Die Großeltern taten es, die Eltern tun es noch und die junge Generation muss nun feststellen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Die Rede ist von der Geldanlage, die auf Zinsen basiert. Wir möchten nachfolgend näher beleuchten, wie sich fehlende Zinsen auswirken, wenn man die Inflation mit einbezieht. Die Anlagewelt ist auf den Kopf gestellt.

Zinsentwicklung in Europa

Im Jahre 2008 lag der Leitzins in Europa bei 4%, in 2012 bei 1% und seit März 2016 verharrt er auf der 0% Linie. Banken zahlen derzeit -0,4% Strafzins für ihre Einlagen. Der Zins ist von uns gegangen. Viele trauern ihm nach und wünschen sich die Zeiten zurück, in denen Zinsen auf Sparguthaben ausgeschüttet wurden. Die Gegenwart sieht anders aus. Das Gebot der Stunde heißt: umdenken und neu planen. Alte Rezepte funktionieren nicht mehr, neue Lösungen müssen her.

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Grafik 1: EZB – Leitzins Eurozone 2000 – 2019; Quelle: www.leitzinsen.info

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Was ist Inflation?

Als Inflation wird die Geldentwertung bezeichnet (Absinken des Geldwertes), hervorgerufen durch ein kontinuierliches Ansteigen des Preisniveaus für Endprodukte. Die Inflationsrate ist die durchschnittliche Teuerungsrate für Konsumgüter, Investitionsgüter und Dienstleistungen etc. .

Wie Inflation auf Geldwerte wirkt – Bankguthaben, Tagesgeld, Bausparverträge

Wer Geld auf Bankkonten lagert, für den bleibt die Auswirkung der Inflation zunächst verborgen, denn der Geldbetrag ist jederzeit nominal auf dem Konto sichtbar. Doch steigende Kosten bei Lebensmitteln, für Miete, Strom, Flüge, Züge und Steuern sorgen dafür, dass man jedes Jahr mehr Geld ausgeben muss, um die gleichen Dinge zu bezahlen. So hat sich das allgemeine Preisniveau seit der Euro-Einführung im Jahre 2002, im statistischen Durchschnitt ungefähr verdoppelt. Anders herum ausgedrückt, hat sich der Geldwert halbiert, weil Inflation die Kaufkraft des Geldes verringerte.

Die offizielle durchschnittliche Inflationsrate (=Teuerungsrate eines beispielhaften Warenkorbes) beträgt derzeit 1,6% pro Jahr und pendelt im Jahresdurchschnitt um 2%. Die Währungshüter der europäischen Zentralbank (EZB) erwarten eine Inflationsrate von über 2% p.a., bevor über eine Zinserhöhung nachgedacht wird (wobei auch das wirtschaftliche Umfeld stimmen muss). Inflation ist ein bewusstes politisches Instrument, denn im gleichen Maße wie Geldwerte sinken, sinken auf der anderen Seite Schuldwerte. So verliert Geld regelmäßig um den Satz der Inflationsrate an Wert. Es existiert kein Zins, um den entstehenden Kaufkraftverlust auszugleichen.

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Grafik 2: Inflationsrate Deutschland, Juni 2018 – Juni 2019; Quelle: de.statista.com


Ein Beispiel:
Bei 10.000€ auf einem Bankkonto, vermindert Inflation die Kaufkraft des Geldes um ~ 2% p.a.
Nach 5 Jahren beträgt der Kaufkraftlust bereits ~ 10%,
Nach 10 Jahren entspricht der Geldwert von 10.000€ inflationsbereinigt 8.171 €, ein Verlust von ~ 20%.

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Grafik 3: Tabelle – Inflation frisst Geldwert, Beispiel 2% Inflationsrate p.a., im Zeitverlauf bis 20 Jahre

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Fazit Inflation & Geldwert

Bereits zur Erhaltung der Kaufkraft des Geldes wird ein Kapitalzuwachs benötigt, um den inflationsbedingten Kaufkraftverlust auszugleichen. Eine tatsächliche Wertsteigerung kommt erst zu Stande, wenn ein Zuwachs (Wertsteigerung) über der Inflationsrate erzielt wird. Derzeit wird ein Zuwachs von ungefähr 2% pro Jahr benötigt, um den Geldwert effektiv zu erhalten. Wird diese Kapitalentwicklung nicht erzielt, spricht man von einer negativen Realverzinsung des Geldes = Geldentwertung.

Um es unzweifelhaft auszudrücken: Tagesgeldkonten sind im derzeitigen Zinsumfeld eine unrentable Anlage mit negativer Realverzinsung. Eine solche Betrachtung hatten wir im Beitrag vom 14. März 2016 begründet.
„Null Zinsen – Konsequenzen für Anleger“ -> die Zins-Sackgasse
https://www.depotzuwachs.de/null-zinsen-konsequenzen-fuer-anleger/

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Warum hält die europäische Notenbank (EZB) die Zinsen niedrig?

Wenn man es einfach halten möchte, sind zwei Gründe für die Notenbankpolitik verantwortlich:

  • Die hohe Verschuldung der schwächelnden EU-Mitgliedsstaaten (speziell in Südeuropa: Italien, Griechenland, …) macht es für diese Länder beinahe unmöglich Zinsen auf die Schulden zu bedienen, Zinsverpflichtungen würden über kurz oder lang zur Pleite der Staaten führen.
  • Der Zins ist so niedrig, weil wir zu viel Ersparnis und zu wenig Investitionen haben, es gibt zu viel fehlgeleitetes Geld. Der niedrige Zins soll dahingehend stimulieren, unproduktives Kapital (Kontoguthaben) in Produktivkapital zu verschieben (Investitionen), um Wirtschaftswachstum anzuregen.

Inflation kann hoch steigen

Das erklärte Ziel der europäischen Zentralbank (EZB) ist eine Inflationsrate oberhalb von 2%, darunter wird es keine Zinserhöhung geben, zumindest nach jetzigen Aussagen. Verfolgt man die jüngsten Äußerungen der Notenbänker, wird sogar von weiteren Absichten in Richtung Zinssenkungen gesprochen. Ob dies durch höhere Strafzinsen oder direkte Maßnahmen zur Geldbeschneidung erreicht werden soll, wird noch offen gelassen. Die designierte neue EZB-Chefin, Christine Lagard, leitete bisher den Internationalen Währungsfonds IWF und ist bestens mit dem Werkzeugkasten der Geldpolitik vertraut. Man darf gespannt sein was da auf uns zukommt.

Schaut man sich das o.g. Beispiel (Grafik 3 „Geldentwertung durch Inflation“) bei 2% Inflation an und kalkuliert stattdessen mit einer Inflationsrate von 4%, dann schmilzt der Geldwert mit doppeltem Tempo. Geschichtlich betrachtet entspricht das derzeitige Umfeld in Europa einer sehr geringen Inflation.

Als in Argentinien im Jahre 2012 die Inflationsrate bei 30% stand, räumten die Bürger ihre Konten ab und schichteten kräftig in Unternehmensbeteiligungen (Aktien) um. Nicht um damit Gewinne zu erzielen, sondern um das Kapital zu schützen, zu erhalten, in Sicherheit zu bringen. Wir berichteten am 29. September 2014:
„Argentinien – Bevölkerung flüchtet in Aktien“
https://www.depotzuwachs.de/argentinien-bevolkerung-fluchtet-in-aktien/

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Globalisierung verhindert Inflation, nun behindert Mr. Trump Globalisierung

In den letzten beiden Jahrzehnten wurden häufig höhere Inflationsraten vorhergesagt. Allerdings gab es einen wesentlichen Effekt der dies verhinderte, die Globalisierung. In einer sich immer weiter vernetzenden Welt, konnte die Warenproduktion in Billiglohnländer ausgelagert werden, sodass der Preis vieler Produkte gleich blieb oder fiel. Auch neue Technologien und Automatisierung führten zur Verbesserung von Effizienzen und Kostenvorteilen. Durch immer mehr und immer größere Frachtschiffe entstanden Überkapazitäten auf Transportwegen, wodurch sich globale Warentransporte regelmäßig verbilligten und Inflation entgegen wirkten.

Doch 2017 änderte Mr. Trump die Welt, indem er Zölle, Einfuhrbeschränkungen und Protektionismus, anstatt einer weiteren Globalisierung anstieß. Wenn nun durch politische Steuerung, eine Rückentwicklung der weltweiten Handelsbeziehungen in das Geschäftsverhalten der Unternehmen Einzug halten sollte, gewollt oder ungewollt, wird dies unausweichlich durchschlagende Effekte auf die Preisentwicklung haben. So wie die Verschmelzung im globalen Handel auf allen Seiten Vorteile brachte, bedeutet Ent-Globalisierung letztlich eine potentielle Triebkraft für höhere Inflationsraten. Protektionismus bringt keine Gewinner, es wird teurer, für alle Seiten.

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Was der Inflationseffekt für die Altersvorsorge bedeutet

Besonders ausgeprägt ist der Effekt des Kaufkraftverlustes dann, wenn es um langfristige Sparanlagen geht. Zum Beispiel für die Altersvorsorge. Sie ahnen wo die Reise hingeht.

In der Altersvorsorge geht es natürlich darum, möglichst einen Kapitalzuwachs zu erzielen. Hierfür wird eine Wertsteigerung in zweifacher Hinsicht benötigt. Mit der Wertsteigerung muss zuerst der Kaufkraftverlust ausgeglichen werden, dazu muss die Rendite mindestens in Höhe der Inflationsrate liegen. Erst eine darüber hinaus gehende Wertsteigerung bringt eine echte Rendite auf die angelegten Sparbeiträge.

Beispiel: Bei einer durchschnittlichen Wertentwicklung einer Anlage von 4%, werden derzeit 2% zum Inflationsausgleich benötigt. Für den effektiven Wertzuwachs darf mit den übrigen 2% gerechnet werden, die noch um Kosten und Steuern zu bereinigen sind.

Das Drama der klassischen (verzinslichen) Lebensversicherung
Nun ist natürlich der Einwand gerechtfertigt, dass man Altersvorsorge allgemein nicht mit Bankguthaben aufbaut. Betrachten wir deshalb des Deutschen liebstes Produkt zur Altersvorsorge, die verzinsliche Kapitalbildende Lebensversicherung.

Hier findet die Kapitalbildung über eine Lebensversicherungsgesellschaft statt, die das Geld im Vertrag sammelt, überwiegend verzinslich anlegt und eine spätere Auszahlung verspricht. Mit der klassischen Lebensversicherung ist auch eine Kapitalgarantie verbunden. Wer heutzutage auf ein Vorsorgeprodukt zurückgreift welches eine Kapitalgarantie beinhaltet, wie es dem konservativen Anleger angenehm erscheint, für den klingt „Garantie“ zunächst nicht schlecht. Immerhin sind Verluste augenscheinlich ausgeschlossen. Oder?

Vorsorgeprodukte mit Garantie basieren auf einem mathematischen Abzinsungsmodell, mit dem die Garantie, also das Rückzahlungsversprechen zum Ablaufzeitpunkt, vom Produktgeber kalkuliert wird.
Dazu reicht es, sich im aktuellen Nullzinsumfeld die Frage zu stellen: „Wie funktioniert ein Abzinsungsmodell ohne Zins?“ Sie kennen die Antwort: gar nicht.

Aufgrund der Garantie muss der Versicherer auf sichere Anlagen setzen, mit denen kein späteres Risiko (zum Zeitpunkt des Vertragsablaufes) am Versicherer hängen bleibt. Sonst wäre der Versicherer selbst gefährdet. Das Versprechen des Produktanbieters gewährleistet eine Kapitalgarantie = eine Auszahlung in Höhe der eingezahlten Sparbeträge, nach 20 bis 40 Jahren Anlagedauer.

Unterzieht man diese zu erwartende Auszahlungssumme nun der Inflationsbetrachtung, so ergibt sich ein eher unerfreuliches Bild. Je nach Laufzeit und Inflationsrate stellt man fest, wie durch den Inflationseffekt ein erheblicher Kaufkraftverlust zum Tragen kommt. Das Kapital vermehrt sich nicht, aber die Kaufkraft schrumpft. Wahrscheinlich würde niemand auf die Idee kommen, sein Geld mit einem garantierten Wertverlust anzulegen. Bei derartigen Verträgen ist dies mittlerweile unausweichlich.

Dazu noch einmal der Bezug auf Grafik 3, aus der hervorgeht:
Bei einem Anlagezeitraum von 20 Jahren und einer angenommenen Inflationsrate von 2%, verliert des Geld ca. 1/3 an Kaufkraft, 10.000€ besitzen nach 20 Jahren noch einen Wert von 6.670€. Dies gilt hier deshalb, weil durch das Garantieversprechen in Lebensversicherungsprodukten keine Wertsteigerung mehr stattfinden kann. Es fehlt der Zins, um der Entwertung durch Inflation entgegen zu wirken.

Die Garantiezusage von klassischen LV-Verträgen stellt sich unter der Inflationsbetrachtung als Verlustmodell heraus. Aus diesem Grund wird der seriöse Anlageberater Garantiemodelle genau erklären, um die damit einhergehenden Verlustrisiken bewusst zu machen und zwischen Hoffnung und Realität zu unterscheiden.
Ohne diese Informationen gerät der Sparwillige direkt in den Prozess der dauerhaften Geldentwertung. Ein hinterlistiger Nebeneffekt, der sich in der Kausalität zwischen Inflation und dem fehlenden Zins versteckt.

„Vergangenheitsergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft“, heißt es bei allen Kapitalanlageprodukten. Dies trifft nun auch auf vermeintlich sichere Produkte zu, weil die „alte Welt“ mit Zinsen, keine Orientierung für die „neue Zeit“ ohne Zinsen liefern kann.

  • In zinslosen Zeiten halten wir eine konzeptionelle Anlageplanung für wichtiger denn je. Eine klare Struktur für den kurz-, mittel-, und langfristigen Kapitalaufbau, muss mit unterschiedlichen, geeigneten Produkte ineinandergreifen und zu einem persönlichen, lebensbegleitenden Kapitalplan zusammenfließen.
    Zumindest entspricht dies unserer Auffassung von Finanzdienstleistung.

Wir sind seit 20 Jahren im Umgang mit Investmentfonds vertraut und kennen die Stärken und Schwächen die damit einhergehen. Vor 20 Jahren waren Fonds eher ein Nischenprodukt. Heutzutage sind Investmentfonds, in ihren vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, eine der überschaubaren verbliebenen Konzepte, um die Herausforderungen des Kapitalaufbaus und der Kapitalerhaltung beantworten zu können.

André Klatt

Mehr dazu ->  Die Vielfalt der Möglichkeiten – 5 Tipps für den Anlagerfolg

Der Fondskongress ist die wichtigste alljährliche Messe für die Kapitalanlagebranche in Deutschland. An zwei Tagen präsentieren 220 Aussteller von Kapitalanlagegesellschaften aus aller Welt, Banken und Versicherungen ihre Produkte. Parallel finden im halbstündigen Rhythmus über 200 Fachvorträge statt. In 12 Sälen stellen Fondsmanager und Fachexperten ihre Produkte vor, werten Ergebnisse aus, erläutern Marktentwicklungen und beleuchten aktuelle und kommende Trends. Die Themenvielfalt ist enorm breit gefächert und beinahe jede globale Entwicklung ist auch Diskussionsthema der Finanzwelt. Dazu kommen alljährlich bis zu 10.000 Besucher, überwiegend Finanzberater, ins Kongresscenter Rosengarten nach Mannheim.
https://www.fondsprofessionell.de/kongress/2019/

 

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Besondere Aufmerksamkeit galt in diesem Jahr dem Thema nachhaltiges Investieren. Dabei versteht man neben der klassischen Attraktivität einer Anlage, die Berücksichtigung von Umweltthemen, Sozialverträglichkeit und humanitär verantwortungsvoller Führung von Unternehmen.
Die Kapitalverwalter nehmen eine besondere Rolle ein, denn sie müssen genau prüfen wie ein Unternehmen mit den ESG Kriterien umgeht, bevor die Entscheidung über eine Investition fällt. Damit übernimmt der Fondsverwalter die Verantwortung über die Anlagegelder, stellvertretend für die Fondsanleger und muss entscheiden welche Geschäftspraktiken nicht akzeptabel sind. In der Folge wird das Fondskapital nur in Unternehmen investiert, welche die Kriterien erfüllen oder bereit sind ihre Geschäftsprozesse zu optimieren.
Auf diese Weise kann der Anleger mitentscheiden, in welche Unternehmen sein Geld fließt, indem er sich passende Fonds auswählt. Eine gute Entwicklung für Anleger die Welt mit zu gestalten.

 

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Nach der schlechten Marktstimmung zum Ende 2018, war die Stimmung nun recht positiv, denn im Januar setzte eine deutliche Erholung der Börsen ein. Besonders bei einigen Mischfondsmanagern wurde in 2018 auf Kapitalschutz gesetzt und der Aktienanteil war reduziert. Bei diesen Fondsmanagern wurden die schwachen Aktienkurse um den Jahreswechsel zum Einstieg genutzt und so können sich die Ergebnisse im noch jungen 2019 sehen lassen. Fazit: Die Verluste in der Abwärtsphase wurden begrenzt und von der jüngsten Markterholung wurde profitiert, aktives Fondsmanagement wie es sein soll.

Eine ziemliche Ratlosigkeit herrschte bei Produktanbietern zu klassischen Geldanlagen die abhängig vom Zins sind. Der Leitzins in Europa steht bei 0,0% und die Aussichten auf höhere Zinsen bleiben auf absehbare Zeit düster, so die vorherrschende Meinung. So wie in der Branche mittlerweile klar ist das mit Zinsanlagen nichts zu holen ist, muss auch der Anleger akzeptieren, dass eine Zeitenwende im Gange ist. Klassische Bankanlagen, sowie Bausparverträge und klassische Lebensversicherungen sind chancenlose Vehikel, die weder zum Kapitalerhalt noch zur Kapitalvermehrung taugen. Die altgewohnten Antworten aus den letzten Jahrzehnten sind für die Zukunft unbrauchbar. Womit wir wieder zu den Produkten kommen, die Chancen bieten.

 

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Allgemein herrscht bei den Fondsgesellschaften eine gewisse Zuversicht auf Lösungen bei den derzeit überragenden Themen Handelsstreit USA vs. China und BREXIT. Viele warten darauf, wieder in die Märkte zurück zu kehren und zu investieren sobald Lösungen absehbar sind, sodass viel Liquidität bereitsteht.

Einer der interessantesten Vorträge ist jedes Jahr der Marktausblick von Fondsmanager-Urgestein Dr. Jens Ehrhardt. Seit über 40 Jahren richtet er sein Leben nach dem Börsengeschehen und zählt zu Deutschlands größten und erfolgreichsten Vermögensverwaltern. Er präsentierte seine Sichtweise auf Kapitalströme und Markttrends, sowie sich daraus ergebende Chancen und Risiken. Für 2019 hält er z.B. Gold für eine interessante Beimischung, weil kaum jemand investiert ist, eine antizyklische Idee.

 

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Zukunftshemen wie globales Bevölkerungswachstum, älter werdende Gesellschaften und technologischer Fortschritt zählen ebenso zu den Herausforderungen unserer Zeit, wie die Notwendigkeit die natürlichen Ressourcen effizienter zu nutzen und die Umwelt besser zu schützen. Immer mehr Fondsmanager berücksichtigen diese Themen in ihren Produkten, denn mit Lösungsansätzen zu den „Themen die die Welt bewegen“, können Unternehmen ihren Wert steigern und damit zur Wertsteigerung für Anleger beitragen. Kurzfristige Marktschwankungen ändern nichts an diesen Grundlagen.

Für mich einmal mehr eine spannende und inspirierende Veranstaltung, mit nützlichen Informationen zu bestehenden Fonds, neuen interessanten Produktideen und vielen tollen Gesprächen.

im letzten Börsenkommentar hatten wir den üblichen, jährlichen Börsenverlauf thematisiert. Doch in diesem Jahr bot die allgemeine saisonale Marktentwicklung keine Orientierung. Wir haben in 2018 erleben müssen, dass Politik nicht Probleme löst, sondern Probleme schafft. Die Sorgen über die Folgen daraus beeinträchtigen jüngst die globale Wirtschaftsaktivität und so trübte sich die Stimmung an den Börsen deutlich ein. Denn Börse versucht die Zukunft zu antizipieren.

Die Problemherde sind nicht neu, die Sorgenfalten über die Entwicklungen beim BREXIT, im Handelsstreit Trump vs. China und die Zinsanhebungen in den USA, sind tiefer geworden. Doch möchten wir heute keinen Rückblick auf die großen Themen werfen, auf die „Bretter die die Börsenwelt bedeuten“. Der Rückblick 2018 folgt im Januar.

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Wir möchten uns bei allen Kunden, Freunden
und Lesern unserer Börsenkommentare bedanken!

Für uns war 2018 ein Jubiläumsjahr!

Gegründet in 2003, stehen wir seit 15 Jahren für
„Anlagelösungen mit Investmentfonds“.

Vielen Dank für wunderbare Gespräche, für Komplimente, für das Vertrauen
in unsere Arbeit und für den Zuspruch immer am Ball zu bleiben, DANKE!
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Unsere Arbeit, was ist das eigentlich?

Wir sind jederzeit darum bemüht, zur Zufriedenheit der Anleger zu arbeiten. Doch dieser „Job“ ist für mich persönlich weit mehr als ein Job. Die Börse hat mich vor rund 22 Jahren begeistert, man könnte sagen „infiziert“, und ist wie ein großes Energiefeld mit unglaublicher Anziehungskraft. Ein Kraftfeld indem ich nicht nur meine Arbeitszeit, sondern auch den Großteil der Freizeit verbringe.

  • Vieles hat sich mit den Jahren verändert und vor allem weiterentwickelt. Doch all die Weiterentwicklungen waren und sind nur möglich mit Anlegern und für Anleger, für die unsere Recherchen, unsere Arbeit, letztlich den Kapitalaufbau und den Kapitalschutz bedeuten. Dies ist uns völlig bewusst.

Neben den Gesprächen mit unseren Anlagekunden, besteht der sichtbare Teil unserer Tätigkeit aus Berichten und Kommentaren, welche zur Verfügung gestellt werden. Doch die zu Grunde liegende Basisarbeit ist letztlich weniger sichtbar. So ist es nunmal bei einer Dienstleistung mit Produkten, die nicht dinglich greifbar sind. Ein Brötchen oder ein Bier schmecken oder schmecken nicht, ein Auto sieht schön aus, fährt komfortabel oder ist zweckmäßig. Je nach der persönlichen Meinung, kann man sich recht leicht für oder gegen etwas entscheiden.
Doch für Anlageprodukte ist dies nur bedingt zutreffend. Denn, sie sind stets im Wandel, den Geschehnissen auf der Welt ausgesetzt, den Fähigkeiten der Manager und letztlich denen des Beraters unterlegen.

  • Der grundlegende Teil unserer Dienstleistung ist ein zeitintensives und für den Anleger weitestgehend unsichtbares Tätigkeitsfeld, welches die Grundlage der Kenntnisse, der Ideen und der Antworten für unsere Anleger bildet. Deshalb möchte ich die Gelegenheit des Jubiläums Nutzen und einen kurzen Einblick in die hintergründige Welt unserer Anlageberatung kommunizieren.

Die Basisarbeit besteht im täglichen lesen von Berichten aus aller Welt, zu vielen verschiedenen Themen. Häufig spielen Trends eine Rolle, wie Bevölkerungen wachsen, welche Ressourcen benötigt werden oder wie technologische Fortschritte unseren Alltag verändern. Dazu gehört es Interviews mit Experten zu verfolgen, mal die Finanzmärkte ganz allgemein, mal bestimmte Regionen und mal politische Themen betreffend. Telefonkonferenzen mit Kapitalanlagegesellschaften, ob zu Fondsprodukten, zu bestimmten Ereignissen die die (Börsen-) Welt bewegen oder zu vorherrschenden Marktstimmungen, stehen mehrfach in der Woche auf dem Plan. Schließlich geht es darum aus verschiedenen Ansichten eine eigene Meinung zu formen und zu prüfen.

Darauf aufbauend bieten Fachveranstaltungen und Kongresse regelmäßig eine nützliche Plattform, um sich mit Kollegen auszutauschen und Stimmungen in der Branche aufzuschnappen. Die Veranstaltungen bieten zudem Gelegenheiten, direkte Gespräche mit Fondsverwaltern und Fondsmanagern zu führen.

  • Gerade in 2018 konnte ich auf diese Weise einigen Kapitalmarktexperten begegnen, die man aus Funk und Fernsehen als Gesichter der Börse kennt. Darunter finden sich Fondsmanager wie Dr. Hendrik Leber (Acatis), Dr. Jan Ehrhardt (DJE Kapital AG) oder Frank Fischer (Frankfurter Aktienfonds f. Stiftungen). Bei Allen ist die Begeisterung für Börse zu spüren, für große, weltbewegende Ideen und für die Möglichkeiten, die sich für Investoren daraus ergeben. So kamen inspirierende Gespräche zu Stande, die meine Sichtweisen bereicherten. Die Gedanken der Produktlenker zu kennen, bedeutet letztlich die Produkte besser einschätzen zu können und die Erwartungen im Investorensinne realistisch zu betrachten. All dies versuche ich stets vorausschauend zu fokussieren.

Und so schließt sich der Beratungskreislauf, vom Anleger der sein Geld investieren möchte, über die gründliche Recherche in der Produktvielfalt, bis hin zu „Anlagelösungen mit Investmentfonds“.

  • Sie kennen unseren Standpunkt: Jede Frage die Sie für wichtig halten ist berechtigt und wird geduldig beantwortet. So war es und so bleibt es auch.

Ich wünsche Allen eine ruhige Weihnachtszeit und einen stimmungsvollen Rutsch ins Neue Jahr.
Auf ein Neues in 2019, André Klatt

  • Die Welt ist uns wichtig. Deshalb spenden wir seit nunmehr 10 Jahren an den WWF, zum Schutz der wilden Tiere. So spendeten wir in diesem Jahr für den Schutz der Elefanten in Afrika.

Für viele deutsche Anleger steht bei Anlageentscheidungen die Betrachtung des heimischen Aktienmarktes im Vordergrund. Die hiesige mediale Aufmerksamkeit von TV und Presse begleitet diese Sichtweise und fokussiert ebenfalls stark auf den deutschen Leitindex DAX. Dieses Phänomen nennt man Home Bias – die übergewichtete Betrachtung der naheliegenden Geschehnisse.

Natürlich lassen sich die heimischen Börsenkurse und Unternehmensmeldungen am ehesten verstehen und nachvollziehen. Jedoch lauert für den Anleger die Gefahr der Vernachlässigung anderer Regionen und Anlagethemen, welche sich außerhalb des Sichtfeldes entwickeln.

Am Beispiel der Automobilbranche möchten wir näher darauf eingehen,
warum es für Anleger von Vorteil ist global zu denken und Anlagestrategien
über Ländergrenzen hinaus zu strukturieren.

Deutschland ist die Heimat vieler innovativer und global erfolgreicher Unternehmen, die Automobilbranche zählt zweifelsfrei dazu. Daimler, BMW und VW besitzen hervorragende Marktpositionen, große Bekanntheit und starke Marktanteile in vielen Ländern der Welt. Alle drei Unternehmen sind im DAX enthalten und machen zusammen
ca. 13% Anteil am Index aus, zählen damit zu den größten und repräsentativsten deutschen Unternehmen.

In den letzten Jahren entwickelt sich ein weltweiter Trend zum Elektroauto. Leider verhält es sich dabei so, dass die Entwicklung in Deutschland in sehr zögerlichem Tempo und eher mit Skepsis wahrgenommen wird. Während in Norwegen bald jedes zweite neue Auto ein E-Auto ist, haben in Deutschland gerade einmal 2% aller Neuzulassungen einen Elektroantrieb. Im Jahre 2017 wurden in Deutschland 3,45 Millionen KFZ neu zugelassen, 25.000 davon waren Elektroautos.

Betrachtet man die klassischen Unternehmenskennzahlen, fallen Daimler und BMW mit guten Verkaufszahlen, ordentlichen Erträgen und einer soliden Bilanz auf. Allerdings sind die Anlageergebnisse für die Aktionäre der deutschen Autobauer, seit Jahren eher ernüchternd. In beiden Konzernen sind noch einige deutsche und europäisch anlegende Fonds investiert. Globale Aktienfonds besitzen hingegen kaum mehr Anteile an deutschen Autokonzernen.

Elektromobilität – USA und China eilen voraus

Mit hohen Werbebudgets werben Autohersteller weltweit um die Gunst der Kunden, nur ein Hersteller kommt beinahe ohne Werbung aus, weil sich die Autos von selbst verkaufen. Die Rede ist von der wohl bekanntesten Marke für E-Autos, Tesla. Es gibt lange Wartezeiten, weil die Nachfrage weit höher ausfällt als die Kapazitäten in der Produktion dies zulassen. Obwohl Tesla durch hohe Entwicklungskosten und Investitionen einen enormen Schuldenberg angehäuft hat und jedes Quartal weitere Verluste hinzukommen, steigt deren Börsenbewertung. Die Investoren stehen Schlange bei Tesla, erst Anfang August ist Saudi-Arabien mit 5% Firmenanteil eingestiegen.

Während wir in Deutschland über E-Autos nachdenken und die Aussichten immer noch als eingeschränkt betrachten, gibt es in China bereits ganze Städte in denen Elektroautos einen 80%-igen Anteil im Straßenverkehr ausmachen. Sicherlich ist die dortige Entwicklung stark von staatlicher Seite gewollt, subventioniert und gelenkt. Dazu haben chinesische Firmen bereits vor Jahren damit begonnen, Ingenieure und Entwickler aus aller Welt zu akquirieren, auch zu Lasten deutscher Firmen, wie eben Daimler und BMW.

Eine Vielzahl chinesischer Automobilhersteller unternehmen derzeit große Anstrengungen. Sie entwickeln mit tausenden Ingenieuren in rasantem Tempo an der neuen E-Mobilität und besitzen teils beachtliche Marktanteile, noch überwiegend im eigenen Land.

 

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Der weltweit größte Hersteller für Elektroautos ist ein chinesisches Unternehmen namens BYD (Build your Dreams). Gebaut werden nicht nur Autos, BYD ist schon heute Weltmarktführer bei Elektrobussen. Deutsche Unternehmen haben derzeit keine Elektrobusse im Angebot. Die Modelle von BYD fahren in Shanghai, durch London oder auf dem Flughafen von Amsterdam. Um der Nachfrage gerecht zu werden produziert die Firma bereits in Europa (Ungarn) und will ein weiteres Werk in Marokko errichten.

Das ein Markteintritt auch anders funktioniert, wird bei einem weiteren chinesischen Autokonzern sichtbar.
Bereits im Jahre 2010 kaufte Geely den schwedischen Volvo-Konzern, als dieser vor der Pleite stand und positionierte sich damit im europäischen Markt. Im letzten Jahr gab man bekannt, dass Volvo künftig auf E-Autos ausgerichtet werden soll.
Zuletzt machte Geely mit einer strategischen Beteiligung an Daimler auf sich aufmerksam. Hier findet die Partizipation an der langjährigen Kompetenz der Autobauer nicht nur durch die Hintertür statt. Geely kauft sich ein und integriert dieses Wissen in die neuen, eigenen Pläne.

China schaltet den Turbo ein

Kürzlich traf ich auf einer Investmenttagung zum Thema Demografie und Innovation, den China-Forscher Wolfgang Hirn. Er beobachtet seit Jahren die Personen die hinter Chinas Supermacht stecken und untersucht die Hintergründe und Motivation von aufstrebenden chinesischen Firmen.

In seinem aktuellen Buch „Chinas Bosse“, berichtet er auch über die Fortschritte in der Automobilbranche und sagt dazu: „Das Ziel der politischen Kraftanstrengungen Chinas pro „Future Mobility“ lässt sich klar definieren. Es herrscht Pioniergeist in China, sowohl bei Politikern, als auch in den Unternehmen. Zum einen möchte man die massiven Umweltprobleme in den Städten in den Griff bekommen, bei denen die Abgase der Fahrzeuge eine große Rolle spielen. Darüber hinaus will man die etablierten Automächte (Europa, USA, Japan, Korea) ablösen und überholen. Es sind neue Marken, neue Fabriken und immer neue Modelle die die Marktreife erreichen und Schritt für Schritt das Land und die Welt erobern wollen.“

Fazit

Technologische Veränderungen drücken sich auch in den Börsenkursen der Unternehmen aus. Börse bewertet Zukunft. Dies bedeutet nichts anderes, als dass sich weitsichtige Investoren eher an Unternehmen beteiligen möchten, welche die besseren Marktpositionen für die Zukunft versprechen.

Die Automobilbranche stellt dabei nur ein Beispiel dafür dar, dass Innovation und Effizienzsteigerung zum Treibstoff der globalen Entwicklung geworden sind. Die Auswertung von Daten war noch nie so effizient wie heute. Für Computersysteme gibt es keine Ländergrenzen. Wachstum findet dort statt, wo geforscht und investiert wird. Die Vermarktung der Produkte hat fast immer den globalen Erfolg im Visier.

  • „Nicht die großen Unternehmen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen verdrängen die Langsamen“.

Ein Spruch der für die Börse schon immer als Leitsatz diente. Wer erinnert sich nicht an Nokia als Weltmarktführer bei Handys, die dann von Apple durch eine innovative, neue Generation Smart-Phone, einfach überholt wurden und schließlich in der Bedeutungslosigkeit verschwanden.

Als Anleger muss der Blick auf die Welt gerichtet sein, die sich immer mehr vernetzt. Informationsaustausch ist der Schlüssel für neue Erkenntnisse und schließlich entstehen neue Lösungen für alte Bedürfnisse und jeder kann daran teilhaben. Wenn Entwicklungen anderswo schneller stattfinden, werden neue Marktführer in anderen Ländern beheimatet sein. Deshalb reicht es nicht den heimischen Aktienmarkt im Blick zu haben.

Unsere Stärke liegt in der Analyse von Investmentfonds. Damit können sich unsere Anleger an Trends beteiligen, indem auch Fondsmanager eingebunden werden die sich die Frage stellen: Wo steht die Welt in 10 Jahren?
Sie richten ihre Selektion von Unternehmensbeteiligungen darauf aus, wo Zukunftsmusik spielt.

Ich wünsche gute Anlageentscheidungen.

André Klatt

Grünes Geld, Okö-Investments oder ethisches Investieren hieß es früher und wurde nicht selten mit einem Lächeln abgetan. „Ökolatschenträger“, „Müslifreunde“ und Atomkraftgegner brachten und bringen seit Jahrzehnten zwar ihre Naturverbundenheit und den Ruf nach Beachtung der Menschenrechte für alle sichtbar zum Ausdruck, galten jedoch eher als Gegner des wirtschaftlichen Erfolges.
Nur wenige Vordenker engagierten sich bereits vor 40 Jahren für den Gedanken des verantwortungsvollen Investierens und kreierten die ersten Anlageprodukte. Heute kann man sagen, sie legten den Grundstein für die Geldanlage mit gutem Gewissen.

Lange Zeit galten grüne Investments als eine Nische. Die Wertentwicklung derartiger Anlagen blieb nicht selten hinter klassischen Investmentansätzen zurück (zumindest im Fondsformat), woraufhin Investoren dieser themenorientierten Betrachtung wenig Bedeutung einräumten.

Dies änderte sich spätestens im Jahre 2006. In der Weiterentwicklung eines Gedankenansatzes des früheren UN-Generalsekretärs und Friedensnobelpreisträgers Kofi Annan, gründeten die Vereinten Nationen (UN) eine Unterorganisation, die UN-PRI (Principles for Responsible Investments). Kerngedanke der UN-PRI, war der aktive Aufruf an Kapitalverwalter, zu denen Vermögensinhaber und Vermögensverwalter aller Art zählen, bei ihren Investitionen mit gutem Beispiel voran zu gehen. Das heißt konkret, auf soziale Verhaltensrichtlinien, Umweltaspekte und verantwortungsvolle Unternehmensführung bei Investmententscheidungen zu achten.

Worum geht es bei ESG?

Die ESG-Kriterien ergänzen die klassischen Betrachtungsweisen von Investoren. Jeder Investor der eine Unternehmensbeteiligung eingehen möchte, analysiert zunächst die betriebswirtschaftliche Lage, die Marktposition gegenüber ähnlichen Unternehmen und andere Faktoren.

Bei der ESG-Bewertung handelt es sich um einen zusätzlichen Filter, der sich aus den Bereichen Umwelteinfluss (E), Sozialverhalten (S) und verantwortungsvoller Unternehmensführung (G) zusammensetzt.

Dieser zusätzliche Filteransatz fügt zudem eine grundsätzliche Beachtung der Geschäftsfelder, in welchen ein Unternehmen aktiv ist, hinzu. Bestimmte Branchen gelten generell als unethisch und scheiden nach ESG-Kriterien als potentielles Investment aus. Andere Branchen tragen direkt zum Schutz der Umwelt bei und gelten als nachhaltig. Es wird in so genannte Negativ- und Positiv – Kriterien unterschieden, die beispielsweise folgende Punkte beinhalten:
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ESG-Kriterien-Beispiele.

Investitionsbeispiel Wasser

Nicht nur die weltweite Klimaveränderung führt dazu das die natürlichen Wasserressourcen knapper werden. Wasser benötigen wir praktisch für Alles was wir anpflanzen und produzieren, für Nahrungsmittel, Getränke und für die tägliche Hygiene. Die weiter zunehmende Weltbevölkerung und die fortschreitende Technologisierung steigern den Verbrauch stetig. Laut einer Studie der Vereinten Nationen wird sich der Bedarf an Trinkwasser in den nächsten 30 Jahren verdoppeln. Die Ressourcen sind hingegen begrenzt.

Bei näherer Betrachtung untergliedert sich das Thema Wasser in viele Geschäftsbereiche, in denen Unternehmen Lösungen anbieten können. Dazu zählen beispielsweise die Klärung von Abwässern, die Aufbereitung von Trinkwasser, Entsalzungsanlagen oder effiziente Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft. Schließlich zählen auch Hersteller von wassersparenden Armaturen für den privaten Haushalt dazu.

Das Wachstum der Wasserbranche wird für die nächsten 10 Jahre bei ca. 5-6% pro Jahr prognostiziert. Durch steigenden Bedarf handelt es sich demnach, im Unterschied zu vielen anderen Branchen, um eine klassische Wachstumsbranche, die keineswegs nur ein Modethema oder einen kurzfristigen Trend darstellt.

Die Anlagewelt verändert sich … in Richtung Nachhaltigkeit

Das aus Gedanken des Umweltschutzes und ethischen Grundsätzen einmal eine tiefgreidende Änderung der Anlagewelt entstehen würde, haben selbst vor 20 Jahren nur eingefleischte Insider gedacht.

In den letzten Jahren steigt die Nachfrage nach Fonds mit ökologischen Grundsätzen und der Einfluss der ESG-Kriterien hält Einzug in die gesamten Investmentprozesse der Vermögensverwalter, weltweit.

Derzeit befindet sich die europäische Finanzaufsichtsbehörde (ESMA), in einem Überlegungsprozess, nachhaltige Kriterien für alle Fonds zur Verpflichtung zu machen. So ändern sich die Ansichten. Aus dem einstigen Nischendasein, wäre der Gedanke der nachhaltigen Geldanlage dann zum gesellschaftlichen Grundkonzept, zur Verpflichtung aller Kapitalverwalter angewachsen.
Doch so weit ist es noch nicht, noch darf jeder selbst entscheiden wie er sein Geld investiert. Nach unserem Geschmack würden derartige Vorschriften eher über das Ziel hinausschießen.
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Safe_Nature.

Der Anleger kann entscheiden

Wer heute als Anleger mit ethischem Anspruch, Sozialverträglichkeit und Umweltgedanken nach Anlagemöglichkeiten sucht, findet ein Spektrum von nicht weniger als 400 verschiedenen Fonds, Tendenz steigend. Bei näherer Betrachtung zeigen sich jedoch große Toleranzen hinsichtlich der Erfüllung der ESG-Kriterien. Häufig reicht es nicht Datenbanken zu durchforschen und Zahlen gegenüber zu stellen, erst in Gesprächen mit den Fondsverantwortlichen werden die harten und weichen Faktoren des jeweiligen Auswahlprozesses sichtbar.
Hinsichtlich der Wertentwicklung darf ergänzt werden, dass einige nachhaltige Fonds in den letzten Jahren sogar Renditevorteile gegenüber klassischen Fonds erzielen konnten.

Wir bieten seit einigen Jahren mit der Anlagestrategie „Depotzuwachs Umwelt & Ökologie“ den Zugang zu hervorragenden nachhaltig gemanagten Fonds.
Abschließend kann festgestellt werden, dass die Möglichkeit zum verantwortungsvollen Umgang mit Geld, beim Anleger selbst liegt.

Gute Anlageentscheidungen

Das Investmentsteuerreformgesetz (InvStG-E) sieht ab 2018 einen steuerlichen Neuanfang für alle Fonds vor. Es ist für alle Fondsanleger ratsam, sich mit den steuerlichen Änderungen vertraut zu machen. Wir geben einen kurzen Überblick zu den neuen Regeln.

Zunächst gilt es zu erwähnen, dass die Abgeltungssteuer bestehen bleibt. Neu geregelt werden die grundlegenden Voraussetzungen, bevor die Abgeltungssteuer zum tragen kommt. Ziel der neuen Gesetzgebung war es, die steuerlichen Regelungen zu vereinheitlichen (Anpassung an EU-Recht) und zu vereinfachen. In der Folge ergibt sich eine steuerliche Gleichbehandlung von inländischen und ausländischen Fonds, die so bisher nicht gegeben war.

Beschlossen wurde ein zweistufiges Regelwerk, welches einerseits eine Besteuerung auf der Fondsebene neu einführt. Zum Anderen wird die steuerliche Behandlung für Anleger reformiert.

1. Besteuerung auf Fondsebene

Aktuell leiten Fonds die Steuerdaten in der Regel an ihre Anteilsinhaber weiter und unterliegen keiner direkten Besteuerung. Neu ist die Einführung einer 15%-igen Körperschaftssteuer auf bestimmte Erträge, das sind hauptsächlich Fondserträge aus deutschen Dividenden und inländischen Immobilien. Der Steueranteil ist künftig direkt vom Fonds abzuführen.
Investmentfonds die ausländische Aktien und Wertpapiere halten, oder andere Erträge erzielen, sind mit Einnahmen daraus nicht pauschal von der direkten Steuerabführung betroffen.

2. Besteuerung auf Anlegerebene

Bisher waren Ausschüttungen und Gewinne bei Zufluss zu versteuern. Das heißt konkret: Wurden von einem Fonds Erträge ausgeschüttet, fand zum jeweiligen Zeitpunkt eine steuerliche Abrechnung statt. Bei thesaurierenden Fonds fiel zunächst keine laufende Besteuerung an und Kursgewinne wurden erst beim Fondsverkauf, also bei der Realisierung, besteuert.

Mit dem neuen Gesetz ändert sich das Besteuerungssystem. Ab 01.01.2018 wird eine so genannte Vorabpauschale eingeführt. Bei thesaurierenden Fonds findet keine Ausschüttung statt, hier greift die künftige Vorabbesteuerung. Laufende Ausschüttungen von Fonds werden auf die Vorabbesteuerung angerechnet und vermindern die Vorabpauschale. Sofern beim Anleger im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr insgesamt Ausschüttungen oberhalb der Vorabpauschale stattfanden, wird diese nicht mehr fällig. Ansonsten unterliegt der Differenzbetrag zwischen Ausschüttungen und Gewinnen, der pauschalen Vorabbesteuerung. Fallen Verluste in der Wertentwicklung an, wird keine Vorabpauschale fällig.

  • Fazit: Bei der Vorabpauschale handelt es sich um eine vorgezogene, laufende Besteuerung von Fondserträgen und Gewinnen. Allerdings wird beim späteren Verkauf von Fondsanteilen die bereits gezahlte Vorabpauschale mit angerechnet, sodass sich aus dem neuen Prinzip keine automatische Steuererhöhung ergibt.
  • Eine Unannehmlichkeit für Anleger ist potentiell gegeben: Die Vorabpauschale wird nicht vom Fondsvermögen abgezogen. Dies hat zur Folge, dass der fällige Steuerbetrag durch die Depotbank erhoben und separat vom Depotgegenkonto eingezogen wird. Dem Anleger wird die Sorgfalt zur Selbstüberprüfung überlassen, für Steuerbelastungen eine ausreichende Kontendeckung bereit zu halten.

Worauf basiert die Höhe der Vorabpauschale?
Für den Anleger gestaltet sich die neue steuerliche Transparenz jedoch nicht ganz so einfach. Als Berechnungsgrundlage für die Vorabpauschale wird ein so genannter Basiszinssatz herangezogen, welcher sich nach dem durchschnittlichen Zinssatz langlaufender Bundesanleihen richtet. Hierbei ist zu beachten, dass sich der Basiszinssatz zukünftig jährlich ändern wird, es gilt eine Stichtagsregelung. Die Vorabpauschale wird stets zum 01.01. eines Jahres, für das vorangegangene Kalenderjahr berechnet, erstmals zum 01.01.2019.

Steuerliche Teilfreistellungen – Vergünstigungen für Anleger
Die Vorabpauschale stellt eine steuerliche Vorabbelastung dar, im Gegenzug werden dem Anleger nun pauschale Teilfreistellungen eingeräumt. Die Teilfreistellungen sollen auf Anlegerebene einen Ausgleich für die neu eingeführte Besteuerung auf der Fondsebene bieten. Eine nicht zu unterschätzende Komponente, denn dadurch werden künftig Teile der Fondserträge von der Steuer freigestellt.

Fonds können sich den folgenden Kategorien zuordnen, für den Anleger gelten entsprechend steuerliche Teilfreistellungen:

Teilfreistellung FondsKategorien

Beispiel Teilfreistellung: Für einen Aktienfonds, (= ein Fonds der lt. Verkausprospekt zu mindestens 51% in Aktien investiert) werden pauschal 30% der Gewinne von der Besteuerung freigestellt. Dies kann für den jeweiligen Anleger durchaus eine steuerliche Besserstellung gegenüber der bisherigen Regelung darstellen.
Wichtig: Die Teilfreistellungen beziehen sich sowohl auf die Vorabpauschale, als auch auf Veräußerungsgewinne.

Bestandsschutz für Fonds-Altbestände wird aufgeweicht
Der bislang geltende Bestandsschutz, für Fondsanteile die vor 2009 gekauft wurden, wird aufgehoben. Fondsanteile, die von Privatanlegern vor Einführung der Abgeltungssteuer erworben wurden, gelten zum 31. Dezember 2017, hinsichtlich der steuerlichen Betrachtung, als verkauft und zum 01.01.2018 neu angeschafft. Somit werden auch die Wertsteigerungen der vor 2009 gekauften Anteile ab 2018 steuerpflichtig.
Dies ist ein Einschnitt in das einst gegebene Versprechen der künftigen Steuerfreiheit. Doch kommt der Staat den Anlegern hier entgegen. Für diese Fonds-Altbestände wird ein Steuerfreibetrag in Höhe von 100.000 € gewährt. Der Anleger kann diesen Freibetrag künftig über sein Finanzamt geltend machen. Dadurch sind praktisch künftige Erträge der Altfonds bis zu diesem Betrag weiterhin steuerfrei.

Letztlich kommt es zu einer Vereinfachung
Für Anleger ist die neue Besteuerung mit weniger Aufwand verbunden und letztlich einfacher.

Der BVI (Deutscher Fondsverband) formuliert folgendes Fazit: Die gute Nachricht ist, die meisten Privatanleger werden durch die Reform unter dem Strich nicht mehr Steuern zahlen als bisher.
Allerdings gibt es zahlreiche Detailfragen zu Bestandsschutz, Freibeträgen & Co.. Weiterführende Erläuterungen zur Investmentsteuerreform, stellt der BVI in einer Broschüre als Download zur Verfügung.
https://www.bvi.de/regulierung/investmentsteuern/investmentsteuerreform/

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Wichtiger rechtlicher Hinweis:
Die vorangehenden Informationen dienen lediglich einer allgemeinen groben Orientierung und stellen keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und keinen Ersatz für eine steuerliche Beratung dar. Es ist daher möglich, dass nicht alle Anforderungen an redliche, eindeutige und nicht irreführende Informationen und Werbung im Sinne des § 4 WpDVerOV bzw. § 14 FinVermV, erfüllt sind.
Diese Publikation dient lediglich allgemeinen Informationszwecken, stellt keine Anlageberatung zu Finanzinstrumenten oder Wertpapieren dar, stellt kein Angebot zum Verkauf und keine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots für den Kauf von Kapitalanlagen dar, stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar und ist nicht als Empfehlung zum Kauf von Kapitalanlagen zu verstehen.

Längst haben wir uns an die Vorteile der Globalisierung gewöhnt. Bekleidung kommt oft aus Indien, Bangladesh oder der Türkei. Schuhe werden zumeist in China gefertigt, egal welche Marke darauf haftet. Laut einer Branchenanalyse werden 90% der weltweit verkauften Schuhe in Asien hergestellt. Fernseher, Monitore und Computer stammen häufig aus Südkorea oder Taiwan. Immer weniger der Verbrauchsgüter und Waren die wir kaufen, werden in Deutschland oder Europa produziert.

Der globale Wettbewerb um den Verbraucher

Die Ursache für diese Entwicklung ist den meisten bewusst, es sind die günstigen Produktionmöglichkeiten in Ländern mit billigen Arbeitskräften. Der Wettbewerbsdruck ist groß und Trends sind schnellebig. Wurde von deutschen Herstellern vor einigen Jahren noch auf günstige Produktionsstätten in Polen und Tschechien ausgewichen, hat sich der Schwerpunkt der Güterproduktion in nur wenigen Jahren überwiegend nach Asien verlagert.

Im Konkurrenzkampf um Marktanteile spielt eben der Preis einer Ware die entscheidende Rolle. Motto`s wie „Geiz ist Geil“ oder „Nur nackt ist billiger“ versprechen dem Verbraucher viel Produkt für wenig Geld. Natürlich ist es nicht so einfach, neueste Technik, Bekleidung und Spielzeug immer billiger anzubieten. Schliesslich müssen Material, Fertigung, Transport und Verkauf organisiert und bezahlt werden. Letztlich muss jeder der am Prozess beteiligt ist etwas verdienen, um längerfristig im Geschäft zu bleiben. Nicht selten gehen Preiskämpfe in unseren Geschäften, zu Lasten der Arbeits- und Umweltbedingungen in den herstellenden Ländern.
Wer ist verantwortlich, Verbaucher oder skrupellose Unternehmen?

Unser Thema soll allerdings nicht die Verbraucherorientierung beim Warenerwerb sein, sondern die Frage:

  • Wie kann der Kapitalanleger Einfluss darauf nehmen, dass Unternehmen
    auf Kinderarbeit und Korruption verzichten und den Umweltschutz beachten?

Investieren mit System – wie Fondsmanager vorgehen

Auf der Suche nach Wertschöpfung kann der als Investor profitieren, der Trends frühzeitig aufspürt und auf die richtigen Unternehmen setzt. Das ist gleichzeitig das Ziel eines weitsichtigen Investmentmanagers.
Zu seinen Aufgaben zählt es, bevor er eine Beteiligung eingeht, ein Unternehmen im Detail zu analysieren. Dazu gehört es Geschäftsberichte zu lesen, die finanzielle Situation einzuschätzen, die Marktposition zu recherchieren und die bedeutendsten Wettbewerber im Branchenvergleich heranzuziehen.

 Kommunikation zwischen Investor und Unternehmen

Ein wesentlicher Teil der Unternehmensanalyse vieler Investmentgesellschaften ist der Besuch im Unternehmen. Hier werden Produktionsstätten besichtigt, Prozesse durchleuchtet und Gespräche mit dem Management geführt. Schliesslich will man Einblicke in Planung und Umsetzung des Unternehmens gewinnen und daraus fundierte Rückschlüsse auf die Wachstumschancen einer Aktiengesellschaft ziehen.
Kurzum, der Fondsmanager sucht vorausschauend nach aussichtsreichen Investitionen. Das Geld der Investoren fließt dorthin, wo Wachstumtrends und Wertschöpfungspotentiale zu finden sind.

Bei Investmentfonds tritt das Fondsmanagement in die Rolle des Investors. Stellvertretend für seine Anteilseigner wird die Steuerung des Fondskapitals übernommen. Dies geschieht sowohl bei Unternehmensbesuchen und in Gesprächen mit Vorständen, als auch auf der Hauptversammlung der Aktiengesellschaften. So kann das Fondsmanagement aktiv die Aktionärsrechte wahrnehmen und Einfluss auf die Unternehmenführung geltend machen. In dieser Kommunikation kommen nun neue Regeln nachhaltigen Investierens hinzu.

Die UN PRI – Investieren mit ökolögischer und sozialer Verantwortung

Während Industriestaaten wie Deutschland davon profitieren, dass billige Produktionsstandorte in Entwicklungsländern günstige Preis für unsere Konsumgüter ermöglichen, liegt es ebenso in unserer Hand, in diesen Ländern für deren Lebensverhältnisse Veranwortung zu übernehmen. Seit einigen Jahren gewinnt eine Initiative für soziale und ökologische Verhaltensweisen auf Investorenseite zunehmend an Bedeutung.

  • UN PRI = „Prinzipien für Verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen“
    Die PRI (Princeples for Responsible Investments) ist eine Unterorganisation der UN (United Nations). Sie wurde im Jahre 2006 gegründet. Dahinter verbirgt sich die Weiterentwicklung eines Gedankenansatzes des früheren UN-Generalsekretärs und Friedensnobelpreisträgers Kofi Annan.

Kerngedanke der UN PRI ist der aktive Aufruf an Kapitalverwalter, zu denen Vermögensinhaber und Vermögensverwalter aller Art zählen, bei ihren Investitionen mit gutem Beispiel voranzugehen. Das heißt, konkret auf soziale Verhaltensrichtlinien, Umweltaspekte und verantwortungsvolle Unternehmensführung potentieller Zielinvestments zu achten.
Die Unterzeichner der UN PRI verpflichten sich zur Einhaltung so genannter ESG – Kriterien und zwar vom Analyseprozess bis hin zur Investitionsentscheidung. Die Regeln sind unter dem Begriff ESG („Environment, Social, Governance“) zusammengefasst.

Somit nehmen Kapitalgeber (Investoren) in Gesprächen mit Unternehmen (Zielinvestments), aktiv Einfluss auf deren geschäftliche Überlegungen und geben Anreiz zu Optimierungen.

Die konkreten ESG – Anforderungen werden fortlaufend weiterentwickelt und umfassen derzeit beispielsweise folgende Kriterien:

  • E – Ökologische Themen: erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klimawandel, Biodiversität, Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, umweltschädliche Chemikalien, Treibhausgasemissionen, Abfallmanagement, Frischwasserverbrauch und Abwassermanagement, Bodenversauerung, …
  • S – Soziale Themen: Menschenrechte, Kinderarbeit, Gesundheitsschutz, Fair-Trade-Produkte,  humane Arbeitsbedingungen, Sicherheit am Arbeitsplatz, Personalmanagement, Versammlungsfreiheit, lokalen ökonomische Entwicklung, Aktivitäten in Konfliktregionen, …
  • G – Governance / gute Unternehmensführung: Vorstandsvergütung, Bestechung und Korruption, Entscheidungsstrukturen in Vorstand und Aufsichtsrat, Risikomanagement, gesellschaftliche Verantwortung, Lobbying, Transparenz, …

Stellen sich Unternehmen nicht auf diese Richtlinien ein, wird künftig der Zugang zu Investorengeldern schwieriger. Dies gilt sowohl bei Investitionen in Aktiengesellschaften, als auch für Anlagen in Rohstoffen, Immobilien, Anleihen und Private Equity.

Viele Fondsgesellschaften agieren bereits nach UN PRI – Prinzipien

Die Zahl der teilnehmenden Anlagegesellschaften, Organisationen und Institutionen steigt kontinuierlich. Bereits jetzt repräsentieren sie 15% des weltweit agierenden Kapitals. Zu den Unterzeichnern zählen namenhafte Kapitalverwalter, deren Fonds auch in Deutschland angeboten werden, darunter Gesellschaften wie:

BlackRock, Carmignac, Comgest, DWS, Fidelity, Franklin Templeton, Kepler, Ökoworld, Invesco, Nordea, Pictet, Pioneer, RobecoSAM, Threadneedle, etc.
(Mitgliederliste verfügbar unter: http://www.unpri.org/signatories/signatories/ )
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Safe_Nature.

Fazit – Wertschöpfung mit Verantwortung

In einer Welt, die mit immenser Geschwindigkeit Waren an jedem Ort verfügbar macht und dabei in immer engeren Verflechtungen zusammenwächst, ist es zeitgemäß Kapitalströme mit humaner Verantwortung zu steuern.

Viele der Kapitalanlagegesellschaften, deren Fonds wir unseren Kunden empfehlen, haben sich der Initiative des nachhaltigen Investierens bereits angeschlossen. Bei Anlagegesellschaften die UN PRI noch nicht beigetreten sind, ist ebenso ein steigendes Engagement für Wertschöpfung, unter der Flagge gesellschaftlicher Verantwortung zu beobachten. Ein zukunftsfreundlicher Gedanke, dessen Umsetzung am Anfang steht, der sichtbar an Bedeutung gewinnt.

Letztlich kann auch der Anleger mitbestimmen, ob er sein Geld nach diesen Kriterien investieren möchte, indem er bei der Auswahl der Fondsgesellschaft auf den ESG Hinweis achtet.

Ich wünsche gute Anlageentscheidungen
André Klatt

 

weiterführende Informationen zu UN PRI und ESG-Kriterien:

http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/un_prinzipien_fuer_verantwortliches_investieren_un_1625.htm

Ob Tagesgeld, Festgeld oder die klassische Lebensversicherung, alle zinsabhängigen Sparprodukte haben eines gemeinsam, sie werden zunehmend unattraktiver. Für den zinsorientierten Anleger entsteht eine völlig neue Herausforderung, nämlich sein Geld vor Entwertung zu schützen.

Kürzlich begegnete mir folgende Aussage, eines in Fachkreisen geschätzten Volkswirtes und kompetenten Anlagestrategen:

„Die deutschen Anleger zählen zu den irrationalsten Anlegern weltweit. Deutsche legen Geld an wie die Kommunisten. Sie glauben dass Fremdkapital dauerhaft höher rentiert als Eigenkapital. Wenn das so wäre, müssten alle Aktiengesellschaften und Unternehmen systemetisch Pleite gehen. Denn, deren Gewinne wären stets niedriger, als die Kosten für das Fremdkapital. Natürlich ist das nicht der Fall.“

Ergänzung: Ansonsten gäbe es weder weltweit agierende Unternehmen wie Nestle, Samsung oder Google, noch den gern angeführten soliden deutschen Mittelstand.

Was bedeutet diese Aussage konkret?

Die Deutschen legen ihr Geld überwiegend in Bankanlagen (Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch), Schatzbriefen und kapitalbildenden Versicherungen an. Zoomt man in die Funktionsweise dieser Produkte hinein, so wird letztlich in Zahlungsversprechen angelegt, die einen Zins einerseits und die spätere Kapitalrückzahlung andererseits versprechen. Das Geld wird hierbei nicht im eigentlichen Sinne investiert, denn es erfolgt keine Beteiligung an Investitionsprozessen oder an Wachstumschancen.

Eine Anlage in wachstumsversprechende Beteiligungen hieße zum Beispiel, man investiert Geld in Unternehmen die Produkte und Dienstleistungen anbieten, welche für das Funktionieren unserer Gesellschaft benötigt werden. Durch den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen entsteht dem Unternehmen ein regelmäßiger Kapitalzufluss, es wird Eigenkapital erwirtschaftet. In der Folge steigt der Unternehmenswert, ebenso legt der Wert der Investition zu. Diese Möglichkeit der Geldanlage nennt man: Anlegen in Produktivkapital (Sachwertanlage).

Probleme für zinsorientierte Anlagen

Problem 1 – Die Zinsen sind auf ein historisch niedriges Niveau gefallen. Damit erzielt der Anleger, der seine Anlagen bisher nur auf den Zinsertrag ausgerichtet hat, nun kaum noch Erträge. Verrechnet man dann noch anfallende Steuern und Inflation (Teuerungsrate, derzeit um 2% p.a.), so schmilzt das verzinslich angelegte Kapital, anstatt sich zu vermehren.
Der aktuelle Leitzins in Europa beträgt 0,25%. Mit steigenden Zinsen ist derzeit nicht zu rechnen.

EZB Leitzins_2000-2013

Quelle: Grafik Zinsentwicklung: http://www.leitzinsen.info/chart_ezb.htm

Problem 2 – „Teil-Enteignung“ von Sparguthaben nicht mehr auszuschließen
a) Mit der notwendigen Rettung Zyperns durch die EU im April diesen Jahres (Beitrag vom 21.03.2013: „Der Fall Zypern, die wichtigste Botschaft„), wurde gleichzeitig eine neue Gangart angewandt. Für die Rettung von Staaten und deren Banken ist die Politik nun bereit, auch Sparguthaben mit Sondersteuern zu belasten. In Zypern erhielten Bankkunden letztlich nur noch rund die Hälfte Ihrer Kontoguthaben zurück. In diesem Fall galt eine Sicherheitsgrenze von 100.000€, die man jedoch nicht als „in Stein gemeißelt“ betrachten sollte, wenn es um künftige Maßnahmen geht.

b) Vor wenigen Wochen wurde eine Empfehlung des IWF (Internationaler Währungsfonds) an die Europäische Union öffentlich, eine 10-prozentige Zwangsabgabe auf alle Guthaben der Eurozone zu erheben, um damit die Bewältigung der Staatsschulden auf einen Schlag in den Griff zu bekommen.
D.h. es geht bei der Geldanlage mittlerweile auch um die Sicherung der Anlagewerte vor staatlichem Zugriff.

Aus heutiger Sicht gilt mehr denn je zuvor:

  • Der Zins ist Abhanden gekommen. Zinsbasierte Anlagen geben kaum noch Chancen auf Kapitalerhalt oder gar Wertzuwachs.
  • Unserer Meinung nach ist eine gewisse Erhöhung der Schwankungstoleranz bei Kapitalanlagen notwendig, um Kapitalwachstum zu erreichen. Eine echte Chance dauerhaft Erträge über dem Niveau der Warenpreis-Teuerung zu erzielen hat nur, wer Produktivkapital mit einbezieht. Das heißt auch dort zu investieren, wo tatsächlich Erträge erwirtschaftet werden.
  • Für viele Anleger bedeutet die negative Zinsentwicklung, dass eine komplette Neuordnung Ihrer finanziellen Werte notwendig wird. Es gilt, sich mit Hilfe einer strukturierten Anlageplanung, ob kurz-, mittel- oder langfristig, auf die neuen Marktbedingungen einzustellen.

Was können Sie von uns erwarten?

Die Steuerung von Chancen und Risiken erfolgt im Rahmen einer strategischen Anlageplanung, ausgerichtet nach den realistischen Bedürfnissen des Anlegers. Es gibt deshalb keine einfache oder gar fertige Lösung aus der „Schublade“.

Für uns ist der ungebundene Zugriff auf eine breite Produktpalette von elementarer Bedeutung. Hierdurch können wir uns einer Vielzahl ausgeklügelter Anlagekonzepte von führenden Kapitalmarktexperten bedienen und ausschließlich nach Qualitätskriterien selektieren.
Wir kooperieren mit Top-Anlagemanagern, die nationale und globale Chancen auf verschiedene Art und Weise nutzen. Auf dieser Basis entstehen individuelle Anlagekonzepte für jeder Anlegertyp, von defensiv bis spekulativ. Zur zielgerichteten Produktauswahl haben wir unseren Fondsfilter ertwickelt:

 

                Der Wave Fondsfilter

 

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Anlageerfolg entsteht in der Summe der richtigen Entscheidungen.
Unser eigens entwickelter Wave Fondsfilter verbindet hohe Qualitätsansprüche bei der Selektion mit Ihren Anlagezielen. Die führenden Konzepte erfahrener Fondsmanager finden in einem ausgewogenen Portfolio zusammen.

Kürzlich vermeldete eine große deutsche Bank, dass Sie in ihren Anlageprodukten künftig auf die Spekulation mit Agrarrohstoffen verzichten möchte. Dies ist ausgesprochen begrüßenswert.

Wir möchten das Thema „Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmittelpreisen“, sowie damit verbundene Vor- und Nachteile, etwas näher beleuchten.
Eines gleich vorweg: Wir meiden seit Jahren Produkte, welche Spekulationen auf Nahrungsmittelpreise zur Erzielung von Erträgen betreiben. Die Begründung ist einfach: Mit Essen spielt man nicht.

Wie wird mit Nahrungsmittelpreisen spekuliert?

Für viele Agrarrohstoffe und Grundnahrungsmittel wird der Preis der Ware einheitlich und fortlaufend an so genannten Warenterminbörsen festgestellt. Über Warentemingeschäfte kann an der Preisentwicklung teilgenommen werden. Dabei gilt das Marktprinzip: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Es steht eine Vielzahl von handelbaren Waren zur Verfügung, z.B.: Holz, Baumwolle, Kaffee, Orangensaft, Zucker, Schweinebäuche, ebenso Grundnahrungsmittel wie Weizen, Kartoffeln, Mais und Reis.

Was ist ein Warentermingeschäft?

Bei einem Warentemingeschäft erwirbt ein Käufer das Recht, eine Ware zu einem festgelegten Zeitpunkt und zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Dadurch kann beispielsweise ein Bauer seine Getreideernte bereits vor der Einbringung absichern und seinen Verkaufspreis zuverlässiger kalkulieren. Solche Absicherungen gegen Preisrisiken und -schwankungen sorgen für höhere Planungssicherheit und sind grundsätzlich nützlich für Händler, verarbeitende Industrie und Verbraucher.

Spekulation führt zu Preisverwerfungen

Durch Warentermingeschäfte kommen nun auch Spekulanten in die Gelegenheit, eine Ware zu einem bestimmten Preis zu handeln, um zu einem späteren Zeitpunkt von Preisveränderungen zu profitieren. Jedoch handeln Spekulanten nicht aus einem Verhältnis zur Ware heraus, sondern ausschließlich zum Zwecke der eigenen Gewinnerzielung.

Um beim Beispiel des Getreidebauern zu bleiben, entstehen durch künstliche Angebots- und Nachfrage-positionen seitens der Spekulanten besonders dann Nachteile, wenn im großen Stil und mit hohen Volumen „gezockt“ wird. Nicht selten werden saisonale Preisverläufe, die sich bekanntermaßen in Abhängigkeit von Erntezeiten ergeben, durch Spekulationen verzerrt.
Kommt es in der Folge zu Preisverwerfungen einer Ware, wird dabei nicht nur die Planungssicherheit der Produzenten durchkreuzt, sondern auch der urspüngliche Gedanke des Warenterminhandels. Letztendlich spüren auch Handel und Verbraucher die Auswirkungen der „Spieler“.

Dauerhafte Preisbeeinflussung durch Spekulanten

Auch eine dauerhafte Verteuerung von Rohstoffen durch übermäßige Spekulation kann die Folge sein. Hier ist beispielsweise der Rohölpreis zu nennen, der in seiner Eigenschaft als endliche Ressource als ein beliebtes Objekt zur langfristig sicheren Preissteigerung angesehen wird.
In 2007/2008 war eine zusätzliche, künstliche Ölnachfragesituation aus Warentermingeschäften mit verantwortlich, als es zu einem explosiven Preisanstieg von 50 USD auf fast 150 USD in nur 18 Monaten kam.
Der Gewinn einiger weniger Marktspekulanten verteuerte weltweit nicht nur die Benzin- und Heizölpreise. Die Produktvielfalt welche aus dem Rohstoff Öl hergestellt wird, bestimmt bekanntlich unser tägliches Leben, ob T-Shirts, Schuhe, Möbel, Handys, Fernseher, DVD`s oder Mülltonnen. Steigt der Ölpreis, verteuern sich zwangsläufig die auf Öl basierenden Artikel.

Warum wird mit Rohstoffen und Nahrungsmittelpreisen spekuliert?

Einerseits gibt es Trader die sich auf diese Art der Spekulation spezialisiert haben. Andererseits steht bei institutionellen Handelsteilnehmern zur Begründung für die Preisspekulation mit Rohwaren häufig die unabhängige Entwicklung der Preise, gegenüber den Kursen anderer Kapitalanlagen im Vordergrund. Beispielsweise ist die Preisentwicklung von Orangensaft wenig mit dem Verlauf der Aktienmärkte verknüpft, da der jeweiligen Preisfindung völlig unterschiedliche Einflüsse zu Grunde liegen. Folglich verhält sich auch die Kursentwicklung nahezu korrelationsfrei. Es geht also um die Möglichkeit zur Diversifikation von Anlageportfolios.

Unser Fazit:

Warentermingeschäfte auf Nahrungsmittel und Rohstoffe haben ihre volle Berechtigung, zu Absicherungs-zwecken. Sie sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Marktes. Jedoch treten bei vermehrter Spekulation negative Effekte zu Tage, die zu Lasten weiter Teile der Weltbevölkerung, zu Lasten von Mensch und Tier gehen. Deshalb möchten wir uns und unsere Anleger davon distanzieren.

  • Natürlich muss jeder seinen moralischen Standpunkt selbst justieren.
    Die Frage lautet:
    Darf der ethische Grundsatz der Gleichheit (Interessengleichheit) dem egoistischen Streben nach Kapitalvermehrung zum Opfer fallen?

Zypern ist eigentlich ein Winzling innerhalb der EU. Das Land hat rund 1 Mio. Einwohner, ist seit 2004 EU- Mitglied und führte 2008 den Euro ein. Finanzdienstleistungen und die Tourismusbranche sind wichtige Wirtschaftszweige.

Zypern, ein Opfer im Schatten Griechenlands

Nicht nur geographisch besteht eine unmittelbare Nähe zu Griechenland. Es besteht auch eine starke Verflechtung der Bankenlandschaft. Zypriotische Banken, warben mit hohen Zinsversprechen auf deren Anlagekonten um ausländische Gelder. Sie engagierten sich dabei besonders stark in hochverzinsten griechischen Staatsanleihen, um die hohen Zinsversprechen zu bezahlen. Die Einlagen bei Zyperns Banken
(rd. 70 Mrd. €) sind mittlerweile 4 mal so hoch wie die Wirtschaftsleistung des Landes (rd. 18 Mrd. €).

Im Zuge der drohenden Staatspleite Griechenlands, die vor ca. 3 Jahren begann, kam es zu hohen Abwertungen bei deren Anleihen. Dann erfolgte im Rahmen der EU-Hilfen für Griechenland ein Schuldenschnitt – 2012 mussten die Gläubiger auf 50% ihrer Anleihengelder verzichten. Zyperns Banken gerieten daraufhin in Schieflage. Weil der Bankensektor eine übermäßig hohe Dominanz besitzt, überträgt sich die Situation bereits seit einiger Zeit auf das Land Zypern. Nun wackeln die Banken und Zypern droht die Staatspleite.

Politischer Umgang und allgemeine Bedeutung für Bankanlagen

Der Umgang der EU-Politik mit den Problemen in Zypern setzt jedoch neue Maßstäbe. Sicherlich ist die Hilfsbereitschaft innerhalb der EU weiter gültig, die im September 2012 seitens der EZB ausgerufen wurde. Aber nun zeigt sich die politische Bereitschaft, einen Tribut für die Unterstützung einzufordern.
Die anvisierten Zwangsabgaben für Kontoguthaben bedeuten konkret eine Sondersteuer auf das Kontovermögen der Bürger. Dies ist eine Gangart, welche die Sicherheit von jeglichen Bankguthaben, zumindest innerhalb der EU, in ein neues Licht rückt.

Die Botschaft – teilweise Enteignung von Kontoguthaben in der EU möglich

Derjenige, der bisher noch an die absolute Sicherheit seiner Bankanlagen und Kontoguthaben geglaubt hatte, bekommt jetzt seitens der EU-Politik eine klare Botschaft serviert:

  • Wenn Staaten und Banken gerettet werden müssen, dann wird auch vor dem Eigentum des Einzelnen nicht halt gemacht

Es bleibt spannend wie die Rettung Zyperns ablaufen wird. Ob Russland als Retter einspringt? Ob die Lösung der EU, trotz der Auflagen, letztlich doch in Anspruch genommen wird? Oder, ob Zypern, entgegen der Wahrscheinlichkeit, eine eigene Lösung finden kann? In jedem Fall heißt die Konsequenz für den Anleger:

  • Denken Sie darüber nach, wie Sie ihre Geldanlagen verteilt haben und ob eine Streuung über verschiedene Anlageklassen und Währungen bedacht wurde
  • Denken Sie darüber nach, dass Bankanlagen und Staatsanleihen einerseits nur noch geringe Verzinsungen bieten und dass das Risiko einer Teil-Entwertung, spätestens jetzt, nicht mehr auszuschliessen ist.
Wir bieten individuelle Anlagelösungen mit Investmentfonds. Für jeden Anlegertyp
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30.03.2012 Im dritten Quartal 2011 verhalfen die angeheizten Diskussionen um Staatsverschuldung und Geldmengenausweitung dem Goldpreis sprunghaft zu neuen Höchstständen, bei ca. 1900 US Dollar je Unze. Eine gewisse Entspannung der Situation führte auch beim Edelmetall zu nachgebenden Kursen (aktuell um 1650 US Dollar je Unze). Kann hierin ein Trendwechsel gesehen werden, oder eine gesunde und notwendige „Verdauungsphase“ in der 10 jährigen Aufwärtsbewegung?
Es gibt einige Argumente die nicht von der Hand zu weisen sind und gleichzeitig einer Fortsetzung der Goldhausse im Wege stehen.

Gold ist ein weites Thema, bei dem vielfältige Einflüsse und Gedanken erwähnt werden könnten. Wir wollen nachfolgend die für uns wichtigsten Zusammenhänge beleuchten. Nun geht es uns nicht unbedingt darum, sich in einzelnen Diskussionspunkten fest zu positionieren. Für uns ist es wichtig die Triebkräfte der Kursentwicklungen zu identifizieren, um vorausschauend agieren zu können, wenn die Lage sich in die eine oder andere Richtung verschiebt.

Aktuelle Studie zum Goldmarkt gewährt Einblicke

Eine aktuelle Studie des World Gold Council beschäftigt sich mit Angebot und Nachfrage im Goldmarkt. Darin eröffnen sich tiefere Einblicke in die Strukturen der Käufer und Verkäufer. Während die Nachfragemenge für Schmuck seit 2008 rückläufig ist, steigt seitdem die Nachfrage nach Gold in Barren, Münzen und Investment-produkten kräftig an. Der Preisanstieg der letzten Jahre ist demnach in erster Linie dem hohen Interesse der Kapitalanleger zuzuschreiben.
Die Studie zeigt auch ein konstant steigendes Angebot. Zum Einen durch eine ansteigende Minenförderung,
zum Anderen durch eine deutliche Ausweitung des Angebotes aus Altgold-Recycling.
Studie vom 16. Febr. 2012, http://www.gold.org/investment/research/regular_reports/gold_demand_trends/

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Warum Gold hoch im Kurs steht

Im Jahre 2007 erschütterte die US-Immobilienkrise die Kapitalmärkte. Die in der Folge notwendigen staatlichen Unterstützungen von Banken und Wirtschaft, sorgten für eine rasche Zunahme der Staatsverschuldung in vielen Industrieländern. Die drohenden Schieflagen von Staaten in Europa und die gewährten Unterstützungen innerhalb der europäischen Gemeinschaft, heizten die Verschuldungsdiskussionen insgesamt weiter an. Die Stützungsversprechen sind nur unter Inkaufnahme der Risiken von noch höheren Verschuldungsniveaus möglich, mit drohenden Gefahren für das gesamte Finanzsystem. Diverse Krisenszenarien liefen und laufen in der Betrachtung einiger Experten immer wieder darauf hinaus, das Gold als Krisenwährung eine sichere Bank darstelle.
Bis zum Jahre 1971 war die Ausweitung der Verschuldung für den US Dollar als Weltleitwährung begrenzt. Durch das Versprechen der Hinterlegung von Währungsreserven in physischem Gold, wurde einer ausufernden Verschuldung entgegen gewirkt. Seither gibt es keine wirksame Begrenzung gegen die Schuldenausweitung.
So erhöht die USA fast im jährlichen Rhythmus die festgelegten Höchstgrenzen der Staatsverschuldung.
Gold wird als eine seit Jahrtausenden existierende Währung betrachtet, die jedes schwächelnde Finanzsystem überdauern konnte. Ausgelöst durch die Krisendiskussionen der letzten Jahre, liegt hierin die Begründung für die extrem gestiegene Goldnachfrage. Der Anstieg des Goldpreises symbolisiert die Zweifel an den heutigen Geld-Währungssystemen.

In Folge des gestiegenen Goldpreises, steigt auch das Angebot

Die Verteuerung führte bei den Minenbetreibern dazu, dass Projekte zur Gewinnung des gelben Metalls in den letzten Jahren wieder in Betrieb genommen wurden, die sich lange Zeit nicht lohnten. Mit höheren Goldpreisen können auch höhere Förderkosten kompensiert werden. Ehemals unrentable und geschlossene Minen werden wieder profitabel und neue Abbaugebiete erkundet. In der Folge steigt die Minenförderung insgesamt an. Sie umfasst rund 2/3 des Marktangebotes.
In den letzten Jahren gelangt ein gesteigertes Goldangebot aus Altgold in den Markt. Die Ursache liegt im gewachsenen und gut strukturierten Netz von Händlern die Altgold aufkaufen. Viele Privatbesitzer sind zu diesen Kursen bereit Ihr Altgold abzugeben, wodurch das Gold Recycling wesentlich an Bedeutung gewann.
In den letzten 5 Jahren stieg das Angebot daraus um rund 60%, in 2011 betrug der Anteil des Recycling damit ca. 1/3 des gesamten Marktes.

Wer kauft Gold

  • Der Schmuckbereich ist noch immer als bedeutendster Nachfragesektor anzuführen, wenn auch seit Jahren mit rückläufiger Tendenz. Sehr wahrscheinlich ist dies dem gestiegenen Preisniveau zuzuschreiben.
  • Ebenfalls auf der Käuferseite sind Staaten und Staatsfonds zu finden, die zur Diversifikation auf Gold setzen. Weitestgehend geschieht dies aus einem Sicherheits- und Werthaltigkeitsdenken der Entscheider heraus. Die eigene Währung soll mit Sachwerten unterfüttert und die Währungsreserven diversifiziert werden. Von diesen Käufern wird hauptsächlich in physischem Gold angelegt. Seit 2008 stiegen die Investitionen in Barren und Münzen daher sehr stark an. In 2011 fiel die Nachfrage in diesem Segment besonders hoch aus. Sicherlich ist hiermit die Haupttriebkraft des rasanten Preiszuwachses identifiziert.
  • Börsennotierte Goldfonds (ETF) sind ebenfalls auf beachtliche Volumen angewachsen. Hier investieren
    z. B. Vermögensverwalter, andere Fonds, sowie trendgetriebene Investoren. Im letzten Jahr hat sich die Nachfrage in Gold ETF`s deutlich abgeschwächt.
  • Trendgetriebene Investoren sind nur daran interessiert, an einem starken Trend mit zu verdienen. Gerade in Zeiten in denen Aktienkurse ohne klare Richtung verlaufen oder stark schwanken, lockt ein stabiler Trend weiteres Kapital an: „Die Hausse nährt die Hausse“.
  • Im aktuellen Umfeld bieten sichere Anleihen nur geringe Verzinsungen. Bei allgemein niedrigen Anleihezinsen ist es vielen Anlegern weniger wichtig das Gold keine Zinsen bringt. Steigt jedoch das Zinsniveau, würden diese Erträge sicherlich wieder eine Konkurrenz zur Goldanlage darstellen. Gerät der Goldtrend daraufhin ins stocken, wollen viele Investoren gleichzeitig ausstiegen. Ein Aspekt der mittelfristig zur Vorsicht mahnt.

Fazit fundamentale Betrachtung

Die Minenproduktion zeigt sich stark und es wird weiter exploriert. Derzeit herrscht ein ungefähr ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Sollte sich die Nachfrage abschwächen, etwa aufgrund des fortgeschrittenen Preisniveaus oder weil eine politische und monetäre Stabilität des Finanzsystems wieder vorstellbar würde, wäre der Preisanstieg schnell in Gefahr. Die Phantasie für weiter steigendende Goldkurse bündelt sich letztlich auf den Punkt als Krisenanlage, da hier die Hauptursache für die Goldnachfrage anzutreffen ist.
Damit verschlechtert sich die fundamentale Betrachtung für Gold. Es bedarf der weiteren Nachfrage nach Gold als Anlagevehikel, um das Preisniveau zu halten oder zu steigern. Hier wäre ein wachsendes Argument gegen weiter steigende Kurse des Edelmetalls zu bedenken.

Rückblick: Gold vor 10 Jahren – eine antizyklische Empfehlung

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir bereits im Januar 2002 erstmals zu einem Einstieg ins gelbe Metall angeregt hatten. Damals aus antizyklischen Investmentgründen, weniger in prophetischer Vorausschau einer bevorstehenden langjährigen Hausse. Der Goldpreis notierte bei rund 290 US Dollar je Unze.

  • Goldverkäufe der Zentralbanken waren seit den achtziger Jahren ein fester Bestandteil des Angebotes im Goldmarkt. Die Notenbanken sahen ihre Devisen in einem allgemein stabilen und vertrauensvollen Zustand. Darüber hinaus ermöglichte Gold keine Zinserträge der darin angelegten Währungsreserven. Zwischen 1999 und 2002 hatte besonders die britische Nationalbank ihre Goldbestände kräftig abgebaut und das zu Kursen unter 300 US Dollar je Unze. Die Umstände und Beweggründe darüber sind bis heute zweifelhaft. Das große Angebot drückte das Kursniveau jedoch kaum noch, wenig später sollte sich dieses Zeitfenster als langjähriger Tiefpunkt des Goldkurses herausstellen.
  • Für die Goldproduzenten war in immer weniger Minen ein rentabler Förderbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Branche war wegen des jahrelang sinkenden Goldpreises arg mitgenommen. Die Unternehmen erhielten kaum Investitionskredite und wenn, dann nur zu hohen Zinsen. Deshalb wurden nicht selten so genannte „Vorwärtsverkäufe“ eingegangen. Der Goldproduzent verkaufte Goldtranchen bereits vor der Förderung zu einem festen Preis, um den Verkaufserlös zu sichern.
  • Die Bedeutung für Anleger, als Kapitalanlage oder Kriseninvestment, spielte zum Ende der neunziger Jahre nur noch eine sehr untergeordnete Rolle (im Gegensatz zu den siebziger Jahren, als Gold ein fester Portfoliobestandteil war).
  • In damaligen Research Berichten zum Edelmetall wurde ausgeführt, dass sich die Angebotsseite aus stagnierenden Produktionsmengen und kalkulierbaren Verkäufen durch Zentralbanken zusammensetzte. Auf der Nachfrageseite erwartete man einen stetig steigenden Bedarf der Schmuckbranche. In der industriellen Verwendung ließ der technologische Fortschritt einen steigenden Goldbedarf vermuten.
  • Hinzu kam nun die chartechnische Betrachtung. Die Kursentwicklung ließ auf eine Bodenbildung des Preises im Bereich zwischen 250 und 280 US Dollar je Unze schließen. Zum Jahresbeginn 2002 eröffneten sich sowohl fundamentale als auch charttechnische Investmentchancen, mit antizyklischem Charakter.

Die im Laufe der Jahre aufgebauten Positionen in Goldfonds befinden sich größtenteils noch immer in den Portfolios der Kunden.

Einfache Charttechnische Betrachtung

Zur Standortbestimmung im Goldtrend darf auch eine aktuelle Chartbetrachtung nicht fehlen. Hier kann ein gesunder langjähriger Aufwärtstrend abgelesen werden, der sich aktuell in einer Korrekturphase befindet.

Goldgrafik

Ein Rückfall vom aktuellen Kurs um 1650 US Dollar je Unze, bis in den Bereich um 1550 US Dollar je Unze, wäre noch kein Grund zur Sorge. Erst bei einer Verletzung des Aufwärtstrendkanals, welcher derzeit um 1500 US Dollar je Unze verläuft, könnten grundsätzliche Zweifel an der Fortsetzung der Goldhausse angemessen sein. Daraus könnte eine größere Verkaufsbereitschaft in der mittlerweile recht breiten Masse der Goldanleger resultieren. Ein heftiger Rücksetzer des Goldpreises in den Bereich um 1200 US Dollar je Unze wäre dann gut möglich.
Derzeit ist der Trend jedoch voll intakt. Aus charttechnischer Sicht ist im Hauptszenario mit einer Trendfortsetzung zu rechnen, zunächst bis zu den alten Höchstständen bei 1900 US Dollar je Unze. Erst wenn die bisherige Höchstmarke sichtbar durchstoßen wird, eröffnet sich weiteres Potential.

Einfluss des Euro/Dollar Wechselkurses

Die Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und US Dollar ist auch für die Bewegung des Goldpreises von Bedeutung. Ein stärkerer US Dollar führt tendenziell zu einem nachgebenden Goldpreis und umgekehrt.

Fazit:

Gold als Krisenbeimischung im Portfolio hat noch immer seine volle Berechtigung. Fundamental zeigt sich ein steigendes Goldangebot. Ob nun die Nachfrage infolge des mittlerweile hohen Preisniveaus nachlässt, wird sich zeigen. Der Kursrückgang in den letzten Monaten muss noch nicht überbewertet werden.
Die charttechnische Sichtweise deutet auf einen intakten Aufwärtstrend hin, der derzeit durchaus gute Chancen für weitere Zugewinne offeriert.
In der Gesamtbetrachtung ist Gold aktuell eine Halteposition.

Die kurzfristigen Börsenaussichten bleiben unberechenbar, Tagesmeldungen bestimmen die Marschrichtung.

Am 26.10.2011, in der vergangenen Woche, festigten die Euroländer Ihren gemeinsamen Willen zur gegenseitigen Rettung derer, die in Schieflage geraten. Den Griechen soll die Hälfte der Schulden erlassen werden. Dazu werden auch diverse Möglichkeiten zur notwendigen Rekapitalisierung der Banken benannt, denn die sich ergebenden Abschreibungen aus einem teilweisen Schuldenerlass treffen die Finanzinstitute besonders.
Die Märkte schöpfen Hoffnung für eine Auflösung der Unsicherheit, die Börsen erholen sich daraufhin kräftig. Der deutsche Leitindex springt über 6.300 Punkte, nachdem er zuvor um 5.800 pendelte.

Am 01.11.2011 verkündet der griechische Staatspräsident Papandreou die Möglichkeit einer Volksabstimmung der Griechen zum EU-Rettungspaket. Die Hilfe der EU wird damit in Frage gestellt. Die Alternative dazu wäre wahrscheinlich der Staatsbankrott Griechenlands und der Austritt aus dem Euro. Die Griechen könnten eigene Wege gehen. Doch wie würden diese aussehen? Welchen Auswirkungen stehen die europäischen Banken und die Finanzbranche damit gegenüber? Schlagartig ist die Unsicherheit in die Kapitalmärkte zurückgekehrt. Von den erreichten 6.300 Punkten im DAX geht es schnurstracks wieder auf das Ausgangsniveau um 5.800 zurück.

Derzeitige Börsenstimmung – Hoher Pessimismus unter deutschen Anlegern

Die jüngsten Tagesmeldungen führten bei den Börsenteilnehmern bereits zu einer Phase, die von Skepsis und hohem  Pessimismus geprägt ist. Laut einer Studie von J.P. Morgan aus dem Oktober 2011, liegt das Vertrauen der deutschen Anleger in die Kapitalmärkte nahe der historischen Tiefpunkte. So gibt es derzeit mehr Pessimisten als Optimisten unter den Börsenteilnehmern. Während noch im Mai diesen Jahres jeder Zweite angab positiv voraus zu blicken, geht im September jeder zweite Befragte von einer negativen Marktentwicklung aus. Binnen 4 Monaten ist die Stimmung ins Gegenteil gedreht.

Quelle: J.P.Morgan Asset Management, Investor-Confidence Studie

Quelle: J.P.Morgan Asset Management, Investor-Confidence Studie

Allgemeine Bedeutung der Marktstimmung

Jede Medaille hat zwei Seiten. Ebenso ist die jeweils vorherrschende Marktstimmung ein wichtiger Indikator für die weitere Entwicklung der Kapitalmärkte.
Ein hoher Pessimismus geht zumeist mit geringen Investitionsgraden einher. Das bedeutet, wer laut äußert das er fallende Kurse erwartet, ist oft nur gering investiert. Wenn ein besonders großer Kreis der Marktteilnehmer niedrig investiert ist, kann diese Gruppe auch keine Aktien mehr verkaufen. In der Folge kann Sie damit die weitere Börsenentwicklung nicht mehr negativ beeinflussen.

  • hoher Pessimismus = geringe Investitionsquote, hoher Optimismus = hohe Investitionsquote

Rückschlüsse auf die derzeitige Marktlage

Wenn man die Ergebnisse der Erhebung von J.P. Morgan heranzieht, könnte dieser Zusammenhang eine recht positive Ausgangssituation für die aktuelle Börsenlage bedeuten. Wer derzeit negativ gestimmt ist, steht als zukünftiger Investor an der Seitenlinie und wartet auf den Wiedereinstieg in den Markt. Dies kann aus folgenden Gründen geschehen:

  • Investitionen durch „günstige Kaufgelegenheiten“, die entweder aus charttechnischen oder fundamentalen Bewertungen resultieren. Dadurch wird der Markt immer wieder durch Nachfrage „aufgefangen“ und es kommt zu einer so genannten Bodenbildung.
  • Investitionen durch die Bestätigung einer Bodenbildung und die Entstehung eines aufwärts gerichteten Trends. Kommt kein weiterer Einbruch der Kurse zu Stande und beginnt die Börse sich zu stabilisieren, dann steigt der Druck und der Wille bei nicht investierten Marktteilnehmern, ihr Kapital wieder zu investieren. Deshalb ziehen steigende Kurse weiteres Kapital an, ein Aufwärtstrend entsteht:  „die Hausse nährt die Hausse“

Fazit:

Im derzeitigen Umfeld ist eine Prognose zu den kurzfristigen Börsenaussichten nahezu unmöglich. Zu viele unkalkulierbare Einflüsse treiben das Tagesgeschehen vor sich her, die Unsicherheit drückt sich in ungewöhnlich hohen Marktschwankungen aus.

Die Staatsverschuldungs-Problematik ist nicht von „heut` auf morgen“ lösbar. Derzeit steht die EU im Zentrum der globalen Krisendiskussionen. Weitere Kandidaten wie Großbritannien, Japan oder die USA stehen zwar im Schatten, jedoch keinesfalls auf fiskalisch stabilerem Fundament. Insofern kann man sich darauf einstellen, dass große Börsenschwankungen in kürzeren Frequenzen als dauerhafte Begleiter und als Einflussfaktoren von Anlageentscheidungen zu berücksichtigen sind. Hinter großen Schwankungen verbergen sich natürlich auch große Investitionschancen.

Der Blick auf die grundsätzlichen Verhaltensweisen der Kapitalmärkte lässt derzeit darauf schließen, dass investitionswilliges Kapital an der Seitenlinie steht, um dann in den Markt zurückzukehren, wenn Unsicherheit durch Perspektiven ersetzt werden kann.

Die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt an den Kapitalmärkten ist nie leicht zu beantworten. Das muss nicht dazu führen, auf Investitionen in chancen-reiche Wertpapiere zu verzichten. Mit einem Sparplan verliert die Frage nach dem richtigen Investitionszeitpunkt an Bedeutung und steht der Anlage nicht im Wege.

Mit Hilfe von Fondssparplänen werden die Schwankungen der Märkte zu Ihrem Verbündeten. Sie sind kosteneffizient, vielseitig und lukrativ, sofern der Fonds zu den Anlagezielen passt. Welche Kriterien zu beachten sind und welche Möglichkeiten ein Sparplan mitbringt, soll nachfolgend beleuchtet werden..

Inhalt:

  • 1. Was ist ein Fonds?
  • 2. Was Fondssparpläne interessant macht
  • 3. Vorteile einer regelmäßigen Sparrate – inkl. Beispiel
  • 4. Welche Renditen sind möglich?
  • 5. Geeignete Anlageziele und praktische Tipps
  • 6. Fazit Fondssparen

Vorschau:

Nachstehend sind die Zinsdifferenzen eines 100€ Sparplanes über einen 25-Jahres-Zeitraum dargestellt.
Die Einzahlungen belaufen sich auf 30.000€. Bei einem jährlichen Zins von 2% (z.B. Tagesgeld) entstehen nach der Zeit gerade einmal 38.850€. Bei jährlich 4% Rendite wären bereits 51.050€ (z.B. Rentenfonds) zu erwarten. Bei einer Durchschnittsrendite von 7% pro Jahr würde ein Fondsvermögen von 78.750€ (z.B. Aktienfonds) angewachsen sein.

Fondsparplan_100_25J._Verzinsungen

„Nur der kann ein großes Vermögen aufbauen, der mit einem kleinen Vermögen beginnt,
vom Erbfall oder Lottogewinn einmal abgesehen.“

06.05.2011 Aus einer aktuellen Studie des DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) und des
IVA (Institut für Vermögensaufbau) geht hervor, dass der überwiegende Teil der aktiv gemanagten  Investmentfonds dauerhaft nicht in der Lage ist besser abzuschneiden als der zu Grunde liegende Index.
Zum Beispiel ist für weltweit anlegende Aktienfonds der MSCI Welt der Vergleichsindex.

Verwunderung kann dieses Studienergebnis unter den regelmäßigen Lesern unserer Webseite nicht auslösen. Im Prinzip beweist diese Studie objektiv die Gültigkeit unseres Leitsatzes.

85% der offenen Investmentfonds sind nicht in der Lage dauerhaft besser abzuschneiden als ihr Vergleichsindex. Kein Grund die erfolgreichen 15% zu ignorieren.

Worum geht es in der Studie?

Die Herausgeber der Analyse überprüften den Mehrertrag von Investmentfonds gegenüber dem Vergleichsindex (Benchmark), nach Abzug der jeweiligen Fondskosten. Untersucht wurden knapp 2.400 Aktien-, Renten- und Mischfonds unterschiedlicher Regionen und Kategorien, die seit mindestens 10 Jahren bestehen.

Es wird darauf verwiesen, das im Betrachtungszeitraum von 10 Jahren nur jeder vierte Fonds besser abschnitt als der Vergleichsindex. Positiv fielen Investmentprodukte für deutsche Aktien auf, bei denen über 10 Jahre immerhin jeder zweite Fonds mit dem DAX mithalten konnte. Über 20 Jahre war nur jeder siebente Fonds dauerhaft in der Lage Mehrwerte zu erwirtschaften, dies entspricht ca. 15% aller Fonds.

Aktive Fondskonzepte besitzen meist den Anspruch mit höherer Flexibilität im Investmentprozess bessere Anlageergebnisse zu erzielen. Die Studie verweist darauf, dass dieser Anspruch häufig in der Theorie stecken bleibt und den Anleger zusätzliche Gebühren kostet, ohne Mehrertrag.

Erwähnt wird auch, dass Anleger zu oft auf Produkte setzen, die Modethemen und kurzfristige Trends aufgreifen, langfristig aber nicht bestehen können. Das Dilemma dabei, die vermeintliche Chance auf schnelle Gewinne wird zum Extra-Risiko. Viele Modelle sind auch binnen kurzer Zeit wieder vom Markt verschwunden.
Es sollte besser auf bewährtes Anlagemanagement zurückgegriffen werden.

Die Herausgeber der Studie: www.dsw-info.de und www.institut-va.de

unsere Anmerkung

Auch auf Seiten der Produktanbieter sollten die Untersuchungsergebnisse zum Nachdenken anregen. Nicht selten hat man den Eindruck, dass fragwürdige Produktkonstrukte oder mangelnde Managementleistungen durch aggressive Marketingmaßnahmen überdeckt werden sollen. Natürlich beißt sich dabei die sprichwörtliche „Katze in den eigenen Schwanz“.

Aktive Fonds können den Index schlagen

Es lohnt sich nach gut gemanagten Fonds Ausschau zu halten, dazu ein Beispiel:

Vergleichszeitraum 10 Jahre, 30.04.2001-30.04.2011:

Aktienfonds weltweit anlegend:      120%   (+8,2% p.a.)
MSCI Welt (Weltaktienindex):          -25%   (-1,8% p.a.)

Dieser Aktienfonds erreichte einen Mehrwert von ca. 10% pro Jahr, während viele andere Fonds nicht in der Lage waren den Index zu übertreffen. Übrigens lassen sich in jeder Kategorie ähnliche Beispiele finden.

aktiver Fonds vs. Index

Fazit für Anleger

Geben Sie sich bei Ihren Anlagen nicht mit durchschnittlichen Fondsprodukten und Pauschallösungen zufrieden, gleich ob sicherheits- oder chancenorientierte, mittel- oder langfristige Ziele dahinter stehen.

Hohe Anforderungen an den Anlageberater sind angebracht. Dieser sollte die nachweislich fähigsten Fonds empfehlen und ein abgestimmtes Anlagekonzept aufzeigen. Dazu bedarf es nicht nur einer langjährigen Erfahrung im Umgang mit den Kapitalmärkten. Ein uneingeschränkter Produktzugang ist eine Grund-voraussetzung. Zwei weitere sind intensive Recherche und tiefere Produktkenntnis als fortlaufender Prozess.

Werden diese Regeln berücksichtigt, sollten unterdurchschnittliche Wertentwicklungen der Vergangenheit angehören. Deshalb sollte diese Studie nicht zur Verurteilung von Fonds herangezogen, sondern Ansporn sein und als Aufforderung zur Qualitätsfindung verstanden werden.

  • unsere Antwort für anspruchsvolle Anleger: der Wave-Fondsfilter – optimale Fondslösungen finden

14.04.2011  In unserer Rubrik Markt-Timing steht eine Investition in Rentenfonds aus dem Dezember 2003 offen. Mit einer soliden Wertentwicklung von 32% schließen wir diese Position. Wir waren von einer günstigen Ausgangslage für die Entwicklung bei globalen Rentenfonds überzeugt. Diese Einschätzung hat sich bestätigt, denn im Umfeld weitgehend niedriger Zinsen in diesem Zeitraum, wurde ein jährlicher Zuwachs von rund 4% realisiert.

Ein direkter Umtausch in ein anderes, aussichtsreiches Investment zwingt sich aktuell nicht auf, deshalb sollte der Erlös dem Cashbestand zufliessen. Damit wird Liquidität geschaffen, bis sich neue Investitionschancen eröffnen.

Begründung

In vergangenen Marktkommentaren wurde bereits mehrfach angesprochen, dass die Risiken bei verzinslichen Wertpapieren zunehmen. Die Situation des Rentenmarktes, speziell in Staatsanleihen, wird unkalkulierbar. Schon seit Monaten sind die Kapitalmärkte mit einer drohenden Zahlungsunfähigkeit von Griechenland und Portugal beschäftigt.

Auch in anderen Ländern wachsen die Staatsverschuldungen weiter an. Dadurch findet eine Marktbeflutung mit neuen Anleihen statt. Die Kapitalmärkte haben bereits eine entsprechend große Menge dieser Papiere aufgenommen und die Verzinsung ist teils unattraktiv niedrig geworden. Vielerorts ist von einer Rentenmarkt-Blase die Rede.

Ob die genannten und andere Staaten künftig in der Lage sind die Zinsen für die aufgenommenen Kredite zu stemmen, bleibt fragwürdig – gerade im Umfeld steigender Zinsen und damit steigender künftiger Zinslasten. Kürzlich hatte die europäischen Zentralbank EZB mit einer ersten Zinsanhebung begonnen. Weitere kleine Schritte werden erwartet.

Steigende Zinsen führen auch auf Investorenseite zu Umschichtungen. Heraus aus den niedrig verzinsten Papieren, hinein in die neuen, höher verzinslichen Anleihen. Dadurch kommen die Kurse der älteren Papiere unter Druck, in der Folge kommt es zu Kursverlusten bei Rentenfonds.

Kürzlich hat einer der größten Anleiheinvestoren der Welt, der Rentenmanager PIMCO, bekannt gegeben, dass man sich vollständig von US-Staatsanleihen getrennt hat. Auch dies ist ein deutliches Zeichen für die Risiken der Rentenmärkte.

Ausnahmen

Einzelne Segmente des Rentenmarktes bleiben interessant, beispielsweise Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen einiger Schwellenländer. Vermutlich können aber auch diese sich von einem allgemein schwachen Rentenmarkt nicht komplett abkoppeln.

23.07.2010 Beginnend mit einer kurzen Halbjahresbilanz, sollen anschließend wichtige Einflussfaktoren für den weiteren Marktverlauf beleuchtet werden. Heiß diskutierte und kritische Aussagen von Finanzmarktexperten stellen die dauerhafte Sicherheit von Geldwerten in Frage. Darauf aufbauend betrachten wir sachwertorientierte Portfoliobausteine, welche nach unserer Meinung Lösungsansätze bieten, wenn es darum geht eine möglichst krisenfeste Anlagestrategie abzustimmen.

Wertentwicklung Aktienindizes im ersten Halbjahr, 01.01.2010 – 30.06.2010:

  • DAX:                                        5.950        0 %
  • Eurostoxx 50:                         2.570    – 15 %
  • US Aktien – S&P 500:              1.040     – 8 %
  • Aktien Weltindex – MSCI:           760     – 8 %
  • Aktien Asien, MSCI Asia:                           3 %
  • Gold in Euro:                           1.014      28 %

Die erste Jahreshälfte 2010 verlief unter überschaubaren Schwankungen, wobei aktuell kein klarer Markttrend vorliegt. Seit Oktober vergangenen Jahres notieren die Indexstände nahezu unverändert. Doch die scheinbare Langeweile trügt. Nach einem positiven Jahresstart, angetrieben durch gute Geschäftszahlen der Unternehmen im ersten Quartal, folgte ein Kursrückgang nahezu aller Aktienindizes im zweiten Quartal. Hauptsächlich ist dafür die Fokussierung auf die Verschuldungsproblematik einiger südeuropäischer Staaten verantwortlich gewesen, allen voran Griechenland. Die Nervosität und die Sensibilisierung für das Thema Staatsverschuldung ist noch immer sehr hoch.

1. Problem Staatsverschuldung

Staaten können durch eine steigende Verschuldung in hohe Zinszahlungen hineingezwungen werden. Auf der Ausgabenseite wachsen die Verpflichtungen schneller als andererseits die Einnahmen. In der Folge kann der Staat seine Handlungsfähigkeit verlieren. Dies hat im schlimmsten Fall die Zahlungsunfähigkeit zur Folge, die Staatspleite.

Der Fall Griechenland ist deswegen so bedeutend, weil das Risiko eines Staatsbankrottes für deutsche Anleger diesmal in greifbarer Nähe stattfindet, ja für so manchen überhaupt erstmalig existent wird. Historisch sind Staatsbankrotte häufiger aufgetreten als Vielen bewusst ist. In den letzten 200 Jahren waren einige Länder sogar mehrfach zahlungsunfähig, wie eine Studie von C.M. Reinhart und K.S. Rogoff aus dem Jahre 2008 aufzeigt. In der Liste der Kandidaten finden sich beispielsweise Spanien, Ungarn, Portugal, Großbritannien, China, Deutschland (Währungsreform 1923, 1948), die DDR, Türkei, Russland und Argentinien (2002).

Staatsbankrott bedeutet nicht den Untergang eines Staates, sondern die Abwertung seiner Schulden und damit die Entwertung des geliehenen Geldes. Es entsteht dadurch die Möglichkeit eines Neuanfangs.

Unter dem Szenario einer Staatspleite würde der Anleger eine direkte Geldentwertung erleiden. Nicht nur der Ausfall von Zinszahlungen sondern langjährige Rückforderungsprozesse des eingesetzten Kapitals gingen stets mit Staatspleiten einher. Der indirekte Weg der Staatsentschuldung, der ebenfalls eine Geldentwertung mit sich bringt, ist die Inflation.

Für alle Anleger in vermeintlich sicheren Staatspapieren heißt das, dass die vermeintlich sicheren Anlagen tatsächlich riskanter sind als geglaubt und größere Risiken verborgen sind. Viele Anlageprodukte im Bereich Rentenfonds und Geldmarktfonds sind in diversen Staatsanleihen investiert. An dieser Stelle ist der Anlageberater gefordert. Es gilt zu prüfen, die Risiken herauszufiltern und zu vermeiden.

Durch die aktuell vielschichtigen Diskussionen über Staatsverschuldung, Währungsrisiken und Abwertungsszenarien wird die Frage der Vermögensaufteilung für den Anleger immer schwieriger zu beantworten. Es bleiben jedoch Anlagemöglichkeiten die helfen, sowohl der direkten als auch der indirekten Geldentwertung entgegenzuwirken. Diese verbergen sich hinter dem Oberbegriff Sachwertanlagen.

2. aktuelle Aussagen und Markterwartungen verschiedener Finanzexperten:

negative Einflüsse:

  • Staaten im südeuropäischen Raum haben zu viele Schulden und zu wenig Wachstum. Mittelfristig kommen große Schwierigkeiten auf diese Staaten zu. Aber auch in Ländern wie USA, GB und Japan schlummern ähnliche Probleme.
  • Zur Gewährleistung der künftigen wirtschaftlichen und politischen Handlungsfähigkeit wären Haushaltssanierungen und die Reduzierung der Staatsschulden notwendig, anstatt weiterer Verschuldung.
    Beispiel: Griechenland wird nicht dadurch geholfen neue Schulden zu den bereits Bestehenden hinzuzupacken. Dies ist zwar kurzfristig eine Unterstützung und dürfte für Beruhigung an den Märkten sorgen, führt aber mittelfristig dazu, dass noch weniger die Chance besteht die Zinslast zu schultern. Nach einiger Zeit wird dies auch wieder klar erkannt und das Spiel beginnt von vorn – aber auf aussichtsloserer Basis.
  • Sparmaßnahmen von Staaten belasten Unternehmen und Verbraucher stärker (durch höhere Steuerabgaben), dies bremst das Wachstum. Jedoch benötigen die Staaten ein Wirtschaftswachstum, um auf Steuererhöhungen verzichten zu können. Diese Problematik stellt eine große Herausforderung dar.
  • Eine solide wirtschaftliche Wachstumsdynamik in Europa und USA ist derzeit nur ansatzweise in Sicht.
  • Die Währungen aller hoch verschuldeten Staaten könnten daraufhin zu weiterer Schwäche neigen, z.B. gegenüber Edelmetallen.
  • Die Situation im Bankensektor ist weiterhin schwierig und wenig transparent. Der aktuell durchgeführte Banken-Stresstest gibt nur bedingt Einblicke in die tatsächliche Verfassung der Branche.

positive Einflüsse:

  • Einen Lichtblick für europäische Unternehmen mit hohen außereuropäischen Exporten bietet der derzeit schwächere Euro (durch verbesserte Wettbewerbsfähigkeit). Dies gilt besonders für das exportstarke Deutschland.
  • Das Wachstum der Schwellenländer in Asien und Südamerika stützt die Weltwirtschaft. Auch wenn in China erste Ermüdungserscheinungen sichtbar werden.
  • Die angelaufene Quartalsberichtssaison der Unternehmen dürfte überwiegend positiv ausfallen, was beruhigend auf die Börsen wirken und die Aktienmärkte stützen sollte.
  • Das aktuelle Umfeld und die Bewertung bei Aktien sind per Definition (KGV) günstig. Qualitätsaktien sind attraktiver als Rentenpapiere, gerade mit Blick auf die Dividendenerträge.
  • Zinsen sind und bleiben sehr niedrig, besonders für Deutsche und US Staatsanleihen. Da die Liquidität wahrscheinlich auch weiterhin hoch bleibt, wird das vorhandene Investitionskapital zur weiteren Nachfrage von Real- und Sachwerten führen.

Fazit

Sehr auffällig ist derzeit dass die Expertenmeinungen nicht nur weit auseinander gehen, sondern teilweise komplett gegensätzlich sind. Während die Einen von einer zweiten Abwärtswelle der Aktienmärkte und von Staatsbankrotten ausgehen, kommunizieren Andere eine bevorstehende Börsenrallye und eine Stabilisierung der Finanzsysteme.

Das insgesamt gemischte Zukunftsbild sollte sich unbedingt in der persönlichen Anlagestrategie wiederspiegeln. Die bewusste Verteilung des Vermögens bietet gute Chancen einem evtl. drohenden Kapitalverlust, aus welcher Richtung auch immer, entgegenzuwirken. Wertestreuung muss gerade in einem Umfeld oberste Priorität besitzen, in dem eine kritische Betrachtung der weiteren Staats- und Wirtschaftsentwicklung notwendig ist.
Es ist Zeit zu prüfen und zu handeln!

So wird auf Seiten der Kritiker häufig von Sachwerten als „Rettungsboot“ gesprochen, vorwiegend von Gold und Immobilien. Das Spektrum ist jedoch noch breiter, mehr dazu finden Sie anschließend unter Punkt 3.

Unser Tipp: Jeder Sachwert sollte auch auf seine Liquidierbarkeit hin überprüft werden, denn in einer Investition „gefesselt“ zu sein, stellt womöglich keine Hilfe in schwierigen Marktsituationen dar.

3. Das wetterfeste Portfolio – Auswege mit Blick auf Sachwertanlagen

  1. Edelmetalle: Anlagen in Gold und Silber stellen einen eigenen Wert dar, unabhängig von allen Papierwährungen. Sie bieten dadurch Schutz vor Währungsrisiken. Die Beteiligung ist sowohl als physische Anlage (in Münzen und Barren), als auch in Form von Minenaktien möglich. Große Goldbarren sind wegen eingeschränkter Liquidierbarkeit eher zu vernachlässigen, echte Münzen können als kleine “Notfallreserve” sinnvoll sein und sind auch offizielles Zahlungsmittel. Fonds die direkt die Goldpreisentwicklung nachbilden sind eine einfache und kostengünstige Investitionsmöglichkeit. Eine Investitionsbeimischung i.H.v. 10% des gesamten Anlagevermögens kann als allgem. Richtwert dienen.
  2. Aktienfonds: Erste Wahl bleiben substanzstarke Aktien in Form von Aktienfonds. Werthaltige Aktien mit soliden Dividenden werden in jedem denkbaren Wirtschaftsszenario einen guten Schutz vor Kapitalverlust bieten, auch wenn die Kurse schwanken. Die Bevölkerungsdichte weltweit wächst und es wird immer Unternehmen geben, die damit Geld verdienen. Agrar-, Nahrungsmittel-, Energie- und Pharmakonzerne erfüllen die menschl. Grundbedürfnisse, unabhängig von Krisenszenarien.
    In bestimmten Fondsanlagen werden auch Absicherungen von Aktieninvestitionen umgesetzt. Für den Anleger komfortabel, denn während man weiterhin im Sachwert investiert bleiben kann, bestehen nur begrenzt Kursverlustrisiken in fallenden Trendphasen. Jedoch ist nicht jeder Aktienfonds geeignet. Wir empfehen Ihnen gern ausgewählte aktiv gemanagte Produkte.
  3. Rohstoffe: Besonders Rohstoffe stellen eine gute Investitionsbeimischung dar (z.B. auch Wald oder Wasser). Gemeinsam mit ökologischen Technologien und der regenerativen Energiegewinnung, trifft man hier die Trendthemen der nächsten Jahrzehnte an.
  4. Immobilien: Die sicherste Immobilie ist wohl das selbstgenutzte, schuldenfreie Wohneigentum. Bei offenen Immobilienfonds bleibt die Lage vernebelt, auch hinsichtlich der bevorstehenden gesetzlichen Regulierung. Die bestehenden Anlagen sollten je nach Produktqualität gehalten werden, für Neuanlagen steht die Ampel derzeit auf Gelb.
  5. Wandelanleihen: Ebenfalls sehr interessant sind Wandelanleihen. Hierbei handelt es sich um eine Art Aktienbeteiligung mit Zinsertrag. Jedoch müssen solide Unternehmen mit zukunftssicheren Geschäfts-feldern zu Grunde liegen. Einige Fonds haben sich auf diese Anlageart spezialisiert und bieten interessante Lösungen.
  6. Fremdwährungsanleihen: Die Streuung in Anleihen von Staaten bei denen ein solider Finanzhaushalt anstatt einer wachsenden Staatsverschuldung vorzufinden ist, kann zur weiteren Erhöhung der Kapitalsicherheit führen. Durch einen soliden Finanzhaushalt verfügt ein Land über die Voraussetzungen einer stabilen Währung. Länder die hierfür in Frage kommen, wären bsw. die Schweiz, Brasilien, Norwegen, sowie einige asiatische Staaten. Auch diese Streuung lässt sich gut mit spezialisierten Investmentfonds umsetzen.
  7. Hedgefonds und Absolut Return Produkte: Auch diese bieten weitere Möglichkeiten zur Risikominderung. Im Vordergrund steht die Zielsetzung der marktunabhängigen Rendite. Besonders wichtig ist es in diesem Segment nur Produkte zu wählen, bei denen die Transparenz und die Historie stimmen.
Bestimmte vermögensverwaltende Fonds ermöglichen mit einem einzigen Fondsinvestment die Streuung in einzelne, mehrere oder auch alle vorgenannten Anlagearten.
Obendrein findet eine professionelle Überwachung und Anpassung innerhalb des Fonds statt.

Jedem Anleger steht eine ganze Palette an Möglichkeiten zur Verfügung, sein Kapital so zu streuen, dass beruhigende Anlagelösungen auch für Krisenszenarien umsetzbar sind. Wir stehen Ihnen als unabhängiger Ansprechpartner mit langjähriger Markterfahrung zur Verfügung und freuen uns, Ihnen individuelle Lösungen anbieten zu können.

16.04.10 Ostern liegt hinter uns, nun tritt die Hauptversammlungs- und Dividendensaison in die heiße Phase. Von April bis Mai berichten 24 der 30 DAX Unternehmen über den Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres. In diesem Jahr bekommen deutsche Aktionäre erstmalig die Gelegenheit, auf der Hauptversammlung auch über die Vorstandsvergütung mit abstimmen zu können, sicherlich eine Maßnahme für mehr Transparenz und Vertrauen.

Die Dividende ist eine jährliche Ausschüttung eines Unternehmens, welches auf diese Weise seine Aktionäre am Unternehmenserfolg beteiligt.

Auf welche Ausschüttungen können sich Aktionäre in diesem Jahr freuen?

Zunächst muss vorangestellt werden, dass 2009 als das Jahr 2 der Krise gilt und die Unternehmensaktivitäten mit einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert wurden. Dennoch sorgten Kosteneinsparungen überwiegend dafür, das die Ergebnisse weniger stark einbrachen als zunächst erwartet.

  • Daimler verkündete auf seiner Hauptversammlung am 14.April, dass in diesem Jahr die Dividende ausgesetzt werden soll. Auch Commerzbank, Infineon und Lufthansa planen keine Ausschüttung.
  • Solide Dividendenerträge jenseits der 4% sollen bei BASF, Dt. Post, EON und RWE fließen.
  • Bei einigen Unternehmen wird prognostiziert, dass die Dividende gegenüber 2009 sogar gesteigert wird, so z.B. bei Allianz, Fresenius und bei der Münchner Rück.

Die durchschnittliche DAX – Dividendenrendite soll in 2010 bei gut 3% liegen und damit deutlich über den Verzinsungen für sichere Staatsanleihen und Festgelder.
Ein Festgeld über 1 Jahr bringt derzeit eine Verzinsung von ca. 1%, für 5 Jahre Festgeld gibt es ca. 2,5% Zinsertrag, erst für 10 Jährige Festgelder bekommt man ebenfalls um 3%.

  • Allen DAX Unternehmen voran steht seit Jahren die Ausschüttung der Deutschen Telekom, beim derzeitigen Kurs von rund 10€ je Aktie werden hier die Anleger mit rund 7% Dividendenrendite beglückt. Wobei diese kein Aufruf für die T-Aktie ist.

Ein Dividendenertrag von 7% pro Jahr bedeutet rechnerisch, dass nach 14 Jahren Anlagedauer allein durch diese Ausschüttung das angelegte Kapital zurückgezahlt ist, zusätzlich zur Kursentwicklung. Sicher kann dies nicht als Maßstab betrachtet werden, dennoch sind weltweit eine Vielzahl von Unternehmen mit ähnlich hohen Dividendenzahlungen zu finden.

Der Anteil der Dividende am langfristigen Anlageerfolg ist deshalb nicht zu unterschätzen.
„Ein Dividendenfonds ist nicht so sexy wie ein BRIC-Fonds, aber die Strategie steht für stabile und nachhaltige Erträge bei geringerem Risiko. Denn langfristig können die Dividenden rund 50 Prozent der Aktiengewinne ausmachen“, hebt die Managerin eines Dividendenfonds hervor „es geht um die Balance aus Dividende und qualitativem Wachstum.“

Damit Sie nicht selbst auf die komplexe Suche nach Einzeltiteln gehen müssen, empfehlen wir Ihnen die besten globalen Dividendenfonds von erfahrenen Fondsmanagern, für Ihren Depotzuwachs. Kontakt aufnehmen

Willkommen in 2010, ein neues Jahrzehnt bricht an. Zur Einstimmung wagen wir einen kritischen Blick in die zurückliegende Dekade. Wir wollen speziell die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes anhand des DAX aufgreifen und anschließend näher auf Investmentstrategien eingehen, mit denen Mehrwerte erzielbar waren.

  • Welche Entwicklung durchlief der DAX / deutsche Aktienfonds?
  • Welche Rolle spielt antizyklisches Investieren?
  • Aktiv oder passiv gemanagte Fondsprodukte?
  • Der ideale Anlageberater? – ein praktischer Unterschied

Börsenbrief 01/2010:  Rückblick auf des abgelaufene Börsenjahrzehnt

14.12.2009 Unsere Betrachtung zu den Kapitalmärkten vom 21.10.09 hat sich eigentlich kaum verändert. Der DAX vollzieht seit Oktober eine seitwärts gerichtete Bewegung innerhalb einer recht geringen Schwankungs-breite, sodass die weitere Entwicklung nach wie vor nicht entschieden ist. Ein Nachlassen der Handelsvolumen an den Börsen veranlasst zur Einschätzung, dass den aktuellen Tagesbewegungen, hinsichtlich der weiteren Trendfindung, keine zu große Bedeutung gegeben werden muss.

Während der Goldpreis seit Oktober unter größeren Schwankungen weiter zulegen konnte, ist beim Ölpreis eine stetig fallende Tendenz zu beobachten. Unserer Ansicht nach, deutet dies auf eine allgemein skeptischere Betrachtung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung hin. Ob die Aktienmärkte in freudiger Erwartung einer wirtschaftlichen Erholung schon zu weit gestiegen sind, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

  • Unterdessen haben wir uns, mit einem Augenzwinkern, Gedanken darüber gemacht, ob es Gemeinsamkeiten zwischen den Entscheidungen in der Weihnachtszeit und dem Verhalten bei Geldanlagen gibt? Lesen Sie weiter in unserem Weihnachts-Spezial-Newsletter.

Im Rückblick Börsenjahr 2008 gehen wir auf folgende Themen näher ein:

  • Übersicht allgemeine Wertentwicklung von Investmentfonds, kurz-, mittel- und langfristig vs. Sparbuch
  • Rückblick auf 2008 / unser Handeln im Rückspiegel + Mehrwert durch antizyklisches Anlegen
  • Inflation, Geldwert vs. Sachwert

13.02.09 unser Kurzbericht vom diesjährigen Fonds Professionell Kongress 2009 in Mannheim, der Fachmesse im Investmentfondsbereich
>Hier unser Eindruck<, Weitere Informationen und Bilder vom Fondskongress finden Sie unter www.fondsprofessionell.de

In unserem Newsletter 01/2008 gehen wir auf folgende Themen näher ein:

  • Rückblick 2007 / Chancen und Risiken für 2008
  • Abgeltungssteuer – überlegtes Handeln bringt den größten Vorteil, nicht die schönste Werbung
  • Anlageverhalten der Deutschen – normales Anlegen bringt nur normale Ergebnisse
  • Was mit Investmentfonds möglich ist und warum eigentlich in Fonds investieren

03.01.2005
Im 2. Halbjahr 2004 nahm die W.A.V.E. GmbH am Wettbewerbe zum „Finanzberater des Jahres 2004“ teil, welcher von der Zeitschrift Euro-FINANZEN und mehreren namenhaften Veranstaltern, im Zeitraum vom 01.07.04 bis 31.12.04, durchgeführt wurde.

Zwei Teilwettbewerbe bestimmten das Gesamtergebnis

Zum Einen ein Depotwettbewerb, in welchem virtuelle 500.000€ in Investmentfonds so gemanagt werden sollten, dass eine möglichst schwankungsarme und doch hohe Wertentwicklung zustande kommt. (hohes Sharpe-Ratio)

Zum Zweiten ein anspruchsvoller Wissenswettbewerb. Hier musste jeden Monat ein Fragebogen beantwortet werden, dabei wurden alle Bereiche der Finanzwelt abverlangt, z.B.

  • Versicherungen und Steuern,
  • Beteiligungen,
  • mathematische Aufgabe,
  • Kapitalmarkt – Kenntnissen.
  • gesetzliche Rahmenbedingungen und bevorstehende Änderungen

Das Teilnehmerfeld bestand aus rund 830 Bankberatern, Versicherungsmaklern und Vermögensverwaltern, und ist als sehr anspruchsvoll einzustufen. In den Zwischenwertungen, welche in der Zeitschrift FINANZEN monatlich nachgelesen werden konnten, erzielten wir mehrfach Top Ten Platzierungen in Depot und Gesamtwertung.

Unsere Endperformance im Depotwettbewerb liegt mit + 8,2 %, bei sehr gleichmäßigem Verlauf, ebenfalls im Spitzenfeld. (zum Vergleich: DAX im 2.Hj 2004 + 4,8 %)

Wir konnten somit dazu beitragen, dass es auch Teilnehmer aus den Neuen Bundesländern, auf einem Niveau mit dem doch überwiegend Westdeutschen Spitzenfeld, aufnehmen können. Ein genauerer Bericht erfolgt im EuroWirtschafts Magazin 02/03 2005, ab 16.02 im Zeitschriftenhandel.