Neulich beim joggen, ungefähr auf der Hälfte der Laufstrecke, wurde es plötzlich luftig am Fuss. Die erste Vermutung war, dass wohl der Schnürsenkel gerissen sein musste. War er aber nicht, eine Halterung des Schnürsenkels war gerissen.

Folglich mache ich mich kurz darauf ans Werk und stöbere, mit klaren Vorstellungen, im Internet nach neuen Laufschuhen. Einige Webseiten und Listen mit mehr oder weniger umfangreichen Beschreibungen später, realisiere ich wieder einmal, das Internet … oder: Die Vielfalt der Möglichkeiten … falsch zu liegen!

Letztlich entschied ich mich für den Besuch im Laden, um die Schuhe anprobieren zu können. Währenddessen erhielt ich eine freundliche Beschreibung mit Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Modelle, sowie praktische Tipps dazu. Mit zufriedenem Eindruck und passenden Schuhen verabschiedete ich mich von der netten Verkäuferin. Problem gelöst, in rund 20 Minuten.
Oder anders formuliert: Fachboutique statt Internet, zumindest bei wichtigen Dingen.

Wie verhält es sich bei der Geldanlage, wie verhält es sich bei Investmentfonds?

Nach der Datenbank eines bekannten Fondsrating-Dienstleisters gibt es in Deutschland derzeit ca. 10.000 staatlich zugelassene Investmentfonds, in welche man als Privatanleger investieren kann. Je nachdem bei welcher Bank das Fondsdepot lagert, schrumpft die Zahl der verfügbaren Produkte. Bei einer marktnah agierenden Depotbank kommen wir auf ca. 7.200 Fonds in 200 Kategorien und Unterkategorien.

Als Anleger und auch als Berater wird bereits an diesem Punkt eines offensichtlich: Wenn man sich auf die Schnitzeljagd begibt, um die wenigen dauerhaft überdurchschnittlichen Fonds zu finden, gibt es eine Menge Daten auszuwerten. Denn eben dies ist die Aufgabe eines anspruchsvollen Fonds-Anlageberaters. Er muss die Möglichkeiten kennen, mit denen er dann Antworten auf die Bedürfnisse des Anlegers zusammenpuzzeln kann.

Genau hierin sehen wir seit nunmehr über 15 Jahren unsere Stärke. Unseren Selektionsprozess verbildlicht der eigens entwickelte WAVE-Fondsfilter. Daraus entspringt der Leitspruch:

85% der offenen Investmentfonds sind nicht in der Lage dauerhaft besser abzuschneiden als ihr Vergleichsindex. Kein Grund die erfolgreichen 15% zu ignorieren.

Hand-verlesen

Nachfolgend geben wir 5 wertvolle Tipps für Anleger, die Ihnen helfen grobe Fehler in der Anlagestrategie zu vermeiden:

  • Kombinieren Sie verschiedene Anlagearten, Strategien und Managementansätze miteinander, sodass der Mehrwert im Durchschnitt entsteht. Verschiedene Marktphasen sorgen dafür, das mal die eine und mal die andere Herangehensweise besser funktioniert.
  • Hat man nach intensiver Suche einen guten Fonds für ein Thema gefunden, muss man ihm Zeit geben seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Wer den Markt langfristig schlagen will, muss eigene Wege gehen, sodass er nicht zu jedem Zeitpunkt an der Spitze stehen kann. Letztlich investiert der Fondsanleger in nichts anderes, als in die Fähigkeit des Managments.
  • Disziplin ist das wahrscheinlich wichtigste Kriterium für den Anlageerfolg. Zu kurze Betrachtungszeiträume sind ebenso ein Feind des mittel-langfristigen Erfolges, wie die Fixierung auf Einstiegsmarken. Der Markt interessiert sich nicht für Ihren Einstiegspunkt, funktioniert aber nach bestimmten Grundprinzipien, die sich in Zyklen wiederholen.
  • Gier und Angst sind die Haupttreiber der Börsen. Je nachdem welche Seite die Oberhand gewinnt, bewegt sich der Markt in die entsprechende Richtung. Seien Sie bestrebt antizyklisch zu handeln, also gegen die vorherrschende Marktstimmung, und bleiben Sie geduldig.
    Das heißt nicht etwa auf erfolglose Trends zu setzen. Das heißt jedoch sehr wohl, nicht der Masse hinterher zu laufen. Themen die gerade in jedermanns Munde sind oder die in der Presse besondere Aufmerksamkeit erhalten, sollten Sie für Neuanlagen ignorieren. Schauen Sie über den Tellerand hinaus, nach vergessenen, unterschätzten oder zeitweise unbeliebten Themen. Der aufmerksame Investor interessiert sich für alles, um dann entscheiden zu können wo sich Chancen eröffnen, weltweit.
  • Zeit ist Geld. Häufiges handeln, also einer Investmententscheidung zu wenig Zeit einzuräumen, führt meist zu Verlusten. Ebenso das zu lange festhalten an erfolglosen Anlageideen. Hier hilft nur eine Fähigkeit wirklich weiter, die erst mit der Zeit Ihren Einfluss entfalten kann: die Erfahrung.

Fazit: Es ist wichtiger denn je sich um sein Geld zu kümmern. Wer nicht die notwendige Zeit oder das Interesse aufbringen kann, wird es in Zeiten abhanden gekommener Zinsen schwer haben, sein Kapital zu erhalten oder gar es zu vermehren.

    Ein Spekulant ist der, der alles auf eine Karte setzt, auch wenn es sich um das Sparbuch handelt.

Die Entwicklungen der letzten Wochen haben wieder für spannendere Börsen gesorgt. Der kurze und heftige Rücksetzer einiger Aktienindizes im Oktober hat viele aus dem „Sommerschlaf“ aufgeweckt. Kräftige Bewegungen zeigten sich auch bei einigen Rohstoffen und Währungen, auf zwei Beispiele und deren Bedeutung möchten wir im Nachfolgenden näher eingehen.

Mittlerweile hat der Großteil der Aktiengesellschaften die Zahlen zum 3.Quartal veröffentlicht. Überraschungen gab es dabei nur wenige. In der Summe lagen die Ergebnisse überwiegend im Rahmen der Markterwartungen.

Sinkender Ölpreis, stärkt die Wirtschaft

In der ersten Jahreshälfte hielt sich der Ölpreis (Brent) in einem engen Korridor um 105 USD/Fass auf. Mit Beginn der zweiten Jahreshälfte kam es zu einem stetigen Abwärtstrend. Aktuell notiert das Öl um 80 USD/Fass.
Experten führen die höhere Förderung der Amerikaner im eigenen Lande, durch die so genannte „Fracking-Methode“, als eine wesentliche Ursache an. Eine weitere Rolle dürfte der Rückzug von Spekulanten spielen, die durch den Verkauf ihrer Positionen für zusätzlichen Preisdruck gesorgt haben.

  • Daraus ergibt sich ein positiver Effekt für Unternehmen, denn ein fallender Ölpreis bedeutet eine direkte Entlastung der Energiekosten. Diese Entlastung dürfte den Bilanzen vieler Aktiengesellschaften bereits im nächsten Quartal zu gute kommen und Rückenwind für die Aktienmärkte geben.

Schwächerer Euro, hilft Europas Unternehmen

Das die Wirtschaft in der Eurozone nicht so recht anspringt, wird auch durch aktuelle Konjunkturzahlen belegt. Doch die europäische Zentralbank legt sich mächtig ins Zeug. Sie versucht mit Zinssenkungen (Juni und September 2014, EZB Leitzins derzeit 0,05%) und weiteren Ankündigungen einer lockeren Geldpolitik die Euro-Konjunktur anzukurbeln.
Anders zeigt sich die US-Wirtschaft immer stärker, zum Beispiel sinkt die Zahl der Arbeitslosen, sodass die US-Notenbank plant, die Zinsen anzuheben. Die Marktteilnehmer reagieren seit einigen Monaten auf die Verschiebung der Verhältnisse. Im Ergebnis fiel der Euro gegenüber dem US-Dollar in den letzten 6 Monaten um rund 10%, von 1,37 auf aktuell 1,24 Euro/USD.

  • Für exportstarke europäische Unternehmen die ausserhalb des Euroraumes aktiv sind verbessert sich die Wettbewerbssituation. Besonders deutsche Unternehmen, die in einigen Bereichen als Weltmarktführer gelten, dürften sich über die Währungsentwicklung freuen.

Fazit für Anleger

Sowohl die Entwicklungen auf der Währungsseite, mit dem Egebnis eines schwächeren Euro, als auch der fallende Ölpreis sind gute Nachrichten für die Aktienmärkte. Speziell in Europa. Zwar muss dies nicht unmittelbar zu steigenden Kursen führen, jedoch wird die Substanz und die Attraktivität von Aktien unterstrichen. Denn: die Unternehmenszahlen der kommenden Quartale bieten Potential für Gewinnsteigerungen.

Insgesamt sind das gute Nachrichten, die Anleger zu einer höheren Positionierung in Aktienfonds ermutigen können. Welche Fonds zu Ihren Vorstellungen passen? Wir geben Antworten im persönlichen Gespräch.

Im September stieg der Optimismus vieler Anleger noch einmal, die US-Aktienmärkte verzeichneten neue historische Höchststände. Nun dreht der Trend scheinbar schlagartig? Der Oktober gilt als der am meisten gefürchtete Börsenmonat und trägt den Ruf als potentieller „Crashmonat“. Dies erhöht die Sensibilität kurzfristig agierender Marktteilnehmer derzeit zusätzlich.

Europa hinkt schon länger

Im Gegensatz zu den amerikanischen Börsen konnte der deutsche Aktienmarkt bereits seit einigen Monaten nicht mehr Schritt halten. Warum? Der deutsche Aktienmarkt wird überwiegend von ausländischen Investoren dirigiert. Deutsche Anleger besitzen nur rund ein Drittel der DAX – Aktien. Nach unserer Auffassung war an der Schwäche des deutschen Aktienmarktes bereits seit einiger Zeit eine Tendenz zu beobachten, dass Investoren von ausserhalb des Euroraumes europäische und damit auch deutsche Aktien verkaufen. Einserseits weil der schwächere Euro deren Wertentwicklung schmälerte, andererseits weil sich die Konjunkturdaten der Eurozone zuletzt eintrübten (siehe Börsenkommetar vom 20. August „Ukrainekrise schwächt Europas Wirtschaft“).

Weitere Unsicherheitsfaktoren

Nun sind einige „kleinere“ Krisenherde, wie die Unruhen in Hongkong, die IS-Kampfhandlungen in Syrien und Ebola-Befürchtungen hinzugekommen. Wenn man die Faktoren einzeln betrachtet, würden daraus eher weniger negative Einflüsse auf die globale Wirtschaft hervorgehen. Zusammengenommen führen sie jedoch zur Verunsicherung hinsichtlich der Wachstumsaussichten und eben das ist es, was die Märkte zunächst interessiert: negative wirtschaftliche Folgen. Bisher hatten die Börsen dies weitestgehend ignoriert. Im Ergebnis reagieren die Marktteilnehmer nun im Gleichschritt auf die Nachrichten, alle strömen in Richtung Ausgang. Die Tür wird zu eng (hohes Angebot trifft auf geringe Nachfrage) und die Kurse fallen.

Börsen reagieren nervös

In solchen emotional getriebenen Marktphasen kommt es häufig zu Übertreibungen. Das Unterschreiten bestimmter Kursmarken führt dabei automatisch zu weiteren Verkäufen, weil z.B. computergesteuerte Handelsprogramme auf bestimmte „charttechnische Signale“ programmiert sind. Neue Gründe benötigt es keine, allein die Kursveränderungen genügen. Nicht selten springt der Markt dann hektisch in die eine oder andere Richtung. Hinterherlaufen macht oft wenig Sinn.

Natürlich ist es sehr schwierig, kurzfristige Bewegungen der Aktienmärkte vorherzusagen oder zu antizipieren. Wichtig ist es für jeden Anleger, sich in seiner zurechtgelegten Anlagestrategie nach der stimmigen Substanz seiner Investitionen zu fragen. Dies gilt aber im Prinzip zu jedem Zeitpunkt. Die Schwankungen der Märkte sollten keine echte Überraschung darstellen.
Nach einer fast dreijährigen Phase überwiegend steigender Kurse – man könnte dies mit einem Einatmen des Marktes gleichsetzen – folgt derzeit ein Ausatmen. Sicherlich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich hierin auch Chancen eröffnen, günstiger in den Markt einsteigen zu können.

Fazit, die Substanz entscheidet

Fundamental hat sich in den letzten Wochen nicht viel geändert. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen sind die Aktienmärkte nicht überbewertet. Der Oktober-Effekt spielt besonders für die „Marktpsyche“ eine gewichtige Rolle.
Ein guter Orientierungspunkt für die Marktbewertung sind die tatsächlichen Unternehmenszahlen in der bereits laufenden Q3-Berichtssaison, sowie deren Geschäftausblicke. Diese Vorgaben sind weniger emotional und damit aussagekräftiger für den weiteren Verlauf.

Es wäre schon bemerkenswert, wenn ein Land binnen 13 Jahren zwei mal seine Zahlungsunfähigkeit erklären muss. Vor allem deshalb, weil die Auswirkungen der ersten Staatspleite nun die Zweite verursacht hätten.

Wir möchten zunächst die Hintergründe der Situation im Lande des Fussballvizeweltmeisters kurz skizzieren, um anschließend einen Blick darauf zu werfen, wie die Bürger auf die Probleme ihres Landes reagieren.

Argentinien am Rande der Zahlungsunfähigkeit

Bereits seit Monaten spitzt sich die Lage immer weiter zu. Ein amerikanischer Hedgefonds nutzte die Argentinien Pleite im Jahre 2001/2002 aus und kaufte sich in billigen argentinischen Staatsanleihen ein. Diese Papiere waren nach US-Recht begeben worden. In 2012 klagte der Hedgefonds Verzinsungsansprüche der letzten 10 Jahre erfolgreich vor einem amerikanischen Gericht ein. Das Ersuchen des vom Bankrott bedrohten Landes, auf diese Zinsen zu verzichten, blieb erfolglos.

Derzeit forscht die Regierung nach Möglichkeiten die Insolvenz abzuwenden. Eigentlich verfügt das Land über ausreichend Kapital um seine laufenden Staatsschulden zu bedienen. Die Altlasten kann man jedoch nicht stemmen. Man müsste dem Gleichbehandlungsprinzip folgend, allen damaligen Staatsanleihebesitzern Zinsen nachzahlen.

Damit noch nicht genug. Problematisch sind auch die Verhältnisse im Land. So erschwert Korruption eine wirtschaftliche Stabilität und hohe Inflation sorgt für ständig steigende Preise. Es wird von einer Inflationsrate von fast 30% auf Jahressicht berichtet. Die Bevölkerung sieht die Schuld in der Staatsführung, andauernde Proteste und Unruhen sind die Folge. Die Währung, der Argentinische Peso, schwächelt erheblich und trägt damit zusätzlich zur Schwächung der Wirtschaft bei. In den letzten fünf Jahren hat der Argentinische Peso gegenüber dem Euro um rund 50% abgewertet, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

ArgPeso_vs_Euro_5Jahre_092014

 Grafik-Quelle: comdirect.de; Währung: Argentinischer Peso vs. Euro 5 Jahre, per 29.09.2014

Bevölkerung flüchtet in Aktien

Aus Protest und vor allem aus Angst vor dem Verfall der Guthaben (im Falle der Staatspleite), bringen die Bürger ihr Geld in Sicherheit, indem Sie in Sachwerte, in heimische Aktien flüchten. Motto: Unternehmensbeteiligungen statt Bankguthaben, lieber in Unternehmen investieren die Werte besitzen, als in einen verschuldeten Staat, der seine Schuldzinsen nicht mehr bedienen kann.
Mit Spannung war seit Ende 2012 zu beobachten, dass der argentinische Aktienindex zu steigen begann und binnen 2 Jahren eine Versechsfachung des MERVAL (der argentinische DAX) erreicht hat:

Merval_5Jahre_09.2014
Grafik-Quelle: comdirect.de; Aktienindex: Merval, 5 Jahre, per 29.09.2014

Argentinien ist weit weg?

Im südamerikanischen Land treffen viele Probleme zusammen. Einige Grundzüge dessen was dort geschieht, wurde von „Untergangspropheten“ auch als drohendes Szenario der Eurozone, in Zeiten der Eurokrise angeheftet. Sicherlich ist dies nur schwerlich vorstellbar. Aber die Mischung aus Staatsschuldenkrise, Wirtschaftskrise, Währungskrise und Inflation ist durchaus im Vokabular der Notenbanken weltweit, als zu bekämpfende „gespenstische Bestie“ vorhanden. Deshalb reicht es nicht, die argentinischen Entwicklungen einfach als absurden Ausnahmezustand wegzuwischen. Man sollte durchaus Überlegungen anstellen, welche Auswege in der Anlagestrategie zur Verfügung stehen. Die Zukunft gehört denen, die sich vorbereiten und die Palette der Möglichkeiten kennen.

Fazit

Argentinien kämpft mit vielen Problemen, im eigenen Land und außenpolitisch sogar um das eigene Land. Die Flucht des Geldes in Sachwerte (in den Aktienmarkt), zeigt eine Möglichkeit die künftig auch anderswo Nachahmung finden könnte. Und zwar dann, wenn steigende Staatsverschuldung, niedrige Zinsen und steigende Inflation aufeinander treffen und das Geldguthaben der Bürger entwerten.

Europas Börsen starten mit Kursabschlägen ins zweite Halbjahr. Zuvor führte die gute Börsenstimmung zu neuen Höchstständen im mittelfristigen Aufwärtstrend. Nun Sorgen die Konflikte im Nahen Osten und besonders in Osteuropa für Verunsicherung.

Sanktionen gegen Russland belasten Europas Börsen

Vor sechs Monaten begann die Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine. Während anfänglich noch die Hoffnung auf eine schnelle Einigung vorherrschte und die Börsen kaum davon beeinflusst wurden, haben sich die Fronten seither deutlich verhärtet. Spätestens mit dem „versehentlichen“ Abschuss einer zivilen Luftmaschine über dem Kriegsgebiet (17.Juli), gewann der Konflikt an Bedeutung für den Rest der Welt.

Da auf Gesprächsebene keine politische Annäherung im Bereich des Möglichen lag, reagierte die EU Anfang August mit verschärften Sanktionen gegen Russland. Hierbei wurden verschiedene Maßnahmen beschlossen.
Die politischen Entscheidungen ziehen nun direkte Auswirkungen im Handel mit Russland nach sich.
Weil die deutsche Wirtschaft in bestimmten Branchen gut mit den russischen Märkten verflochten ist, leiden einige Unternehmen direkt unter den Handelsbeschränkungen. So sind zum Beispiel die deutsche Einzelhandelskette Metro, der Sportartikelhersteller Adidas oder der Stahlkonzern Rheinmetall direkt betroffen. Die Aktienkurse der Unternehmen gaben daraufhin deutlich nach.

Russland reagierte am 7. August auf die EU-Sanktionen und will künftig die Einfuhr von Agrarprodukten aus Europa durch stärkeren Eigenanbau ersetzen. Darüber hinaus gibt es Spekulationen darüber, dass weitere Handelsbarrieren in anderen Branchen drohen. Derartige Unsicherheiten veranlasste einige Marktteilnehmer ihre Investitionen zunächst zurückzufahren.

Fazit Europa

Die Unsicherheiten über den weiteren Verlauf des Konfliktes Ukraine vs. Russland, sowie die gegenseitigen Sanktionsmaßnahmen Russland vs. Europa und deren wirtschaftlich schwer kalkulierbare Folgen, führten zu Kursabschlägen an den europäischen Börsen. So gaben DAX und Eurostoxx50 bis zu 10% nach.

Welchen Einfluss diese Entwicklungen letztlich auf die europäische Wirtschaft haben, kann derzeit nur spekuliert werden. Jedenfalls trifft die Ukraine-Problematik die europäische Wirtschaft in einer Phase der Erholung und stellt einen potenziellen Dämpfer für den allseits erhofften Aufschwung Europas dar.

US-Börsen stabil, Asien rückt ins Blickfeld

Die US-Märkte zeigen sich nach wie vor relativ unbeeindruckt vom geopolitischen Umfeld. Die Korrektur in Dow Jones und S&P 500 fiel mit rund 3% vom Höchstkurs wesentlich geringer aus als in Europa. Grund hierfür sind auch die soliden Quartalsergebnisse, welche US-Unternehmen für das zweite Quartal überwiegend berichteten.

Aktuell zeigen die asiatischen Börsen relative Stärke. Es wäre denkbar dass die Investoren die ihr Kapital derzeit in Europa abziehen, dies sind vor allem global ausgerichtete Fonds, ihre Gelder in Asien investieren, sodass einige fernöstliche Börsen derzeit attraktiv erscheinen. Während die Aktienmärkte in Europa und USA in den letzten 4 Wochen nachgaben, konnte die Börse in Hongkong um rund 10% zulegen.
Wir haben einige aussichtsreiche asiatische Fonds ausfindig gemacht.

Zudem haben einige Schwellenländer in den letzten Jahren wegen hoher Kapitalabflüsse weniger gute Anlageergebnisse erzielt und geraten nun wieder zunehmend ins Blickfeld der Investoren.

  • Der Blick für`s Ganze ist entscheidend

Die Überlegungen darüber, welche regionalen Aktienmärkte attraktiv oder weniger attraktiv sind, stellen natürlich nur eine taktische Komponente in der Anlageplanung dar. Viel wichtiger ist die bedarfsgerechte Ermittlung der individuellen Anlegerziele und -wünsche, sowie eine darauf aufbauende Festlegung der Risikotoleranz. Nur so kann eine geeignete Zusammensetzung eines Anlageportfolios entstehen, die eine strategische Gewichtung der verschiedenen Anlageklassen beinhaltet. Die Veränderungen von Aktienmarkt-favoriten finden dann innerhalb des ermittelten Aktienfondsanteils statt.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Zeitungsartikel, die in den Jahren 2011 und 2012 die Rekordstände des Goldpreises begleiteten? Seither ist es wesentlich ruhiger um das Edelmetall geworden. Kommt nach dem Rückgang jetzt der nächste Aufschwung?

In den Jahren 1999-2002 vollzog der Goldpreis eine Bodenbildung bei unter 300 USD/Unze ($/Oz). In den Folgejahren kletterte der Kurs erst gemächlich, dann in einer immer steileren Kurve aufwärts. Im September 2011 wurde das Allzeithoch bei 1.920 $/Oz erreicht. Nicht wenige Experten riefen zu dieser Zeit euphorische Kursziele von 2.500-5.000 $/Oz aus.
Viele Marktteilnehmer die damals hoffnungsfroh für den Goldpreis waren, haben ihre Meinung und ihre Positionierung zwischenzeitlich deutlich verändert.

Gold – kein einfaches Investment

Die Einflüsse die den Goldpreis bewegen sind zu jeder Zeit komplex. Dabei spielen Zinsentwicklungen, Wechselkursbewegungen, Besteuerung des Goldes, politische Risiken, Staatsverschuldungen, Positionierung der Notenbanken und viele weitere Punkte ineinander. Nach unserer Meinung lässt sich im aktuellen Umfeld eine gewisse Stabilisierung in der Kursentwicklung erkennen.

Wir möchten jedoch keine Gesamtanalyse ausgeben, sondern zwei Einflüsse näher beleuchten, die auf den Kurs wirken. Dazu möchten wir das Anlegerverhalten am Beispiel der Volumenentwicklung des SPDR Gold Trust und den saisonalen Jahresverlauf des Goldpreises veranschaulichen.

1. SPDR Gold Trust – der größte Goldfonds

Der SPDR Gold Trust ist der größte und bedeutendste Goldfonds. Möchte ein institutioneller Investor an der Entwicklung des Goldpreises partizipieren, findet er hierin einen geeigneten Weg. Während der Gold Trust Fonds im Dezember 2012 noch rund 1.350 Tonnen Gold repräsentierte, sind es derzeit knapp 800 Tonnen. Gleichzeitig verlor Gold über 30% an Wert.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung des Goldpreises und die Volumenentwicklung des SPDR Gold Trust, im gleichen Zeitraum. Die starken Zuflüsse in diesen Goldfonds, von 2007 bis 2010, trugen zu den Kurssteigerungen des Goldpreises bei. Seit Dezember 2012 hat sich das Volumen des Fonds um 40% verringert. In den letzten sechs Monaten halten Zu- und Abflüsse ungefähr die Waage. Hieran lässt sich eine deutliche Beruhigung der vorherigen Gold-Spekulation und eine Stabilisierung auf aktuellem Niveau ablesen. Die Beobachtung der SPDR – Kapitalströme wird auch in der weiteren Einschätzung des Goldpreises zur besseren Orientierung beitragen.

Goldpreis vs SPDR Goldfund_2007-2014

Datenquelle: Data SPDR Gold Trust US, 07.2007-07.2014

2. Saisonaler Verlauf spricht für Stärke bei Gold im 2. Halbjahr

Der saisonale Chart stellt den Preisverlauf innerhalb des Jahres, aus der Historie der letzten 30 Jahre, in einer komprimierten Statistik dar. Während im ersten Halbjahr zumeist seitwärts gerichtete Schwankungen zu beobachten waren, konnten die Kurse im zweiten Halbjahr oftmals zulegen. Ein Grund ist z.B. die erhöhte Nachfrage aus Indien. In den Herbstmonaten steht dort die so genannte Hochzeitssaison bevor und damit verbunden der Kauf von Goldgeschenken. Ebenso begründet die erhöhte Nachfrage nach Schmuck in der Weihnachtszeit diesen Saison-Effekt.

GOLD_Saisonal_30J

Datenquelle: www.seasonalcharts.com

Ein wichtiger fundamentaler Aspekt für Gold, ist das mittlerweile erreichte Niveau der Verschuldung der Staaten, welches auf nie dagewesene Dimensionen angeschwollen ist und keine historischen Vergleiche mehr ermöglicht. Gold steht der Geldmengenausweitung der Notenbanken als einer der wenigen echten Werte gegenüber. Dies spiegelt sich beim aktuellen Goldpreis nicht entsprechend wieder.

Fazit:

Beinahe 3 Jahre liegt der Höchstand im Gold zurück. Heute notiert das Edelmetall bei 1.320 $/Oz. Das allgemeine Sentiment und die vorherrrschende Markterwartung zu Gold sind eher negativ.

Wir sehen Gold derzeit als antizyklische Chance (Anlage entgegen der vorherrschenden Marktmeinung) und als wertvolle Beimischung in einem breit gestreuen Anlageportfolio. Vorstellbar sind zunächst Kurse bis 1.550 $/Oz. Sollte der Kurs unter 1.200 $/Oz fallen, wäre das positive Szenario erst einmal hinfällig.

Wir hatten im Jahr 2002 bei Kursen um 300 $/Oz erstmals auf Gold gesetzt. Unsere langfristige Goldposition hatten wir im Dezember 2012 halbiert, bei Kursen um 1.800 $/Unze. Nach dem Preissturz um rund 30%, halten wir das Edelmetall nun wieder für Zukäufe interessant. Zum Einen weil die einstige Euphorie in Enttäuschung umgeschlagen ist, d.h. auch, wer verkaufen wollte hat bereits verkauft. Zum Anderen würden steigende Kurse für Überraschung sorgen und wieder neue Zukäufe anlocken. Der saisonale Faktor kommt begünstigend hinzu.

Längst haben wir uns an die Vorteile der Globalisierung gewöhnt. Bekleidung kommt oft aus Indien, Bangladesh oder der Türkei. Schuhe werden zumeist in China gefertigt, egal welche Marke darauf haftet. Laut einer Branchenanalyse werden 90% der weltweit verkauften Schuhe in Asien hergestellt. Fernseher, Monitore und Computer stammen häufig aus Südkorea oder Taiwan. Immer weniger der Verbrauchsgüter und Waren die wir kaufen, werden in Deutschland oder Europa produziert.

Der globale Wettbewerb um den Verbraucher

Die Ursache für diese Entwicklung ist den meisten bewusst, es sind die günstigen Produktionmöglichkeiten in Ländern mit billigen Arbeitskräften. Der Wettbewerbsdruck ist groß und Trends sind schnellebig. Wurde von deutschen Herstellern vor einigen Jahren noch auf günstige Produktionsstätten in Polen und Tschechien ausgewichen, hat sich der Schwerpunkt der Güterproduktion in nur wenigen Jahren überwiegend nach Asien verlagert.

Im Konkurrenzkampf um Marktanteile spielt eben der Preis einer Ware die entscheidende Rolle. Motto`s wie „Geiz ist Geil“ oder „Nur nackt ist billiger“ versprechen dem Verbraucher viel Produkt für wenig Geld. Natürlich ist es nicht so einfach, neueste Technik, Bekleidung und Spielzeug immer billiger anzubieten. Schliesslich müssen Material, Fertigung, Transport und Verkauf organisiert und bezahlt werden. Letztlich muss jeder der am Prozess beteiligt ist etwas verdienen, um längerfristig im Geschäft zu bleiben. Nicht selten gehen Preiskämpfe in unseren Geschäften, zu Lasten der Arbeits- und Umweltbedingungen in den herstellenden Ländern.
Wer ist verantwortlich, Verbaucher oder skrupellose Unternehmen?

Unser Thema soll allerdings nicht die Verbraucherorientierung beim Warenerwerb sein, sondern die Frage:

  • Wie kann der Kapitalanleger Einfluss darauf nehmen, dass Unternehmen
    auf Kinderarbeit und Korruption verzichten und den Umweltschutz beachten?

Investieren mit System – wie Fondsmanager vorgehen

Auf der Suche nach Wertschöpfung kann der als Investor profitieren, der Trends frühzeitig aufspürt und auf die richtigen Unternehmen setzt. Das ist gleichzeitig das Ziel eines weitsichtigen Investmentmanagers.
Zu seinen Aufgaben zählt es, bevor er eine Beteiligung eingeht, ein Unternehmen im Detail zu analysieren. Dazu gehört es Geschäftsberichte zu lesen, die finanzielle Situation einzuschätzen, die Marktposition zu recherchieren und die bedeutendsten Wettbewerber im Branchenvergleich heranzuziehen.

 Kommunikation zwischen Investor und Unternehmen

Ein wesentlicher Teil der Unternehmensanalyse vieler Investmentgesellschaften ist der Besuch im Unternehmen. Hier werden Produktionsstätten besichtigt, Prozesse durchleuchtet und Gespräche mit dem Management geführt. Schliesslich will man Einblicke in Planung und Umsetzung des Unternehmens gewinnen und daraus fundierte Rückschlüsse auf die Wachstumschancen einer Aktiengesellschaft ziehen.
Kurzum, der Fondsmanager sucht vorausschauend nach aussichtsreichen Investitionen. Das Geld der Investoren fließt dorthin, wo Wachstumtrends und Wertschöpfungspotentiale zu finden sind.

Bei Investmentfonds tritt das Fondsmanagement in die Rolle des Investors. Stellvertretend für seine Anteilseigner wird die Steuerung des Fondskapitals übernommen. Dies geschieht sowohl bei Unternehmensbesuchen und in Gesprächen mit Vorständen, als auch auf der Hauptversammlung der Aktiengesellschaften. So kann das Fondsmanagement aktiv die Aktionärsrechte wahrnehmen und Einfluss auf die Unternehmenführung geltend machen. In dieser Kommunikation kommen nun neue Regeln nachhaltigen Investierens hinzu.

Die UN PRI – Investieren mit ökolögischer und sozialer Verantwortung

Während Industriestaaten wie Deutschland davon profitieren, dass billige Produktionsstandorte in Entwicklungsländern günstige Preis für unsere Konsumgüter ermöglichen, liegt es ebenso in unserer Hand, in diesen Ländern für deren Lebensverhältnisse Veranwortung zu übernehmen. Seit einigen Jahren gewinnt eine Initiative für soziale und ökologische Verhaltensweisen auf Investorenseite zunehmend an Bedeutung.

  • UN PRI = „Prinzipien für Verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen“
    Die PRI (Princeples for Responsible Investments) ist eine Unterorganisation der UN (United Nations). Sie wurde im Jahre 2006 gegründet. Dahinter verbirgt sich die Weiterentwicklung eines Gedankenansatzes des früheren UN-Generalsekretärs und Friedensnobelpreisträgers Kofi Annan.

Kerngedanke der UN PRI ist der aktive Aufruf an Kapitalverwalter, zu denen Vermögensinhaber und Vermögensverwalter aller Art zählen, bei ihren Investitionen mit gutem Beispiel voranzugehen. Das heißt, konkret auf soziale Verhaltensrichtlinien, Umweltaspekte und verantwortungsvolle Unternehmensführung potentieller Zielinvestments zu achten.
Die Unterzeichner der UN PRI verpflichten sich zur Einhaltung so genannter ESG – Kriterien und zwar vom Analyseprozess bis hin zur Investitionsentscheidung. Die Regeln sind unter dem Begriff ESG („Environment, Social, Governance“) zusammengefasst.

Somit nehmen Kapitalgeber (Investoren) in Gesprächen mit Unternehmen (Zielinvestments), aktiv Einfluss auf deren geschäftliche Überlegungen und geben Anreiz zu Optimierungen.

Die konkreten ESG – Anforderungen werden fortlaufend weiterentwickelt und umfassen derzeit beispielsweise folgende Kriterien:

  • E – Ökologische Themen: erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klimawandel, Biodiversität, Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, umweltschädliche Chemikalien, Treibhausgasemissionen, Abfallmanagement, Frischwasserverbrauch und Abwassermanagement, Bodenversauerung, …
  • S – Soziale Themen: Menschenrechte, Kinderarbeit, Gesundheitsschutz, Fair-Trade-Produkte,  humane Arbeitsbedingungen, Sicherheit am Arbeitsplatz, Personalmanagement, Versammlungsfreiheit, lokalen ökonomische Entwicklung, Aktivitäten in Konfliktregionen, …
  • G – Governance / gute Unternehmensführung: Vorstandsvergütung, Bestechung und Korruption, Entscheidungsstrukturen in Vorstand und Aufsichtsrat, Risikomanagement, gesellschaftliche Verantwortung, Lobbying, Transparenz, …

Stellen sich Unternehmen nicht auf diese Richtlinien ein, wird künftig der Zugang zu Investorengeldern schwieriger. Dies gilt sowohl bei Investitionen in Aktiengesellschaften, als auch für Anlagen in Rohstoffen, Immobilien, Anleihen und Private Equity.

Viele Fondsgesellschaften agieren bereits nach UN PRI – Prinzipien

Die Zahl der teilnehmenden Anlagegesellschaften, Organisationen und Institutionen steigt kontinuierlich. Bereits jetzt repräsentieren sie 15% des weltweit agierenden Kapitals. Zu den Unterzeichnern zählen namenhafte Kapitalverwalter, deren Fonds auch in Deutschland angeboten werden, darunter Gesellschaften wie:

BlackRock, Carmignac, Comgest, DWS, Fidelity, Franklin Templeton, Kepler, Ökoworld, Invesco, Nordea, Pictet, Pioneer, RobecoSAM, Threadneedle, etc.
(Mitgliederliste verfügbar unter: http://www.unpri.org/signatories/signatories/ )
.

Safe_Nature.

Fazit – Wertschöpfung mit Verantwortung

In einer Welt, die mit immenser Geschwindigkeit Waren an jedem Ort verfügbar macht und dabei in immer engeren Verflechtungen zusammenwächst, ist es zeitgemäß Kapitalströme mit humaner Verantwortung zu steuern.

Viele der Kapitalanlagegesellschaften, deren Fonds wir unseren Kunden empfehlen, haben sich der Initiative des nachhaltigen Investierens bereits angeschlossen. Bei Anlagegesellschaften die UN PRI noch nicht beigetreten sind, ist ebenso ein steigendes Engagement für Wertschöpfung, unter der Flagge gesellschaftlicher Verantwortung zu beobachten. Ein zukunftsfreundlicher Gedanke, dessen Umsetzung am Anfang steht, der sichtbar an Bedeutung gewinnt.

Letztlich kann auch der Anleger mitbestimmen, ob er sein Geld nach diesen Kriterien investieren möchte, indem er bei der Auswahl der Fondsgesellschaft auf den ESG Hinweis achtet.

Ich wünsche gute Anlageentscheidungen
André Klatt

 

weiterführende Informationen zu UN PRI und ESG-Kriterien:

http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/un_prinzipien_fuer_verantwortliches_investieren_un_1625.htm

Der Konflikt in Osteuropa geht in die dritte Woche. Leider scheint es nicht so, als würde eine baldige Beendigung der Krisensituation in Aussicht stehen. Vielmehr scheinen sich die Fronten weiter zu verhärten, nicht nur zwischen Russland und der Ukraine, sondern auch zwischen dem „Rest der Welt“ und Russland.

Die Ereignisse um die Krimkrise 2014 sind bereits in einem umfangreichen Wikipedia-Eintrag zusammengefasst.
http://de.wikipedia.org/wiki/Krimkrise_2014

Kapitalmärkte – „coole Zurückhaltung“

Die internationalen Kapitalmärkte reagieren bisher weitestgehend gefasst. Schließlich ist die Ukraine zu klein, um Auswirkungen auf die Wirtschaft Europas oder darüber hinaus zu verursachen. Der deutsche Aktienindex DAX zeigt sich am sensibelsten und gibt gegenüber dem Jahresbeginn um 3%, auf 9.265 Punkte, nach.

Solange es nicht zu Sanktionen in den Handelsbeziehungen zwischen Russland und den Staaten der westlichen Welt kommt, wird die Wirtschaft kaum von den Geschehnissen tangiert. Genau hier liegt jedoch die Unsicherheit. Die weiteren Entwicklungen, speziell die politischen Reaktionen sind nicht vorhersehbar, ebenso wenig sind es deshalb die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Günstigstenfalls wendet sich das Blatt binnen kurzer Zeit in Richtung Konfliktlösung und die Börsen setzen ihren positiven Trend fort.

US-Börsen nahzu unbeeindruckt

Wenig beeindruckt zeigen sich die amerikanischen Aktienmärkte. Sowohl der Dow Jones, als auch der marktbreite S&P 500 notieren dicht in der Nähe ihrer Allzeithochs. Sicherlich spielen dabei auch die jüngsten Daten der US-Wirtschaft und die Meldungen vom Arbeitsmarkt, zuletzt vom 07.03.2014, eine Rolle. Trotz des massiven Wintereinbruchs in den USA wurden neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit sehen Analysten die allgemeine Erwartung einer baldigen wirtschaftlichen Erholung erneut untermauert.

Gold wieder gesucht

Wie schon oft in den letzten Jahren positionieren sich Investoren dann vermehrt im Gold, wenn Krisen-befürchtungen zu Tage treten. So auch dieses Mal. Der Goldpreis steigt seit Jahresbeginn von 1.205 USD/Uz,
um rund 12% auf aktuell 1.340 USD/Uz. Die Aktien von Goldminengesellschaften verbesserten sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 25%.

Goldpreis 2014

Quelle-Chart: www.comdirect.de; Goldpreis 2014, 01.01.-10.03.14

Mischfonds profitieren von ausgewogener Anlagestreuung

Im Bereich der so genannten Mischfonds profitieren Anleger derzeit, trotz politisch unwägbarer Ereignisse. Diese Fondskategorie nimmt dem Anleger die Entscheidung ab, sich selbst für oder gegen bestimmte Anlageklassen zu entscheiden. Der darin enthaltene Anteil verzinslicher Wertpapiere tendiert in diesem Jahr freundlich. Ebenso ist die Beimischung von Gold für eine positive Wertentwicklung mancher Fonds, bis zu 4% Wertzuwachs, mit verantwortlich. Kein schlechtes Ergebnis, für die ersten 10 Wochen des neuen Jahres.
In einigen gemischten Produkten stellt das gelbe Edelmetall einen konzeptionellen Bestandteil dar. Während in 2013 der Goldanteil die Wertentwicklung solcher Fonds etwas bremste, stellt sich nun ein Vorteil im laufenden Jahr heraus.

Fazit

Eine Beurteilung der weiteren Entwicklung in der Krimkrise ist kaum möglich. Somit können auch keine nutzbaren Rückschlüsse auf die Kapitalmärkte gezogen werden. Wir würden uns deshalb sowohl bei Verkäufen, als auch bei Zukäufen zurückhalten. Manchmal ist es eben am Besten gar nichts zu tun und den Lauf der Dinge aufmerksam zu beobachten. Grundlegend bleiben wir mittelfristig optimistisch.

Wer sich nicht selbst um die konkreten Anlageentscheidungen und Marktbedingungen kümmern möchte, kann mit bestimmten Mischfonds auch in der unruhigen Marktlage ruhig schlafen.

Zum Jahresbeginn 2013 gab es überwiegend positive Erwartungen für die Aktienmärkte. Zum Jahresende bleibt festzustellen, dass die tatsächlich erzielten Kursgewinne in vielen Ländern die Erwartungen noch übertreffen konnten. Bei näherer Betrachtung verschiedenener Anlageklassen und Regionen zeigt sich insgesamt ein eher gemischtes Bild.

Hauptantrieb für den Börsenoptimismus ist die weltweit expansive Notenbankpolitik, welche auch für die kommenden Jahre niedrige Zinsen und wachsende Geldmengen erwarten lässt. In den USA, Europa und Japan wird mit aller Entschlossenheit versucht die eigene Wirtschaft zu stabilisieren. Die EZB (europäische Zentralbank) kommunizierte im dritten Quartal 2013 weitere Maßnahmen und dämmte damit Befürchtungen einer Ausweitung der Eurokrise erst einmal ein. Beinahe in allen Eurostaaten geht der Abwärtstrend der Wirtschaftsleistung langsam in eine Bodenbildung über, was eine spürbare Beruhigung der Kapitalmärkte zur Folge hatte und hat. (siehe auch Kommentar vom 23. August 2013)

Aktienmärkte 2013 – überwiegend positiv

  • US-Börsen
    Speziell die US-Börsen erreichten neue historische Höchststände und zählen zu den Gewinnern des abgelaufenen Jahres. Der marktbreite US-Aktienindex S&P500 gewann 27%, die dreißig größten US-Unternehmen des DOW Jones legten im Schnitt um 23% an Wert zu. Hiervon profitierte wesentlich die Wertentwicklung des globalen Aktienindex MSCI Welt (20%), denn US-Aktienwerte stellen darin mit rund 50% das Schwergewicht dar.
  • Industriestaaten
    Die Aktienindizes für Deutschland (DAX 25%), Europa (EuroStoxx50 18%) und Japan (Nikkei 25% in €) konnten kräftig zulegen. Dennoch befinden sich diese Börsen, im Gegensatz zu den USA, überwiegend noch deutlich hinter ihren ehemaligen Rekordmarken. Die südeuropäischen Länder werden von Investoren wieder beachtet: Griechenland (28%), Spanien (22%), Italien (16%) und Portugal (16%).
    Unsere Fondsfavoriten übertrafen erneut die Indexergebnisse und konnten, im Gegensatz zu den meisten Indizes, längst neue Allzeithochs erklimmen. So erreichte unser Top-Fonds für deutsche Aktien 30%, der Top-Fonds für europäische Aktien überdurchschnittliche 26% Wertzuwachs.
  • Schwellenländer
    In der globalen Betrachtung finden sich nicht nur positive Marktentwicklungen. In einigen Schwellenländern Südamerikas (Brasilien -29%, Chile -24%), Osteuropas (Türkei -31%, Russland -8%) und Asiens (China -5%, Indien -8%, Thailand -17%) kam es zu deutlichen Kursverlusten. Im Durschnitt schnitten die Börsen der Schwellenländer mit -8% ab.
    Die von uns bevorzugten Schwellenländerfonds beendeten das Jahr zufriedenstellend auf Vorjahresniveau. Möglicherweise könnten sich unter den aufgeführten „Verlieren 2013“ potentielle „Gewinner 2014“ finden lassen.

Übersicht: Wertentwicklungen Aktienbörsen in 2013 (in €), die Schere geht weit auseinander:

  • DAX:                                        9.552        25 %
  • Eurostoxx 50:                         3.109        18 %
  • US Aktien – S&P 500:              1.841        27 %
  • US Aktien – Dow Jones:        16.504        23 %
  • Aktien Weltindex – MSCI:                         20 %
  • Aktien Asien, MSCI Asia:                          – 3 %
  • Aktien Lateinamerika:                            – 18 %
  • Aktien Schwellenländer:                          – 8 %

Rentenfonds mit leichten Verlusten

Für Anleger in verzinslichen Anlagen, in so genannten Rentenfonds, war 2013 ein überwiegend ernüchterndes Jahr. Diese Produktkategorie steht für Anleger mit defensiven Anlagezielen. Der Trend in dieser risikoarmen Anlageklasse zählt seit rund 30 Jahren als Garant für positive Jahresergebnisse. In 2013 konnten nur vereinzelt positive Ergebnisse erreicht werden, die meisten Produkte schlossen mit Verlust.

Das vergangene Jahr wird von einigen Marktexperten als das Jahr der Trendwende (Zinswende) bezeichnet. Damit ist gemeint, das die Zinserträge mittlerweile niedrig sind und die Kursauschläge der Anleihen bereits den Zinsertrag der kommenden Jahre beinhalten.
Anders gesagt: Anleihen sind überteuert und bieten kaum noch potential zur Kapitalvermehrung.

Auf diese Situation wurde von Investoren reagiert, es kam zu Umschichtungen in Aktienwerte, sodass Rentenfonds Verluste von durchschnittlich -3% (weltweite Anleihen) und -10% (bei  Schwellenländeranleihen) verzeichneten.

  • Rentenfonds weltweit:                            – 3 %
  • Rentenfonds Schwellenländer:              – 10 %

Bankanlagen

Anleger in Bankanlagen spüren direkt die Auswirkungen der niedrigen Zinsen. Im vergangenen Jahr lagen die durchschnittlichen Zinsgutschriften bei

  • Tagesgeld                                               0,7 %
  • Sparbuch                                                 0,3 %
  • Festgelder                                               2,5 % (bis zu, je nach Laufzeit)

Gold – kräftiger Jahresverlust

Für Gold war 2013 ein historisches Jahr, allerdings im negativen Sinne. Nach dem kräftigen Preisanstieg von 2002 – 2012, von 280 auf 1.800 USD je Unze, brach das Edelmetall im vergangenen Jahr um über 30% ein, auf 1.200 USD/Unze.
Die Aktien von Goldminengesellschaften erlitten im Durchschnitt Verluste von über 50%. Ursächlich sind die recht positiven Wirtschaftsdaten in Europa, USA und Japan anzuführen, wodurch Krisenbefürchtungen in den Hintergrund rückten und das „Kriseninvestment Gold“ von Anlegern abgestossen wurde.

  • Gold in USD je Unze:                1.205     – 33 %

kurzer Ausblick auf 2014 und eine Prognose:

Die allgemein gute Börsenstimmung zeigt sich an der soliden Aufwärtsbewegung der letzten 6 Monate. Trotz der Tatsache das viele Marktteilnehmer auf eine größere Kurskorrektur warten und nach wie vor darauf hoffen, fielen die Kurse nur an wenigen Tagen und mit geringen prozentualen Rücksetzern.

Angesichts der niedrigen Zinsen bleibt vielen Investoren auf der Suche nach Anlagechancen kaum etwas anderes übrig, als auf den steigenden Aktienmarkt aufzuspringen. Die Börsenregel: „Die Hausse nährt die Hausse“ (steigende Kurse ziehen weiteres Kapital an) ist in vollem Gange.

Sicherlich muss nach den hervorragenden Ergebnissen der europäischen und amerikansichen Börsen mit zwischenzeitlichen Korrekturen gerechnet werden. Der langjährige Aufwärtstrend sollte aber weiterhin intakt bleiben. Unberechenbar bleibt die hohe politische und finanzpolitische Sensibilität der Börsen. Von dieser Seite muss immer mit Überraschungen gerechnet werden. Rückschläge bieten aber eher eine Gelegenheit für Zukäufe.

Von einer allgemeinen Aktienblase oder Aktieneuphorie sollte derzeit nicht die Rede sein. Zum Beispiel verharrt die Quote der Aktien-/Aktienfondsbesitzer in Deutschland seit Jahren auf historsich niedrigem Niveau. Eine aktuelle BVI – Statistik zur Verteilung des Investmentvermögens zeigt nur geringe Volumenveränderungen bei Aktienfonds innerhalb des letzten Jahres. Manche Privatanleger scheinen die derzeit „gefühlt hohen Kurse“ für Verkäufe zu nutzen. Die Frage nach dem „Wohin mit dem Anlagekapital“ bleibt dabei wohl ausgeblendet.

Eine Prognose für die kommenden Jahre lässt sich durchaus ableiten: Wenn die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben, wie von vielen Marktexperten erwartet, wachsen wir in eine völlig neue Kapitalanlagewelt hinein.
Warum? Weil der Zins abhanden gekommen ist und der Anleger nicht einfach mit fixen Zinserträgen rechnen kann. Es bedarf tieferer Kenntnisse und verschiedener Strategien, um echten Kapitalzuwachs zu erzielen.

Dazu müssen neue Wege zur Kapitalvermehrung gefunden werden, besonders für Anleger mit geringer Risikobereitschaft. In diesem Umfeld haben wir uns frühzeitig mit entsprechenden Anlagemöglichkeiten in Fondsprodukten auseinandergesetzt und zuverlässige Antworten parat. In den letzten Jahren sind einige interessante Managementansätze entstanden, die ihre Fähigkeiten bereits im neuen Marktumfeld unter Beweis stellen konnten. In einem der nächsten Kommentare werden wir derartige Managementansätze näher vorstellen.

Bis dahin, auf ein spannendes Börsenjahr 2014!
André Klatt