Die Lufthansa bekommt eine Geldspritze von der Bundesregierung in Höhe von 9 Milliarden €. Die Stützung wird teilweise als Kreditlinie gewährt, die als Eigenkapital (rund 5 Mrd. €) verfügbar ist. Je nachdem wann zurückgezahlt wird, ist der Zins zwischen 4% und 9% gestaffelt. Zudem wird der Staat zum Lufthansa-Aktionär, mit einer Unternehmensbeteiligung von 20%. Nach der entstandenen Notlage ist die Lufthansa damit finanziell gut unterstützt. Zunächst.

Wo ist der Haken? Ganz einfach, der Geschäftserfolg für Fluggesellschaften bleibt weiterhin fragwürdig. Es sind hohe laufende Kosten zu bewältigen. Zuletzt Bestand die Lufthansa-Flotte aus ca. 300 Flugzeugen. Durch den staatlich verordneten Stillstand verliere man eine Million € pro Stunde, teilte die Gesellschaft im April mit. Im letzten Monat sollen ca. 800 Millionen € verbraucht worden sein.

Doch wieviel Phantasie ist notwendig, um eine Rückkehr zu hohen Passagierzahlen oder gar den Geschäftserfolg des Jahres 2019 erreichen zu können?

Bisher ist der Flugbetrieb nur zaghaft angelaufen. Die Umstände die beim Fliegen zu beachten sind, mit Mundschutz, Hygieneregeln und demnächst womöglich negativen Testbescheinigungen, verhageln vielen den Spass am Fliegen. Anstatt in die alte Reiseselbstverständlichkeit zurückkehren, wird nach Alternativen gesucht.

  • Wenn ich stundenlang mit Mundschutz im Flugzeug sitze und meine eigene, verbrauchte Luft einatmen soll, ist das kein Spaß! Ganz abgesehen von der gefühlten Unsicherheit bei Menschenansammlungen auf Flughäfen. Egal ob mit oder ohne Test.

Fragwürdig bleibt auch wohin man fliegen kann? Viele Regionen der Welt sind im Umgang mit dem Coronavirus vorsichtig, erheben Hürden in den Einreisebestimmungen oder Einreiseverbote. Viele Reiseziele sind schwer ansteuerbar. Es muss umgedacht werden, also wird umgedacht. Vielleicht mit dauerhafter Wirkung?

  • Der Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele äußerte sich nach der Staatsrettung nicht euphorisch: „Die Überwindung der Krise wird viele Jahre in Anspruch nehmen. Es wird für alle Beteiligten ein schmerzhafter Weg, um die Lufthansa wieder zukunftsfähig zu machen.“ Die Lufthansa beschäftigt weltweit rund 138.000 Mitarbeiter.

Dem gegenüber ist die Kommunikation per Internet zur neuen Normalität im Geschäftsalltag geworden. Viele Geschäftstermine finden jetzt per Videokonferenz statt. Entweder, weil die Firmen dies so festgelegt haben oder weil die handelnden Personen den sicheren und einfachen Weg wählen. Die Geschäftswelt wird kaum in alter Weise zur Flugaktivität zurückkehren.

Fazit:

Für die Lufthansa ist die kurzfristige Unterstützung mit Staatsgeldern eine notwendige und absolut richtige Maßnahme. Schließlich war es kein Eigenverschulden, sondern der Staat bremste die Gesellschaft aus. Ob und wann eine Rückkehr zu alten Höhenflügen erreichbar ist, scheint kaum kalkulierbar. Nur die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Virus kann der Kranich-Airline substanziell Auftrieb verleihen.

Rückschlüsse auf die allgemeine Unternehmenssituation

Unter der aktuellen Corona – Lage leiden viele Unternehmen. Der Staat, bzw. Staaten können nur wenige retten. Alle Branchen die von der Freizeitgestaltung und mit Menschenansammlungen leben, die Tourismusbranche, die Gastronomie, Entertainment & Messeveranstalter, Vergnügungsparks, etc. wurden hart getroffen. Walt Disney vermeldete jüngst, dass Disneyworld auf unbestimmte Zeit geschlossen bleibt (auch wenn wohl kein Zombieland zu erwarten wäre).

In den letzten Jahren wurde oft der Verbraucher als tragende Säule der Wirtschaft bezeichnet. Jetzt sind viele Verbraucher erst einmal den Job los und durch die Maßnahmen verunsichert. Wofür wird künftig Geld ausgegeben und wieviel steht zur Verfügung?

  • Ein US-Marktteilnehmer formulierte seine Bedenken kürzlich wie folgt:
    „Ist es vernünftig zu erwarten, dass 44.000.000 arbeitslose Amerikaner, ein einbrechendes BIP, innere Unruhen, eine deprimierende Anzahl an Insolvenzen und erdrückende Schuldenstände, durch die Notenbank neutralisiert werden?“ – Gary Christianson

Wie sich der gesellschaftliche „Lockdown“ (Ausgangssperre) auf die Bilanzen der Unternehmen auswirkt, also auf deren Werthaltigkeit, ist für Investoren von großer Bedeutung. Die weiteren Geschäftsaussichten von noch größerer. Die Berichte zum 2. Quartal werden in den nächsten Wochen einsehbar und dürften tiefere Erkenntnisse liefern.

Für Deutschland gibt es eine Besonderheit: Die gesetzlichen Vorschriften zur Insolvenzmeldung sind bis 30. September „gelockert“. Erst dann wird sich der heimische Nebel über dem wirtschaftlichen Zustand lichten.

  • Im Moment ist schwer sichtbar, welche Ausmaße bzw. welche wirtschaftlichen Schäden durch die Corona-Maßnahmen entstanden sind. Die Börsen feiern die massiven Stützungspakete der Staaten und der Notenbanken und hoffen auf schnelle Besserung.
    Die Blicke schweifen weit in die Zukunft, bis ins Jahr 2022, wo das Vorkrisenniveau erwartet wird. Vieles kann sich noch ändern, auf kurze Sicht ist die Euphorie ist nicht leicht zu teilen.

In der heutigen Börsensituation (Stand 29. Juni 2020), also nach der kräftigen Kurserholung vom Tiefpunkt (welcher in der dritten Märzwoche lag), möchte ich ein Zitat von Warren Buffett wiederholen:
(Beitrag vom 13. März 2020: „Coronavirus und Börsensituation zusammengefasst“)


„Sei gierig wenn die Anderen ängstlich sind, Sei ängstlich wenn die Anderen gierig sind.“

Zitat: Warren Buffet, Investorenlegende

Aus der Betrachtungsweise eines Investors, traf im März der erste Satz zu, jetzt eher der Zweite.

Gute Investmententscheidungen
André Klatt

Seit Jahrtausenden gilt Gold als werthaltig und wird in Krisenzeiten als stabiler Wertspeicher gesucht. Nachdem Gold und Silber im 18. Jahrhundert erstmalig durch Papiergeld als Zahlungsmittel ersetzt wurden (John Law), war die Schöpfung von Geld, durch Hinterlegung von Gold in einem festen Verhältnis (Goldstandard) verpflichtend. Dies verhinderte eine ausufernde Geldschöpfung, denn Gold ist nur begrenzt verfügbar. Im Jahre 1971 änderte die Abschaffung der Golddeckung die Welt. Im Zuge der Finanzierung der vorherigen Kriege und Krisen sollte die Geldmenge unbegrenzt ausgeweitet werden, um die Wirtschaft aus der Krise zu holen. Soweit eine kurze Einleitung zur historischen Bedeutung von Gold.

Der Goldpreis fiel ab 1980 stetig und erreichte seinen Tiefpunkt im Frühjahr 2001, bei ungefähr 260 US$ je Unze. Durch den fallenden Preis mussten die Goldminen ihre Produktion verknappen, viele Unternehmen gingen schließlich Pleite und die Branche schrumpfte zusammen.

Grafik: Goldpreis – 20 Jahre – April 2000 bis April 2020

 

Kleiner historischer Rückblick auf Gold und Goldminen, vom 30.03.2012
https://www.depotzuwachs.de/gold-einblicke-und-ausblicke/

Anschließend begann eine Aufwärtsbewegung, die im Jahre 2011 bei ungefähr 1.900 US$ je Unze ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Seither kam es zu einer langjährigen Korrektur und einem zwischenzeitlich deutlichen Rückgang der Gold und Silberpreise. Wenn die Wirtschaft floriert, fällt das allgemeine Interesse für Krisenabsicherungen.

Im Sommer 2018 begann schließlich eine neuer Aufwärtsimpuls. Besonders in den letzten Wochen des Jahres 2018, als die Aktienmärkte erheblich unter Druck gerieten, neigte Gold zur Stabilität und verzeichnete Zuwächse. Dieses Muster konnte durch das gesamte Jahr 2019 weiter beobachtet werden.

Goldgrafik

Corona – Auswirkungen auf die Edelmetallbranche

Im Zuge der Bekämpfung des Coronavirus kam es in den letzten Wochen weltweit zu drastischen Einschränkungen der Wirtschaft, wie derzeit für jeden ersichtlich. Auch Gold und Silber vollzogen extreme Schwankungen. Die Tagespreise sprangen, ebenso wie an den Aktienmärkten, mal in die Eine und mal in die andere Richtung.

Die Massnahmen zur Coronaeindämmung machen auch vor der Minenbranche nicht halt. Zahlreiche Edelmetallproduzenten, also die Minengesellschaften welche Gold und Silber aus dem Boden holen, haben Arbeiter nach Hause geschickt, ihre Produktion heruntergefahren oder Minen komplett geschlossen. In der Folge wird die verfügbare Menge für Gold und Silber dadurch drastisch verknappt.

Nicht viel anders läuft es in der verarbeitenden Goldindustrie. Drei der wichtigsten Goldraffinerien mit Sitz in der Schweiz (nahe Norditalien), haben ebenfalls ihre Betriebe vorübergehend geschlossen. Sie verarbeiten über 50% des weltweit verfügbaren Goldes, stellen Barren her und die Feinqualität für Prägeanstalten bereit.

Andererseits steigt in den letzten Wochen die physische Nachfrage nach den Edelmetallen erheblich, weil Anleger besonders das Krisenmetall Gold in der aktuellen unsicheren Gesamtsituation stark nachfragen. Dies lässt sich daran ablesen, dass Prägeanstalten vom schnellen Ausverkauf ihrer jährlichen Münzausgaben (Gold- und Silbermünzen) berichten. Auch die Händler von Münzen und Barren haben kaum noch physische Bestände und verkaufen die noch verfügbaren Reserven mit teilweise erheblichen Preisaufschlägen (bis zu 100% Aufpreis).

Goldpreis – Entstehung der Tagespreise

Aus den vorbenannten Beobachtungen drängt sich die folgende Frage auf:

  • Warum hat der Goldpreis nicht längst mit einem stärkeren Preisanstieg reagiert, wenn die Marktsituation sich als knapperes Angebot bei gleichzeitig steigender Nachfrage darstellt?

Die Antwort führt zur grundsätzlichen Preisbildung bei Gold. Offiziell wird der Goldpreis in London durch ein Bankenkonsortium (LBMA) zweimal täglich festgesetzt. Zur eigentlichen Findung des Goldpreises trägt jedoch im erheblichen Umfang der Handel mit Goldersatzprodukten bei, dem so genannten Papiergold. Als Papiergold bezeichnet man die Gesamtsumme von Finanzprodukten mit welchen, ersatzweise für den physischen Handel, die Banken und Spekulanten das Edelmetall handeln. Hiermit werden im Tageshandel Goldersatzprodukte in einem Volumen gehandelt, welches an manchen Tagen dem Gegenwert einer gesamten Jahresproduktion von physischem Gold entspricht (2019 ca. 3.460 Tonnen).

Der Umfang des physischen Goldhandels wird davon bei weitem in den Schatten gestellt. In der Konsequenz bedeutet dies für die Preisbildung bei Gold, dass das tatsächliche physische Angebot- und Nachfrageverhältnis in den Hintergrund rückt. Die täglichen Goldpreisverläufe und die Schwankungen finden unter erheblichem Einfluss des Papiergoldhandels statt. Aus diesem Grund sollte den Tagesschwankungen der Edelmetallpreise, keine zu große Bedeutung hinsichtlich der fundamentalen Einschätzung als Anlageprodukt beigemessen werden.

Nachfragesituation – Worauf es ankommt

Viel wichtiger für die Beurteilung der echten Attraktivität ist die Basissituation. Also die Menge der verfügbaren Edelmetalle und die Betrachtung der Nachfragesituation. Seit einigen Jahren zählen die Notenbanken wieder zu den Goldkäufern. Besonders China, Russland und die Türkei sind nennen, die regelmäßig in ihren Notenbankbilanzen steigende Goldbestände nachvollziehen lassen.

Auf der Anlageseite lässt dies den Gedanken zu: Wenn Notenbanken zur Unterlegung der eigenen Währung Gold als werthaltig betrachten, warum sollte dies nicht ein Baustein für Anleger sein, es ihnen mit einem bestimmten Teil der Anlagegelder gleich zu tun?

Silber – industrielle Bedeutung schlägt sich in Preisschwankungen nieder

Die Situation bei Silber ist etwas anders gelagert. Der Silbermarkt ist insgesamt noch kleiner als der Goldmarkt. Vor allem der industrielle Einsatz von Silber, der ungefähr die Hälfte der jährlichen Silberproduktion beansprucht, gestaltet die Nachfrageseite erheblich mit. Silber besitzt ein enorm breites Anwendungsspektrum. Findet sich in der Fotografie, bei der Wasserreinigung, als Besteck und natürlich als beliebtes Material für Schmuck aller Art.

Seine besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften machen Silber für weitere Einsatzgebiete attraktiv. Sicher kennt jeder Silberpflaster, welches aufgrund der antibakteriellen Wirkung die Wundheilung begünstigt. Diese Wirkung findet in vielen gesundheitlichen Produkten Verwendung.

Noch sehr viel breiter ist der industrielle Einsatz. Silber ist ein hervorragender elektrischer Leiter. In den meisten Solaranlagen wird es verwendet, in der Automobilindustrie für Verkabelungen, in Computern und Smartphones zur Signalübertragung auf den Platinen, um nur einige Beispiele zu nennen. In der Summe hat Silber den größeren gesellschaftlichen Nutzen, gegenüber Gold.

Die Bedeutung als Industrierohstoff verringert nun, im Moment der zurückgehenden Wirtschaftsaktivität, die Nachfrage nach Silber. Demnach ist der jüngste starke Preiseinbruch auf die Spekulation zurückzuführen, dass die industrielle Nachfrage erst einmal stark nachlässt. Kapitalmärkte reagieren prompt auf solche Zusammenhänge.

Ebenso schnellt der Preis für Orangensaft an der Warenterminbörse in die Höhe, wenn durch Frostschäden in Floridas Orangenplantagen der Ernteertrag voraussichtlich stark beeinträchtigt wird. Externe Einflüsse hinterlassen stets Auswirkungen auf die kurzfristige Preisfindung. Dies gilt in beide Richtungen. Ändert sich die Situation, geht es zügig in die andere Richtung. Spekulanten verstärken die Schwankungsintensität und beeinflussen die Preisentwicklung zeitweise erheblich.

Grafik: Silberpreis – 20 Jahre – April 2000 bis April 2020

Zusammenfassung – besondere Situation für Gold und Silber

  • Die Minenproduktion der Edelmetalle ist stark eingebrochen, weil aus Angst vor Corona-Ansteckung die Arbeiter nach Hause geschickt wurden.
  • Die weiterverarbeitenden Raffinerien und Prägeanstalten haben ebenfalls bedeutende Produktionsstätten geschlossen. Das Angebot von Gold und Silber wird erheblich verknappt.
  • Gleichzeitig suchen immer mehr Anlagegelder den sicheren Hafen in Gold und Silber, da beide seit Jahrtausenden auch gesetzliches Zahlungsmittel sind. Sie sind nicht beliebig vermehrbar, wie beispielsweise Bargeld und der bessere Wertspeicher. Sachwert schlägt Geldwert.

Diese interessante Ausgangssituation sollte sich über kurz oder lang in steigenden Edelmetallpreisen niederschlagen. Für Anleger kann durch die Kenntnis dieser Grundsituation ein Informationsvorsprung bestehen, den er für sich berücksichtigen kann. Wobei der physische Handel von Münzen und Barren nur noch begrenzt verfügbar ist und mit erheblichen Preisaufschlägen gerechnet werden muss.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu investieren. Neben dem physischen Besitz stellt die Beteiligung an Minengesellschaften derzeit eine attraktive Möglichkeit dar. Am besten geht dies mit spezialisierten Fonds, um nicht selbst über Chancen und Risiken einzelner Produzenten entscheiden zu müssen.

Folgendes Risikoszenario soll nicht unerwähnt bleiben:

  • Sobald die Situation der Coronakrise sich aufhellt und eine positive Grundstimmung für die Wirtschaft zurückkehrt, werden sich auch kurzfristig orientierte Marktteilnehmer von ihren Edelmetallspekulationen trennen. Dies kann eine kurzfristige Korrektur bei Gold und Silberpreisen nach sich ziehen.

Gold – Bedeutung in der Kapitalanlagebranche

Zur tieferen Einschätzung der mittelfristigen Aussichten für die Edelmetalle ist es essenziell wichtig, deren grundsätzliche Bedeutung als Investmentvehikel zu kennen. In den letzten Jahren und Jahrzehnten, wurden Gold und Silber in der Kapitalanlage von vielen Kapitalverwaltern und Anlagemanagern vernachlässigt. Der Grund ist einfach, Gold ist kein Produktivkapital und zahlt keine Zinsen.

Jedoch befindet sich der Zins in den letzten Jahren auf dem Rückmarsch, verursacht durch die expansive Politik der Notenbanken (USA, Europa, Japan). Beziehungsweise befindet er sich bereits auf der Nulllinie. Für Banken und Kapitalverwalter gilt in der EU und in der Schweiz ein Strafzins für Kontorücklagen von -0,5% und -0,7%, hier ist der Zins sogar negativ. Damit steht für die Betrachtung der Edelmetalle das historische Zinshindernis nicht länger im Weg.

Wie schon erwähnt hat sich seit 2018 auch praktisch gezeigt, dass Gold häufig dann zur Stärke neigte, wenn Aktien und verzinsliche Wertpapiere schwächelten. Gold hat seinen Wert als antizyklischer Portfoliobaustein bereits unter Beweis gestellt. Die Zahl der Kapitalverwalter die diesen Zusammenhang erkennen und in ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen, dürfte zunehmen.

Die weltweite Anlagequote im Edelmetallsektor (Gold + Silber + Minen) beträgt derzeit etwas über 1% aller Vermögenswerte. Der historische Mittelwert für die Investorengewichtung in Edelmetallen liegt bei ungefähr 2,5%. Es besteht demnach weiteres Potential für Gold in der Investmentallokation.

Unsere Anleger kennen diese Zusammenhänge bereits und haben bewusst über die Gewichtung dieser Anlageklasse in ihrer Anlagestruktur entschieden.

Viel Erfolg bei Ihren Anlageentscheidungen & denken Sie einmal über Gold und Silber nach.
André Klatt

Wir analysieren das Marktgeschehen eng, verfolgen die Einschätzungen der Fondsgesellschaften und möchten einige Gedanken zur aktuellen Situation mitteilen. Die Ausbreitung des Covid-19 ist in Europa und den USA angekommen, die Kapitalmärkte nehmen die möglichen wirtschaftlichen Folgen ängstlich ins Visier.

Wichtig ist die Gesamtsituation zu überschauen und das Geschehen besonnen einzuordnen.

Die Ausgangslage
Vor ca. vier Wochen (Mitte Februar 2020) herrschte eine optimistische Börsenstimmung, der Gier – Angst Indikator befand sich auf dem Hochpunkt, 97% der Marktteilnehmer waren positiv gestimmt. Es herrschte ein Umfeld mit sehr guten Kursentwicklungen (siehe Ergebnisse 2019) und einem hohen Investitionsgrad der meisten Kapitalverwalter. Alle gingen von weiter steigenden Kursen aus, jeder kleine Rückgang wurde für Käufe genutzt. Viele Märkte notierten auf Allzeithoch, lediglich der hohe Optimismus und die hohe Bewertung bei Technologieaktien deuteten auf Korrekturbedarf hin.

1. Überraschungsfaktor – Covid 19
In diese „friedlich-optimistische“ Ausgangslage traf die plötzlich massive Berichterstattung zur Ausbreitung des Coronavirus. Die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung behindern wirtschaftliche Aktivitäten erheblich und das Ausmaß ist schwer kalkulierbar. Die Börsen reagierten erschrocken, wie ein Boot das tagelang auf ruhiger See fährt und plötzlich in einen Sturm gerät. Dies löste erst Gewinnmitnahmen und dann Verkaufsdruck aus. Bei vielen Computer-Handelsprogrammen wurden automatisch so genannte Stopp-Limits ausgelöst und es kam zu weiteren Verkaufswellen. Die Käuferseite blieb hingegen ausgedünnt.

  • Fazit: In kürzester Zeit kam es zu einem kompletten Stimmungsumschwung an den Kapitalmärkten. Zum heutigen 12. März sind 97% der Marktteilnehmer pessimistisch. Viel negativer kann die Risikowahrnehmung schwerlich werden. Entsprechend nervös zeigt sich das Geschehen auf dem Börsenparkett.

2. Überraschungsfaktor – Ölmarkt
Zusätzlich zum Virus kam am 8./9. März die Nachricht, dass die erdölproduzierenden Länder, aufgrund des rückläufigen Verbrauches, eigentlich eine Drosselung der Öl-Fördermenge vereinbaren wollten. Jedoch kam es zu keiner Einigung. Nachdem Russland die Drosslung ablehnte, reagierte Saudi-Arabien völlig überraschend mit einer Ausweitung der Fördermenge. Dies brachte den Ölpreis kräftig unter Druck (-30% am Montag Vormittag) und schüttete eine weitere Welle der Unsicherheit über die Märkte aus.

  • Mit der neuen Situation am Ölmarkt kam urplötzlich ein zweiter erheblicher Belastungsfaktor für die Kapitalmärkte hinzu …
    .
  • … jedoch kann dieser Faktor auch für eine Beruhigung auf wirtschaftlicher Seite herhalten (ausgenommen für die Ölbranche). Denn, niedrigere Ölpreise wirken praktisch wie eine weltweite Konjunkturhilfe. In diesem Umfang könnten keine Zentralbank und kein Wirtschaftshilfsprogramm die Unternehmen positiv beeinflussen. Der plötzlich billigere „Schmierstoff der Welt“ bringt eine sofortige Kostenentlastung für die Mehrzahl der Unternehmen. Wenn die Märkte aus ihrer Panik in den Nachdenkmodus zurückkehren, könnte dies schnell ein Grund für steigende Kurse werden.

Zur Einstufung der Lage lassen sich aus historischen Krisenphasen, sowie aus der eigenen Erfahrung einige Grundgedanken ableiten:

Historisch hinterließ eine echte wirtschaftliche Rezession an den Kapitalmärkten eine Kursbereinigung von ungefähr 33%, gemessen an den vorherigen Höchstkursen. In den letzten 17 Tagen sind die Kurse der großen Indizes in Europa und Amerika (Dow Jones, S&P500, Eurostoxx, DAX, etc.) bereits um über 25% gefallen. Laut Lehrbuch liegen damit 3/4 des eigentlichen Verlustpotentials bereits zur hinter uns.

  • Jedoch ist nach aktueller Einschätzung eine echte, längerfristige Rezession keineswegs ausgemachte Sache. Die Historie zeigt zudem, wenn eine solche „unfallartige“ wirtschaftliche Schockreaktion zu Stande kam, wurde anschließend ein Aufholeffekt in Gang gesetzt.
    Dadurch wurden längerfristige Effekte für die Unternehmen und für die Kapitalmärkte wieder ausgebügelt. Die Frage ist im Prinzip, wann der Virus seinen Schrecken verliert und die Märkte sich beruhigen.
    .
  • Rezessionen wurden historisch durch hohe Inflation oder bremsende Geldpolitik ausgelöst.
    Beides ist im aktuellen Umfeld nicht zutreffend.

In der Vergangenheit gab es Schweingrippe (2009), Vogelgrippe (2006) oder Sars (2003). Letztlich gingen Alle mit wesentlich glimpflicheren Verläufen aus, als anfänglich erwartet. Hoffentlich ist mit den nun viel drastischeren Maßnahmen zur Bekämpfung, eine ähnliche Eindämmung möglich.

  • Optimistisch stimmen hierzu Berichte aus China, wo im Januar alles begann. So langsam scheint dort eine gewisse Normalität in die Abläufe zurückzukehren. Es gibt wieder Staus auf den Hauptstraßen und die Luftverschmutzung steigt wieder. Die Produktion in vielen Betrieben in China wird wieder hochgefahren, z.B. bestätigt Apple die Wiederaufnahme der Produktion. Nach der Phase der Vorsicht, folgt das Bestreben wieder aufzuholen. Der chinesische Aktienmarkt ist übrigens die ganze Zeit stabil geblieben.

Geldpolitik greift unterstützend ein, staatliche Konjunkturprogramme angekündigt

Die Notenbanken und viele Staaten planen Unterstützungsprogramme für die Wirtschaft. Im jüngsten G7 – Treffen wurden koordinierte Aktionen mehrerer Staaten in Aussicht gestellt.
Die US-Notenbank FED senkte die Zinsen bereits um 0,5%, um einem wirtschaftlichen Abschwung in den USA präventiv zu begegnen, weitere Zinssenkungen werden erwartet.
In jedem Fall zeigt sich, dass mit allen Mitteln und global koordiniert ein wirtschaftlicher Abschwung verhindert werden soll. Dieses Signal ist sehr positiv.

  • Den Tiefpunkt einer solchen Crashartigen Bewegung der Kurse zu prognostizieren, ist nur im Nachhinein möglich. Auf jeden Fall konnte sich vor 4 Wochen niemand vorstellen, mit einem Rabatt von 20%-40% Unternehmensanteile erwerben zu können.
    Auch wenn die Schwankungen je nach Situationsberichten hoch bleiben, haben sich solche Phasen, in der Betrachtung der Vergangenheit, als langfristige Gelegenheiten herausgestellt. Ist diesmal alles anders?

„Sei ängstlich wenn die Anderen gierig sind und sei gierig wenn die Anderen ängstlich sind.“
Zitat von Warren Buffet

„Ja die Pandemie findet statt, aber das wird den Lauf der Welt nicht aufhalten.
Ich habe in meinen 53 Jahren Börsenalltag vieles erlebt und immer ging es danach weiter“.

Warren Buffet, der 89 jährige Starinvestor, im Interview vom 12.03.2020

  • Das Motto der Stunde lautet: Strategie statt Panik.
    Bei langfristigen Anlagezeiträumen gilt es kurzfristig emotionale Reaktionen zu vermeiden.

Die Grundsituation der tiefen Zinsen bleibt weiterhin bestehen. Jetzt dürfte noch klarer sein als zuvor, dass längerfristig nicht mit Zinserhöhungen gerechnet werden darf. Vielleicht ist es sinnhaft in der jetzigen Phase seine Finanzen zu prüfen und ruhig zu überlegen, ob evtl. langfristiges Anlagekapital (länger fünf Jahre) für Investitionen in Frage kommt?

Wie alle Marktteilnehmer sind auch wir über die Heftigkeit der Marktreaktion überrascht. Die meisten gehen davon aus, dass die Welt durch diese grippeähnliche Krankheitswelle nicht „untergeht“ und anschließend zum Alltag zurückfindet.

Bleiben Sie gesund.
André Klatt, 12.03.2020

Mit dem Jahresstart 2019 erlebten die Börsen einen Aufschwung. Die ängstliche Stimmung des Vorjahres drehte allmählich in Zuversicht, sodass zum Jahresende von einem ausgezeichneten Anlagejahrgang 2019 gesprochen werden darf. Wertpapiere und Gold (Sachwerte) verteuerten sich, während Geld an Wert verlor.

Was die Börsen in 2019 bewegte

  • Das dominante Thema war der Handelskonflikt USA vs. China. Twitter-Nachrichten von Mr. Trump schubsten die Märkte vor sich her. Die politischen Streitigkeiten und Strafzölle bremsten die globalen Handelsaktivitäten in den vergangenen 2 Jahren erheblich. Im Jahresverlauf stiegen die Chancen auf schrittweise Annäherungen, einhergehend damit stieg der Optimismus für die Wirtschaft.
    Im Januar 2020 kam ein „Phase 1“-Handelsdeal zu Stande, der zwar noch keine komplette Entwarnung, aber eine langersehnte Entspannung auf Investorenseite herbeiführte.
    .
  • Nachhaltigkeit ist vom Randthema zum Anlagethema Nr. 1 avanciert. Der politische Druck für einen ökologischen Wandel ist enorm, besonders in Europa. Mittlerweile setzt sich jeder Kapitalverwalter mit CO2-Bilanz und ESG-Verhalten von Unternehmen auseinander. Die Ansichten sind dabei vielschichtig.
    Erste Befürchtungen kommen auf, dass zu schnell zu viel Kapital in bestimmte Branchen fließt, in denen Unternehmen ihre Fähigkeiten erst noch beweisen müssen. Der nachhaltige Trend hat dem Jahr 2019 seinen Stempel aufgedrückt, verlangt aber zunehmend nach erhöhter kaufmännischer Achtsamkeit.
    .
  • Für Rückenwind sorg(t)en die Notenbanken. Weltweit kam es zu 130 Zinssenkungen. Kredite wurden verbilligt, um Investitionen anzukurbeln und ein günstiges Umfeld für Unternehmenswachstum zu schaffen. Der Wirtschaft wurde kräftig unter die Arme gegriffen, dies erzeugte Zuversicht für Aktien..
  • Die US-Notenbank vollzog eine 180° Kehrtwende und senkte die Zinsen dreimal, von 2,25% auf 1,75%. Noch Ende 2018 wurde über Zinserhöhungen gesprochen. Damit reagierte die FED auf Probleme, welche durch die Aktionen des US-Präsidenten (Zölle, Handelsbarrieren) angestachelt wurden.

Politisches Gerangel hält die Wirtschaft in der Mangel. Und weil dies so ist, dürfte der US-Wahlkampf (im November 2020) auch „Das Thema 2020“ an den Börsen werden.

Wertentwicklungen im Anlagejahr 2019

Die Zugewinne der Aktienmärkte mündeten im besten Anlagejahr seit 2009. Die Hauptsache bestand darin investiert zu sein. An den US-Börsen (S&P500 +30%) lief es noch etwas runder als in Europa (Eurostoxx50 +25%). Wieder einmal waren Technologiewerte die Zugpferde der Performance der US-Märkte. Man darf sich vorstellen, dass ganze 5 Aktien (Apple, Facebook, Microsoft & Co) für ein Drittel des Indexanstieges im S&P 500 sorgten! Rechnet man die Technologieaktien aus der Indexentwicklung heraus, erhält man ein ähnliches Bild wie im DAX und EuroStoxx.

 

 

Grafik 1 – Ergebnisse ausgewählter Indizes 01.01.-31.12.2019

Die 2019`er Ergebnisse zeigen ein hervorragendes Aktienjahr. Bezieht man jedoch das Vorjahr in die Betrachtung mit ein, wurden in der Marktbreite hauptsächlich die Kursrückgänge aus 2018 wieder aufgeholt. Es zeigten sich erhebliche Unterschiede in verschiedenen Regionen und Branchen. Echte neue Höchststände wurden nur selektiv erreicht, zum Beispiel im Technologiesektor.

Daran wird sichtbar, dass insgesamt keine Euphorie an den Aktienmärkten herrscht. Tatsächlich wurden in 2019 von Anlegern mehr Aktien verkauft als gekauft (=Kapitalströme, weltweit flossen rund 170 Mrd. Dollar aus Aktien heraus, hinein in Zinsanlagen und Cash).

 

 

Grafik 2 – Marktverlauf 2018/2019 – DAX (Deutscher Aktienindex), EuroStoxx50 (Europa Aktienindex),
aktiv gemanagter Aktienfonds Europa

Die Märkte liefen gut, ausgewählte Fonds noch besser. Warum?

  • Die „Märkte“ bzw. die Indizes (DAX, EuroStoxx50) setzen sich aus starken und aus weniger profitablen Unternehmen zusammen. In den Indizes sind Unternehmen wegen ihren Größe enthalten, ohne Bezug auf die aktuelle Geschäftsentwicklung.
    .
  • Weil aktive Fondsmanager gezielt auf Qualitätsunternehmen setzen, konnten gut selektierende Aktienfonds bereits neue Höchststande erobern. In der Grafik 2 (grüne Kurve) ließ der Fondsmanager für europäische Aktien die Indexergebnisse erheblich hinter sich. Er erreichte in 2018 geringere Kursrückgänge (mehr Stabilität) und in 2019 höhere Kursgewinne (mehr Performance) –> Erwartungen erfüllt.

Viel bedeutsamer für Anleger sind allerdings die längerfristigen Entwicklungen der Märkte. Schließlich dienen Sparpläne und Altersvorsorge dem mittel-langfristigen Kapitalaufbau. So stehen für aktienorientierte Sparer ein renditestarkes 2019, sowie ein ertragreiches Jahrzehnt zu Buche. Einen längerfristigen Blick hatten wir bereits im Beitrag vom 13.12.2019 unternommen.
https://www.depotzuwachs.de/unsere-sichtweise-auf-die-aktienfondsanlage/
.

Der Zuwachs für globale Aktienfonds betrug in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 8% pro Jahr.

 

 

Grafik 3 Weltaktienindex – 10 Jahre: Dezember 2009 – Dezember 2019

Edelmetalle glänzend

Weitere Gewinner im letzten Jahr waren die Edelmetalle. Gold legte rund 20% zu, Silber um 18%. Der Goldpreis erreichte, in Euro betrachtet, bereits ein neues Allzeithoch. Bemerkenswert war zudem, dass Gold dann Stärke zeigte, wenn Aktienkurse schwächelten.
Die weltweite Anlagequote im Edelmetallsektor (Gold + Silber + Minen) beträgt derzeit nur ungefähr 1% aller Vermögenswerte. Der historische Mittelwert für die Investorengewichtung in Edelmetallen liegt bei 2,5%. Es besteht demnach weiteres Potential. In einer hoch verschuldeten Welt zeigte sich Gold werthaltiger, als verzinsliche Papiere die keinen Zins mehr abwerfen.

Fazit 2019 

Es lohnte sich ganz allgemein, an den Kapitalmärkten investiert zu sein. Mit einer gezielten Fondsauswahl konnten die allgemein guten Ergebnisse noch übertroffen werden.

Ausblick – 2020:

Im Ausblick auf 2019 lautete unsere Erwartung: „… die negative Stimmung entspricht einer Übertreibung. Die Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit USA vs. China steigt, eine gute Ausgangsposition für die Märkte …“. So weit so stimmig. Die Hoffnung auf ein Ende des Handelskonfliktes hat die Kurse in 2019 beflügelt. Die Wirtschaftsentwicklung blieb hingegen relativ schwach. So ist die Bewertung vieler Aktien der tatsächlichen Geschäftsentwicklung der Unternehmen vorausgeeilt. Deshalb darf man für 2020 nicht zu viel erwarten. Andererseits gibt es wenig Anlass pessimistisch zu werden.

Die Notenbanken pumpen Geld ins System, die Weltbevölkerung strebt nach Fortschritt und Wohlstand. Die Welt wandelt sich, viele Unternehmen sind der Digitalisierung zugeneigt und zukunftsorientiert aufgestellt. Die neuen Ziele heißen „ökologisch verantwortungsvoller und nachhaltig besser“. Allein dies sollte ausreichen, um einen Abschwung der Wirtschaft zu vermeiden. Der internationale Währungsfonds (IWF) erwartet ein globales Wachstum von 3,3% (Eurozone 1,5%, Asien 4,6%).

Die treibende Kraft im Welthandel geht von den Schwellenländern aus. In Asien erwiesen sich der Handelsstreit und die Proteste in Hongkong als Bremsklötze in 2019. Deshalb blieb die Wertentwicklung der Emerging Markets hinter den Industrienationen zurück. Nun bietet die Region günstige Bewertungen und substantiell größeres Wachstumspotential.

  • Heute gilt: Amerika hat das Geld, Asien das Potential.

Der Handelskonflikt zwingt China zu mehr Eigenständigkeit. Asien stellt 65% der Weltbevölkerung und trägt bereits heute 65% der Weltwirtschaft. Es ist mehr denn je wichtig, seine Anlagen weltweit zu streuen.
Und es benötigt ein erfahrenes und weitsichtiges Fondsmanagement für die Nutzung der Chancen und die Steuerung der Risiken. Darin besteht auch unser tägliches Bemühen.

Gedanken … Kapitalmärkte vs. Coronavirus

Der Coronavirus wird von vielen Marktteilnehmern mit dem Sarsvirus verglichen, der damals lediglich geringeren Einfluss auf Chinas Wirtschaft nach sich zog. Einige Fondsmanager (Gespräche auf dem Fondskongress in Mannheim 29./30. Januar 2020) glauben an eine kurzfristig schlimmere und globale Ausbreitung, mit weiteren wirtschaftlichen Beeinträchtigungen. Sie haben in ihren Fonds zunächst defensive Maßnahmen unternommen.

Eine Tatsache ist, dass momentan viele Produktionsstätten in China stillstehen. Dadurch werden Lieferketten definitiv behindert und in der Folge Unternehmensergebnisse je nachdem belastet, wie lange dieser Zustand anhält. Der kurzfristige Verlauf ist nicht prognostizierbar, ebenso die Marktreaktionen im Tagesgeschäft darauf. Spekulieren lohnt sich kaum.

Die Historie zeigt, wenn eine solche „unfallartige“ wirtschaftliche Verzögerung zu Stande kommt, wird anschließend ein Aufholeffekt in Gang gesetzt. Dadurch sind längerfristige Folgen für die Unternehmen und damit für die Kapitalmärkte, weniger wahrscheinlich.

  • Der Punkt ist jedoch folgender: Nach dem guten Aktienjahr 2019 und den weiter steigenden Kursen zum Jahresbeginn 2020, herrschte zuletzt ein wirklich hoher Optimismus an den Börsen. Der Virus könnte nun für Nervosität sorgen und der Auslöser für Gewinnmitnahmen sein.

Deshalb ist eine Marktreaktion mit plötzlich fallenden Kursen, wie in den letzten Tagen, nicht zwangsläufig negativ zu werten. Die Börse funktioniert nach dem Motto „Zwei Schritt vor, Einen zurück, Zwei vor …“. Übertreibungen gehören dazu. Womöglich bietet ein größerer Schritt zurück eine Gelegenheit für neue Investitionen?

Auf ein spannendes Anlagejahr 2020!