprogramme, bedeutet? Die mächtigen Geldspritzen haben die Preise für Aktien, Immobilien, Rohstoff steigen lassen (Peak Stimulus). Der Entzug wird nicht ohne Nebenwirkungen in überhitzten Marktsegmenten ablaufen. Eine Korrektur bei Technologieaktien ist bereits im Gange.

Ein weiterer Einflussfaktor ist die saisonale Marktentwicklung der Börsen, zwischen Mai und September stehen die eher schwächeren Börsenmonate bevor. Natürlich kann auch eine längere Seitwärtsphase oder eine Rückkehr in den Aufwärtsbewegung zu Stande kommen. Dies ist kurzfristig nur weniger wahrscheinlich.

Inflation zieht plötzlich an

Die Rohstoffpreise für zahlreiche Metalle, Basismaterialien und Nahrungsmittel steigen auf breiter Front. Nach wie vor gibt es Behinderungen in den Lieferketten oder Lieferengpässe bei Materialien. Viele der Hersteller, welche elektronische Bauteile für den Einbau in Maschinen oder Geräten benötigen, weisen seit Monaten auf Engpässe bei Computerchips hin. Weil Bauteile fehlen, hat die Automobilbranche bereits mehrfach Produktionseinschränkungen bekannt gegeben. Wenn Unternehmen ihre Produkte nicht fertigen können, wird sich dies kurzfristig in den Absatzzahlen wiederspiegeln.

  • Die Entwicklungen bei denen eine Knappheit zu Grunde liegt, treiben die Preise für Waren und Güter. Bereits jetzt merkt der Verbraucher in Supermärkten und Baumärkten, dass bestimmte Produkte oder Werkstoffe teurer werden oder schwer erhältlich sind.
  • Nun wird unter Kapitalverwaltern rege spekuliert, ob es sich um ein einmaliges inflationäres Ereignis handelt oder ob längerfristige Preissteigerungen bevorstehen. Wenn nun nämlich auch Arbeitskosten und Gehälter anziehen, wird die so genannte „Lohn-Preis-Spirale“ in Gang gesetzt, ein allgemeines Muster für anhaltende Inflation. Damit würde die Geldentwertung für den Bürger gerade erst in Fahrt kommen und zwar über Null- und Strafzinsen hinaus.

Die Rohstoff- und Verbraucherpreise weiter im Blick zu haben, ist für Anlageentscheidungen ein wichtiges Detail. Schließlich bestimmt Inflation tatsächliche Profitabilität von Kapitalanlagen mit. Infolge steigender Inflation werden Kapitalströme in bestimmte Anlagenklassen hinein und aus anderen Anlageklassen heraus in Gang gesetzt.

Als relativ Inflationsresistent gelten beispielsweise Aktien mit hohen Dividendenrediten und Edelmetalle, während Technologieaktien eher sensibel reagieren. Verzinsliche Wertpapiere (Anleihen) mit guter Bonität rentieren derzeit um die 0%, eine steigende Inflationsrate vergrößert den Verlust mit solchen Anlagen.

Inflation konkret: Geldwerte verlieren, Anlagetrends verschieben sich in Sachwerte.

Ausblick längerfristig – Wirtschaft brummt, Wachstum voraus

Bei allen kurzfristigen Belastungsfaktoren sind die grundsätzlichen Triebkräfte des Welthandels viel wichtiger für die mittelfristige Entwicklung der Kapitalmärkte. Die aktuellen Konjunkturnachrichten bescheinigen eine kräftige Erholung der Frühindikatoren, in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft. Die Zahl Arbeitslosen geht zurück.

  • Die Auftragsbücher der meisten Unternehmen zeigen sich vielversprechend, ebenso die Ertragsaussichten. Die riesigen Konjunkturpakete der Notenbanken und Staaten in aller Welt, sowie die immer wieder beruhigenden Kommentare der Notenbanken sobald systemrelevante Probleme auftauchen, entfalten ihre stützende Wirkung für die Wirtschaft.
    Darüber hinaus sind weitere Investitionsprogramme in China, USA und Europa im Anmarsch. Das Vertrauen in die Wirtschaft ist zurück.
  • Dazu kommt die Hoffnung auf beschleunigte Impferfolge und die damit einhergehende intrinsische Belebung der globalen Wirtschaft.
  • Keine Frage, die Welt steht vor großen Herausforderungen. Die Veränderung der Gesellschaft in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit (persönlich kann man davon halten was man möchte) entfaltet die Notwendigkeit von großen Investitionen. Viele Unternehmen werden von den bevorstehenden Veränderungen profitieren.

Aktive Fondsmanager investieren ausschließlich in attraktive Unternehmen, mit soliden Marktpositionen heute und Potential ein „Gewinner von Morgen“ zu sein. Die konkrete Auswahl der Wertpapiere wird nach Qualitätskriterien beurteilt. Jedes Unternehmen in einem Fonds wird auf Umsatz, Gewinn und Wachstumspotential durchleuchtet, fortlaufend analysiert und schließlich gehalten oder aussortiert.

Wir als Anlageberater setzen auf die Top-Fondsmanager
aus den unterschiedlichen Fondskategorien.
Genau in dieser Kette der Aktivität, sehen wir den Mehrwert
für unsere Kunden, kurz-, mittel- und langfristig.

Gute Anlageentscheidungen
A. Klatt

 

RISIKOHINWEIS: Die Inhalte und die hier getroffenen Aussagen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen die Meinung des Verfassers dar. Es handelt sich nicht um Aufforderungen zum Handel mit Kapitalmarktinstrumenten und stellt keine Anlageberatung dar. Da hier keinerlei persönliche Anlagekriterien von Anlegern zu Grunde liegen, können wegen fehlender Basis auch keine Anlageentscheidung getroffen werden. Es kann keinerlei Haftung für ihre persönliche Entscheidungen übernommen werden, die Sie womöglich Aufgrund der hier getätigten Informationen getroffen haben. Sie handeln auf eigenes Risiko.

2020 wird in den Köpfen bleiben, als das Jahr in dem ein Virus die Welt veränderte, als eine Achterbahnfahrt der Emotionen und der Kurse. „Es gibt Dekaden in denen nichts passiert und es gibt Wochen, in denen sich Dekaden abspielen.“ Wladimir .I. Lenin

Kurzer Rückblick – Kapitalmarktgeschehen 2020

Am 20.02.2020 befanden sich die Börsen in Hochstimmung auf Allzeithoch. Mit den ersten Berichten über den neuen Corona-Virus in Europa, schlug die Stimmung um. Es folgte eine Verkaufswelle bei Wertpapieren, die Kurse knickten historisch schnell ein. Als die Politik drastische Corona-Maßnahmen diktierte, kam es zu erheblichen Einschränkungen für die Wirtschaft.

Manche Branchen wurden über Nacht zu Krisenverlierern, andere zu Krisengewinnern. Um Kommunikation und Handel aufrecht zu erhalten, begannen Unternehmen massive Verschiebungen hin zu internetbasierten Lösungen. Die Börse trennte Unternehmen plötzlich in Offline- und Onlinewelt. Daraus entwickelte sich ein digitaler Boom, der die Phantasie von Investoren neu inspirierte.

  • In Q2 erholten sich die Kapitalmärkte sehr schnell, weil Staaten und Notenbanken beherzt eingriffen und enormes Kapital zur Stützung der Wirtschaft einsetzten. Die globale Geldmenge stieg in 2020 um über 30% (ca. 25.000 Milliarden $). Auf die Notenbanken komme ich im Ausblick noch einmal zurück.
  • In Q3 gingen die Börsen in eine Phase der „Verdauung der Ereignisse“ über, die Kurse pendelten seitwärts.
  • Q4 begann mit einem Marktrückgang um ca. 10%. Anfang November brachte dann der Wahlausgang in den USA, sowie die Nachricht des ersten marktreifen Covid-Impfstoffes neuen Optimismus und frischen Schwung ins Marktgeschehen.

Seither ignorieren die Kapitalmärkte Verschärfungen der Covid-Maßnahmen, schauen durch das „Virusgeschehen hindurch“, vertrauen auf eine Normalisierung und eine neu aufflammende Investitions- und Wachstumsphase. Die Erholung gewann immer mehr an Marktbreite, d.h. auch Unternehmen der Verliererbranchen trafen langsam wieder auf Investoreninteresse, es begann eine Branchenrotation heraus aus Wachstumsaktien in Substanzwerte.

Marktentwicklungen zum Jahresende 2020

Zum Jahresende konnten die meisten Aktienindizes die Gewinnzone zurückerobern. Die Spanne zwischen den einzelnen Regionen war erheblich, auch zwischen Branchen, z.B. Technologiewerten und Substanzwerten, blieb die Spanne extrem groß.

  • Krisengewinner waren die Edelmetalle. Der Goldpreis legte im Jahresverlauf um 15% zu und notierte im August erstmals über 2.000 Dollar/Uz., Silber stieg um 35% auf 25 Dollar/Uz.
    Gleichzeitig zogen die Minengesellschaften mit nach oben, die durch den steigenden Goldpreis erhebliche Unternehmensgewinne einfahren und nun Dividenden auszahlen.
  • Der DAX verlor zwischenzeitlich -40% (Weltaktienindex zwischenzeitlich -35%) und schloss bei 3,5% (Weltaktienindex 6%).
  • Der Währungseffekt zwischen Euro / USD hatte spürbaren Einfluss auf die Wertentwicklungen. Der Dollar schwächte sich gegenüber dem Euro um 8% ab, die Wertentwicklung von US-Aktien fiel für Europäer entsprechend geringer aus. Auch globale Aktienfonds halten US-Aktien, sodass der Währungseffekt deren Performance etwas bremste.

Rohstoffpreise auf Tal- & Bergfahrt

Rohstoffpreise schwankten in 2020 kräftig und erlebten zum Jahresende deutliche Preissteigerungen:
z.B. Kupfer (20%), Palladium (20%), Erdgas (10%), Mais (40%), Weizen (20%).
Hier bietet sich ein Szenario das als möglicher Ausgangspunkt für aufkommende Inflation zu betrachten ist. Steigende Preise für Rohstoffe führen zur Teuerung der gesamten Verarbeitungs- und Verbraucherkette.

Die Rohstoffmärkte preisen ein, dass zunehmende Digitalisierung höheren Rohstoffverbrauch nach sich zieht, besonders bei Metallen. Diesen Trend hatten wir bereits im letzten Jahr identifiziert und kommuniziert:

27. Sept. 2019: – Wie passt eine zunehmende Technologisierung mit Natur- und Umweltschutz zusammen?
https://www.depotzuwachs.de/wie-passt-eine-zunehmende-technologisierung-der-gesellschaft-mit-natur-und-umweltschutz-zusammen/

Fazit 2020:

Gelassenheit im Umgang mit Wertpapieren zahlte sich aus, sowie der Mut, die tiefen Kurse im März als Kaufgelegenheit zu nutzen.
So weit so optimistisch … es verbleibt die Frage: Wie schnell kehrt wieviel Normalität tatsächlich zurück?

Ausblick und Markteinschätzung 2021

-> Notenbanken ändern Position vom Währungshüter zum Konjunkturstimulator

Kaum jemand hätte im März 2020 gedacht, das zum Jahresende eine schwache Wirtschaftslage herrscht, aber die Börsen auf alten Hochs notieren. Trotzdem ist es genauso gekommen. Der Grund ist sehr einfach, die Notenbanken haben die Geldschleusen so weit geöffnet, wie nie zuvor. Bisher war Schuldendisziplin in Staatshaushalten und Währungsräumen oberstes Thema. Nun herrschen neue Verhältnisse.

Die weltweiten Notenbanken sind von ihrer Kernaufgabe der Währungsstabilität abgekehrt, hin zur einer Politik der Lenkung von Wirtschaft und Verhinderung von Arbeitslosigkeit. Eine historische Umkehr! Absolute Schuldenhöhen spielen kaum mehr eine Rolle, deshalb sind Zinserhöhungen auf ein Normalniveau in weite Ferne gerückt. Wer könnte sich noch Zinszahlungen auf hohe Schuldbeträge leisten, ohne Zahlungsunfähigkeit zu riskieren?

Früher wurde Zins als Maß von Risiko gelehrt, heutzutage besitzt dieser Leitsatz weniger praktische Bedeutung. Die Zinsunterschiede für Wertpapiere mit schwacher und hoher Qualität sind historisch eng zusammengerückt. Folglich beinhalten verzinsliche Wertpapiere nur noch punktuell Zinspotential für Anlagen, andererseits jedoch erhebliche Kursrisiken.

-> Aktienmärkte in Wachstumswerte und Substanzwerte gespalten

Zinsen bleiben tief, sodass Aktien für längerfristige Anlagen alternativlos bleiben, die Börse nennt dies neudeutsch „TinA“ (There is no Alternativ). Während einige Wirtschaftszweige unter Covid-Maßnahmen ächzen, wachsen andere Branchen in völlig neue Dimensionen.

Aktien lassen sich in 2 Kategorien aufteilen:

  • Einerseits die digitale Welt, Onlinedienste, Big Data und künstliche Intelligenz, mit langfristig hohen Wachstumsaussichten im Gepäck. Allerdings haben viele Techwerte hohe Wachstumserwartungen bereits eingepreist. Teilweise erinnert die „Techno-Party“ an die Internetblase im Jahr 2000, weil derzeit historisch hohe Spekulation in den Kursen vieler Aktien steckt.
  • Daneben sind Substanzwerte wesentlich attraktiver bewertet, zahlen Dividenden, sind die „solide Variante“ der Aktienanlage. Hierzu zählen Hersteller von Nahrungsmitteln, Konsumgütern, die Gesundheitsbranche, Chemie und Industrie, vieles Unternehmen die Alltags-Konsumprodukte herstellen. Solche Aktien sind derzeit nicht im Fokus der Investoren, die Spekulation liegt bei den Wachstumswerten.

Viele Fonds sind in Apple, Google, Microsoft, Facebook & Co investiert. Erfahrungsgemäß ist es an der Börse ertragreicher dort zu investieren, wo die Anderen erst noch hinkommen. Das spricht zumindest für eine gute Depotmischung aus Dividenden und Wachstumstiteln.

-> Großes Potential in Asien

Im November unterzeichneten 15 asiatische Staaten ein asiatisches Freihandelsabkommen (RCEP). Von China bis Australien werden Handelsbeziehungen vertieft, Zölle gesenkt und Bürokratie abgebaut. In jedem Fall geht eine Stärkung von innerasiatischen Wertschöpfungsketten daraus hervor. Asien rückt als Wirtschaftszone näher zusammen.

Sicherlich stellen die wirtschaftlichen Aggressionen der USA gegen China, die seit 2016 speziell von Trump angestachelt wurden, eine bedeutende Motivation zu mehr Eigenständigkeit dar. Schließlich wächst auch auf der Anlageseite die Bedeutung Asiens und stellt künftig mehr als eine „Beimischung im Schatten“ des Westens dar.
Durch die wirtschaftliche Verknüpfung von ca. 2 Milliarden Menschen, rund 25% der Weltbevölkerung, ruft die US-Bank JP Morgan in Folge dessen das aufstrebende asiatische Jahrzehnt aus.

-> Kapitalmärkte: kurzfristig euphorisch – langfristig dynamisch

Der kurzfristige Ausblick auf 2021 ist schwierig, weil die Marktstimmung nahezu euphorisch gut ist. Auch die Aussichten der Anlageverwalter sind durchweg optimistisch, d.h. wer kaufen wollte, ist eigentlich investiert.
Die Aktienmärkte haben sich in den letzten Monaten etwas festgefahren, können die alten Hochpunkte nicht überwinden. Zwar fließt weiterhin Geld in die Märkte, aber die Kurse steigen eher punktuell.

Nach unserer Ansicht, benötigt der Markt eine technische Korrektur, um neuen Schwung zu holen, nach dem Motto: „Einen Schritt zurück, um Zwei nach vorn zu tun.“ Sollte der Markt uns diesen Gefallen tun, würden wir Zukäufe ins Auge fassen, wann und wo genau, wird sich zeigen.

  • Die Dynamik für Aktien auf die längere Perspektive, also über kurzfristige Schwankungen hinweg gesehen, hält für die nächsten Jahre vielmehr positive Argumente bereit. Die Welt ist im Umbruch, es wird Verlierer, aber auch zahlreiche Profiteure geben.
    Genau danach suchen aktive Fondsmanager, mit denen wir schließlich unsere Anlagestrategien positionieren.

Auf ein gutes Anlagejahr 2021!
André Klatt

 

RISIKOHINWEIS: Die Inhalte und die hier getroffenen Aussagen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen die Meinung des Verfassers dar. Es handelt sich nicht um Aufforderungen zum Handel mit Kapitalmarktinstrumenten und stellt keine Anlageberatung dar. Da hier keinerlei persönliche Anlagekriterien von Anlegern zu Grunde liegen, können wegen fehlender Basis auch keine Anlageentscheidung getroffen werden. Es kann keinerlei Haftung für ihre persönliche Entscheidungen übernommen werden, die Sie womöglich Aufgrund der hier getätigten Informationen getroffen haben. Sie handeln auf eigenes Risiko.